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Kalamas bis Kalander (Bd. 6, Sp. 447 bis 448)
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Artikelverweis Kalamas (Thyamis), Fluß im mittlern Epirus, entspringt bei Delvinaki, nimmt, meist in einem fruchtbaren, wohlbebauten Tal nach SW. fließend, einen Teil des Wassers des oberirdisch abflußlosen Beckens von Janina auf und mündet in großem Delta in den Kanal von Korfu.
 
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Kalamáta (offiziell Kalâmä), Hauptstadt des griech. Nomos Messenien im Peloponnes, am Fluß

[Bd. 6, Sp. 448]


Nedon, infolge seiner Anschwemmungen 2 km vom Busen von Koron (Messenischer Golf) entfernt, in fruchtbarer Gegend an der Eisenbahn K.-Argos gelegen, ist Sitz eines Erzbischofs und eines deutschen Konsuls, hat einen Hafen (Neä Kalamä), eine Filiale der Griechischen Nationalbank, eine verfallene fränkische Burg, Gymnasium, 7 Zeitungen und (1896) 14,298 (Gemeinde 20,309) Einw. Als Ausfuhrplatz für das wohlbebaute, blühende Messenien (Korinthen, Feigen, Seide, Olivenöl, Mistelwein) ist K. eine aufblühende Hafenstadt. Wert der Ausfuhr 1902: 9,5 Mill. Fr.; 1901 liefen im internationalen Verkehr 259 Schiffe von 307,115 Ton. aus. K., an Stelle des antiken Pherae oder Pharae gelegen, im 13. Jahrh. im Besitz Villehardouins und seiner Nachkommen und eine seiner Ritterburgen, ward später von den Venezianern erobert, die es im 18. Jahrh. an die Türken verloren. 1821 war K. eine der ersten Städte, die durch den allgemeinen Aufstand befreit wurden. Am 9. April d. J. ward daselbst die erste griechische Nationalversammlung unter dem Namen des Senats von Messenien eröffnet. 1825 ward es von Ibrahim Pascha fast gänzlich zerstört.
 
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Kalamazoo (spr. -sū), Hauptstadt der gleichnam. Grafschaft des nordamerikan. Staates Michigan, am schiffbaren Fluß K., 70 km oberhalb dessen Mündung in den Michigansee, Bahnknotenpunkt, mit Staatsirrenanstalt, Baptistenkolleg, Seminar, Ackergerätfabriken, großartiger Selleriekultur und (1900) 24,404 Einwohnern.
 
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Kalamīn, Mineral, soviel wie Kieselzinkerz.
 
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Kalamis, griech. Bildhauer, tätig um die Mitte des 5. Jahrh. v. Chr., bezeichnet die Blütezeit des anmutig-zierlichen Stils der ältern strengen Kunst vor der großen Epoche des Pheidias. In der Darstellung der Pferde bewegte sich K. schon mit freier Meisterschaft. Pausanias sah auf der Akropolis von Athen eine Statue der Aphrodite, Sosandra genannt, die von Lukian unter den ausgezeichnetsten Frauenstatuen ausgeführt wird; ferner im Kerameikos einen Apollon Alexikakos. Zu Tanagra in Böotien befanden sich ein Hermes als Widderträger und ein Dionysos aus parischem Marmor. Einen Ammon hatte Pindar in Theben geweiht; eine ungeflügelte Nike stifteten die Mantineier nach Olympia, betende Knaben in Bronze die Agrigentiner ebendahin. Zwei Rennpferde mit Knaben darauf fertigte K. für Olympia im Auftrag des Hieron von Syrakus. Nach Delphi weihten die Spartaner eine Hermione. Eine Alkmene wird von Plinius höchlich gerühmt; er erwähnt auch einen Apollon aus Marmor in den Servilianischen Gärten zu Rom und einen Apollon, den Lucullus aus Apollonia am Pontus weggeführt und in Rom auf dem Kapitol aufgestellt hatte. Er war ein eherner Koloß von etwa 15 m Höhe. K. war auch als Ziseleur in Silber berühmt.
 
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Kalamitabai, eine weite Bucht im Schwarzen Meer, an der Westseite der Halbinsel Krim; an ihr liegt im N. die Stadt Eupatoria.
 
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Kalamität (lat.), eigentlich Mißwachs des Getreides (von calamus, Halm); dann allgemein gebraucht für ein großes (besonders öffentliches) Unglück. Kalamitosen, von einer K. Betroffene, Verunglückte.
 
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Kalamīten (Calamites), s. Meyers Equisetinen, S. 882.
 
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Kalan, s. Meyers Seeotter.
 
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Kalan (Kis-K., spr. kisch-kálān, »Klein-K.«), Dorf und Badeort im ungar. Komitat Hunyad, am Strell und an der Bahnlinie Piski-Petrozseny, mit Eisenwerken, einer alkalisch-erdigen Therme von 30°, die bei gichtischen Leiden benutzt wird, und (1901) 188 rumän. (griech.-oriental.) Einwohnern. Das Bad K. war schon den Römern unter dem Namen »Ad Aquas«, »Aquae« bekannt.
 
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Kalander (Glander, Glättmaschine, Zylindermaschine; hierzu die Tafel Meyers »Kalander«), eine der wichtigsten Appreturmaschinen für Gewebe und Papier, besteht im wesentlichen aus mehreren Walzen, die, in einem Gestell übereinander gelagert, unter drehender Bewegung und hohem Druck zur Wirkung gelangen und den durch den K. gehenden Gegenständen (Papier, Geweben) Glätte und Glanz erteilen, d. h. sie satinieren. Außerdem dient der K. in der Zurichtung der Baumwollzeuge zum Trocknen mittels Auspressen (Naßkalander, Wasserkalander) sowie mit entsprechend gravierten Walzen zur Hervorbringung des Meyers Moiré (s. d.) und zum Meyers Gaufrieren (s. d.).
   Der einfachste K. ist die in den Haushaltungen gebräuchliche Mange oder Rolle mit Holzwalzen, zwischen denen das Weißzeug nach dem Waschen Glätte und Glanz erhält. Der in der Industrie benutzte K. erhält für manche Spezialzwecke ausschließlich sehr sein polierte Walzen aus Hartguß, meist aber abwechselnd Hartgußwalzen und elastische Papier-, Baumwollen- oder andre Faserwalzen, um dem Zerdrücken oder sonstiger Beschädigung des zu satinierenden Gegenstandes vorzubeugen. Zur Herstellung dieser elastischen Walzen verwendet man zahlreiche einzelne Bogen Papier oder auch Lagen gepreßter Baumwolle od. dgl., die in der Mitte kreisrund gelocht, auf eine starke Stahlachse geschoben und dann ohne Anwendung eines Bindemittels, lediglich durch starken Druck (auf hydraulischen Pressen mit bis 60,000 Ztr. Druckkraft), zusammengepreßt werden; durch Aufbringen von Schlußscheiben und sonstigen Verschlußteilen wird der Druck in dem Walzenkörper festgehalten. Letzterer wird noch mittels Stahl und Diamant abgedreht und erhält dadurch eine sehr gleichmäßige, schön glatte und elastische Oberfläche, die immer wieder abgedreht werden kann, sobald sie nach längerm Gebrauch Eindrücke angenommen hat. Der Durchmesser der Papierwalzen beträgt gewöhnlich 3040 cm, derjenige der Hartwalzen 1650 cm; die Größe hängt namentlich von der Zahl und der Arbeitsbreite (Glättlänge) der Walzen ab, letztere beträgt gewöhnlich 35240 cm und mehr. Die Walzenzahl eines Kalanders variiert zwischen 2 und 12 (wonach man die K. in 2-, 3-, 4- etc. walzige einteilt), je nach den Ansprüchen, die man an Glätte und Glanz stellt. Außer Walzenzahl und Güte des Walzenmaterials übt auch die Belastung einen großen Einfluß auf die Satinage aus, weshalb der Druck auf 100,000 kg gesteigert wird. Zur Hervorbringung des Druckes dienen Schrauben, Hebel mit Gewichten oder hydraulische Pressen (s. Tafel Meyers »Appreturmaschinen«, Fig. 10). Für manche Zwecke, namentlich in der Textilindustrie, werden die Hartwalzen hohl gegossen und durch Dampf oder Gasluftgemische, ausnahmsweise durch glühende Bolzen (Glührollen) erhitzt. Die Hartwalzen geben hauptsächlich Glätte und Glanz, so daß also die Seite des Arbeitsstücks in erster Linie satiniert wird, die mit den Hartwalzen in Berührung kommt; wechseln Hart- und Papierwalzen regelmäßig ab, so wird die Satinage einseitig (Buntpapiere, Tapeten etc.), für zweiseitige Satinage (Schreib- und Druckpapiere) müssen einmal 2 Hart- oder 2 Papierwalzen übereinander liegen; erstere dürfen aber nicht auf der ganzen Länge, sondern nur auf erhöhten Laufrändern auseinander laufen. Angetrieben werden die K. durch ein Vorgelege oder durch einen mit der Maschine

[Bd. 6, Sp. 449]


verbundenen Elektromotor, stets aber in der Weise, daß sich die Geschwindigkeiten ändern lassen. Gewöhnlich wird die unterste Walze angetrieben, die darüber liegenden Walzen werden durch Reibung mitgenommen. Die zu satinierenden Gegenstände werden in kleinen Stücken (Bogen) oder in Rollen in den K. geführt, im erstern Falle sind Einlege- und Abnehmetische erforderlich, im letztern Fall Ab- und Aufrollvorrichtung mit den erforderlichen Spannrollen oder Spannstäben, in der Gewebeappretur auch noch sogen. Fachapparate.
   Die beiden Abbildungen der Tafel (Fig. 1: Durchschnitt, Fig. 2: Vorderansicht) stellen einen sechswalzigen K. dar, wie er namentlich zum Satinieren gefeuchteter Papiere in Bogen Verwendung findet; er besteht aus zwei übereinander angeordneten Systemen von je drei Walzen, so daß bei einmaligem Durchgang jede Seite zweimal mit Hartwalzen in Berührung kommt, also auf beiden Seiten eine gleichmäßige Satinage erhält. H1, H2, H3 und H4 sind Hartgußwalzen, H2 und H3 laufen nur auf erhöhten Laufrändern aufeinander, P1 und P2 sind Papierwalzen, G die Seitenständer, in denen die Walzen gelagert sind. Die Belastungsgewichte g werden durch das Hebelwerk h1, h2 und h3 kräftig übersetzt und bringen den Druck zwischen den Walzen hervor. Der Antrieb erfolgt durch die Riemenscheiben r mittels Zahnradübersetzung z. Die Papierbogen werden von der auf dem Einlegetritt e stehenden Einlegerin vom Tische t1 abgenommen und über die oberste Hartwalze H1 eingelegt; die Bandführung b und die Führungsbogen f führen das Papier selbsttätig um und zwischen die Walzen, die Abstreicher a verhüten, daß die Papierbogen sich um eine Walze vollständig aufwickeln, indem sie das Papier von der betreffenden Walze abstreichen, sobald es auf die nächste Walze übergehen soll. Zwischen den beiden untersten Walzen P2 und H4 tritt das Papier aus dem K. und wird auf dem Ablegetisch t2 von einem zweiten Mädchen wieder gesammelt. Schaber s und Putzleisten p nehmen den an den Hartwalzen H1 und H4 sich sammelnden Schmutz weg.
   Mit punktierten Linien ist eine Ab- und Aufrollvorrichtung angedeutet, für den Fall endloses Papier satiniert werden soll. A, ist die Abrollvorrichtung, auf welche die zu satinierende Rolle aufgesteckt wird; über die Spannwelle w geleitet, wird das Papier an der obersten Walze eingeführt, geht dann selbsttätig durch den K. und wird auf der Aufrollvorrichtung A2 selbsttätig aufgewickelt. Ab- und Aufrollvorrichtung sind mit guten Bremsen versehen, um faltenloses Satinieren und gleichmäßige Rollen zu erhalten. Die Riemenscheiben R in Verbindung mit den Kuppelhälften k und k, geben eine zweite Geschwindigkeit, die beim Satinieren von Rollen sehr erwünscht ist.
   Für manche Stoffe und hochglänzende Papiere erhalten die Hartwalzen eine größere Peripheriegeschwindigkeit als die elastischen Papier- oder Stoffwalzen, wodurch außer der Druckwirkung des Kalanders noch eine bügelnde, plättende Wirkung erzielt wird (Gleit-, Differential-, Friktions-, Reibungs-, Glanzkalander).
   Um beim Kalandern von Geweben den Druck auf das Gewebe längere Zeit und somit wirksamer zur Geltung zu bringen, benutzt man die Muldenkalander (s. Tafel Meyers »Appreturmaschinen«, Fig. 11). Zur Erzeugung einer schönen, leinwandartigen Appretur auf Baumwollen- und Leinenstoffen dient der Stampfkalander, bei dem das Gewebe fest um eine hölzerne, 50 cm dicke Walze gewickelt und während deren langsamer Drehung der Einwirkung hölzerner Stampfen ausgesetzt wird.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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