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Kalifen bis Kalihydrāt (Bd. 6, Sp. 463 bis 469)
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Artikelverweis Kalifen (Chalifen, arab., »Stellvertreter«, genauer »Stellvertreter des Propheten Gottes«) nannten sich die Nachfolger Mohammeds in dessen geistlichem und weltlichem Herrscheramt; das durch sie gegründete Reich ist das Kalifat (s. d.). Die 4 legitimen Kalifen. 632634 Abu Bekr
   634644 Omar I.
   644656 Othmân
   656661 Ali Die 14 omaijadischen Kalifen. 661680 Moâwija I. ibn Abi Sufjân
   680683 Jezîd I. ibn Moâwija
   683 Moâwija II. ibn Jezîd I.
   683685 Merwân I. ibn el Hakam
   685705 Abd el Malik ibn Merwân I.
   705715 Welîd I. ibn Abd el Malik
   715717 Suleimân ibn Abd el Malik
   717720 Omar II. ibn Abd el Azîz
   720724 Jezîd II. ibn Abd el Malik
   724743 Hischâm ibn Abd el Malik
   743744 Welîd II. ibn Jezîd II.
   744 Jezîd III. ibn Welîd I.
   744 Ibrahîm ibn Welîd I.
   744749 Merwân II. ibn Mohammed ibn Merwân I. Die 37 abbasidischen Kalifen. 749754 Abul Abbas es Saffâh
   754775 Abu Dscha'afar el Manßûr
   775785 Mahdi ibn el Manßûr
   785786 Hâdi ibn Mahdi
   786809 Harun al Raschîd ibn Mahdi
   809813 Emîn ibn Harun
   813833 Mamûn ibn Harun
   833842 Mo'taßim ibn Harun
   842847 Wathik ibn Mo'taßim
   847861 Mutawakkil ibn Mo'taßim
   861862 Muntaßir ibn Mutawakkil
   862866 Musta'în ibn Mohammed ibn Mo'taßim
   866869 Mo'tazz ibn Mutawakkil
   869870 Muhtadi ibn Wathik
   870892 Mo'tamid ibn Mutawakkil
   892902 Mo'tadhid ibn Muwaffak ibn Mutawakkil
   902908 Muktafi ibn Mo'tadhid
   908932 Moktadir ibn Mo'tadhid
   932934 Kahir ibn Mo'tadhid
   934940 Râdhi ibn Moktadir
   940944 Muttaki ibn Moktadir
   944946 Mustakfi ibn Muktafi
   946974 Motî' ibn Moktadir
   974991 Tâi' ibn Motî'
   9911031 Kadir ibn Muttaki
   10311075 Kâim ibn Kadir
   10751094 Moktadi ibn Kâim
   10941118 Mustazhir ibn Moktadi
   11181135 Mustarschid ibn Mustazhir
   11351136 Râschid ibn Mustarschid
   11361160 Moktafi ibn Mustazhir
   11601170 Mustandschid ibn Moktafi
   11701180 Murtadhi ibn Mustandschid
   11801225 Naßir ibn Murtadhi
   12251226 Zahir ibn Naßir
   12261242 Mustanßir ibn Zahir
   12421258 Musta'aßim ibn Mustanßir Da Mohammed keinen Sohn hinterlassen, auch keinen Nachfolger ernannt hatte, so entstanden nach seinem Tode Streitigkeiten über die Nachfolge, in denen 632 Meyers Abu Bekr (s. d.) den Sieg davontrug. Abu Bekr fand große Schwierigkeiten, da der Tod Mohammeds das Zeichen zu allgemeinen Aufständen gewesen war; doch ward er ihrer Herr, als sein Feldherr Meyers Chalid (s. d.) den gefährlichsten Gegner, Musailima, besiegt hatte. So hatte er sogar bereits die Eroberung Syriens und der Euphratländer in Angriff nehmen können, als er 634 starb. Sterbend bezeichnete er Omar I. (s. d., 634644) zum Nachfolger. Dieser, einfach und mäßig, glaubenseifrig und sittenstreng, dabei von ungewöhnlicher staatsmännischer Begabung und Tatkraft, begründete die innere Staatsgewalt und verbreitete durch seine Heere den Islam im Osten über Persien, im Westen über Syrien und Nordafrika bis nach Tripolis hin. Das »Schwert Gottes«, Chalid, der 633 die Perser mehrmals besiegt und schon Ktesiphon bedroht hatte, dann aber auf Betreiben Omars 634 nach Syrien geschickt worden war, eroberte hier 635 Damaskus, vernichtete 636 in der Schlacht am Jarmuk (Hieromax) das Hauptheer der Byzantiner und unterwarf einen großen Teil Syriens. Andre Feldherren eroberten 638 Jerusalem und Antiochia, 640 die Hauptfestung Cäsarea, 639 bis 641 Mesopotamien. Zu derselben Zeit wurde die Zertrümmerung des Sasanidenreiches durch die Araber unter Sa'ad, dem Nachfolger des genialen Muthanna, vollendet. Die Perser wurden 637 bei Kadesia besiegt, worauf sich das Irak unterwarf und Ktesiphon, die persische Hauptstadt, ohne Schwertstreich eingenommen wurde; Kufa am Euphrat wurde der Sitz des arabischen Statthalters. Nach dem Siege der Araber bei Nehawend 642 unterwarf sich auch Medien. Omars Feldherr Meyers Amr ibn el Aß (s. d.) brach 638 oder 639 in Ägypten ein und vollendete, durch die dortigen kirchlichen Streitigkeiten unterstützt, bis 643 die Unterwerfung des Landes; von da aus eroberten die Araber

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Barka und Tripolis. Übrigens war Omars Tätigkeit keineswegs bloß kriegerisch. Er stattete Moscheen und Schulen mit Grundbesitz aus, errichtete Festungen, führte die Zeitrechnung der Meyers Hedschra (s. d.) ein und schuf vor allem die auf straffer militärischer Organisation mit Beibehaltung der lokalen Selbstverwaltung beruhende Organisation des Reiches, die jetzt noch in allen muslimischen Staaten herrscht.
   Nachdem Omar durch die Hand eines christlichen persischen Sklaven gefallen war, erwählte ein von ihm niedergesetzter Rat von sechs Männern Othmân (644656, s. d.), einen Schwiegersohn Mohammeds, zum Kalifen. Dieser Greis war der schwierigen Stellung nicht gewachsen; namentlich erregte er durch Besetzung der Statthaltereien mit Verwandten und unwürdigen Günstlingen den Unwillen der Eiferer, von denen er unter Führung des Mohammed, eines Sohnes Abu Bekrs, in seinem Haus ermordet ward. Ihm folgte Mohammeds Neffe und Schwiegersohn Ali (656661, s. Meyers Ali 1). Aber ehrgeizige Nebenbuhler und persönliche Feinde, darunter namentlich Mohammeds Witwe Meyers Aïscha (s. d.), erhoben sich gegen ihn. In der sogen. Kamelschlacht bei Basra (656) siegte er und nahm Aïscha gefangen; aber gegen den Statthalter Syriens, Moâwija, konnte er den bereits errungenen Sieg bei Siffîn (657) infolge eines durch Ränke ihm aufgenötigten Waffenstillstandes nicht ausnutzen; im fortgesetzten Kampfe fiel er durch Meuchelmord (661). Mit Moâwija I. (661680) beginnt die Dynastie der Meyers Omaijaden (s. d.). Mit ihm kam die weltliche Partei der altmekkanischen Aristokratie zur Herrschaft; ihr Gegensatz zu der demokratisch-puritanischen Richtung der Châridschiten und zu der Schi'a, d. h. den Verwandten des Hauses des Propheten, bestimmte die nächste politische Entwickelung. Moâwija verlegte die Residenz von Medina nach Damaskus, weil er sich nur hier sicher fühlte. Um dem Aufstande der Châridschiten in Mesopotamien ein Ende zu machen, ernannte er seinen von einer Sklavin abstammenden Bruder Zijâd zum Statthalter von Basra, der hier mit despotischer Härte die Herrschaft der K. befestigte. Die Herstellung der Ruhe im Innern ermöglichte weitere Ausdehnung der Grenzen des Reiches. Cypern und Rhodos wurden erobert, die Kykladen, bald auch entferntere Küstenstriche von den sarazenischen Korsaren geplündert. Die Araber bedrängten sogar Konstantinopel vom Meer aus 7 Jahre lang (669675), doch ohne Erfolg. Dafür drangen zu Lande die Scharen der Muslims im Osten bis gegen Indien, in Nordafrika unter Okba bis über Tunesien hinaus vor. Das Kalifat machte Moâwija in seiner Familie erblich.
   Jezid I., der Sohn Moâwijas (680683), war wegen seiner weltlichen Neigungen den Frommen verhaßt. Hussein, der Sohn Alis, von den Schiiten des Irak gerufen, zog mit einer Anzahl von Parteigängern auf Kufa, unterlag aber bei Kérbela 680. Gleichzeitig hatten sich Medina und unter dem Gegenkalifen Abdallah ibn es Sobeir auch Mekka erhoben. Jezids Feldherr Muslim ibn Okba eroberte jedoch Medina 683 und übte grausame Rache. Unterdessen starb Jezid, wenige Wochen später sein Sohn Moâwija II., innere Zwistigkeiten zerrütteten die Partei der Omaijaden, und unter schweren Kämpfen nur hielt sich Merwân I. (s. d.), dem als dem ältesten Omaijaden gehuldigt worden war, doch wurde er schon 685 ermordet. Sein Sohn Abdel Malik (685705, s. d.), eine energische Herrschernatur, fand das Reich der Auflösung nahe. In weiten Bezirken Chusistans und Arabiens tobten die Châridschiten, Mekka hielt Abdallah ibn es Sobeir, in Kufa war an der Spitze der Schiiten ein Pseudoprophet, Muchtâr, aufgestanden. Zum Glück geriet dieser mit Ibn es Sobeir in Streit, dessen Bruder Muß'ab ihn 687 vernichtete. Die Unruhen in Syrien stillte Abd el Malik selbst, schlug dann den Muß'ab 690 und ließ durch seinen Feldherrn Haddschadsch ibn Jußuf 692 Mekka einnehmen, wobei Abdallah fiel. Als Statthalter des Ostens stiftete Haddschâdsch in Kufa und Basra Ordnung; die Empörungen im Osten fanden erst 703 ein Ende: damit war die Einheit des islamischen Reiches wiederhergestellt. Abd el Malik ließ zuerst (694) arabische Münzen prägen, machte die arabische Sprache zur ausschließlichen Kanzleisprache und begünstigte die Künste.
   Unter Abd el Maliks Sohn Welîd I. (705715) erhob sich die arabische Macht zur höchsten Blüte. Welîds Feldherren siegten in drei Weltteilen. Koteiba focht siegreich in Turkistan und Transoxanien (706715). Mohammed ibn Kâßim unterwarf Sind und Pandschab, Maslama, des Kalifen Bruder, focht in Kleinasien siegreich. Meyers Mußa ibn Noßair (s. d.) vollendete die Eroberung Nordafrikas bis zum äußersten Westen; sein Unterbefehlshaber Meyers Tarik (s. d.) setzte 711 nach Spanien über, schlug die Goten, und bis 713 war der größte Teil der Halbinsel in den Händen der Muslims. Welîds Bruder Suleimân (715717) war ein Despot. In seine Regierung fällt die anderthalbjährige, erfolglose Belagerung Konstantinopels. Sein Vetter und Nachfolger, der fromme Omar II. (717720), beging große politische Fehler, insbes. indem er die Feinde der Dynastie, die Aliden und in Verbindung mit ihnen die Abbasiden (s. Meyers Abbas 1), wieder aufkommen ließ. Unter seinem Nachfolger Jezîd II. (720724), dem Bruder Suleimâns, wurde das Reich wieder von Aufständen heimgesucht, während der Kalif ein üppiges Leben zu Damaskus führte. Seinem Bruder und Nachfolger Hischâm (724743) gelang es noch einmal, das Reich einigermaßen in Ordnung zu bringen, obwohl die zunehmende geheime Propaganda der Aliden und Abbasiden sich schon in gefährlichen Aufständen Luft machte. Durch Karl Martells Sieg bei Tours (732) wurde den Fortschritten der Araber im Westen ein Ziel gesetzt. Der wollüstige und grausame Welîd II. (743 bis 744), Sohn Jezîds II., wurde nach einjähriger Herrschaft gestürzt und getötet. Sein Nachfolger Jezîd III., Sohn Welîds I., starb in dem Jahre seiner Erhebung, und dessen Bruder Ibrahîm wurde 744 von Merwân, dem Enkel Merwâns I., gestürzt. Mit diesem, Merwan II. (744750), erreichte die Herrschaft der Omaijaden in Asien ihr Ende. Offen traten die Abbasiden, unterstützt von den Aliden, gehoben durch das erwachte Nationalgefühl der islamisierten, doch araberfeindlichen Perser, gegen Merwân auf. Der Abbaside Ibrahîm ward in Chorasan als Herrscher ausgerufen. Ibrahîm selbst wurde zwar 748 von Merwân gefangen genommen, aber sein Bruder Abul Abbas ließ sich 749 in Kufa als Kalif huldigen. In blutiger Schlacht am Fluß Zab wurde Merwân II. geschlagen, nach Ägypten verfolgt und dort 750 getötet. Der blutdürstige Oheim des Abul Abbas, Meyers Abdallah (s. d. 2), rottete durch eine schonungslose Verfolgung die Omaijaden aus; nur wenige entkamen nach Spanien, wo Abd er Rahmân, Enkel des Kalifen Meyers Hischâm (s. d.), eine selbständige Herrschaft gründete. Mit dem Geschlechte der Omaijaden war die Herrschaft der Araber als Nation dahin.

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Abul Abbas (749754) befestigte seine Herrschaft durch blutige Ausrottung seiner Gegner, daher Saffâh (»Blutvergießer«) genannt. Sein Bruder Abu Dscha'afar (754775), gewöhnlich el Manßûr (s. d., »der Siegbegabte«, bei den Abendländern Almansor) genannt, war einer der grausamsten, aber auch einer der größten Herrscher, die es je gegeben hat. Er befestigte die Dynastie durch Verfolgung ihrer Gegner, insbes. der durch ihre Beiseiteschiebung erbitterten Aliden und der extrem nationalen Richtungen unter Persern und Arabern; die Gemäßigten suchte er zu einigen, wie er denn seine Hauptstadt in das Grenzgebiet zwischen beiden Völkern, nach dem 762 gegründeten Bagdad, verlegte. Diese Tendenz seiner Herrschaft verkörperte sich auch in der intelligenten Ministerfamilie der aus Ostpersien stammenden Meyers Barmekiden (s. d.). Sie brachte das Reich zu hoher Blüte, die, durch die nicht seltenen Aufstände der Gegner wenig gestört, auch noch unter seinem Sohne Mahdi (775785) und seinen Enkeln Hâdi (785786) und Harun al Raschîd (786 -S09, s. d.) andauerte. Doch zeigte die Regierung des letztern schon Spuren des Verfalles, seit er 803, wohl aus Eifersucht, die mächtigen Barmekiden gestürzt hatte. Selbst kein bedeutender Herrscher, vermochte er die zunehmenden Aufstände nur unvollkommen zu unterdrücken; dazu legte er durch die letztwillige Teilung des Reiches unter seine Söhne Emîn (809813) als K. und Beherrscher des Westens und Mamûn als Statthalter der Ostprovinzen den Keim zum Bürgerkrieg, in dem Emîn, von Mamûns Feldherrn Tahir geschlagen, umkam. Mamûn (813 bis 833), ein nicht untüchtiger Fürst, stellte die Ordnung leidlich her und trug durch Förderung geistiger Bestrebungen zum Aufblühen der wissenschaftlichen Tätigkeit bei, wodurch die Araber (oder vielmehr die arabisch schreibenden Muslims aller Nationen) die Vermittler zwischen der griechischen und der abendländischen Kultur geworden sind. Allerlei Mißverhältnisse während seiner Regierung hatten ihren Grund in theologischen Differenzen, da Mamûn als Beschützer der freisinnigen Richtung in der Theologie auftrat und deren Fassung des Dogmas zur Staatsreligion erhob. Sein Bruder Mo'taßim (833842) verlegte wegen der steten Unruhen in Bagdad die Residenz nach Samarra am Tigris und errichtete eine starke Leibwache aus türkischen Sklaven (Mamelucken). Sein Sohn Wathik (842847) vermehrte den überall glimmenden Haß durch Habgier und Verfolgung der Orthodoxen. Sein Bruder, der von der Leibwache zum Kalifen erhobene Mutawakkil (847861), suchte durch Abschaffung des Dogmas Mamûns und Verfolgung der freisinnigen Theologen sich die Unterstützung der beim Volk einflußreichen Orthodoxie zu sichern, war aber als Herrscher wollüstig und grausam. Sein eigner Sohn Muntaßir verschwor sich gegen ihn mit der türkischen Leibwache und ließ ihn umbringen, starb aber selbst, wahrscheinlich an Gift, schon 862.
   Mehr und mehr wurde das Reich durch Bürgerkriege der Auflösung entgegengeführt. Unter den folgenden, meist durch die Leibwache auf den Thron gehobenen K.: Musta'în (bis 866), Mo'tazz (bis 869), Muhtadi (bis 870), Mo'tamid (bis 892), Mo'tadhid (bis 902), Muktafi (bis 908), Moktadir (bis 932), Kahir (bis 934), Râdhi (bis 940), Muttaki (bis 944) erhoben sich auf allen Seiten Statthalter, die sich bei der meist schwachen Regierung der in ein üppiges Genußleben versunkenen K. von diesen unabhängig machten. So behaupteten sich mit mehr oder weniger Glück die Meyers Aghlabiden (s. d.) in Westafrika, die Tuluniden (s. unten) in Ägypten, die Meyers Hamdaniden (s. d.) in Nordsyrien, die Meyers Saffariden (s. d.) in Persien, die Meyers Samaniden (s. d.) in Chorasan, die Aliden in der Umgebung des Kaspischen Meeres, während große Teile des Reiches von den Sekten der Meyers Ismaëliten (s. d.), Meyers Karmaten (s. d.), Meyers Fatimiden (s. d.) unterwühlt wurden. Als der Kalif Mustakfi 944 zur Regierung kam, beschränkte sich sein Gebiet auf die Stadt Bagdad. Diese Schwäche benutzte 946 das Haupt der Meyers Bujiden (s. d.), Mo'izz ed Daula, um Bagdad zu erobern; der Kalif wurde geblendet, und der zu seinem Nachfolger erhobene Motî', der Bruder Mustakfis, wurde auf die geistliche Würde beschränkt, während die Bujiden die Würde des weltlichen Herrschers ausübten. So aller Macht beraubt, blieben die K. die Puppen der Bujiden, bis diese 1055 den Seldschuken weichen mußten. Das bedeutungslose Kalifat dauerte fort, bis es während des Verfalles der Seldschukendynastie einigen K. gelang, das Gebiet von Bagdad als selbständiges Fürstentum zurückzuerhalten. Dies beherrschten die K., bis Hulagu, der Enkel Dschengis-Chans, mit seinen wilden Horden Bagdad eroberte (1258); 40 Tage lang wurde geplündert, 200,000 Menschen wurden getötet, unter ihnen Musta'aßim, der letzte abbasidische Kalif. Ägypten war eine der ersten Provinzen des Kalifats, die sich von ihm losrissen. Den ersten Versuch machte der Statthalter Ahmed, Sohn des Tulun, eines ehemaligen türkischen Sklaven, der nur noch dem Namen nach unter abbasidischer Oberherrschaft stand (869). Die Schlacht bei Fostât (904) brachte zwar Ägypten nochmals unter das arabische Kalifat, aber die Dynastie der Ichschididen, von Mohammed Ichschîd, einem Ferghaniten, gestiftet, behauptete sich von 934969 wieder selbständig auf dem ägyptischen Throne. Die zunehmende Schwäche dieser Familie machte es den Meyers Fatimiden (s. d.) leicht, auch Ägypten und Syrien in ihre Gewalt zu bringen; Mo'izz zog 973 als Kalif in die neuerbaute Hauptstadt. Kairo ein. Es folgte eine Zeit des Aufschwunges für Ägypten; aber seit Meyers Hâkim (s. d.) geriet die Herrschaft in die Hand der Wesire. Wesir Afdal eroberte 1098 Jerusalem, verlor es aber schon 1099 wieder an die Kreuzfahrer. Unter den folgenden Fatimiden nahm die Verwirrung immer mehr zu. Ordnung in Ägypten schuf erst Saladin, der sich 1170 der Herrschaft bemächtigte und den Titel Sultan von Ägypten annahm. Er begründete die Dynastie der Ejjubiden, die 1250 von den Mamelucken gestürzt wurde. Nach der Zerstörung Bagdads durch die Mongolen 1258 stellten die Mamelucken einen nach Ägypten entkommenen Abbasiden als Scheinkalifen auf. Der letzte mußte bei der Eroberung Ägyptens durch die Osmanen 1517 den Kalifentitel an den Türkensultan abtreten (s. Kalifat), der ihn bis heute führt und damit die geistliche Oberherrschaft über die sunnitischen Muslims beansprucht. Von andern muslimischen Dynastien haben den Kalifentitel geführt die spanischen Omaijaden (s. Spanien [Geschichte] und Abd er Rahmân), die Meyers Almohaden (s. d.) und einige kleinere spanische und westafrikanische Dynastien.
   Vgl. Weil, Geschichte der K. (Bd. 13, Mannh. 184651; Bd. 4 u. 5: Geschichte des Abassidenkalifats in Ägypten, Stuttg. 186062); v. Kremer, Kulturgeschichte des Orients unter den K. (Wien 1875 bis 1876, 2 Bde.); A. Müller, Der Islam im Morgen-

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und Abendland (Berl. 188587, 2 Bde.); Muir, The Caliphate, its rise, decline, and fall (3. Aufl., Lond. 1899); Le Strange, Bagdad during the Abbasid caliphate (Oxford 1900); Wellhausen, Das arabische Reich und sein Sturz (Berl. 1902, behandelt nur die Omaijaden).
 
Artikelverweis 
Kalifornien (California, vom span. Caliente Fornalla, »heißer Ofen«, abgekürzt Cal.), einer der namhaftesten Staaten der nordamerik. Union, nächst Texas der größte, zwischen 32°32'42° nördl. Br. und 114°20'124°25' westl. L., von N. nach S. 1100 km lang, von W. nach O. 3300 km breit, grenzt nördlich an Oregon, östlich an Nevada und Arizona, südlich an Mexiko, westlich an den Stillen Ozean und hat 410,140 qkm Fläche. S. Karte »Vereinigte Staaten, westliche Hälfte«.
   Das Land zerfällt der Bodengestalt nach in vier natürliche Abschnitte: die Küstengebirgsregion, etwa ein Drittel des Ganzen, das Sacramento- und San Joaquintal, ungefähr ein Fünftel, die Sierra Nevada und das östlich davon gelegene Beckenland einschließlich der Mohave- und Coloradowüste. Indem sich die Küstenketten am Tehachipipaß mit der Sierra Nevada zusammenschließen, gliedert sich auch das südliche Drittel als Südkalifornien in sehr bestimmter Weise vom übrigen ab. Im N. bewirkt ein ähnlicher Zusammenschluß beider Gebirgszüge (am Mount Shasta und in den Siskiyon Mountains) die Abgrenzung von Oregon. Die 1750 km lange Küste ist beinahe durchgängig Steil- und Klippenküste und arm an guten Häfen. Neben der Bai von Meyers San Francisco (s. d.), die einen der herrlichsten Häfen der Welt bildet, dienen dem größern Verkehr nur die Humboldtbai und die Bai von San Diego. Unfern der Küste liegen einige als Schafweiden benutzte oder nur von Seelöwen, Ottern etc. bewohnte Inseln (Santa Rosa, Santa Cruz, Santa Catalina u. a.). Die Küstenketten (Coast Ranges, s. d.) erreichen im Grizzly Peak der südkalifornischen San Bernardino Mountains 3575 m, im Mount San Antonio der San Gabriel Mountains 2724 m, im Santa Lucia Peak 1606 m, im Mount Hamilton 1356 m, im Mount Helena 1325 m, im Mount Courtney 2480 m und sind teils aus Granit, teils aus kretazeischem und tertiärem Sandstein und Konglomerat zusammengesetzt. Auf der Höhe meist mit dichtem Gestrüpp (Chaparral) an den untern Gehängen, besonders im N. mit stattlichen Rotholzbeständen bedeckt, bilden sie einen schwer übersteiglichen, mehrfachen Wall zwischen der Küste und dem Innern, durch den die San Francisco- nebst der San Pablobai als die einzige große Durchgangspforte dient. Die eingeschlossenen Längstäler (Santa Claratal, Salinastal, Napatal u. a.) sind ebensohlig und wenig über den Meeresspiegel erhoben, sie trugen von Natur parkartige Steppe, haben sich aber, z. T. durch künstliche Bewässerung, als sehr anbaufähig und fruchtbar erwiesen, so daß in ihnen eine große Zahl der reichsten Wein- und Fruchtfelder liegen. An Mineralschätzen bieten die südkalifornischen Ketten bei Los Angeles, Santa Barbara, Coalinga etc. große Petroleumvorräte, die mittelkalifornischen bei New Almaden, New Idria, Redington etc. mächtige Quecksilberlager, die nördlichen Goldseifen und Kupfer. Die mittlern enthalten überdies, besonders in der Gegend des Clear Lake, zahlreiche Geifer und Schwefelbänke. Auch das große kalifornische Haupttal ist beinahe vollkommen ebensohlig, mit schwacher Neigung von N. und S. gegen die Mitte, wo es an der Suisunbai zur Ebene des Meeresspiegels hinabsinkt. Der Tularesee im S. liegt 120 m, Tehama im N. 67 m, Sacramento 9 m ü. M. Der Talboden wird aus bis 1000 m mächtigen tertiären Schuttmassen gebildet, und im S. ist er unter dem Einfluß eines sehr trocknen Klimas und teilweiser Abflußlosigkeit stark mit alkalischen Salzen durchsetzt und ursprünglich ebenfalls nur mit dürren Steppen und einzelnstehenden Lebenseichen bestanden, die Kultur hat ihn aber auf weiten Strecken in ergiebiges Acker-, Garten- und Weideland verwandelt. Am Unterlauf des Sacramento und San Joaquin sowie der Suisunbai liegen weite Riedgrassümpfe. Der erstere Strom ist bis zur gleichnamigen Stadt, der letztere bis Stockton für stattliche Dampfer schiffbar. Der 750 km lange Gebirgszug der Sierra Nevada ist einer der gewaltigsten von Nordamerika, im Mount Whitney 4541 m, im Mount Williamson 4405 m, in zahlreichen andern Gipfeln erheblich über 4000 m hoch, und im S. nur auf einigen Saumpfaden (Keasargepaß 3670 m, Monopaß 3282 m), weiter im N. auf wenigen schlechten Fahrstraßen (Sonorapaß 2934 m, Lutherspaß 2286 m) zu queren. Die Zentral-Pacificbahn überwindet die Sierra im 2409 m hohen Donner- oder Truckeepaß, unter Anwendung eines 60 km langen Schneeschutzdaches, weil sich öfters bis 20 m mächtige Schneewehen aufhäufen. Die Südpacificbahn liegt im Tehachipipaß, am Südende des Gebirges, 1180 m ü. M. Die herrschenden Sierragesteine sind Granit, Diorit und Quarzschiefer, im N. gutenteils von Andesit- und Basaltlava überflossen und entlang den Stromtälern von ausgedehnten tertiären und jüngern Schotterbänken überlagert, in denen die berühmten kalifornischen Goldseifen (Placers) enthalten waren und z. T. noch erhalten sind. Den Schiefer durchziehen mannigfaltige reiche Erzgänge, darunter der berühmte »Mother Lode«, an den sich der kalifornische Bergbau zurzeit in erster Linie knüpft. Der natürliche Pflanzenwuchs war in der Fußhügelregion spärlich, ist aber teilweise durch Obstpflanzungen und Getreidefelder ersetzt worden. In der Höhe von 1000 m ü. M. gelangt man aber aus den lichten Hainen von Eichen, Graukiefern und Manzanitesträuchern (Arctostaphylus) in das Gebiet der Riesenzedern (Thuja gigantea), Riesentannen (Abies grandis), Douglasfichten (Pseudotsuga douglasii), Zuckerkiefern (Pinus lambertiana) und Sequoien (Sequoia gigantea), das den größten Teil des eigentlichen Gebirges einnimmt und eine herrliche Zierde sowie eine wichtige Hilfsquelle des Landes bildet, während Alpenmatten bei der Regenarmut des Sommers fehlen und die Viehzucht daher keine guten Bedingungen in der Sierra hat. Ewigen Schnee und kleine Gletscher tragen nur die Nordseiten weniger Gipfel, dagegen ist die Decke von Winterschnee allenthalben sehr mächtig. Besonders das Westgehänge der Sierra, das viel weniger steil ist als das Ostgehänge, wird von tiefen Schluchten und Tälern durchzogen, von denen viele wegen ihrer erhabenen Schönheit berühmt sind und stark besucht werden (so namentlich das Yosemitetal mit seinen hohen Wasserfällen). Sehr zahlreich sind auch schöne Gebirgsseen, wie der 1900 m ü. M. gelegene, 530 qkm große und gegen 600 m tiefe, dunkelblaue Tahoesee, der 1945 m hohe, 226 qkm große und 46 m tiefe Monosee, der Donnersee, der Webbersee u. a. Das Beckenland östlich von dem Steilabsturze der Sierra Nevada wird in nordsüdlicher Richtung von mehreren hohen Gebirgsketten durchzogen, neben denen tiefe Längstäler liegen. Die bis 4345 m hohe White Mountainskette, die 3403 m

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hohe Inyokette, vor allem aber die im Mount Davidson mit 3028 m gipfelnden Washoe Mountains bestehen aus paläozoischen und eruptiven Felsarten und sind sehr erzreich (die Washoe Mountains durch den gewaltigen Gold- und Silbererzkörper des Comstockganges, dem 185987 für 810 Mill. Mk. Gold und für 537 Mill. Mk. Silber entnommen werden konnten). Von den Tälern liegt das Owental am Owensee 1087 m ü. M., das Mohavebecken sinkt aber am Salton Lake 81 m und das Todestal an den Bennettquellen sogar 146 munter den Meeresspiegel. In ihnen finden sich mächtige Borax- und Salzablagerungen, die sich durch Ausblühung z. T. beständig erneuern, so daß sie durch Abbau kaum erschöpft werden können. Das Pflanzenkleid der Täler ebenso wie der Bergketten ist aber äußerst spärlich: Baum-Yucca, Kreosotsträucher, Felsengebirgswacholder u. dgl., und ausgedehnte Strecken sind kahle Ton-, Sand- oder Felswüsten. Etwas besserer Holz- und Weidewuchs findet sich nur entlang den Gebirgsbächen und Strömen, namentlich wo man künstliche Bewässerungsanlagen geschaffen hat, so besonders im Owental. Die Bergketten von Südkalifornien tragen auf ihren Rücken bessern Wald, besonders Eichen und Fichten, und ermöglichten durch ihren größern Quellenreichtum zugleich die Anlage großer Staubecken zur künstlichen Bewässerung. Das Bear-Valley-Reservoir in den San Bernardino Mountains speichert allein 76 Mill. cbm Wasser auf. Die anliegenden Täler, wie das San Bernardinotal, das San Gabrieltal, das Santa Anatal u. a., die ursprünglich auch nur dürre Schafweide hervorbrachten, verwandelten sich dadurch großenteils in herrliche Südfruchtgärten, in denen große Mengen von Orangen, Oliven, Mandeln, Feigen sowie auch Walnüsse, Pfirsiche, Aprikosen und Wein erzeugt werden.
   Hinsichtlich des Klimas besteht ein großer Unterschied zwischen dem Süden und Norden, noch mehr aber zwischen der Küste und dem Innern. Die südliche Küstengegend hat mäßig warme Sommer und außerordentlich milde Winter (San Diego mit 19,5° im Juli und 12° im Januar), dabei aber öfters empfindliche Temperaturschwankungen innerhalb eines und desselben Tages; die mittlere Küstengegend hat kühle und wechselvolle, die nördliche geradezu rauhe Sommer, aber ebenfalls milde Winter (San Francisco 14,6° im Juli, 10,1° im Januar und 13,2° im Jahresmittel). Im kalifornischen Haupttal, ebenso wie in den Tälern des Küstengebirges und des Großen Beckens sind die Sommer sehr heiß und die Winter vielfach kalt. So hat Fresno an vielen Julitagen 4045°, im Mittel dieses Monats aber 27,5° und im Mittel des Januars 6,9° (an manchen Tagen -6°), während Salton und Volcano Springs, im Mohavebecken, mit 37,5 und 37,7° als Julimittel und mit 4553° an vielen Julitagen, zu den heißesten Orten der Erde zählen und in den östlichen Tälern der Sierra Nevada im Januar -30° nicht unerhört sind. An Regen, bez. Schnee ist nur die nördliche Küstengegend und das höhere Gebirge reich (San Francisco mit 573 mm Niederschlägen, Eureka an der Humboldtbai mit 1128 mm, Summit im Truckeepaß mit 1165 mm im Jahr). Der Süden und das Innere sind ausgesprochen regenarm (San Diego 122 mm, Fresno 234 mm, Keeler im Owental 69 mm, Volcano Springs 43 mm). Im allgemeinen bringt übrigens nur der Winter Niederschläge, der Sommer ist im größten Teile des Gebiets vollkommen regenlos. An der Küste, bis 35 oder 40 km landein, sind aber schwere Nacht- und Morgennebel im Sommer wie im Winter außerordentlich häufig. An der nördlichen Küste herrschen auch häufig sehr starke Winde. Dagegen sind Gewitter selten.
   Die ursprüngliche Pflanzenwelt Kaliforniens weicht von derjenigen des nordamerikanischen Ostens sehr stark ab, vor allem durch die genannten riesenhaften Koniferen. Sequoia gigantea, die größte Konifere der Erde, mit über 10 m Stammesdurchmesser und über 100 m Höhe, bildet nur noch wenige Bestände in der Sierra Nevada (den Calaverashain, den Mariposahain u. a.), während Sequoia sempervirens (der Rotholzbaum) im Küstengebirge noch weit verbreitet ist. Andre Charakterpflanzen sind: immergrüne Eichen (Quercus lobata und Q. chrysolepis), die Madroña (Arbutus menziesii), der kalifornische Lorbeer (Umbellularia californica), der westliche Cinquapin (Castanopsis chrysophylla), der kalifornische Lilac (Ceanothus), der kalifornische Mohn (Eschscholtzia californica) u. a., in der Wüste aber die kalifornische Palme (Washingtonia filifera), der dornige Palo Verde (Parkinsonia torreyana), die Baum-Yucca (Yuca arborescens) und andre sukkulente Formen, die nach Mexiko hinüber weisen. Von den Menschen sind außer den europäischen Nutzpflanzen namentlich auch zahlreiche australische Eukalypten und Grevilleen eingeführt worden. Was die Tierwelt anlangt, so boten die ursprünglichen Säugetiere nur wenige abweichende Formen: das Katzenfrett (Bassaris astuta), das eichhörnchenähnliche Sewellel (Haplodon), die Seeotter (Enhydris californica); zahlreichere die Vogelwelt: einen Kondor (Sarcorhamphus californianus), ein Chaparralhuhn (Geococcyx californianus), mehrere Rebhühner von der Gattung Oreortyx u. a. Schlangen, darunter verschiedene Klapperschlangen (Crotaphytus), und Schwanzlurche sind stark vertreten. Am schärfsten ist die kalifornische Tierprovinz aber durch ihre Weichtiere vom übrigen Nordamerika verschieden. Ihre Süßwasserperlmuscheln sind den europäisch-asiatischen näher verwandt als denjenigen des Mississippigebiets.
   Die Einwohnerzahl von K., die 1850, als es Unionsstaat wurde, erst 92,597 betrug, wuchs bis 1860 auf 379,994, bis 1880 auf 864,694 und bis 1900 auf 1,485,053 (820,531 männliche, 664,522 weibliche, 1,402,727 Weiße, 11,045 Neger und Mulatten, 15,377 Indianer, 45,753 Chinesen und 10,151 Japaner). Im Ausland waren 367,240 geboren, darunter 72,449 in Deutschland. Die Zahl der Chinesen (1890: 72,472), die ein nützliches und fleißiges, aber verhaßtes Arbeiterelement bilden, hat durch beschränkende Gesetze sehr abgenommen. Die katholische Kirche ist vertreten durch einen Erzbischof und zwei Bischöfe, die anglikanische durch drei Bischöfe, die methodistische durch einen Bischof. Nach der Verfassung hat jeder Distrikt eine öffentliche Schule sechs Monate im Jahre zu unterhalten. Die öffentlichen Schulen hatten 1902: 8072 Lehrer und 278,330 Schüler. Daneben bestanden 12 höhere Lehranstalten mit 598 Dozenten und 3530 männlichen und 2145 weiblichen Studierenden. Die vornehmsten sind die Universität von K. in Meyers Berkeley (s. d. 2) und die mit 20 Mill. Doll. gestiftete Leland Stanford-Universität in Palo Meyers Alto (s. d.). 1902 erschienen 684 Zeitungen.
   Erwerbszweige. Bei der wechselnden Bodengestalt und der Erstreckung durch mehr als acht Breitengrade bietet K. überaus mannigfaltige Vorbedingungen für das Wirtschaftsleben. Schöner Hochwald nimmt nur etwa 18 Proz. der Fläche ein, Strauch-

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und Gestrüppwald (Chaparral) 27 Proz.; anbaufähig sind kaum mehr als 25 Proz., in Farmbesitz eingeschlossen (1899) 11,5 Mill. Hektar oder 28,8 Proz., auf irgend eine Weise in Kultur genommen (improved) 4,8 Mill. Hektar oder 12 Proz., als Acker- oder Gartenland bestellt 2,8 Mill. Hektar oder 7 Proz. 400,000 Hektar wurden, besonders im San Joaquintal und in Südkalifornien, künstlich bewässert. Dem Getreidebau waren 1,6 Mill. Hektar eingeräumt, mit einer Gesamternte von 69,1 Mill. Bushels im Werte von 33,7 Mill. Doll., dem Weizenbau 1,1 Mill. Hektar (mit 36,5 Mill. Bushels Ernte), dem Gerstenbau 410,000 Hektar (mit 25,1 Mill. Bushels), dem Maisbau nur 21,000 Hektar (mit 1,5 Mill. Bushels). Eigentliches Südfruchtkulturland gab es 48,000 Hektar, mit einem Ertrag an Orangen, Zitronen, Oliven, Feigen u. dgl. im Werte von 7,2 Mill. Doll., sonstiges Obstland 139,000 Hektar mit 14,5 Mill. Doll. Ertrag, Weinland 53,000 Hektar mit 5,6 Mill. Doll. (721,4 Mill. Pfd.) Ertrag an Trauben und 3,9 Mill. Doll. (19 Mill. Gallonen) an gekeltertem Wein. In den Orangenpflanzungen, die bis in die Gegend des Mount Shasta nordwärts reichen und ungefähr die Hälfte des Südfruchtareals einnehmen, zählte man 1889: 1,154,000,1899 aber 5,649,000 tragende Bäume, in den Olivengärten (1/11 des Südfruchtareals) 1889: 278,000,1899: 1,5 Mill., in den Mandelbaumanlagen (1/6 des Areals) 1889: 660,000,1899: 1,6 Mill. Ferner gab es 1899: 7,5 Mill. tragende Pfirsichbäume (mit 8,3 Mill. Bushels Ertrag), 4,2 Mill. Aprikosenbäume (mit 2,5 Mill. Bushels), 2,9 Mill. Apfelbäume (mit 3,5 Mill. Bushels), 2,5 Mill. Birnbäume (1,9 Mill. Bushels), 9,8 Mill. Pflaumenbäume (5,5 Mill. Bushels), 700,000 Kirschbäume (320,000 Bushels) und 700,000 Walnußbäume (mit 10,6 Mill. Pfd. Ertrag). Die Zahl der Weinstöcke, von denen manche viele Zentner Trauben tragen (ein Stock bei Santa Barbara angeblich 120 Ztr. in einem Jahre), betrug 1900: 90,7 Mill. Gutenteils ist der Weinbau in der Hand von Deutsch-Amerikanern, und rheinische sowie französische Reben werden seit den 60er Jahren des 19. Jahrh. besonders im Napa-, Sonoma- und Santa Claratal kultiviert, spanische und portugiesische Reben im Los Angeles-, San Gabriel-, San Bernardino-, San Diego- und San Joaquintal, nordamerikanische Reben dagegen (fast ausschließlich zur Tafeltraubengewinnung) im Sacramentotal. Die Rosinenbereitung ist namentlich im San Joaquintal (bei Fresno) im Schwange, die Dörrobstbereitung beinahe allenthalben, besonders aber im Santa Claratal. Von sonstigen Zweigen der Bodenkultur ist noch der Hopfenbau (1899: 2800 Hektar und 10,1 Mill. Pfd.) und der Zuckerrübenbau (16,000 Hektar und 86,7 Mill. Pfd. Zucker) hervorzuheben. Die Viehzucht hat vor allem gute Pferde aufzuweisen, 1900 mit einem Bestand von 515,464 Stück. Dazu gab es 88,252 Maultiere, 2787 Esel, 1,479,218 Rinder (wovon 326,756 Milchkühe), 2,581,584 Schafe und 622,365 Schweine. Die Molkerei erzielte 153,7 Mill. Gallonen Milch, 20,9 Mill. Pfd. Butter und 4,2 Mill. Pfd. Käse, während die Wollschur 13,7 Mill. Pfd. ergab. Sehr schwungreich wird auch die Bienenzucht betrieben, die 1899: 3,7 Mill. Pfd. Honig und 115,000 Pfd. Wachs erzeugte. Die Straußenzucht hat bei Los Angeles einen gewissen Erfolg zu verzeichnen, die Seidenraupenzucht bei San Diego. An der pazifischen Küsten- und Hochseefischerei, die 1899 mit 309 Schiffen und 28,208 Personen einen Fang im Werte von 13,7 Mill. Doll. erzielte, hat K. ebenfalls den Hauptanteil. Sehr glänzend hat sich der Bergbau entwickelt, der lange den Hauptwirtschaftszweig des Staates bildete und seit den berühmten Goldfunden bei der Suttermühle des American River (18481902) für 1460 Mill. Doll. oder 60 Proz. von der gesamten Ausbeute der Union an Gold ergeben haben soll. 1850 wurde die Zahl der Goldgräber auf 50,000,1852 auf 100,000 geschätzt, während die Ausbeute sich 1848 auf 5 Mill. Doll., 1849 auf 22 Mill., 1850 auf 59 Mill. und im Durchschnitt der Jahre 18501859 jährlich auf 61 Mill. Doll. belief. Dann erschöpften sich verschiedene reiche Seifen, und der 1851 begonnene Goldgangabbau hat den Ausfall niemals völlig gedeckt. Immerhin wurden 1863 noch 50 Mill. Doll. erzielt, 1865 noch 35 Mill. und 186675 im Jahresdurchschnitt noch 23,5 Mill., 187685 noch 17 Mill. Doll. Erst 1898 hat sich K. (18931902 noch mit 15,5 Mill. Doll. durchschnittlicher Jahresförderung) von Colorado und Alaska überflügeln lassen. 1902 wird die Förderung wieder auf 16,8 Mill. Doll. bewertet, was gegen die Vorjahre eine Zunahme bedeutet, hauptsächlich durch die Fortschritte des Gangabbaues in der großartigen Erzzone des Mother-Lode. Der Silberbergbau, der sich vorwiegend an die genannten Beckenketten (Basin Ranges) knüpft, ergab in den besten Jahren (1883) 3 Mill. Doll., 1902 aber 0,5 Mill. und insgesamt (bis 1902) 52 Mill. Doll. Quecksilber gewann man 18501902 für 75 Mill. Doll., 1877: 79,000 Flaschen, 1902: 29,500 Flaschen, so daß K. zurzeit noch annähernd 30 Proz. zur Gesamtproduktion der Erde beiträgt. Die Kupferförderung wurde erst neuerdings namhaft, besonders in der mittlern Sierra Nevada und in den Trinity Mountains, 1902 stand K. aber mit 29,5 Mill. Pfd. im Werte von 4,7 Mill. Doll. innerhalb der Union nur Montana, Michigan und Arizona nach. Die Borax- und Borsäuregewinnung bewertete sich 1902 auf 2,2 Mill. Doll. Die kalifornischen Petroleumquellen endlich lieferten 1876 nur 12,000 Faß, 1895 aber 1,2 Mill., 1899: 2,7 Mill. und 1902: 14,4 Mill. Faß, sie sind also zurzeit der ansehnlichste Bodenschatz des Staatsgebiets nächst dem Golde. Die Kohlenförderung (1902: 88,460 Ton.) ist unbedeutend.
   Die Industrie wird am meisten durch die ausgiebigen Wasserkräfte gefördert, welche die Sierra Nevada und andre Gebirge bieten, und die durch elektrische Transmission bis in Fernen von 350 km geleitet werden. 1900 gab es im ganzen 12,582 Betriebe mit 91,047 Arbeitern und für 302,874,761 Doll. Erzeugnisse. Besonders hervorragend waren: Fabrikation und Raffinerie von Zucker (13 Betriebe, 1828 Arbeiter und für 19,409,994 Doll. Erzeugnisse), Sägeholzindustrie (313 Betriebe, 5806 Arbeiter, 13,764,647 Doll.), Versandschlächterei (23 Betriebe, 660 Arbeiter, 8,232,680 Doll.), Müllerei (124 Betriebe, 857 Arbeiter, 13,100,944 Doll.), Konservenindustrie (136 Betriebe, 7486 Arbeiter, 13,081,829 Doll.), Gerberei (45 Betriebe, 1454 Arbeiter, 7,405,981 Doll.) etc. Der Handel ist ausgedehnt. Außer den drei Pacificbahnen gibt es zahlreiche andre; 1902 betrug die Gesamtlänge aller Bahnen 8998 km. Die Handelsflotte bestand 1900 aus 896 Schiffen von 321,889 T., wovon 306 Dampfer mit 165,340 T. Mit Ostasien und Australien ist K. von San Francisco aus durch regelmäßigen Postdampferverkehr verbunden.
   Die Verfassung gibt das Wahlrecht jedem männlichen Bürger, der 21 Jahre alt ist und ein Jahr im

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Staat gelebt hat (seit 1871 auch den Negern, aber nicht Chinesen und Indianern). Die vollziehende Gewalt liegt in den Händen eines auf vier Jahre vom Volke gewählten Gouverneurs. Die gesetzgebende Gewalt wird ausgeübt von einem Senat und einer Assembly. Die 40 Senatoren werden auf vier Jahre, die 80 Abgeordneten auf zwei Jahre gewählt. In den Senat der Union entsendet K. 2, in das Repräsentantenhaus 8 Mitglieder; bei der Präsidentenwahl hat es 9 Stimmen. Die richterliche Gewalt wird von einem Obergericht (7 Mitglieder), Kreis- und Grafschaftsgerichten ausgeübt. Die Richter werden vom Volk auf 4,6 oder 12 Jahre gewählt. Das gesamte steuerbare Eigentum wurde 1902 auf 1,228,292,457 Doll. geschätzt, wovon 942,353,309 auf Grundbesitz, 47,711,755 Doll. auf Eisenbahnen entfielen. Eingeteilt wird K. in 57 Grafschaften. Sitz der Regierung ist Sacramento.
   [Geschichte.] Bereits 1532 erreichte eine von Cortez ausgesandte Expedition die Halbinsel Niederkalifornien (jetzt zu Mexiko gehörig), deren Ost- und Westküste Fernando de Ulloa 1538 besuchte und das Land 1602 für Spanien in Besitz nahm; erst 1768 geschah dasselbe mit Oberkalifornien (Alta California) oder Neukalifornien, dem jetzigen Staate K. Die Jesuiten und nach ihnen die Franziskaner hatten die Kolonisation mit großem Erfolge geleitet. Als aber 1833 die republikanische Regierung die Säkularisation der blühenden Missionsstationen dekretierte, verließen die Missionare das Land, und die Indianer fielen allmählich wieder in ihre alte Barbarei zurück. Die Regierung von Mexiko tat nichts für das Land, und die Ansicht, daß das Wohl desselben die Trennung von Mexiko erheische, gewann immer mehr Boden. In diesem Sinne sprach sich eine 1846 nach Monterey einberufene Junta aus; nur war man unentschieden darüber, ob dem Anschluß an die Vereinigten Staaten oder an einen europäischen Staat der Vorzug gebühre. Da griffen die Vereinigten Staaten ein. Fast gleichzeitig erschienen in K. 1846 Fremonts »Forschungsexpedition« und ein Geschwader von Kriegsschiffen; die im Land ansässigen Amerikaner griffen zu den Waffen, überwältigten den Widerstand der Kalifornier, und das Gebiet von Oberkalifornien wurde durch den Frieden von Guadalupe Hidalgo 2. Febr. 1848 gegen eine Entschädigung von 15 Mill. Doll. von Mexiko an die Vereinigten Staaten abgetreten, während Niederkalifornien bei Mexiko verblieb. Die Frage, ob K. ein Sklavenstaat oder ein freier Staat werden solle, wurde durch die Bevölkerung selbst im letztern Sinn entschieden. Die Entdeckung der reichen Goldfelder 1848 brachte große Scharen freilich z. T. recht bedenklicher Volkselemente ins Land, auch viele Chinesen, gegen deren Zulassung sich bald eine starke Bewegung erhob. Sen jener Zeit aber datiert der überraschende Aufschwung Kaliforniens. Im Bürgerkrieg schloß sich K. den Nordstaaten an, nahm aber, infolge seiner Lage, fast gar nicht an demselben teil. Ohne je eine Territorialregierung gehabt zu haben, trat K. 9. Sept. 1850 als Staat in die Union ein. Vgl. Whitney, Geological survey of California (New York 1869); T. Kirchhoff, Kalifornische Kulturbilder (Kassel 1886); Lindley u. Widney, California of the South (3. Aufl., New York 1896); Muir, The mountains of California (das. 1894); Robinson, Life in California (San Francisco 1897); Knochenhauer, Der Goldbergbau Kaliforniens (Leipz. 1897); Holmes, Anthropological studies in California (50 Tafeln, U. S. National-Museum, 1902); Hittell, History of California (San Francisco 188697, Bd. 13); H. Bancroft, California pastoral 17691848 (das. 1888) und History of the Pacific States of North America, Bd. 1319.
 
Artikelverweis 
Kalifornĭenholz, s. Meyers Rotholz.
 
Artikelverweis 
Kalifornische Rebenkrankheit, s. Meyers Weinstockgummose.
 
Artikelverweis 
Kalifornischer Meerbusen (Mar Bermejo, »Purpurmeer«, Marde Cortez), Meerbusen zwischen der Halbinsel Kalifornien und den mexikanischen Staaten Sonora und Sinaloa, 1120 km lang, 96240 km breit, im S. gegen 2800, im N. bis 335 m tief, enthält an den Küsten zahlreiche Buchten (im O. die Adair- und Georgebai, im W. Santa Inés und La Paz) und Inseln (Angel de la Guardia, Tiburon u. a.) und nimmt in seinem Nordwinkel den Colorado, vom O. die Flüsse Sonora, Yaqui, Fuerte u. a. auf. Der nördliche Teil ist durch Klippen und Sandbänke gefährlich, das Wasser warm (an der Oberfläche 1724°), Perlenfischerei eine Hauptbeschäftigung der Küstenbewohner. S. die Karten »Vereinigte Staaten. westliche Hälfte« und »Mexiko«.
 
Artikelverweis 
Kalifornische Strömung, s. Meyers Stiller Ozean.
 
Artikelverweis 
Kalifornische Wachtel, s. Meyers Baumwachtel.
 
Artikelverweis 
Kalifornische Weine, verschiedenartige, z. T. dem Rheinwein und Bordeaux ähnliche, meist aber den Südweinen entsprechende Weine, die hauptsächlich nördlich von San Francisco, im Sonoma- und Napatal, z. T. aber auch weiter südlich unter dem 34.° nördl. Br. (Anaheim) gewonnen werden. Der Weinbau wird in Kalifornien durch Klima und Boden ungemein begünstigt und meist von deutschen Gesellschaften betrieben. Besonders beteiligen sich am Weinbau Sonoma mit 21,683 Acres, Los Angelos in Südkalifornien, Napa, Fresno, Santa Clara, San Bernardino, Alameda und Sacramento. Die besten Weine liefern Napa, Sonoma, Santa Clara und Alameda County, während Los Angelos und die Grafschaften in den heißen Ebenen des Zentrums, wo die vor mehr als 200 Jahren von den spanischen Missionaren aus ihrem Vaterland eingeführte Missionsrebe bis in die neueste Zeit in zu großer Menge kultiviert wurde, geringere Weine liefern. Man bemüht sich allgemein, für jede Region die angemessensten Reben auszuwählen, und sehr bald dürfte Kalifornien würdige Rivalen mancher der edelsten europäischen Weine erzeugen. Kalifornien hat auch angefangen, Kognak darzustellen. Vgl. Baumert, Beiträge zur Kenntnis der kalifornischen Weine (Berl. 1886).
 
Artikelverweis 
Kaliglimmer, Mineral, soviel wie Muskovit, s. Meyers Glimmer, S. 36.
 
Artikelverweis 
Kalihari, Wüste, s. Meyers Kalahari.
 
Artikelverweis 
Kalihydrāt, soviel wie Meyers Kaliumhydroxyd (s. d.).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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