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Kalinihanf bis Kalmengürtel (Bd. 6, Sp. 487 bis 488)
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Artikelverweis Kalinihanf (Kankhurahanf), s. Ramie.
 
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Kallundborg, Hafenstadt auf der Westküste der dänischen Insel Seeland, Amt Holbäk, Endpunkt der Staatsbahnlinie Kopenhagen-K., mit einer berühmten, von Esbern Snare gebauten, in den letzten Jahrzehnten restaurierten fünftürmigen Kirche und (1901) 4322 Einw. Das um 1170 erbaute, im 16. Jahrh. mehrmals (so 154959 für Christian II.) als Staatsgefängnis benutzte Schloß ward 1659 von den Schweden völlig zerstört. Vgl. M. Lund, Optegnelser om K. Kjöbstad (Kopenh. 1854); F. A. Ussing, Efterretninger om K. (das. 1869).
 
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Kallynterĭen, s. Plynterien und Kallynterien.
 
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Kálmán (latinisiert Kolomanus), ungar. Personenname, s. Meyers Koloman.
 
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Kalmank (Kalamank), älterer Name für Lasting (s. d.).
 
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Kalmar (v. ital. calamaio, »Tintenfaß«; Loligo), Gattung der Tintenschnecken, mit nacktem, zylindrischem, hinten zugespitztem Körper, großen Augen am Kopf, mit Flossen, die dem Hinterende die Gestalt einer Pfeilspitze geben, 10 Armen und mehreren Reihen von Saugnäpfen auf den beiden Fangarmen. Im Rücken liegt eine biegsame hornige Schulpe. Der gemeine K. (L. vulgaris, s. Tafel Meyers »Aquarium I«, Fig. 12 u. 13; der Laich desselben s. Tafel Meyers »Eier von Fischen etc.«, Fig. 8) ein ungemein zartes, zierliches Tier mit zwei großen Augen und halbdurchsichtigem Körper, lebt im Mittelmeer und im Atlantischen Ozean gewöhnlich scharenweise beisammen; er schwimmt ebenso leicht vor- wie rückwärts und ernährt sich von kleinen Krebsen, wird aber selbst die Beute der größern Fische und ist auch eßbar. In der Tiefsee kommen riesige Exemplare nahe verwandter Gattungen vor (s. Meyers Kraken).
 
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Kalmar, Län im südöstlichen Schweden, umfaßt den östlichen Teil der Landschaft Småland und die der Küste vorgelagerte Insel Meyers Öland (s. d.), grenzt im N. an Ostgotland, im W. an dieses und die Läne Jönköping und Kronoberg, im S. an Blekinge und hat ein Areal von 11,493,3 qkm (208,7 QM.) mit (Ende 1900) 227,625 Einw. (19 auf 1 qkm). Das Län umfaßt 15 Gerichtsbezirke.
 
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Kalmar, Hauptstadt des gleichnamigen schwed. Läns (s. oben), ziemlich regelmäßig gebaut, auf einer durch eine Brücke mit dem festen Lande verbundenen Insel (Quarnholmen), am Kalmarsund, der Insel Öland gegenüber, war als der Schlüssel von Göta-Rike ehemals sehr stark befestigt; jetzt sind die Festungswerke größtenteils geschleift. Die Stadt ist durch Eisenbahnen mit Emmaboda (an der Linie Karlskrona-Wexiö), Berga (an der Linie Oskarshamn-Nässjö) und Torfås verbunden, hat eine schöne Kathedrale (166099 erbaut), ein altes Schloß, ein Gymnasium, einen guten Hafen, Dampfmühle, Schiffswerften, Tabak-, Zichorien- und Zündhölzerfabrikation und (1903) 13,508 Einw., die lebhaften Handel (Einfuhr von Weizen, Roggen, Heringen, künstlichem Dünger, Ausfuhr von Hafer, Holz, Zündhölzern) treiben. 1899 liefen hier 2664 Schiffe von 462,944 Ton. ein. K. ist

[Bd. 6, Sp. 488]


Sitz eines Bischofs und eines deutschen Konsuls. Im Stadtpark steht ein Denkmal zur Erinnerung an die Landung Gustav Wasas an der Landspitze Stensö. Durch einen tiefen Meeresarm von der Stadt getrennt, liegt das jetzt zum Teil restaurierte Schloß K.-K., eine der ältesten schwedischen Städte, im Mittelalter von vielen Deutschen bewohnt und Mitglied der Hansa, vom 13.16. Jahrh. Sitz zahlreicher Herrentage, Reichstage etc., wurde wegen seiner militärischen Bedeutung in den Kriegen zwischen Schweden und Dänemark oft belagert, war 1611 Mittelpunkt des dänisch-schwedischen Kalmarkrieges (161113) und ward 1653 an seine jetzige Stelle verlegt. Die Festungswerke wurden zu Beginn des 19. Jahrh. geschleift. Das sehr alte, neuerdings restaurierte Schloß ist eins der interessantesten Baudenkmäler Schwedens. Kalmarische Union heißt die durch Königin Margarete (s. d.) bewirkte Vereinigung der drei skandinavischen Reiche. Die sogen. Unionsakte vom 20. Juli 1397 hat sich durch die Untersuchungen des schwedischen Forschers O. S. Rydberg (s. d.) als ein nie zu voller Gültigkeit gelangter Präliminarvertrag erwiesen, doch kann die Union von da an gerechnet werden. Mehrmals erneuert, zerfiel sie 1523 endgültig durch die Thronbesteigung Gustav Wasas (s. Meyers Gustav 1). Vgl. Sylvander, K. slotts och stads historia (Kalm. 186474, 9 Bde.); Bährendtz, K. slott. Beskrifning och historia (2. Aufl., das. 1900); A. Larsen, Kalmarkrigen (Kopenh. 1889); Rydberg, Om det från Unionsmötet i Kalmar 1397 bevarade dokumentet (Stockh. 1886) und Ett inlägg i frågan om Unionsdokumentet af 1397 (»Svensk historisk Tidskrift«, 1890). Ihm widerspricht Chr. Erslev, Unionsbrevet fra Kalmarmödet 1397 und Fortsatte Bemärkninger om Unionsbrevet fra Kalmarmödet 1397 (»Aarböger for Nordisk Oldkyndighed og Historie«, 1889 u. 1891).
 
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Kalmäuser (niederdeutsch auch Klamüser), ein seit dem 16. Jahrh. aufgekommenes Wort, wird zuerst von Fischart im Sinne von Schmarotzer angewendet; später nahm es die Bedeutung eines gelehrten Stubenhockers an, dann soviel wie Grillenfänger, Kopfhänger, auch Knauser. Die Herkunft des Wortes ist unsicher; unter anderm hat man es auf Kamaldulenser oder auch auf lat. calamus (Halm, Schreibrohr) zurückführen wollen; andre nehmen Zusammensetzung aus kahl (mittelhochd. kal) und Maus (mittelhochd. mûs) an und vergleichen die Bildung »Duckmäuser«.
 
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Kalmen (franz. Calmes, engl. Doldrums, Gegend der Windstillen), die Zone, welche die Passatwinde (s. d.) der beiden Halbkugeln voneinander trennt. Die Region der K. bildet sich da, wo der Nordostpassat der nördlichen und der Südostpassat der südlichen Halbkugel zusammentreffen, indem sich diese zu einem rein östlichen Wind kombinieren, der aber unmerklich wird, weil er durch den in der heißen Zone entstehenden starken aufsteigenden Luftstrom neutralisiert wird. Die Breite dieses Kalmengürtels beträgt nur wenige Grade, seine mittlere Lage gehört infolge der Konfiguration der Kontinente der nördlichen Halbkugel an; seine nicht scharf ausgesprochenen Grenzen verschieben sich mit den Jahreszeiten. In unsern Sommermonaten wird dieser Gürtel breiter, seine nördliche Grenze entfernt sich von dem Äquator, während sich die südliche nur wenig ändert. In den extremen Monaten hat der Kalmengürtel folgende Lage:

Die volle Entwickelung der K. tritt ebenso wie bei den Passatwinden nur über der ebenen und gleichartigen Meeresfläche auf. In der Nähe und über dem Lande wird sie um so mehr gestört, je steiler sich das Land erhebt, und je größer es ist. Im Stillen und im Atlantischen Ozean regnet es in den K. das ganze Jahr hindurch beinahe täglich, vorzugsweise während der Stunden, in denen der aufsteigende Luftstrom die mit Wasserdampf erfüllte Luft in die Höhe führt, sich dort abkühlt und der Wasserdampf zu Regenwolken kondensiert wird. Wegen dieser starken Wolkenbildung spricht man von dem Wolkenring, der die Erde analog den Streifen des Jupiter umgibt. Gewitter treten fast täglich auf. Auch außerhalb der beiden Passate finden sich Zonen mit ziemlich viel Windstillen, die nach den beiden Wendekreisen der Windstillengürtel des Wendekreises des Krebses und des Steinbocks genannt werden; s. Meyers Roßbreiten.
 
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Kalmengürtel, s. Meyers Kalmen.

 

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 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
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