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Kandeln bis Kandĭltagh (Bd. 6, Sp. 556 bis 557)
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Artikelverweis Kandeln, auskehlen, rinnenförmig aushöhlen.
 
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Kandern, Stadt im bad. Kreis und Amt Lörrach, an der Kander und der Eisenbahn Haltingen-K., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Forstamt, Schamotteerdegruben, Fabrikation von feuerfesten Steinen, Majolika- und Tonwaren, Kalk, Leder, Pappe, Seife und Turmuhren, Eisengießerei, Brezelbäckerei, Granitbrüche, Wein- und Holzhandel und (1900) 2021 Einw. Nördlich von K. liegt der 1167 m hohe, aussichtsreiche Blauen (mit Gasthaus). Hier 20. April 1848 Gefecht zwischen den Freischaren Heckers und den hessischen und badischen Truppen unter Friedrich v. Gagern, der hier fiel, und dem 1889 ein Denkstein errichtet wurde.
 
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Kandertal, das von der Kander, einem 44 km langen, linksseitigen Zufluß der Aare, durchflossene Tal im Berner Oberland, besteht aus drei Talstufen, deren oberste Gasterental (18751260 m) heißt. Im engern Sinne heißt K. die mittlere Talstufe, die sich von der Gasterenklus bis nach Frutigen 11 km weit erstreckt und die Gemeinde Kandergrund (mit [1900] 1099 Einw.) bildet. Hauptort derselben ist das Dorf Kandersteg, 1169 m ü. M., von hohen Alpengipfeln (Blümlisalp, Doldenhorn u. a.) umgeben, von wo aus die Gemmi (2302 m) nach Bad Leuk, der Lötschenpaß (2695 m) vom Gasterental in das Lötschental und der Tschingelpaß (2884 m) nach dem Lauterbrunner Tal führen. Unterhalb Frutigen öffnet sich rechts das Kiental, während sich westlich vom K. das diesem teilweise parallel laufende Diemtiger Tal, ein Seitental des Simmentales, hinzieht. Früher ergoß sich die Kander unterhalb Thun in die Aare selbst, lagerte aber Unmassen von Geschiebe (Kandergrien) dort ab und veranlaßte dadurch Stauungen im Fluß und Versumpfung der Uferländer, so daß 1711 die Berner Regierung den Hügelzug von Sträuligen in einem Tunnel von 1 km Länge durchbrechen und so die Kander unschädlich dem See zuleiten ließ. Vgl. Bachmann, Die Kander im Berner Oberland, ein ehemaliges Gletscher- und Flußgebiet (Bern 1870); K. Stettler, Das Frutigland (das. 1887).
 
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Kandesch (Khandesch, Candeish), Distrikt der britisch-ind. Präsidentschaft Bombay, 25,754 qkm mit (1901) 1,427,382 Einw. (1,282,109 Hindu, 119,179 Mohammedaner, 1398 Christen), unter denen Mahratthen vorherrschen, in den Bergen wohnen Bhil und andre Stämme. Das im N. von der Satpura-, im O. von der Adschantakette durchzogene und von der Tapti durchflossene Land erzeugt in den Tälern geschätzte Baumwolle (Haupthandelsartikel), Getreide, Hirse, Ölsaaten; in den dichten Bergwaldungen hausen reißende Tiere und viel Wild. Der Südosten wird von der Bombay-Kalkuttabahn durchschnitten, in die bei Bhosawal die Bahn von Surat mündet. Haupt- und Garnisonsort ist Dhulia am Pandschhra, mit altem Fort und (1901) 24,726 Einw.
 
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Kandi (engl. Candy), vorderindisches Lastenmaß von gewöhnlich 20 Mönn oder Mahnd: das amtliche von Bombay und das der Insel Ceylon für Tabak und Zimt = 5 engl. Hundredweights oder 254,012 kg, das von Madras und auf Ceylon für Baumwolle, Ebenholz und Nußfasertaue = 500 engl. Pfund oder 226,796 kg, das von Surate = 339,65 kg, aber in Bombay = 338,607 kg gerechnet. In Bombay kommen auch K. zu 28,26 und 21 Mahnd vor sowie ein K. als Getreidemaß von 8 Parahs = 3,2 Hundredweights oder 162,568 kg und mehr. Man sagt zuweilen Bahar oder Bar für K.
 
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Kandi (Candy, »Berg«), Stadt im Innern der brit. Insel Ceylon, 512 m ü. M., 115 km nordöstlich von Colombo, wohin Eisenbahn, malerisch an einem kleinen, von Bergen umrahmten See gelegen, hat einen großen, ehemals königlichen Palast, dessen noch unverfallener Teil dem Regierungsagenten zur Wohnung dient, während der frühere Empfangssaal als Gerichtshalle benutzt wird. Auch die vier Hindu- und zwölf buddhistischen Tempel sind verfallen. Der große, aber unbedeutende Tempel, der in einem reich verzierten Schrein (Karandha) den Zahn Buddhas, die Dalada, birgt, gilt für besonders heilig. Außer dem indischen Viertel ist die Stadt größtenteils modern und zählt (1901) 26,519 Einw., darunter viele Europäer. In K. haben die wesleyanische und die Baptistenmission Hauptstationen. Durch eine 1,4 km lange Vorstadt führt der Weg zu dem berühmten botanischen Garten von Peradeniya. Die Holländer nahmen K., wo seit dem ersten Drittel des 4. Jahrh. Buddhas Zahn ruhte, das aber erst Anfang des 16. Jahrh. seiner sicherern Lage wegen Hauptstadt wurde, 1796 ein, verloren es aber schon nach neun Monaten wieder an den Herrscher von Ceylon; eine englische Abteilung, die am 20. Febr. 1803 Besitz von K. nahm, mußte sich 23. Juni den Singhalesen ergeben. Erst Ende 1814 wurde der Krieg von neuem aufgenommen und, nachdem König Wikrama 18. Febr. 1815 gefangen genommen war, Ceylon zu den britischen Besitzungen geschlagen.
 
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Kandĭa, In sel, s. Meyers Kreta.
 
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Kandĭa, Stadt auf der Insel Kreta, s. Candia.
 
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Kandidāt (lat.), bei den Römern der Bewerber um ein Amt (s. Candidatus); in der alten katholischen Kirche ein Neugetaufter, da ein solcher noch eine Woche lang ein weißes Gewand tragen mußte; in neuerer Zeit besonders in der protestantischen Kirche der Theolog, der nach bestandener Prüfung die Anwartschaft auf ein Predigeramt erhalten hat; dann auch allgemein

[Bd. 6, Sp. 557]


ein Bewerber um irgend ein Amt. Daher Kandidatur, die Bewerbung um ein Amt; kandidieren, als K., Bewerber, auftreten.
 
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Kandieren (franz.), Verzuckern von Gewürzen, eingemachten Wurzeln, Früchten u. dgl., geschieht auf die Weise, daß man die zu kandierenden Gegenstände zwischen Drahtgittern in ein passendes Gefäß legt und eine blutwarme Lösung von reinem Zucker in Wasser, die an der Zuckerwage 34° zeigt, darüber gießt und einige Tage stehen läßt. Die Gegenstände bedecken sich in dieser Zeit mit Kristallen und werden nachher getrocknet (Kanditen). Eingemachte Sachen kann man auch immer wieder mit Zuckerpulver bepudern und an einen warmen Ort legen, bis sie endlich trocken geworden sind. Vgl. Hausner, Die Fabrikation der Konserven und Kanditen (3. Aufl., Wien 1898). K. von Samen, s. Meyers Saat.
 
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Kandĭltagh, Bergkette in Russisch-Turkistan, zum Tiënschan gehörig, erstreckt sich vom Alatau in nordwestlicher Richtung, bildet die Wasserscheide zwischen Ili und Tschu und erreicht im Snoktube 3050, im Bischmainak 2960 m, überschreitet aber die Schneegrenze nicht. Unter den leicht überschreitbaren Pässen werden der Kastek und Kurdai am meisten begangen.

 

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82) Johannisfest
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