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Kamieren bis Kamiros (Bd. 6, Sp. 513 bis 514)
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Artikelverweis Kamieren (Kaminieren), Seitenbewegung beim Stoßfechten mit Stoß nach einer Blöße. Vgl. Fechtkunst.
 
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Kamil (Alkamil, eigentlich Nasir ed-din Mohammed), geb. 1180 als Sohn des Ejjubiden A (la)du, eines Bruders Saladins, wurde 1218 nach seines Vaters Tod Sultan von Ägypten, das er bereits als Statthalter regiert hatte, schloß 1221 das Kreuzheer ein, das nach Eroberung von Damiette gegen Kairo vordrang, bewilligte ihm aber gegen Räumung der eroberten Stadt freien Abzug. Als er mit seinem Bruder Almuazzam (Sheref ed-din Isa) von Damaskus in Krieg geriet, knüpfte er 1228 mit Kaiser Friedrich II. Unterhandlungen an und schloß mit ihm 18. Febr. 1229 einen Vertrag, durch den er die heiligen Orte in Palästina an den Kaiser abtrat, während er selbst nach Besiegung seiner Verwandten die Herrschaft über Syrien gewann. Er schloß darauf mit Friedrich, den er vor bösen Anschlägen der vom Papst aufgehetzten Ordensritter warnte, einen zehnjährigen Frieden, vor dessen Ablauf er 8. März 1238 starb.
 
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Kamille (Chamille), s. Matricaria; unechte K., Acker-, After-, Hundskamille und römische K. s. Anthemis.
 
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Kamillenöl, ätherisches Öl, das aus den Blüten der Kamille (Matricaria chamomilla) durch Destillation mit Wasser gewonnen wird (Ausbeute 0,20,86 Proz.), ist dunkelblau, ziemlich dickflüssig, von intensivem Geruch, schmeckt bitter aromatisch, spez. Gew. 0,930,94 bei 15°, löst sich schwer in Wasser, nicht klar in Alkohol, leicht in Äther, wird unter 15° butterartig, erstarrt bei 0°, beginnt bei 105° zu sieden und destilliert bis 300° ab, wird durch Luft und Licht grünlich und braun. Die Zusammensetzung ist nicht sicher bekannt, es enthält ein Paraffin, der blaue Bestandteil ist wohl identisch mit dem tiefblauen Destillationsprodukt des Galbanums und dem blauen Bestandteil andrer ätherischer Ole. Man benutzt K. gegen Asthma, Koliken, Magenkrampf, Keuchhusten, Wechselfieber etc. Mit dem ätherischen K. ist nicht ein pharmazeutisches Präparat zu verwechseln, das durch Digerieren von Kamillenblüten mit Spiritus und Olivenöl erhalten und als äußerliches Arzneimittel benutzt wird. Das ätherische Öl der römischen Kamille (Anthemis nobilis) ist hellblau, wird aber bald braungelb; es riecht stark, angenehm, schmeckt brennend, spez. Gew. 0,9050,915, beginnt bei 160° zu sieden und enthält Isobutylester der Isobuttersäure und Angelikasäure, Amylester und Hexylester der Angelika- und Tiglinsäure, Methakrylsäureester und Anthemolester.
 
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Kamimura, Hikonojo, japan. Admiral, geb. 1850 in der Provinz Satsuma, kämpfte als Infanterieleutnant 1868 gegen die Anhänger des Schôgunats und wurde bei Schirakawa schwer verwundet. Nach zweijährigem Studium an der Universität Tokio trat er 1872 zur Marine über und nahm 1874 an den japanischen Expeditionen gegen die wilden Stämme Formosas teil. 1894 kämpfte er in der Seeschlacht am Jalufluß mit und leitete einen Teil der Landungen in der Talienbucht. Nachdem er das Linienschiff Asahi Kan aus England geholt hatte, wurde er 1901 Chef der Kriegsabteilung im Generalstab der Marine. Als Befehlshaber des zweiten japanischen Geschwaders nahm er mit Togo an dem Angriff auf die russische Flotte in Port Arthur 8. Febr. 1904 teil, hatte aber in seinen ganz selbständigen Unternehmungen wenig Glück. Am 6. März tat er durch ein Bombardement Wladiwostok wenig Schaden. Auch mißlangen verschiedene Versuche, die im Japanischen Meere kapernden russischen Kreuzer abzufangen; endlich 14. Aug. konnte er sie 40 Meilen nordöstlich von Tsushima stellen, den Rurik zum Sinken bringen und zwei andre schwer beschädigen. Ihm fiel auch die Abordnung der Kreuzer Chitose und Tsushima zu, die am 20. Aug. den kecken russischen Kreuzer Novik bei Korsakowsk auf Sachalin zum Stranden brachten und zerstörten.
 
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Kamīn (v. lat. camĭnus, »Ofen«), Vorrichtung zur Zimmerheizung, besteht aus einer von Mauerwerk oder Eisenplatten umschlossenen, vollständig in der Wand liegenden oder teilweise aus ihr hervorspringenden Nische, in der man das Brennmaterial auf einem Rost oder Bock verbrennt, während die Verbrennungsgase direkt in den Schornstein entweichen.

[Bd. 6, Sp. 514]


In dem K. wirkt das Feuer nur durch Ausstrahlung, die Kaminheizung ist daher sehr unökonomisch. Sie ist aber in milden Klimaten sehr beliebt, weil der Anblick des Feuers das Gefühl der Behaglichkeit gibt, auch weil der K. gut lüftet und einen trefflichen Zimmerschmuck bildet. Der Kaminsims dient überdies zur Ausstellung von Uhren, Spiegeln, Bronzen etc. Man unterscheidet Kamine, die nur eine mehr oder weniger reiche Einfassung ihrer Öffnung, meist von Marmor, aufweisen von sogen. Mantelkaminen, d. h. solchen, bei denen ein Teil des Rauchschlotes als pyramidenförmiger Mantel in das Zimmer gezogen ist. Der Feuerplatz wird seitlich gern mit farbigen Fliesen und auf der Rückseite mit einer Eisenplatte oder mit feuerfesten Steinen ausgesetzt. Zum Auflegen der Scheite dienen eiserne oder bronzene Kaminbänke oder Kaminböcke, während ebenfalls aus Metall gebildete Kaminvorsätze etwa herausfallende Kohle oder Asche aufnehmen. Kaminschirme dienen zum Schutz vor allzu starker strahlender Wärme. Näheres über die technische Seite der Kaminheizung sowie über den sogen. Kaminofen s. Meyers Heizung, S. 123 s. Mit K. bezeichnet man auch in manchen Gegenden den Schornstein (das Rauchrohr) ebenso das Meyers Vorgelege (s. d.). Der K. findet sich in Deutschland bereits in den ältesten Burgen und Bauernhäusern und wurde in der Folge vielfach als wesentliches Schmuckstück der Wohnung künstlerisch gestaltet. Die neuere Form gaben die Franzosen dem K. im 18. Jahrh., und seitdem hat er sich in England und Frankreich seine Bedeutung gewahrt, während er in Deutschland durch die sparsamern Öfen verdrängt wurde und erst in den letzten Jahrzehnten wieder eine größere Rolle spielt.
 
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Kamin, alpinistischer Ausdruck, soviel wie schlotartiger Riß in Felsen etc.
 
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Kamin (Kammin), Stadt im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Flatow, an der Kamionka, am Mochelsee und an der Staatsbahnlinie Gnesen-Konitz, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, ein ehemaliges Domstift, eine Niederlassung von Elisabethinerinnen (Krankenpflegerinnen), Mädchenrettungshaus und (1900) 1519 Einw. K. erhielt 1360 deutsches Stadtrecht.
 
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Kaminständer (Kaminbock), s. Meyers Feuerbock.
 
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Kamionka Strumilowa, Stadt in Galizien, am Bug, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit einer Fachschule für Wagenbau, Dampfmühle und Brettsäge, Bierbrauerei, Töpferei, Viehhandel und (1900) 7310 überwiegend poln. Einwohnern (3300 Juden).
 
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Kamiros (Camirus), Stadt, s. Meyers Kameiros.

 

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 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
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