Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kalktiegel bis Kalkwasser (Bd. 6, Sp. 483 bis 485)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kalktiegel, s. Meyers Schmelztiegel.
 
Artikelverweis 
Kalktonschiefer, Gestein, s. Meyers Tonschiefer.
 
Artikelverweis 
Kalktorf, Mischung von Torfmull mit Ätzkalk, dient als Füllmaterial für Decken und zeichnet sich durch Leichtigkeit, Schalldämpfung und fäulniswidrige Beschaffenheit aus.
 
Artikelverweis 
Kalktuff (Duckstein, Tuffstein), erdiger, poröser, zelliger und durchlöcherter, meist hellfarbiger, ungeschichteter Kalkstein, der, von fließendem Wasser über Pflanzenresten abgesetzt und diese inkrustierend und verkittend, wie ein in Kalkmasse umgewandelter Torf erscheint. Ein Produkt der Auslaugung von Kalksteinen durch kohlensäurehaltiges Wasser, bildet er besonders in der Nähe von Kalkbergen Ablagerungen von wechselnder Mächtigkeit. Viele Kalktuffbildungen (z. B. in Thüringen, an der Schwäbischen Alb) enthalten Reste von noch lebenden Tier- und Pflanzenarten (Hirsch, Pferd, Land- und Süßwasserschnecken, Blätter etc.) und sind dann alluvial und oft noch in Bildung begriffen, andre (wie bei Kannstatt) sind ausgezeichnet durch Einschlüsse von Skelettteilen und Zähnen von jetzt bei uns nicht mehr lebenden Tieren und dann wohl von diluvialem Alter. Eine Abart des Kalktuffs ist der Travertin (s. d.). Man benutzt K. zu Beeteinfassungen in Gärten und zu Grotten. Aus Röhrenstücken zusammengesetzter K., der durch Überrindung von später verwesten Wurzeln, Schilf etc. entstanden ist, wurde früher als Beinbrech, Beinwell bei Knochenbrüchen benutzt. Nicht selten geht der K. in Meyers Süßwasserkalk (s. d.) über.
 
Artikelverweis 
Kalkul (franz. calcul, spr. -kǖl, v. lat. calculus, Steinchen, deren man sich in der ältesten Zeit beim Rechnen bediente), Berechnung, Überschlagung, auch Rechnungsmethode; im geschäftlichen und amtlichen Leben angewendet auf Voranschläge, Rentabilitätsberechnungen

[Bd. 6, Sp. 484]


etc. Kalkulieren, rechnen, berechnen, eine Schlußfolge machen.
 
Artikelverweis 
Kalkulation (lat.), Berechnung, speziell Berechnung der Produktions- oder der Bezugs- und Versendungskosten einer Ware; Kalkulationsbuch, das kaufmännische Buch, in dem die Warenkalkulationen angestellt werden. Vgl. Tolkmitt, Die K. im Geschäftsleben (Leipz. 1896); Trempenau, Kaufmännische und gewerbliche Kalkulationskunde (das. 1899); Brosius, Die Lehre der gewerblichen K. (das. 1902); Hartleib, Kalkulationspreise für die Industrie (Berl. 1902); Tauscher, Warenpreis-Berechnungs- oder Kalkulationstabellen (Leipz. 1902).
 
Artikelverweis 
Kalkulator (lat.), derjenige, der Voranschläge und Rechnungen auszuführen oder zu prüfen hat. Im Zivilprozeß werden so häufig diejenigen Beamten genannt, die dem Richter bei gewissen Berechnungen Hilfe zu leisten haben. Kalkulatūr, bei Gerichts- und Verwaltungsbehörden die Ausstellung und Prüfung von Rechnungen. In § 105 der deutschen Zivilprozeßordnung ist in diesem Sinn ausdrücklich bestimmt, daß sich das Gericht bei der Meyers Kostenfestsetzung (s. d.) der Hilfe des Gerichtsschreibers bedienen dürfe. Vgl. Arndt und Kluge, Handbuch der gerichtlichen Kalkulatur (3. Aufl., Berl. 1901).
 
Artikelverweis 
Kalkuranīt, Mineral, s. Uranglimmer.
 
Artikelverweis 
Kalkutta, Hauptstadt des britisch-ind. Kaiserreichs und der Lieutenant-Governorship Bengalen, unter 22°34' nördl. Br. und 88°26' östl. L., 130 km vom Golf von Bengalen, am linken Ufer des Hugli oder Bhagirathi, Ausgangspunkt von vier Bahnen, erstreckt sich von N. nach S. 5 km am Fluß entlang. Das Klima ist heiß, feucht und ungesund. Als höchste Temperatur wurde 41°, als niedrigste 11° gemessen, als Durchschnitt im heißesten Monat (Mai) 30°, im kältesten (Dezember) 20°. Sehr stark ist der Regenfall; Zyklone richten periodisch große Verheerungen an, Cholera und Fieber sind endemisch, die Pest ist in K. verhältnismäßig mild aufgetreten. Gesundheitsstationen sind Simla, Sommerresidenz des Vizekönigs, und Dardschiling. Seit 1870 wird die Stadt mit filtriertem Wasser versorgt, wodurch der Gesundheitszustand sich wesentlich gebessert hat. Die eigentliche Stadt, vom Fluß und der Circular Road eingeschlossen, bedeckt 21 qkm und enthält die weit ausgedehnte Esplanade, den Maidan, Exerzierplatz für die Truppen und Promenade der eleganten Welt, wo, dicht am Hugli, das Fort William einen Raum von 3 km Umfang einnimmt, mit großem Arsenal, 619 Geschützen und 25,000 Mann. Im N. begrenzen den Maidan der Palast des Vizekönigs, das Rathaus, die Bank von Bengalen, das Generalpostamt, Zollamt, die Münze; weiter sind nennenswert die Gebäude des Gesetzgebenden Rats, der Obergerichtshof, eine Irrenanstalt, ein großes Gefängnis. Hospital, der Palast des anglikanischen Bischofs, 27 protestantische (St. Paulskathedrale), 8 kath. Kirchen, ein deistisches Gotteshaus (merkwürdigerweise keine orthodoxe Hindutempel). Die Stadt hat zahlreiche Denkmäler, darunter die von Ochterlony, Warren Hastings, Wellington, Cornwallis, Outram, Peel (im schönen Eden Garden, woselbst auch eine 1854 herübergebrachte birmanische Pagode). Die Bevölkerung betrug 1901: 847,796 (mit Vorstädten 1,106,738) Köpfe (562,596 männlich, 285,200 weiblich), darunter 553,261 Hindu, 249,939 Mohammedaner, 37,925 Christen. Der Nationalität nach waren 5323 Europäer, davon 4325 Engländer, 224 Franzosen, 173 Deutsche, 163 Türken, 102 Italiener. Starke Militärabteilungen stehen im Fort William und in den Vorstädten Barrackpur und Dum Dum. Die Industrie ist auf das K. gegenüberliegende Meyers Howrah (s. d.) konzentriert. Mit diesem hatte K. 1902: 26 Jutefabriken mit 15,132 Webstühlen, bei denen über 80,000 Arbeiter beschäftigt waren, 8 Baumwollspinnereien mit 324,038 Spindeln, 3 große Papierfabriken, 2 große Zuckerfabriken, mehrere Indigofabriken, eine Messinggießerei und viele kleinere gewerbliche Anstalten. Namentlich ist K. Sitz der Juteindustrie, wie Bombay der der Baumwollindustrie. Großartige Etablissements besitzt der Staat in Stadt und Umgegend, darunter die große Geschützgießerei in Kosipur. Unterstützt durch Fluß, Eisenbahnen und die Nähe des Meeres, hat sich der Handel zu großartigen Verhältnissen entwickelt und den von Bombay überflügelt. Der Gesamthandel wertete 1902: 1100 Mill. Rupien, wobei der geringfügige Handel der Nebenhäfen Bengalens eingerechnet ist; die Einfuhr betrug 328, die Ausfuhr 640 Mill. Rupien. Aus Deutschland kam 1902 für 11,159,460, dorthin ging für 82,683,580 Mark Ware. Bei der Einfuhr nehmen Baumwollfabrikate, Garne und Twist etwa die Hälfte ein, andre wichtige Einfuhrartikel sind Woll- und Seidenwaren, Metalle und Metallwaren, Kleider, Schirme, Papier, Papierwaren, Bücher, Glaswaren, Drogen, Zucker, Speck, Schinken, Käse, Butter, Petroleum, Chemikalien, Farben u. a. Die wichtigsten Ausfuhrartikel sind Jute und Jutesäcke, Opium, Tee, Reis, dann Häute, Baumwolle, Ölsaaten, Indigo (dauernd abnehmend), Rohseide (für 5,753,220 Rupien), Gummi. Kohle kann jetzt aus K. bereits ausgeführt werden (1902 fast 2 Mill. Ton.). Der Hafen für große, schwerbeladene Schiffe ist Diamond Harbour, mit K. durch Eisenbahn verbunden; andre Schiffe können

[Bd. 6, Sp. 485]


bis zur Stadt gelangen, deren Hafen sich 16 km lang am Ufer hinzieht, doch ist die Einfahrt wegen der Veränderlichkeit des Wasserstandes und der Sandbänke nicht selten gefährdet. Die über den Hugli nach Meyers Howrah (s. d.) führende Schiffbrücke wird zu bestimmten Stunden geöffnet. Es liefen 1902 ein 538 Dampfer von 1,402,030 Ton. und 24 Segelschiffe von 34,656 T., aus 517 Dampfer von 1,352,233 T. und 30 Segelschiffe von 33,692 T. Außer sieben englischen Dampferlinien, dem Österreichisch-Ungarischen Lloyd (16 Dampfer) und den Messageries maritimes verkehrte hier die Hansa- und die Hamburg-Amerika-Linie. Mit dem Innern ist K. durch die Dampfer auf dem Ganges, die Eastern Bengal- und South Eastern-Bahn sowie von Howrah aus durch die East India-Bahn verbunden. Kürzere Linien sind K.-Balliagh und die Munizipalbahn. Eine 27 km lange Straßenbahn durchzieht die vornehmsten Straßen. In K. sind 14 Banken vertreten. Die Stadt besitzt 7 Krankenhäuser, zahlreiche Bildungsanstalten, darunter das Hindu College, University Senate House, Hare School, Presidency College, Sanskrit College, Medical College, Calcutta Madrassa, die berühmte La Martinière, die Free Institution, einen prächtigen botanischen und zoologischen Garten, ein Museum, ist Sitz der Asiatic Society of Bengal, der Gesellschaften für Natur- und Arzneikunde, für Gartenbau, eines Handwerkerinstituts u. a. K. ist Sitz des Vizekönigs von Indien, des Lieutenant-Governors von Bengalen, der obersten Verwaltungsbehörden, des Appellhofs für Indien, eines katholischen Erzbischofs und eines anglikanischen Bischofs, des Oberbefehlshabers in Indien und Kommandeurs der Truppen in Bengalen, eines deutschen Generalkonsuls etc. An die eigentliche Stadt schließen sich 17 Vorstädte an mit einem Gemisch der verschiedensten Rassen und Kasten. Die Stadt wurde 1686 durch englische Kaufleute, die der Mogulstatthalter von Bengalen aus ihrer Faktorei Hugli vertrieben hatte, im Dorfe Tschatanati gegründet, das mit Kali Ghat (daher der Name) und andern Orten die Stelle des heutigen K. einnahm. Am 20. Juni 1756 wurde der Ort durch Suradsch ed Daulah eingenommen, wobei 146 englische Gefangene in das »Black Hole« eingesperrt wurden, in dessen engem Raum 123 während der Nacht umkamen. Nachdem aber Clive 2. Jan. 1757 die Stadt zurückerobert hatte, hob sich K. rasch wieder. Seit 1772 ist es Sitz der britisch-indischen Regierung.
 
Artikelverweis 
Kalkuttahanf, soviel wie Jute.
 
Artikelverweis 
Kalkwasser, s. Meyers Kalk, S. 479.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer