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Kampanulinen bis Kampescheholz (Bd. 6, Sp. 521 bis 522)
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Artikelverweis Kampanulinen (Kampanulaten), Ordnung im natürlichen Pflanzensystem aus der Abteilung der Dikotyledonen, charakterisiert durch fünfzählige, mit Kelch und verwachsenen Blumenblättern versehene Blüten, zusammenneigende oder unter sich verwachsene Staubbeutel und ein bis viele zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsene Fruchtblätter, umfaßt nach Engler die Familien der Kukurbitazeen, Kampanulazeen, Goodeniazeen, Kandolleazeen und Kompositen.
 
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Kampe, Dorf mit Saline, s. Meyers Stade.
 
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Kämpe (niederd.), Kämpfer; auch das männliche Schwein.
 
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Kampen, Stadt in der niederländ. Provinz Overyssel, links an der Yssel, unweit deren Mündungen, Endpunkt der Niederländischen Zentralbahn (Utrecht-K.), ist mit Gräben und parkähnlichen Anlagen umgeben, hat mehrere alte Kirchen (darunter die fünfschiffige gotische St. Nikolaikirche aus dem 14. Jahrh.), eine schöne, 1874 neugebaute Brücke über die Yssel, vier alte Stadttore, ein Rathaus (1543 erneuert), ein Gymnasium, eine höhere Bürgerschule, ein Seminar für orthodox-reformierte Prediger, ist Garnison des Instruktionsbataillons (Lehrschule für Korporale und Hauptkursus für Offiziere der Infanterie) und zählt (1902) als Gemeinde 19,664 Einw., die sich von

[Bd. 6, Sp. 522]


Schiffbau, Fabrikation von Zigarren, emaillierten Geschirren und Maschinen, Kalk- und Ziegelbrennerei nähren. K. war schon im 14. Jahrh. eine Hansestadt mit beträchtlichem Handel, der aber mit der zunehmenden Versandung der Ysselmündungen immer mehr sank, sich jedoch seit etwa 25 Jahren durch Verbesserung der Mündungen wieder beträchtlich hob. Die Stadt wurde 1578 im spanischen Krieg von den holländischen Rebellen erobert und mußte sich 1672 an die Franzosen ergeben.
 
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Kampen, Nicolas Godfried van, niederländ. Geschichtschreiber, geb. 15. Mai 1776 in Haarlem, gest. 15. März 1839, ward in Deutschland erzogen und erlernte den Buchhandel; 1816 wurde er Lehrer der deutschen Sprache in Leiden und 1829 Professor der niederländischen Sprache, Literatur und Geschichte am Athenäum zu Amsterdam. Seine Hauptwerke sind: »Geschiedenis van de fransche heerschappij in Europa« (Leiden 181523, 8 Bde.), »Geschiedenis der letterenen wetenschappen in de Nederlanden« (Haag 182126, 3 Bde.) und die »Geschichte der Niederlande« (Hamb. 183133, 2 Bde.).
 
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Kamperduin (spr. -deun, schlechthin Kamp), Dorf in der niederländ. Provinz Nordholland, an den Dünen der Westküste, zwischen Alkmar und Helder, bekannt durch die große Seeschlacht vom 11. Okt. 1797, in welcher der englische Vizeadmiral Duncan über die französisch-holländische Flotte unter de Winter siegte, und nach der er den Titel »Viscount of Camperdown« erhielt.
 
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Kampers, Franz, deutscher Geschichtsforscher, geb. 16. Okt. 1868 zu Ösede in Hannover, studierte seit 1890 in Münster und München Geschichte und beschäftigte sich, von seinem Lehrer Grauert dazu angeregt, besonders mit der deutschen Kaisersage des Mittelalters. Seit 1894 Mitredakteur des »Historischen Jahrbuches« der Görres-Gesellschaft sowie Assistent, seit 1900 Sekretär an der Hof- und Staatsbibliothek in München, ward K. 1902 als außerordentlicher Professor der Geschichte an die Universität Breslau berufen und 1903 zum ordentlichen Professor ernannt. Er schrieb: »Die tiburtinische Sibylle des Mittelalters« (Münchener Dissertation, 1894); »Kaiserprophetien und Kaisersagen im Mittelalter« (Münch. 1895; 2. Aufl. 1896 u. d. T. »Die deutsche Kaiseridee in Prophetie und Sage«); »Mittelalterliche Sagen vom Paradiese und vom Holze des Kreuzes Christi« (Köln 1897); »Die Lehninsche Weissagung über das Haus Hohenzollern« (Münst. 1897); »Alexander der Große und die Idee des Weltimperiums in Prophetie und Sage« (Freiburg 1901). Seit 1901 ist K. Mitherausgeber der »Weltgeschichte in Karakterbildern«.
 
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Kamper See, Strandsee an der pommerschen Ostseeküste, auf der Grenze der Regierungsbezirke Stettin und Köslin, ist 4 km lang und 3 km breit, nimmt den Kreiherbach auf, steht nach W. hin bei Kamp mit der Rega in Verbindung und mündet bei Kolberger Deep in die Ostsee.
 
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Kampeschebai (Campechebai), s. Meyers Campeche.
 
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Kampeschehanf, s. Meyers Agavefaser.
 
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Kampescheholz (Campecheholz, Blauholz, Blutholz, Logwood), das von Haematoxylon Campechianum (s. Tafel Meyers »Farbpflanzen«, Fig. 5) stammende Kernholz, das seinen Namen von der Campechebai in Mexiko hat, aus der es zuerst ausgeführt wurde. Es kommt in großen, von Rinde und Splint befreiten Stücken in den Handel, ist auf der stark gefurchten Außenseite violett- bis blauschwarz, auf frischer Schnittfläche im Innern dunkel gelbbraun, sehr hart, spez. Gew. 0,9131,057, nimmt schöne Politur an, schmeckt süßlich, adstringierend, färbt den Speichel rot und riecht der Veilchenwurzel ähnlich. Es wird hauptsächlich in der Färberei, aber auch als Möbelholz, zu Parketten und in der Kunsttischlerei, arzneilich gegen Durchfall benutzt. Die beste Handelssorte ist die von der Westküste Yukatans aus der Campechebai (spanisches Blauholz), von wo aber die Zufuhren bereits bedeutend zurückgegangen sind, dann folgt die aus Honduras (englisches Blauholz); Jamaika, Martinique und Guadeloupe liefern das schwächste und am wenigsten geschätzte, Domingo besseres K. Das unveränderte Holz enthält Hämatoxylin (s. d.), das in feuchter Luft bei Gegenwart von Ammoniak in dunkelrotes Hämateïn übergeht. Das Färbevermögen des Kampescheholzes nimmt daher sehr bedeutend zu, wenn man es geraspelt und befeuchtet in dünner Schicht 68 Wochen liegen läßt und öfters umschaufelt. Man benutzt in der Färberei direkt den mit Wasser bereiteten Auszug oder ein Extrakt, das dunkel schwarzbraune, glänzende Stücke bildet. die sich bei völliger Trockenheit leicht zerstoßen lassen. Man färbt mit K. Baumwolle, Wolle, Seide und Leder meist in Verbindung mit andern Farbstoffen. Es gibt mit Tonerdebeizen ziemlich intensive grauviolette Farben, mit Kupfersalzen Blau, mit Eisenbeize Schwarz oder Grau, mit Chromoxyd nach vorhergegangener Oxydation mit Chromsäure Schwarz. Mit Ausnahme der letztern sind aber diese Nuancen sehr unbeständig und werden durch Licht, Seife, Alkalien und Säuren zerstört. Mit chromsaurem Kali gibt eine Abkochung eine gute und sehr billige schwarze Tinte.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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