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Kamenskaja bis Kamerungebirge (Bd. 6, Sp. 508 bis 513)
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Artikelverweis Kamenskaja, Kosakenstaniza im Donischen Gebiet (Rußland), am Donez und an der Eisenbahn Koslow-Rostow, mit 5 Kirchen und (1897) 23,576 Einw., Sitz der administrativen Behörden des Donezkischen Bezirks.
 
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Kamenskisches Bergwerk, s. Meyers Kamyschlow.
 
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Kamenz, 1) Stadt in der sächs. Kreish. Bautzen, Amtsh. K., eine der sogen. Vierstädte der Oberlausitz, an der Schwarzen Elster, Knotenpunkt der sächsischen, bez. preußischen Staatsbahnlinien Arnsdorf-K., K.-Straßgräbchen und K.-Bischofswerda sowie Lübbenau-K., 243 m ü. M., hat 4 evang. Kirchen (darunter eine wendische) und eine kath. Kirche, Rathaus mit Bibliothek und Sammlung kirchlicher Altertümer, ein Denkmal Lessings, der hier geboren ist, Realschule, Tuchmacherschule, Lessingstift (Krankenhaus), Amtsgericht, Wollspinnerei, Wollwäscherei, Fabrikation von Kunstwolle, Hüten, Buchdruckmaschinen, Tonwaren, Zementsteinen und Glas, Glasmalerei mit Glasraffinerie, Elektrizitätswerk, Gärtnerei, Granitbrüche und (1900) mit der Garnison (ein Infanterieregiment Nr. 178) 9726 meist evang. Einwohner. K. hieß die um 1200 auf dem Felsen erbaute Burg, und der Name übertrug sich von ihr auf die bald danach vom Erbauer jener Burg zur Stadt erhobene Siedelung am Flusse, die nach einem Brande vor 1225 an einer höher gelegenen Stelle neu aufgebaut wurde. Von der Familie des Gründers, der sich v. Kamenz nannte, kam die Stadt 1318 an die Mark Brandenburg, 1319 an Böhmen, ward eine dem Landesherrn unmittelbar unterstehende »freie« Stadt, trat als solche 1346 dem Meyers Sechsstädtebund (s. d.) bei und verlor 1547 infolge des »Pönfalls« (s. d.) ihre Güter und Rechte. 1635 kam sie an Kursachsen. Durch die Brände 1706 u. 1842 wurde die Stadt fast ganz in Asche gelegt. Vgl. »Urkundenbuch der Städte K. und Löbau« (»Codex diplom. Saxoniae regiae«, Bd. 7, Leipz. 1883). 2) (Kamienica) Dorf und Gut im preuß. Regbez. Breslau, Kreis Frankenstein, an der Pause und unweit der Neiße, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Breslau-Mittelwalde und Ziegenhals-Raudten sowie der Kleinbahnlinie K.-Reichenstein, 262 m ü. M., hat eine evangelische (zum Schloß gehörige) und eine kath. Kirche, Oberförsterei (in Laubnitz), eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen und für Holzstoff und (1900) 919 Einw. Die ehemalige reiche Cistercienserabtei ward 1094 von Herzog Břetislaw gegründet und 1810 aufgehoben. Von den Gebäuden stehen nur noch die Prälatur und Kirche. Auf einem Hügel hinter dem Kloster liegt das umfangreiche Schloß, das die 1883 verstorbene Prinzessin Marianne der Niederlande, geschiedene Gemahlin des Prinzen Albrecht von Preußen, hier ausführen ließ. An der Nordseite steht ein Siegesdenkmal, dahinter liegt ein Park. Das Schloß ist jetzt Eigentum des Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten von Braunschweig. In der ehemaligen Klosterkirche soll Friedrich d. Gr. durch den Abt Tobias Stusche vor den Österreichern gerettet worden sein, indem ihn dieser in ein Chorkleid steckte und mit den Geistlichen die Metten singen ließ, während die Kroaten nach ihm die Kirche durchsuchten. Vgl. Frömmrich, Kurze Geschichte der ehemaligen Cistercienserabtei K. in Schlesien (Glatz 1817); Grünhagen, Aus dem Sagenkreise Friedrichs d. Gr. (Bresl. 1864).
 
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Kamĕra des Photographen, s. Meyers Photographie.
 
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Kamerad (ital. camerata, franz. camarade), Standesgefährte, ein Wort, das die Teilung gleicher Rechte und Pflichten in gleichem Stand bezeichnet, wahrscheinlich durch die Schlafgenossenschaft einer Stube (lat. camera) entstanden (ähnlich wie »Bursche« aus bursa); daher besonders Benennung der Soldaten

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untereinander, auch von Offizieren im deutschen und österreichischen Heer unter sich angewendet.
 
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Kameradschaft, im Bergbau eine kleine Anzahl von Bergleuten, denen die Ausführung gewisser Arbeiten an einem bestimmten Ort in der Grube übertragen ist.
 
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Kameralist, ein Kenner oder Beflissener der Kameralwissenschaft (s. d.); s. auch Meyers Landwirtschaft (Geschichte).
 
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Kamerālwissenschaft (Cameralia), ursprünglich der Inbegriff der einem Kammerbeamten notwendigen Wissenschaften, die sich hauptsächlich auf die zweckmäßigste Verwaltung der Einkünfte der fürstlichen Meyers Kammer (s. d.) bezogen. In Deutschland ward, sobald sich festere staatliche Zustände bildeten, die Verwaltung der Domänen oder Kammergüter, welche die Hauptquelle des fürstlichen Einkommens bildeten, den Kammern überwiesen, die daneben, besonders in Preußen, als Kriegs- und Domänenkammern auch Zweigen der Volkswirtschaftspflege und der Polizei vorstanden. So bildete sich die Lehre von den Kammersachen als Zusammenstellung der Grundsätze über die Tätigkeit dieser Behörden. Diese wurde auf besonders errichteten kameralistischen Lehrstühlen an den Universitäten, zuerst in Preußen und zwar in Halle und Frankfurt a. O. seit 1727, gelehrt und von Seckendorf, Schröder, Horneck, Justi, Sonnenfels u. a. wissenschaftlich dargestellt. Sie zerfiel in zwei Teile: 1) die Ökonomie, die nicht nur die allgemeine Haushaltungsregeln, sondern auch die Lehre von der Stadtwirtschaft (Handel, Gewerbe) und der Landwirtschaft umfaßte; 2) die Lehre von der Verwaltung des Staates, deren einer Teil, die Polizei, von den Maßregeln zur Pflege und Mehrung des allgemeinen Volkswohlstandes handelt, während das Gebiet der andern, der eigentlichen K., mit dem unsrer heutigen Finanzwissenschaft identisch ist. Nachdem aber der allgemeine Teil der Kameralien in die Volkswirtschaftslehre u. Meyers Staatswissenschaften (s. d.), besonders auch die Finanzwissenschaft übergegangen, ist der Ausdruck K. heute mehr in den Hintergrund getreten. Gebräuchlich ist noch vielfach die Zusammensetzung »Staats- und Kameralwissenschaften«. »Stud. jur. et cam.« nennt sich derjenige Studierende, der sich nicht allein auf den Justiz-, sondern auch auf den Verwaltungsdienst vorbereitet. In Württemberg gibt es noch ein eignes kameralistisches Studium mit besonderer Prüfungsordnung für solche, die in die Finanzverwaltung eintreten wollen. Vgl. Rau, Über die K. (Heidelb. 1825); Baumstark, Kameralistische Enzyklopädie (das. 1835); R. v. Mohl, Enzyklopädie der Staatswissenschaften (2. Aufl., Tübing. 1872); Glaser, Enzyklopädie der Gesellschafts- und Staatswissenschaften (Berl. 1864); Roscher, Geschichte der Nationalökonomik in Deutschland (Münch. 1874).
 
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Kamerun (hierzu die Karte Meyers »Kamerun«; engl. Cameroons, so benannt nach dem Fluß K., portug. Riodos Camarões, »Fluß der Krabben«), deutsche Kolonie an der Westküste Afrikas, grenzt im W. an die Bai von Biafra, im NW. an die brit. Kolonien Süd- und Nord-Nigeria, wobei die Grenze nach Vertrag vom 14. April und 15. Nov. 1893 von der Mündung des Rio del Rey nach Jola am Binuë verläuft, wobei diese Stadt im Halbkreis umgangen wird, und von da zum Südufer des Tsadsees (14° östl. L.). Im O. wird die Kolonie von Französisch-Kongo begrenzt und zwar so, daß vom Tsadsee ab gegen Bagirmi der Schari die Grenze bildet bis 10° nördl. Br., dem die Grenze westwärts folgt bis 14°20' östl. L.; hierauf zieht sie zum 15.°, dem sie bis 4° südl. Br. folgt, dann südostwärts zum Sanga, von wo ab im allgemeinen der 2°15' nördl. Br., später der Campofluß die Südgrenze gegen den französischen und spanischen Besitz bildet. Der Flächeninhalt beträgt 493,600 qkm.
   [Physische Verhältnisse.] Die Küste hat größere Einschnitte nur durch die Flußmündungen; an der Straße, welche die spanische Insel Fernando Po vom Festland trennt, öffnet sich die Ambasbai mit den vorliegenden Inseln Ambas (Ndami) und Mondoleh, daneben die enge Kriegsschiffbucht. Dahinter hebt sich, fast unmittelbar am Strande, der gewaltige vulkanische Gebirgsstock des Meyers Kamerungebirges (s. d.). Das Gebiet vereinigt einige starke geographische Gegensätze in sich, den zwischen dem nördlichen und vulkanischen Gebirge des Kamerunpiks und dem im S. allein vorherrschenden Steilrand des Tafellandes und den zwischen dem flachen niedrigen Küstenland und dem Hochlande des Innern. Wo nicht, wie im nördlichen Teil, die Flüsse durch ihre Ablagerungen große Schlamminseln ins Meer vorgeschoben haben, erstreckt sich ein Gewirr vielfach zerklüfteter Sandsteinfelsen und Granitblöcke bis weit in die See hinaus. Dann folgt ein schmaler Sandstreifen und dahinter ein 150200 km breiter Urwaldgürtel, selten unterbrochen von kleinern prärieartigen Grasflächen. Dahinter erhebt sich ein ebenfalls bewaldetes halbkreisförmiges Hügelland, das von den Baluebergen im N. bis zum Campofluß im S. reicht, dann ein weites schönes Grasland, das in das 700800 m hohe Tafelland im Innern übergeht. Aus diesem steigen im äußersten Norden an beiden Ufern des Binuë zahlreiche Höhenzüge auf, wie die Genderoberge (3000 m), Atlantika (2700 m), Mendif (200010), die Kamalleberge, von wo das Land zum Tsadsee abfällt. Geologisch ist das Land noch wenig erforscht. Das Basaltmassiv des Kamerungebirges taucht in seinen äußersten Pfeilern zwischen Bimbia und Rio del Rey direkt ins Meer, und diese Basalte setzen sich nach N. und NO. noch lange fort. Der Katarakt des Mungo tost herab über Klippen und Blöcke eines schönen Granits. Auf dem Granit liegen weiße und rötliche Sandsteine, worauf Laterit folgt.
   Bewässerung. Das Land ist reich bewässert. Außer dem Schari, der den Logon aufnimmt und an der Nordostgrenze zu dem mit seinem südlichsten Zipfel zu deutschem Gebiet gehörigen Tsadsee zieht, sind der Binuë mit dem aus dem Sumpf von Tuburi kommenden Mao Kebbi und dem Faro zu nennen, sowie der die Südostspitze berührende Sanga mit dem Dschah (Ngoko). Die übrigen Flüsse strömen sämtlich zur Biafrabucht. Doch beschränkt sich ihre Schiffbarkeit auf kurze Strecken landeinwärts, dann verhindern Stromschnellen ihre weitere Benutzung. Über die Westgrenze zieht der in die Old Calabarmündung gehende Croß River, innerhalb des deutschen Gebiets münden Rio del Rey (eigentlich nur ein Meereseinschnitt), Meme und der Kamerunfluß, ein Ästuar, in das mehrere Flüsse münden, so von N. der Mungo, der als Mbo im Lande der Batom entspringt, den Abfluß des Barombisees empfängt, bei Mundame schiffbar wird, in zahlreichen Armen ein großes Inselgewirr bildet und den Bimbia direkt ins Meer entsendet, während er durch einen östlichen Arm mit dem Wuri in Verbindung steht. Dieser, dessen Quellen man noch nicht kennt, ist bis 50 km aufwärts schiffbar, empfängt rechts den Dibombe und den Abo und heißt im Unterlauf Madiba-Duala. Südlich von ihm mündet der Lungasi (Dibambu), dessen Quellen nahe denen des Wuri zu liegen scheinen. Alle diese

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Flüsse vereinigen sich zu dem seeartigen Becken des Kamerunflusses, der für Seeschiffe von 6 m Tiefgang bis Akwa Town befahrbar ist und bei seiner Mündung in die Bai von Biafra zwischen Kap K. und der Suellabaspitze sich auf 8 km verengert. Vorher geht ihm noch von S. her der Kwakwa zu, ein Mündungsarm des bei weitem bedeutendsten Flusses des Gebietes, des Sannaga. Dieser entspringt etwa unter 7° nördl. Br. am Südabhang der Gebirge von Adamáua als Lom, empfängt rechts den vom Gendero kommenden Mbam unterhalb der 20 m hohen Nachtigalschnellen, tritt nach dem Absturz über die Idia- (Edea-) Fälle in seinen schiffbaren Unterlauf ein, erreicht nun eine Breite von 1200, eine Tiefe von 16 m und mündet, 2 km breit, in zwei Armen, Bengo (nördlich) und Bungo (südlich), in die Bai von Biafra. Ebensowenig bekannt sind die südlichern Flüsse: der Njong, der jenseit des 13.° östl. L. unter 4°30' nördl. Br. entspringt, zahlreiche Fälle und Stromschnellen bildet und bei Klein-Batanga mündet. Ihm nahe mündet der mit ihm parallel fließende Lokundsche, der im Lande der Bule entspringt. Kribi und Lobe sind unbedeutende Küstenflüsse; dagegen liegt die Quelle des Campo (Ntem) östlich des 12. Meridians.
   Das heiße und feuchte Klima ist an der Küste ungesund, namentlich sind Malariafieber, unter denen auch die Farbigen leiden, verderblich; 1894 wurde eine Gesundheitsstation zu Buea am Kamerunberge errichtet. Das Jahr zerfällt in eine regenreiche (April bis November) und eine regenärmere Zeit (Dezember bis März), am meisten Regen (740 mm) fällt in Duala im August, am wenigsten im Januar (36 mm), im ganzen Jahre 4052,5 mm. Im Hinterland ist der Regenfall weit geringer, in Baliburg 2745 mm (Maximum im September 420, Minimum im Dezember 46,5 mm). Dagegen besitzt Bibundi an der Küste die extrem hohe Jahressumme von 10,486 mm (Maximum im August 2216, Minimum im März 157 mm). Im Innern sind die Temperaturextreme 32,5 und 6,2°, an der Küste 32,7 und 20,1°, bei einer Jahrestemperatur von 24,8°. Gewitter treten zu allen Jahreszeiten auf. Die Pflanzenwelt ist in den feuchten, dichtbewaldeten Küstenstrichen äußerst üppig, weiter binnenwärts hat das Land mehr Savannencharakter. Von einheimischenNutzpflanzen sind zu nennen die weit verbreitete Ölpalme, die Palmöl, Palmkerne und Palmwein liefert, die Kokospalme, die Kolanuß, Kautschukpflanzen, Kalabarbohne, Erdnuß, Pfefferarten, Faserstoffe, Ebenholz und andre wertvolle Hölzer und Drogen. Einheimische oder eingebürgerte Nutzpflanzen sind Bananen, Koko, Bataten, Maniok, Erdnüsse, Bohnen, Ananas, Orangen, Mango, Papaya, Zitronen. Mit nichteinheimischen Nutzpflanzen werden im botanischen Garten von Victoria (seit 1888 angelegt) umfassende Kulturversuche gemacht. Die Tierwelt ist im Küstengebiet schwach vertreten, dagegen erfüllt das Hinterland alle Bedingungen zur Entwickelung einer reichen Fauna. Anthropomorphe Affen sind durch Gorilla und Schimpanse vertreten, zahlreich sind Meerkatzen, der Bärenmaki und Galago, Fledermäuse von bedeutender Größe, Leopard, Genett- und Zibetkatze, der Hund, der von den Eingebornen gemästet wird, Spitzmäuse, Maulwürfe, Stachelschweine, Ratten und Mäuse, in den Savannengebieten Elefanten, Antilopen, Büffel, das Pinselohrschwein, mehrere Arten von Schuppentieren, ein Moschustier. Krokodile finden sich in den Flüssen. Sehr bedeutend ist der Reichtum der Gewässer an Fischen und Krabben, besonders an einer kleinen Art, die periodisch in ungeheuern Mengen erscheint und dem Lande den Namen verschafft hat. Außerordentlich zahlreich sind auch die Insekten. Als Haustiere halten die Eingebornen kleine Hühner, Ziegen, Schafe, Schweine, im Innern daneben Herden von Rindern und in Adamáua auch Pferde.
   [Bevölkerung, Kolonisation.] Die Bevölkerung, auf 3,5 Mill. Seelen geschätzt, besteht aus einer großen Zahl verschiedener Volksstämme, die in der Hauptsache den Bantunegern im S. und den Sudânnegern im N. angehören. Am Kamerunfluß wohnen die Dualla, ein Bantustamm, die vor etwa 200 Jahren aus dem Innern vom obern Lungasi her eingewandert sind und die frühere Bevölkerung, die Kwakwa, weit in das Binnenland zurückgedrängt haben. Ihre Zahl beträgt etwa 20,000, wovon die Hälfte in der Stadt Duala wohnt. Ihre Hautfarbe wechselt von einem hellen, ledergelben bis zu einem dunkeln, schokoladefarbenen Braun. Sie sind ein kraftvoller, kriegerischer, in Wohnungsbau, Holzschnitzereien und andern Fertigkeiten erfahrener, kulturell überhaupt hochstehender Stamm, deren Hauptbeschäftigung der Zwischenhandel ist, worin sie große Gewandtheit zeigen, und in dessen Verfolg sie weite Reisen ins Innere machen. Der leichte Erwerb hat aber bei ihnen eine Abneigung gegen ernste Arbeit erzeugt. Der Feldbau genügt schon nicht mehr für den eignen Bedarf, die Schmiedekunst hat ganz aufgehört, die Weberei ist im Absterben, nur die Töpferei wird noch in ziemlichem Umfang betrieben, und zwar von den Weibern, während die Männer sich mit Holzschnitzerei beschäftigen. Mit letztern verzieren sie insbes. ihre bis 25 m langen, aus einem Baume hergestellten Boote, in denen die einzelnen Dörfer Wettfahrten machen, die ebenso beliebt sind wie die in gleicher Weise veranstalteten Ringkämpfe. Die Sprache der Duala gehört dem Bantustamm an, im Verkehr mit den Europäern bedienen sie sich des Negerenglisch, außerdem besitzen sie noch die Trommelsprache. Den Duala nahe stehen die Stämme der Mungo, Abo, Wuri, Dibomba, Lungasileute, Ndonga an den Zuflüssen zum Kamerunästuar, die Malimba, Bakoko und Edealeute am Sannaga, die Batanga, Baguku, Banko und Kampoleute an der Südküste, die gleichfalls Handel und Ackerbau treiben. An den Ost- und Südabhängen des Kamerungebirges wohnen, 25,000 Köpfe stark, die Viehzucht treibenden Bakwiri, an den Westabhängen die 20,000 Köpfe zählenden Bomboko, im Hinterland am Mungo die schwächlichen, Handel treibenden Bokundu und die körperlich besser entwickelten Bafórami, denen sich als nördlichstes verwandtschaftlichstes Glied die Batôm anschließen. Jenseit der Wasserscheide zwischen Mungo und Old Calabar wohnen die tiefschwarzen kräftigen Banyang und Mabum, in den Weideländern südwestlich von Adamaua die kriegstüchtigen, kräftigen Bali. Die Parklandschaft im südlichen Hinderlande bewohnen die wohlgebauten, großen Jaunde. Von S. her dringen die Fan in das Land. Von N. her dringen die Sudânneger vor, die unter der Führung von Fulbehäuptlingen in Adamáua eine Reihe von Staaten, wie Ngaundere, Tibati, Banyo, Nyella u. a. gebildet haben; sie sind sämtlich Ackerbauer, die Hütten im runden Sudânstil bewohnen. In Deutsch-Bornu treten Kanuri-, Haussa- und arabische Volkselemente hervor. Während in Bornu und Adamaua der Islam weite Verbreitung gefunden hat, kann bei den Bantustämmen von einer eigentlichen Religion nicht die Rede sein; auch kennt man

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bei ihnen keine Priester, wohl aber eine Anzahl von Geheimorden. Von evangelischen Missionen wirken unter ihnen die Baseler Mission auf 10 Haupt- und 170 Außenstationen mit 56 Europäern, darunter 15 Frauen, und 163 farbigen Gehilfen, die Baptistenmission mit 11 Europäern und 40 farbigen Gehilfen, und die Amerikanische presbyterische Mission mit 20 Weißen, davon 9 Frauen, in 7 Kirchengemeinden und 14 Filialen. Die katholischen Pallotiner haben acht mit 46 Europäern. Alle haben zahlreiche Schulen (über 200). Neben ihnen sind zwei Regierungsschulen unter deutschen seminaristisch gebildeten Lehrern errichtet worden, von denen die eine in Duala 162, die andre in Victoria 196 Schüler hat, eine jede mit vier Klassen. Es wird sowohl die Dualasprache als Deutsch gelehrt.
   Die Zahl der Europäerin K. betrug 1904: 710, darunter 612 Deutsche, 24 Engländer, 9 Schweden, 31 Amerikaner, 17 Schweizer, 3 Holländer und 14 andre. Von diesen waren 93 Regierungsbeamte, 85 Schutztruppen, 85 Missionare, 103 Pflanzer, 223 Kaufleute und 28 Handwerker. Die Hauptwohnplätze der Europäer sind Duala (s. unten) mit 158 Weißen, ferner am Fuß des Kamerunberges Victoria (82 Weiße), der Regierungssitz Buea am Berghang (54). Es wohnen in den Verwaltungsbezirken Duala 168, Victoria 142, Buea 81, Kribi 75, Edea 41, Ebolova 39, Sanga-Ngoko 28, Jaunde 22 Europäer. 1903 starben insgesamt 32 Europäer.
   Eine hohe wirtschaftliche Bedeutung kommt K. durch den Plantagenbau zu, der sich namentlich auf den fruchtbaren Hängen des Kamerungebirges um Victoria entwickelt hat. Zahlreiche kapitalkräftige Gesellschaften haben sich der aussichtsreichen Kultur des Kakaobaumes und der Kautschuk liefernden Kickxia africana zugewandt. Auch am Campo, in Kribi, am Sannaga, zwischen Mundame und Johann-Albrechtshöhe sowie im Rio del Rey-Distrikt sind Pflanzungen angelegt worden. 1904 waren gegen 6000 Hektar bepflanzt, davon 5232 mit Kakao. An allen Pflanzungen waren beschäftigt 89 Weiße und 5418 farbige Arbeiter. In der Hand von Pflanzungs- und Handelsgesellschaften befanden sich insgesamt 76,351 Hektar Land, meist um das Kamerungebirge herum gelegen. Die Viehzuchtstation Buea hat gute Erfolge gehabt. Die fortschreitende Zunahme des Viehstandes auf den Regierungsstationen hat die Ernährungsverhältnisse der Europäer erheblich verbessert. Als Pflanzungs- oder Handelsgesellschaften sind in K. tätig: Bolifamba-, Koke-, Lisoka-, Meanja-, Moliwe-, Molykopflanzung; Bremer Westafrikagesellschaft; Deutsche Kamerungesellschaft; Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft »Bibundi« (Kapital 2,100,000 Mk.); Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft »Victoria« (2,500,000 Mk.); Deutsch-Westafrikanische Handelsgesellschaft (Kapital 2 Mill. Mk.); Ekonapslanzung; Gesellschaft Nordwestkamerun; Gesellschaft Südkamerun; Kamerunland- und Plantagengesellschaft; Ambas Bay Trading Co.
   Der Handel liegt in den Händen von 14 deutschen und 7 englischen Firmen. Die Ausfuhr (1902: 6,264,099 Mk., 1903: 7,139,000 Mk.) ist fortwährend gestiegen und besteht in der Hauptsache aus Palmöl, Palmkernen, Gummielastikum, Elfenbein, Kakao, Ebenholz etc. Die Einfuhr (13,275,704 Mk., 1903: 13,866,000 Mk.) besteht vornehmlich in Geweben, Nahrungsmitteln, Eisenwaren, Instrumenten, Maschinen, Holz und Holzwaren, Glas und Glaswaren, Seife, Bier etc. Der Handel ist an der Küste vorwiegend, im Innern ausschließlich Tauschhandel. Seit 1886 herrscht in K. die deutsche Reichswährung. Ein Kabel verbindet K. seit Februar 1893 mit Bonny im englischen Nigerküsten-Protektorat. Es bestehen sechs Postanstalten: Duala, Buea, Edea, Victoria, Kribi und Rio del Rey, von denen 1903: 315,808 Briefe, 11,371 Pakete, 14,364 Postanweisungen im Betrage von 1,538,916 Mk., 3564 Telegramme und 39,004 Zeitungen befördert wurden. Der Bau einer Eisenbahn von Hickory (Duala) in das Grasland nach Bamum wird geplant; eine kleine Bahn von 7 km Länge verbindet seit 1902 Victoria mit Soppo und entsendet zahlreiche Anschlußgleise in die Pflanzungen der Westafrikanischen Pflanzungsgesellschaft. Der Verkehr mit Europa wird vermittelt durch die Woermannlinie und die englische British and African Steam Navigation, bez. African Steamship Company. Die Verwaltung besorgen ein Gouverneur mit dem nötigen Stab von Beamten, dem die 4 Bezirksämter Duala, Edea, Victoria und Kribi, dazu 17 Verwaltungsbezirke (darunter die neu eingerichteten Residenturen Dikoa, Garua und Kusseri), unterstellt sind. Ein Beirat aus den obersten Beamten und drei Mitgliedern Kameruner Handelshäuser steht dem Gouverneur, der seinen Sitz in Buea hat, zur Seite. Die Rechtspflege besorgt ein deutscher Richter, mit dem Beistand angesehener Häuptlinge in K., Victoria und Kribi. Die Schutztruppe hat eine Stärke von 30 Offizieren, 8 Ärzten, 63 europäischen Chargen, 40 farbigen Unteroffizieren, 735 farbigen Mannschaften, dazu 14 farbige Chargen und 400 Farbige als Polizei. Das Budget der Kolonie wurde für 1904/05 mit 4,086,000 Mk. veranschlagt, wovon eigene Einnahmen 2,681,200 Mk. (1903 betrugen sie 1,427,110 Mk.), Reichszuschuß 1,404,800 Mk.; von den Ausgaben entfielen 1,393,288 Mk. auf die Zivilverwaltung, 1,064,593 Mk. auf die Militärverwaltung, 526,460 Mk. auf die Flottille; für einmalige Ausgaben waren 409,605 Mk. vorgesehen.
   Der Hauptort der Kolonie ist Duala, unter 4°2' südl. Br. und 9°42' östl. L.; es besteht aus dem Gouvernement auf der Joßplatte, Belldorf (Bonamandone), Joßdorf (Bonapriso), Akwadorf (Bonaku), John Akwadorf (Bonamuang), Didodorf (Bonebela), alle auf der linken, und Hickory (Bonaberi) auf der rechten Flußseite, mit zusammen 22,000 Einw. Die europäische Bevölkerung bestand 1904 aus 158 Personen. Auf der Joßplatte befinden sich die Regierungsgebäude in einem schönen Park, in dem Denkmäler Nachtigals und Graveureuths und der 188394 im Schutzgebiete verstorbenen deutschen Beamten, Offiziere und Gelehrten aufgestellt sind. Große Kaibauten am linken Flußufer verbinden die Joßplatte mit den weiter aufwärts gelegenen Faktoreien. Hier befindet sich auch ein Slipp für Schiffe von 50 m Länge und 600 Ton. Gewicht und eine Reparaturwerkstätte mit Dampfkran. Duala hat ein Gericht erster und zweiter Instanz, Zollamt, Post- und Telegraphenamt, ein Hospital für Weiße, ein Barackenlazarett für Eingeborne, eine Regierungsschule. Die Baseler Missionsgesellschaft besitzt zu beiden Seiten des Flusses die Niederlassungen Bethel in Bonaku mit Lehrerseminar und Bonaberi mit einer Mittelschule; ferner unterhält die Baptistenmission und die katholische Pallotiner Mission je eine Station. Duala ist Sitz von 10 Faktoreien, worunter die deutschen die bedeutendsten sind. Dampfer der Woermannlinie verkehren hier zweimal im Monat. Weiter stromaufwärts liegen wie ein Ring an den Zuflüssen des Kamerunbeckens die Dualadörfer Bonewonda, Bonamusadi, Bonampang,

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Bonebeike, Bonangando mit Zweigfaktoreien und elf gleichfalls in unmittelbarem Verkehr mit den Handelshäusern in Duala stehende Bassadörfer.
   [Geschichte.] Bereits 1868 hatte die Hamburger Firma Woermann in K. Faktoreien errichtet; 1874 folgte das Haus Jantzen und Thormählen nach. Diese zwei Firmen ließen sich 1884 durch Verträge mit den beiden Oberhäuptlingen der Duala, Bell und Akwa, deren Hoheitsrechte abtreten und übertrugen sie noch in demselben Jahr an das Deutsche Reich. Als kaiserlicher Kommissar heißte Gustav Nachtigal im Juli 1884 an verschiedenen Punkten der Küste von K. die deutsche Flagge. Bald darauf aber lehnten sich einige Häuptlinge gegen die Deutschen auf; der Vertreter des Hauses Woermann wurde ermordet. Nun erschienen die beiden Kriegsschiffe Bismarck und Olga; die aufrührerische Joßstadt wurde 20. Dez. 1884 zerstört und an ihrer Stelle der Regierungssitz errichtet. Durch Verträge mit England vom 7. Mai 1885,2. Aug. 1886,1. Juli 1890, 14. April und 15. Nov. 1893 wurde die Nordwestgrenze, durch Verträge mit Frankreich vom 24. Dez. 1885 und 15. März 1894 die Süd- und Ostgrenze festgelegt. Aufstände des Häuptlings Money 1886 sowie der Häuptlinge von Etoka und Fiko 1887 wurden schnell unterdrückt. Das Land war bisher wenig bekannt. Am Kamerunfluß und am Kamerungebirge hatten allerdings bereits Mann, Reichenow, Buchner u. a. (s. unten die Literatur) Forschungen gemacht; aber ins Innere war noch niemand gekommen. Unterstützt von der deutschen Reichsregierung drangen im Oktober 1887 Kund und Tappenbeck ostwärts vor und legten 1888 zwischen dem obern Njong und dem Sannaga die Station Epfumb an; Zintgraff zog mit Zeuner im Dezember 1887 nordwärts, gründete am Elefantensee die Barombistation, Ende 1888 Baliburg und durchzog das Land der Bali und Bafut bis Ibi am Binuë, den er im Juni 1889 erreichte. Aber nachdem er 31. Juni 1891 mit den Bali durch die Bafut große Verluste erlitten hatte, konnte Baliburg nichtmehr gehalten und mußte, obwohl Zintgraff noch einmal 1892 dorthin zurückkehrte, 1893 aufgegeben werden. Inzwischen war Morgen schon 1889 von Kribi aus nach Jaunde und Ngila marschiert und von dort über den Mbam längs des Sannaga zurückgekehrt, hatte dann 1890 von Ngila das südliche Adamáua durchzogen und 1891 Ibi am Binuë erreicht. Auf diese Weise wurden die sperrenden Schranken, welche die Händler an der Küste ausgerichtet hatten, mehr und mehr durchbrochen. Dagegen fand die Expedition v. Gravenreuth, die im Sommer 1891 ausgebrochen war, die aufständischen Abo am Wuri und die Bakwiri am Kamerungebirge zu bestrafen, und dann einen Zug zum Tsadsee unternehmen sollte, ein trauriges Ende 5. Nov. 1891 bei Buea; die endgültige Unterwerfung der Bakwiri fand erst 1895 statt. Bedeutend erweitert wurde unsre Kenntnis des Hinterlandes von Batanga durch die Reisen Ramsays 1892 von der Idiastation nach Balinga-Jaunde und nach dem Dibambafluß. Die Feindseligkeiten der Stämme des Innern dauerten indes fort; Volckamer, Leiter der Balingastation, fiel im Oktober 1892, und es bedurfte des Einschreitens der bewaffneten Macht, um die Bakoko am Kwakwa im Dezember d. J. und die Mabea, östlich von Groß-Batanga, zur Einstellung der Feindseligkeiten gegen die Karawanen zu zwingen. Im Mai 1893 ging v. Stetten von Banyo über das Genderegebirge nach Kontscha und Yola, wo er mit dem Sultan von Adamaua einen Vertrag schloß, der allein den Deutschen das Recht zugestand, Stationen im Gebiete des Sultanats zu errichten. Einen Aufstand der als Polizeisoldaten angeworbenen Dahoméleute 15. Dez. 1893, wobei das Regierungsgebäude geplündert und verwüstet wurde, unterdrückten die Mannschaften des Kreuzers. Hyäne 21. Dez. schnell. 189394 wurde durch v. Üchtritz und S. Passarge Garua erreicht und von dort aus das obere Binuëgebiet für Deutschland gewonnen.
   Auch im jüngsten Jahrzehnt hat K. noch große Opfer geheischt. Um nur die bekanntern zu nennen, so verloren wir: im September 1899 den Leutnant Jul. v. Queis zu Nssakpe am Croßfluß (ermordet), kurz danach den Reisenden Conrau ebenda (erschoß sich selbst auf der Flucht), Ende 1899 den Oberleutnant Rud. Plehn bei Godzeh (Pfeilgift), Mitte März 1900 den kaiserlichen Regierungsassessor Freiherrn Heinr. v. Gagern (Hitzschlag), 1. Febr. 1902 den Oberleutnant Nolte in Banyo (erstochen durch den Lamido Omaru, der unmittelbar danach selbst umkam), 5. Febr. 1903 den Leutnant a. D. Grafen Fugger in Marrua (Pfeilgift), 22. Jan. 1904 den Leiter der Station Ossidinge, Grafen Kurt Pückler-Limpurg, zwischen Badschama und Bascho, erschossen zusammen mit dem Faktoristen Küster, denen kurz danach zwei weitere Angehörige der Gesellschaft »Nordwest-Kamerun«, Schoof und Schmidt, in den Tod folgten. Am 16. Sept. 1904 fiel Hauptmann Gaston Thierry bei Mubi, angeblich durch einen Pfeilschuß. Trotz der Expeditionen, die solche Treulosigkeiten und Empörungen stets sofort bestraften, ist an eine völlige Befriedung des Hinterlandes, namentlich der unruhigen Bafut, noch nicht zu denken. Dennoch ist nach der erfolgreichen Wute-Adamáua-Expedition des Majors v. Kamptz sowie nach der Besiegung Rabehs (1900) und Fad el-Allahs (1901) durch die Franzosen und nach der Eroberung von Yola durch die Engländer (1901) die Ausbreitung deutschen Einflusses nach Adamáua und dem Tsadseegebiet (Besetzung von Garua durch Oberleutnant Dominik; Erstürmung von Ngaundere durch Hauptmann Cramer v. Klausbruch [23. Aug.], von Bubandjidda durch Oberleutnant Radtke und von Tibati durch Major v. Kamptz; Besiegung der Bafut und Bandeng durch Oberstleutnant Pavel bei Baliburg Ende 1901; Reise des Gouverneurs v. Puttkamer von Garua nach dem schon von Dominik 20. Jan. 1902 unterworfenen Marrua im Oktober 1903; Sieg des Leutnants A. v. Putlitz über die Babatju bei Bamenda 18. Sept. 1904) eine Tatsache von größter Bedeutung.
   Vgl. Burton, Abeokuta and the Camaroon Mountains (Lond. 1863, 2 Bde.); Buchholz, Reisen in Westafrika (Leipz. 1880); Buchner, Kamerun, Skizzen und Betrachtungen (das. 1887); Morgen, Durch K. von Süd nach Nord (das. 1893); Zintgraff, Nord-Kamerun (Reisen 188692, Berl. 1895); S. Passarge, Adamáua. Bericht über die Expedition des deutschen Kamerunkomitees in den Jahren 18931894 (das. 1895); Hübler, Zur Klimatographie von K. (Münch. 1896); Wohltmann, Der Plantagenbau in K. (Berl. 1896); F. Plehn, Die Kamerunküste. Studien zur Klimatologie, Physiologie und Pathologie in den Tropen (das. 1898); Autenrieth, Der Anbruch einer neuen Zeit in Deutsch-Kamerun (Stuttg. 1900); Dominik, K., sechs Kriegs- und Friedensjahre in deutschen Tropen (Berl. 1901); Hutter, Wanderungen und Forschungen im Nord-Hinterland von K. (Braunschw. 1902); Bauer, Die deutsche Niger-Benue-Tschadsee-Expedition 19021903 (Berl

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1904); Esch, Solger, Oppenheim und Jäkel, Beiträge zur Geologie von K. (Stuttg. 1904); »Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten« (Berl., seit 1888); Karten: »Karte der Kamerunmündungen, 1: 100,000« (hrsg. vom Reichsmarineamt, Berl. 1895); Sprigade u. Moisel, Großer deutscher Kolonialatlas, Lief. 1: Kamerun (6 Karten 1: 1,000,000, das. 1901); Moisel, Wandkarte von K. 1: 1,000,000 (4 Blatt, das. 1901); Langhans, Schutzgebiete K. und Togo, 1: 2,000,000 (4 Blatt, Gotha 1897).
 
Artikelverweis 
Kamerunfluß, s. Meyers Kamerun.
 
Artikelverweis 
Kamerungebirge (Mudongoma Loba, »Gottesberg«), höchster Gebirgsstock an der Westküste Afrikas, in der deutschen Kolonie Kamerun (s. Karte »Kamerun«, S. 509), zwischen 44°28' nördl. Br. und 99°30' östl. L., bildet ein Glied der Vulkanreihe, die sich über Fernando Po (Clarence Pik), São Thomé und Annobom hinzieht. Das K. erstreckt sich in der Richtung von SSW. nach NNO. und fällt steil zum Meer, sanfter zum Innern ab. Es mag etwa 2000 qkm bedecken und ist eine vulkanische Gebirgsmasse, aus deren erloschenen Kratern (in etwa 1800 m Höhe) Ströme basaltischer Lava herabgeflossen sind; sie sind oberflächlich meist stark verwittert. Der Boden ist sehr durchlässig, dafür wasserarm. Naphthahaltige Quellen und Säuerlinge am Gebirgsfuß weisen auf vulkanische Tätigkeit hin. Der höchste Gipfel ist die Fakospitze (4075 m), an einem weiten Krater aufsteigend, dessen Nordwestecke abgesprengt ist. Auf den höchsten Punkten liegt bisweilen Schnee. Nahe dem Meer erhebt sich das jüngste Gebilde, der Steilgipfel des Mongo ma Etinde (kleiner Kamerunberg) zu 1774 m. Der Fuß des Gebirges bis zu einer Höhe von 22002700 m wird von tropischem Urwald (Palmen, Akazien, Tamarinden) bedeckt. Dann folgt ein 27002800 m hohes Plateau mit Gras und Alpenkräutern, aus dem sich die einzelnen Kuppen nackt, mit Asche und Lava bedeckt, erheben. Den Westabfall des Gebirges bewohnen die Bamboko, den Südabfall die Bakwiri, den Ostabhang die Balung. Am Südosthange liegt Buea (963 m), mit Residenz des Gouverneurs, evangelischer und katholischer Mission und Sanatorien (42 Deutsche). Das Küstengebiet am Gebirgsfuß besteht aus äußerst fruchtbarem, vulkanischem Verwitterungsböden mit hohen Niederschlägen (Bibundi 10,486 mm), hier zahlreiche Kakaopflanzungen mit reichen Erträgen. Am Südfuß liegt der Bezirksort Victoria mit botanischem Versuchsgarten.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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