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Kanarienweine bis Kandāhar (Bd. 6, Sp. 551 bis 555)
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Artikelverweis Kanarienweine, die Weine der Kanarischen Inseln, die aber selten unter diesem Namen, sondern

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meist als Madeira und als Sherry auf den Markt kommen. Die größte Weinkultur besitzen Tenerife (Laguna, Orotava, Tacaronte, Matanza), Gomera (Herminga), Ferro (Jolfo) und Palma. Man baut besonders Sekt (Malvasier) und Vidogna. Die Vidognaweine sind alkoholreiche, trockne Weißweine mit wenig Körper und Parfüm. Der Sekt ist ein süßer Likörwein, dem Madeirasekt nicht gleichkommend und in kalten Klimaten leicht umschlagend. Er erhält nach drei Jahren ein an Ananas erinnerndes Aroma. Früher trank man als Kanariensekt die gewöhnlichen trocknen (sec) Weißweine und würzte sie noch mit Zucker, Zimt, Muskatnuß, gebratenen Äpfeln, Eiern (Falstaffs Lieblingsgetränk). Durch die Traubenkrankheit ist die Weinproduktion der Kanarischen Inseln auf den zehnten Teil des frühern Betrags reduziert. Der größte Teil der Produktion geht nach Brasilien.
 
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Kanāris, Konstantin, griech. Freiheitskämpfer und Staatsmann, geb. 1790 auf der Insel Ipsara, gest. 15. Sept. 1877 in Athen, war Kapitän eines kleinen Kauffahrteischiffs. Als 1822 Chios den Türken unterlegen war, zerstreute K. mit zwei Brandern in der Nacht vom 18.19. Juni die noch vor der Insel liegende türkische Flotte und sprengte das Admiralschiff in die Luft. Ebenso steckte er 22. Nov. 1822 bei Tenedos das türkische Admiralschiff in Brand. Von den Ephoren seiner Heimat nahm er nur einen Lorbeerkranz an. Nachdem 1824 Ipsara in die Gewalt der Türken gefallen und mehrere Versuche, ihre Flotte in Brand zu stecken, mißglückt waren, diente K. als Branderführer unter Miaulis, verbrannte 17. Aug. am Kap Trogilion eine große türkische Fregatte nebst mehreren Transportschiffen und rettete dadurch Samos. Seinen Plan, 1825 die ägyptische Flotte, die im Hafen von Alexandria lag, um die Truppen Mehemed Alis nach Morea überzuführen, dort zu verbrennen, vereitelte der Wind. 1826 befehligte er die Fregatte Hellas, und 1827 ward er in die Nationalversammlung gewählt. Kapo d'Istrias ernannte ihn 1828 zum Kommandanten Monembasias und eines Geschwaders von Kriegsschiffen. Nach des Präsidenten Ermordung (im Oktober 1831) zog er sich nach Syra zurück. 1847 ernannte ihn König Otto zum Senator; auch war K. mehrmals, zuletzt 185455, Marineminister. Im Januar 1862 bildete er ein neues Ministerium und legte dem König ein liberales Programm vor, dessen Ablehnung ihn bewog, sich im Oktober dem Aufstand gegen Otto anzuschließen und in die provisorische Regierung einzutreten. Er war einer der Deputierten, die König Georg I. 1863 die Krone antrugen, und stand 186465 an der Spitze von zwei kurzlebigen Ministerien. Als nach Ausbruch des russisch-türkischen Krieges sich die Parteien im Juni 1877 in Patriotismus vereinigten, stellten sie den alten Seehelden an die Spitze des Koalitionsministeriums, in dem er die Marine übernahm; doch starb K. bald darauf.
 
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Kanārische Inseln (Islas Canarias), eine Provinz Spaniens bildende Inselgruppe an der Westküste von Afrika, zwischen 27°30'29°30' nördl. Br. und 13°17'18°10' westl. L., die sich in einem 556 km langen Bogen von der Küste 90 km (Fuerteventura) bis 300 km (Palma) entfernt hinzieht, aus fünf kleinern unbewohnten Felseninseln (s. das Textkärtchen): Graciosa, Alegranza, Santa Clara, Lobos, Rocca, und sieben größern: Hierro oder Ferro, Palma, Gomera, Tenerife, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote (s. d.) besteht und 7624 qkm groß ist. Die Inseln erheben sich aus tiefem Meer (zwischen mehreren Inseln bis 1000 m) in steilen vulkanischen Massen bei selten sandiger Strandbildung zu bedeutender Höhe. Die westlich von 15° gelegenen Inseln Gran Canaria, Tenerife, Gomera, Palma und Ferro sind jüngern vulkanischen Ursprungs (die fast kreisrunden Inseln Gomera und Gran Canaria werden fast ganz von alten Vulkanen eingenommen); der Pico de Teyde auf Tenerife erreicht 3730, der Pico de la Cruz auf Palma 2358 m. Sie sind sämtlich dicht bewaldet und bergen in ihren radial eingeschnittenen Erosionstälern die ganze Fülle subtropischer Vegetation. Die östlichen Inseln Fuerteventura und Lanzarote sind dagegen dürr und baumlos, von der afrikanischen Küste herübergewehter Sand bedeckt in Dünen weite Landstriche; doch sind die Inseln für Viehzucht wohlgeeignet. Sie sind weit niedriger als die westlichen Inseln; Fuerteventura erreicht nur 844 m, Lanzarote 684 m. Die Laven sind vorwiegend basaltischer, andesitischer und phonolithischer Natur. Sie wechsellagern mit Tuffschichten (Toscalos), die leicht verwittern und Anlaß zu interessanten Höhlenbildungen geben. Auf Palma, Fuerteventura und Lanzarote, welch letztere Insel eine lange Reihe von Kratern aus den Jahren 173037 trägt, sind unter den vulkanischen Gebilden auch ältere Gesteine, zumal Diabase, beobachtet worden. Besonders groß ist die Zahl der erloschenen Aschenkegel mit weiten Kratermündungen und der Lavafelder (Malpais oder Volcanos), die oft reich bewässert und unvergleichlich fruchtbar sind, wenn starke Schichten vulkanischer Asche sich darüberlagern. Vulkanische Ausbrüche und Erdbeben, welche die Inseln mehrfach heimsuchten und besonders Lanzarote von 173037 in schrecklichster Weise zerstörten, sind jetzt seltener geworden; Palma mit der berühmten Caldera und dem Meyers Barranco (s. d.) hatte die letzte Eruption 1677 und 1678, Tenerife 1798, Lanzarote mit dem noch schwach tätigen Montana de Fuego (533 m) 1824. Der Pik von Tenerife hat nur noch eine schwache Solsatara. Gomera und Gran Canaria gelten für die wasserreichsten Inseln. Die Täler werden von Bächen durchflossen, die im Sommer nicht das Meer erreichen und nur durch ein künstliches System von meilenweit an den Gebirgen hinziehenden Wasserleitungen nutzbar gemacht werden. Die Landschaft dieser »glücklichen Inseln« (Insulae fortunatae der Alten) ist überreich an Schönheiten. Ihr Charakter beruht auf einer wunderbar gezackten Form der Bergkämme, auf dem Gegensatze pflanzenloser roter und schwarzer Felsenmassen mit der Üppigkeit einer subtropischen Vegetation sowie endlich auf dem feuchten Schmelz der immergrünen Lorbeerförsten, bei der Durchsichtigkeit der Atmosphäre, der Umschau auf das Meer und einer fast überall zerstreut auftretenden ländlichen Kultur.
   Das Klima ist mild und gesund, namentlich für Brust- und Nervenleidende sehr wohltuend; es gehört zu den gleichmäßigsten der Erde. Seewinde kühlen die Hitze, Schnee und Eis sind in den bewohnten Tälern unbekannt. Vom November bis März fällt gelinder Regen; im März steht der herrlichste Frühling in vollem Flor; im April wird in den Küstengegenden das Korn geerntet. Sommer und Herbst sind völlig trocken und wolkenlos. Regenmenge auf Tenerife (Laguna) 55 cm, davon von Oktober bis April 52 cm. Juni bis September fast regenlos. September und Oktober sind mit durchschnittlich 30° die heißesten Monate; niedrigste Temperatur im Winter etwa 10° Mittlere Temperatur zu Tenerife (Santa Cruz) Jahr

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21,6°, Januar 17,6°, April 19,6°, Juli 25,4°, Oktober 23,7°. Vor Eintritt der Winterregen wehen öfters aus der Sahara die schwülen, dicke Nebel erzeugenden Levante- oder Südostwinde, die auch oft Heuschrecken mitführen. Die Inseln besitzen eine reiche endemische Flora, die zwar durch Erikazeen und andre immergrüne Gesträuche einen westeuropäischen Charakter erhält, zugleich aber durch waldbildende, immergrüne Laurazeen und afrikanische Florenelemente ein eigenarnges Gepräge zeigt. Die untere Strauch- oder Sukkulentenregion, die je nach der Nord- oder Südlage bis 500 oder 800 m hinaufsteigt, zeigt neben der Dattelpalme (Phoenix canariensis) die Tamariske (Tamarix canariensis) und zahlreiche, den Kakteen gleichende Euphorbia-Arten. Daneben ist ebenso häufig die die Kapkolonie bewohnende Komposite Kleinia neriifolia, und mehr als 20 endemische Krassulazeen-Arten kennzeichnen diesen Gürtel, in dem namentlich Opuntien zur Kochenillegewinnung angebaut sind. In der immergrünen Lorbeerwaldregion, bis etwa 1200 m, sind die wichtigsten Bäume: Laurus canariensis, Persea indica, Oreodaphne foetens und der der Vegetation ihren eignen Charakter ausdrückende Drachenbaum (Dracaena Draco). Die Region der Nadelhölzer und Erica-Sträucher folgt bis etwa 1800 m. Pinus canariensis mit Untergesträuch von Cistus- und Daphne-Arten sowie Juniperus Cedrus und J. brevifolia gehören hierher. Unter den Erikazeen wiegen Erica scoparia und E. arborea vor. Die weiße Retama (Spartocytisus nubigenus), ein fast blattloser Ginsterstrauch, bezeichnet auf Tenerife, oberhalb der Baumgrenze, auf den trocknen Bimssteingeröllhalden eine charakteristische subalpine Region. Ein Cytisus und wenige Stauden gesellen sich ihm bei.
   Mit ihrer Tierwelt bilden die Inseln einen Teil der mittelländischen Subregion der paläarktischen Region. Die einzigen einheimischen Säugetiere sind zwei europäische Arten Fledermäuse. Die Landvögel, etwa 50 Arten, tragen ganz europäischen Charakter, nur einige Arten sind den Inseln eigen, andre diesen und andern atlantischen Inselgruppen gemeinsam. Der wilde Kanarienvogel mit gelblichgrünem Gefieder lebt in großen Flügen auf allen baumreichen Inseln. Reptilien, Amphibien und Süßwasserfische treten völlig zurück. Die Mollusken und die Insektenfauna, unter der allein 1000 Arten Käfer bekannt sind, enthalten manche eigne Arten.
   Die Bevölkerung (1900: 358,564, davon 166,505 männlich, 192,059 weiblich) besteht aus Mischlingen von Spaniern mit den ursprünglichen Bewohnern, den Guanchen (s. unten), sowie mit normannischen, flandrischen und arabischen Einwanderern. Die weiße Farbe herrscht durchweg, nur auf Gran Canaria gibt es einige Negerdörfer. Die Kanarier sind ehrlich, mäßig, zuverlässig, arbeitsam, voll Pietät für das Alter und von unbegrenzter Gastfreundschaft. Auch ihre natürliche Begabung ist groß. Die Gruppe ist geteilt in Bistümer: Las Palmas und San Cristobal de la Laguna, die beide unter dem Erzbischof von Sevilla stehen. Für die höhern Stände bestehen gute

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Schulen; die Volksbildung ist aber so gering, daß etwa 80 Proz. der Bevölkerung nicht lesen können. Hauptbeschäftigung der Einwohner bilden Ackerbau, Viehzucht und Schiffahrt; doch herrscht im allgemeinen Armut, da große Majorate bestehen, die Felder meist von Pächtern bebaut und schwere Steuern erhoben werden. Von der anbaufähigen Fläche werden 32,270 Hektar bewässert, 11,814 Hektar sind Gärten u. a., 4981 Hektar sind mit Getreide bestellt, 4747 Hektar Weinberge, 3785 Hektar Obstpflanzungen. Nicht bewässerbar sind 113,866 Hektar Getreidefelder, 6346 Hektar Weinberge, 3785 Hektar Obstpflanzungen. 144,290 Hektar sind von Wald bedeckt. Früher war Wein (Kanariensekt) eins der Hauptprodukte der Inseln, doch vernichtete seit 1852 die Traubenkrankheit den Weinbau fast vollständig; seit 1870 hat man ihn wieder aufgenommen. Die früher blühende Kochenillezucht betrug 1895 nur noch 1,883,320 Mk. (1869: 15,800,000 Mk.). Bedeutend ist der Anbau von Zwiebeln u. Kartoffeln, die nach Westindien ausgeführt werden, sowie von Weizen, Gerste, Roggen, Mais, Tabak, Orangen, Bananen etc. Auch die Soda liefernde Barillo (Mesembryanthemum crystallinum) sowie Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht werden gebaut. Die geringe Industrie erzeugt nur seidene und wollene Stoffe sowie grobes Leinen. Der Handel (meist in englischen Händen) hat sich sehr gehoben, seitdem 1852 die Inseln (Ferro ausgenommen) zu Freihäfen erklärt wurden. Zwischen den einzelnen Inseln besteht ein reger Verkehr durch Segelschiffe. Mit Cadiz und Puerto Rico ist Tenerife durch spanische Postdampfer verbunden, Tenerife, Gran Canaria und Lanzarote durch englische Dampfer mit Liverpool und Gibraltar. Haupthäfen sind Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas. Ein spanisches Staatskabel führt von Cadiz nach Tenerife (Landungspunkt Jurada) und von da (Landungspunkt Tejita) ein französisches Staatskabel nach Saint-Louis in Senegal. Tenerife ist außerdem über Gran Canaria mit Lanzarote sowie mit Las Palmas durch Staatskabel verbunden. Der Gouverneur sowie der Kommandant der kleinen spanischen Truppenabteilung residiert in Santa Cruz de Tenerife. Zu Verwaltungszwecken besteht eine Einteilung in zwei Divisionen, jede zu drei Distrikten. Außer der Garnison gibt es noch eine einheimische Miliz; Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas sind Festungen.
   Die Kanarischen Inseln waren wahrscheinlich schon den Phönikern bekannt; die Alten verlegten (seit Plinius, der den Namen »Canaria« von der Menge großer Hunde herleitet) auf die »glücklichen« oder »seligen« Inseln (vorher nannte man Madeira so) ihre elysäischen Gefilde. Daß die Karthager zu ihnen gelangt waren, zeigt die Gesandtschaft, die der mauretanische König Juba 40 v. Chr. hierher sandte. Im 12. Jahrh. sahen die Araber den Archipel; 1341 unternahmen die Portugiesen eine Fahrt hierher, infolge deren Luis de la Cerda, ein Urenkel Alfons' X. von Kastilien, sich 1344 von Papst Clemens VI. zu Avignon zum König der Kanarischen Inseln krönen ließ. Doch betrat er seinen Besitz niemals, und der Admiral Robert von Bracamonte, dem Heinrich III. von Kastilien die Inseln geschenkt hatte, besuchte zwar Lanzarote, übertrug aber seine Rechte bald auf Johann von Béthencourt. Dieser landete 1402 mit einigen Abenteurern auf Lanzarote und eroberte bis 1405 dieses sowie Fuerteventura, Gomera und Ferro. Des noch nicht eroberten Tenerife suchte sich Portugal, obschon vergeblich, zu bemächtigen. Ferdinand der Katholische kaufte die genannten Inseln von Didaco Herrera für 15,000 Dukaten, und bis 1496 wurden auch Gran Canaria, Palma und Tenerife ihren ursprünglichen tapfern Bewohnern, den Guanchen, entrissen, die dabei bis auf wenige Reste, die sich mit den Spaniern vermischten, zugrunde gingen. Im März 1902 veranlaßte eine autonomistische Bewegung das Einschreiten der spanischen Regierung.
   Vgl. L. v. Buch, Physikalische Beschreibung der Kanarischen Inseln (Berl. 1825); Barker-Webb und Berthelot, Histoire naturelle des îles Canaries (Par. 183650, 3 Bde.); v. Fritsch, Reisebilder von den Kanarischen Inseln (Gotha 1867); »Les îles Fortunées, ou l'archipel des Canaries« (Par. 1869, 2 Bde.); F. v. Löher, Nach den Glücklichen Inseln, kanarische Reisetage (Bielef. 1876); Berthelot, Antiquités canariennes (Par. 1879); Millares, Historia general de las islas Canarias (Las Palmas 188295, 8 Bde.); Christ, Eine Frühlingsfahrt nach den Kanarischen Inseln (Basel 1886); Stone, Tenerife and the Canary Islands (2. Aufl., Lond. 1889); Verneau, Cinq années de séjour aux îles canariens (Par. 1890); Whitford, The canary Islands as a winter resort (Lond. 1890); Taylor, Health resorts of the Canary Islands (das. 1893); V. Meyer, Märztage im Kanarischen Archipel (Leipz. 1893); Hans Meyer, Die Insel Tenerife (das. 1896); Kurt Müller, Die Kanarischen Inseln, in der Festschrift für den 18. deutschen Geographentag in Breslau 1901); Margry, La conquête et les conquérants des Îles Canaries (Par. 1896); Reisehandbücher von Ellerbeck (Lond. 1892), Browne (7. Aufl., das. 1903) u. a.; Karte von M. Pérez y Rodriguez (4 Blatt, Madr. 189698).
 
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Kanarische Strömung, s. Meyers Atlantischer Ozean (Stromsystem, S. 46).
 
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Kanáster (niederl., v. span. canástro), ein aus Rohr oder Binsen geflochtener »Korb«, mit dünn geschlagenem Blei ausgefüttert, zur Warenversendung dienend; danach (Knaster) eine der feinsten Sorten Rauchtabak (Varinas), der gerollt in jenen Rohrkörben versandt wird (Korbtabak). Vgl. Tabak.
 
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Kanatha, antiker Ort und Bischofssitz im Haurangebirge, 1240 m hoch, wo Herodes von aufständischen Arabern geschlagen wurde. Heute Kanawât mit Ruinen eines Heliostempels, eines Theaters, einer Kirche etc.
 
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Kanaudsch, großes Ruinenfeld im Distrikt Faruchabad der britisch-ind. Nordwestprovinzen, eine der ältesten indischen Städte, deren Trümmer eine Fläche von der Größe des heutigen London bedecken; daneben ein kleiner Ort mit elenden Hütten.
 
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Kanavalĭe, s. Canavalia.
 
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Kanāwha, zwei Flüsse der nordamerikan. Union: 1) Great K., Nebenfluß des Ohio, entspringt in den Iron Mountains in Nordcarolina, durchbricht im Lauf durch Virginia mehrere Parallelketten des Alleghanygebirges (die letzte, die Gauleykette, mit einem senkrechten, 16 m hohen Fall), nimmt den Great Briar, den Gauley und Elk von O., den Coa River von W. her auf und mündet, 650 km lang, wovon 155 km durch Kanalisierung (11 Schleusen) schiffbar, bei Point Pleasant in Westvirginia. Er durchschneidet außerordentlich reiche, offen zutage tretende Lager bituminöser Kohle. 2) Little K., Nebenfluß des Ohio in Virginia, entspringt am Westabhang des Alleghanygebirges und hat eine Länge von 300 km, wovon 66 km durch Kanalisierung schiffbar sind. Auch seine Uferlandschaften sind reich an Kohle.

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Kanazāwa, Stadt in der japan. Provinz Kaga an der Nordwestküste der Insel Nippon, unter 36°33' nördl. Br., Hauptstadt des Ken Itchikawa, 8 km von der Mündung zweier Flüsse in das Japanische Meer, hat ein Obergericht und berühmte Fabrikation von Bronze mit prächtiger Ziselier- und Tauschierarbeit und von mit Gold- und Eisenfarben bemaltem Porzellan, eine Seidenhaspelanstalt mit Dampfbetrieb und (1898) 83,595 Einw.
 
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Kandāhar, Provinz im südöstlichen Afghanistan, südlich von Kabul (s. Karte »Zentralasien«), im N. von den Ausläufern des Pagmangebirges erfüllt, vom Hilmend mit Argendab, Tarnak u. a. durchzogen und zwischen den Tälern des Gebirges fruchtbar, im Südwesten aber, nach Belutschistan hin, Wüste. Das Klima ist mild, der Winter aber noch rauh. Hauptfeldfrucht ist Weizen, doch nur in den Tälern; die Gehänge und Hoch ebenen werden von nomadisierenden Afghanen aus Ghasni mit großen Herden von Kamelen und Schafen abgeweidet. Die seßhafte Bevölkerung (Afghanen, gemischt mit Tadschik u. Hindu) wird auf 900,000 Seelen geschätzt; Religion ist der Islam. Eingeteilt wird die Provinz in die Kreise K., Girischk und Kelati Ghildschi. K. ist das Arochosien der Alten und bildete bis 1839 ein selbständiges Chanat. Die Hauptstadt K. liegt 1055 m ü. M., 340 km südwestlich von Kabul, in einer fruchtbaren und bevölkerten Ebene, zwischen den Flüssen Argendab und Tarnak, Endpunkt der Sind-Pischin-Bahn, ist sehr regelmäßig gebaut, von einem befestigten Erdwall umgeben, neuerdings durch Außenwerke verstärkt mit sechs Toren und einer Zitadelle. Die Zahl der Einwohner wird auf 2550,000 Seelen geschätzt. Hauptprodukte sind Seidenstoffe u. Filz, in der Umgegend starker Wein- und Obstbau. Der Handel mit Persien ist sehr lebhaft; die Ausfuhr nach Britisch-Indien (Wolle, Früchte und Nüsse) betrug 190001: 3,532,810, die Einfuhr von dort (zu zwei Drittel Baumwollwaren) 2,143,160 Rupien. Die Stadt ist wahrscheinlich das alte Alexandreia Arachoton, das Alexander d. Gr. 329 v. Chr. gründete. Sie wurde in der Folge wiederholt erobert und zerstört, so 1383 von Timur, 1508 von Baber, 1620 von Schah Abbas I., 1660 von Abbas II. und 1738 von Nadir Schah, der dicht daneben eine neue Stadt anlegen ließ, die als Hauptstadt galt, bis Timur Schah seine Residenz nach Kabul verlegte. Über die weitere Geschichte s. Meyers Afghanistan.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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