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Kandel bis Kandĭa (Bd. 6, Sp. 555 bis 556)
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Artikelverweis Kandel, der höchste Punkt des mittlern Schwarzwaldes in Baden, zwischen der Elz u. Glotter, südöstlich von Waldkirch, 1243 m hoch, mit weiter, schöner Aussicht und einem Wirtshaus; 20 Minuten unterhalb die Thomashütte mit schöner Aussicht auf das Glottertal.
 
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Kandel (Langenkandel), Flecken im bayr. Regbez. Pfalz, Bezirksamt Germersheim, an der Linie

[Bd. 6, Sp. 556]


Winden-Karlsruhe der Pfälzischen Eisenbahn, 156 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Amtsgericht, Forstamt, eine große Geschäftsbücherfabrik, Zigarrenfabrikation, Dampfsägemühlen, Tabakbau und (1900) 3601 meist evang. Einwohner. K. dehnt sich fast 5 km lang aus und wird daher im Volksmunde Langenkandel genannt.
 
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Kandelāber (lat. Candelabrum), bei den Alten ein Gestell, das zum Tragen von Kerzen, Lampen und Räucherschalen diente und mit zunehmendem Luxus oft kunstreich in Bronze oder Marmor gearbeitet wurde. Es bestand gewöhnlich aus einem säulenartigen, meist kannelierten, von Tierfüßen getragenen Schaft, der oben auf einem Kapitell einen Teller trug, oder an dem oben an Ketten Lampen aufgehängt wurden (s. Lampadarius, mit Abbildung). Bronzene K. (Fig. 1, S. 555) sind zahlreich in etruskischen und römischen Gräbern und in Pompeji gefunden worden. Große marmorne K. zum Tragen von Feuerbecken aus dem Altertum enthält das Britische Museum, das Louvre in Paris, der Vatikan in Rom und die Glyptothek in München (Fig. 2). Bei ihnen ist der dreiteilige Fuß besonders reich ausgebildet, und sie wurden die Vorbilder für die Prachtkandelaber der italienischen Renaissance, die teils aus Bronze (Fig. 3), teils aus Marmor angefertigt wurden. Diese sind wieder die Muster für die noch jetzt üblichen K. geworden, die aus Silber, Bronze, dekoriertem Porzellan u. a. gefertigt werden. Vgl. auch Leuchter und Tafel Meyers »Bronzekunst III«, Fig. 9; Tafel IV, Fig. 10.
 
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Kandelbeere, s. Meyers Viburnum.
 
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Kandeln, auskehlen, rinnenförmig aushöhlen.
 
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Kandern, Stadt im bad. Kreis und Amt Lörrach, an der Kander und der Eisenbahn Haltingen-K., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Forstamt, Schamotteerdegruben, Fabrikation von feuerfesten Steinen, Majolika- und Tonwaren, Kalk, Leder, Pappe, Seife und Turmuhren, Eisengießerei, Brezelbäckerei, Granitbrüche, Wein- und Holzhandel und (1900) 2021 Einw. Nördlich von K. liegt der 1167 m hohe, aussichtsreiche Blauen (mit Gasthaus). Hier 20. April 1848 Gefecht zwischen den Freischaren Heckers und den hessischen und badischen Truppen unter Friedrich v. Gagern, der hier fiel, und dem 1889 ein Denkstein errichtet wurde.
 
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Kandertal, das von der Kander, einem 44 km langen, linksseitigen Zufluß der Aare, durchflossene Tal im Berner Oberland, besteht aus drei Talstufen, deren oberste Gasterental (18751260 m) heißt. Im engern Sinne heißt K. die mittlere Talstufe, die sich von der Gasterenklus bis nach Frutigen 11 km weit erstreckt und die Gemeinde Kandergrund (mit [1900] 1099 Einw.) bildet. Hauptort derselben ist das Dorf Kandersteg, 1169 m ü. M., von hohen Alpengipfeln (Blümlisalp, Doldenhorn u. a.) umgeben, von wo aus die Gemmi (2302 m) nach Bad Leuk, der Lötschenpaß (2695 m) vom Gasterental in das Lötschental und der Tschingelpaß (2884 m) nach dem Lauterbrunner Tal führen. Unterhalb Frutigen öffnet sich rechts das Kiental, während sich westlich vom K. das diesem teilweise parallel laufende Diemtiger Tal, ein Seitental des Simmentales, hinzieht. Früher ergoß sich die Kander unterhalb Thun in die Aare selbst, lagerte aber Unmassen von Geschiebe (Kandergrien) dort ab und veranlaßte dadurch Stauungen im Fluß und Versumpfung der Uferländer, so daß 1711 die Berner Regierung den Hügelzug von Sträuligen in einem Tunnel von 1 km Länge durchbrechen und so die Kander unschädlich dem See zuleiten ließ. Vgl. Bachmann, Die Kander im Berner Oberland, ein ehemaliges Gletscher- und Flußgebiet (Bern 1870); K. Stettler, Das Frutigland (das. 1887).
 
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Kandesch (Khandesch, Candeish), Distrikt der britisch-ind. Präsidentschaft Bombay, 25,754 qkm mit (1901) 1,427,382 Einw. (1,282,109 Hindu, 119,179 Mohammedaner, 1398 Christen), unter denen Mahratthen vorherrschen, in den Bergen wohnen Bhil und andre Stämme. Das im N. von der Satpura-, im O. von der Adschantakette durchzogene und von der Tapti durchflossene Land erzeugt in den Tälern geschätzte Baumwolle (Haupthandelsartikel), Getreide, Hirse, Ölsaaten; in den dichten Bergwaldungen hausen reißende Tiere und viel Wild. Der Südosten wird von der Bombay-Kalkuttabahn durchschnitten, in die bei Bhosawal die Bahn von Surat mündet. Haupt- und Garnisonsort ist Dhulia am Pandschhra, mit altem Fort und (1901) 24,726 Einw.
 
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Kandi (engl. Candy), vorderindisches Lastenmaß von gewöhnlich 20 Mönn oder Mahnd: das amtliche von Bombay und das der Insel Ceylon für Tabak und Zimt = 5 engl. Hundredweights oder 254,012 kg, das von Madras und auf Ceylon für Baumwolle, Ebenholz und Nußfasertaue = 500 engl. Pfund oder 226,796 kg, das von Surate = 339,65 kg, aber in Bombay = 338,607 kg gerechnet. In Bombay kommen auch K. zu 28,26 und 21 Mahnd vor sowie ein K. als Getreidemaß von 8 Parahs = 3,2 Hundredweights oder 162,568 kg und mehr. Man sagt zuweilen Bahar oder Bar für K.
 
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Kandi (Candy, »Berg«), Stadt im Innern der brit. Insel Ceylon, 512 m ü. M., 115 km nordöstlich von Colombo, wohin Eisenbahn, malerisch an einem kleinen, von Bergen umrahmten See gelegen, hat einen großen, ehemals königlichen Palast, dessen noch unverfallener Teil dem Regierungsagenten zur Wohnung dient, während der frühere Empfangssaal als Gerichtshalle benutzt wird. Auch die vier Hindu- und zwölf buddhistischen Tempel sind verfallen. Der große, aber unbedeutende Tempel, der in einem reich verzierten Schrein (Karandha) den Zahn Buddhas, die Dalada, birgt, gilt für besonders heilig. Außer dem indischen Viertel ist die Stadt größtenteils modern und zählt (1901) 26,519 Einw., darunter viele Europäer. In K. haben die wesleyanische und die Baptistenmission Hauptstationen. Durch eine 1,4 km lange Vorstadt führt der Weg zu dem berühmten botanischen Garten von Peradeniya. Die Holländer nahmen K., wo seit dem ersten Drittel des 4. Jahrh. Buddhas Zahn ruhte, das aber erst Anfang des 16. Jahrh. seiner sicherern Lage wegen Hauptstadt wurde, 1796 ein, verloren es aber schon nach neun Monaten wieder an den Herrscher von Ceylon; eine englische Abteilung, die am 20. Febr. 1803 Besitz von K. nahm, mußte sich 23. Juni den Singhalesen ergeben. Erst Ende 1814 wurde der Krieg von neuem aufgenommen und, nachdem König Wikrama 18. Febr. 1815 gefangen genommen war, Ceylon zu den britischen Besitzungen geschlagen.
 
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Kandĭa, In sel, s. Meyers Kreta.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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