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Kahlgrind bis Kahnfibeln (Bd. 6, Sp. 428 bis 429)
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Artikelverweis Kahlgrind, bei Tieren soviel wie Herpes tonsurans, s. Meyers Flechten, S. 669.
 
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Kahlhechte, s. Meyers Amien.
 
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Kahlköpfigkeit (Calvities, lat.; griech.: Alopecia, wörtlich: Krankheit, bei der das Haar ausgeht wie beim Fuchs, oder Atrichia, wörtlich: Haarlosigkeit). Als Oligotrichia bezeichnet man einen verminderten Haarwuchs. Ganz selten ist Alopecia und Oligotrichia angeboren und dann mit Fehlen der Zähne verbunden. Die erworbene K., Alopecia acquisita, ist am häufigsten eine Alterserscheinung und beginnt als solche meist vom Scheitel, seltener von der vordern Haargrenze aus (Alopecia senilis). Bei dieser Form der K. spielt erbliche Anlage eine gewisse Rolle. Eine K., unabhängig vom Alter (Alopecia praematura), beruht entweder auf allgemeinen Ernährungsstörungen infolge schwerer Krankheiten, oder auf örtlichen Erkrankungen der behaarten Kopfhaut. Unter den Krankheiten sind besonders Typhus, Syphilis (A. syphilitica), Wochenbettfieber, Scharlach, Lungenentzündung hervorzuheben. Als örtliche Ursachen sind zu nennen Kopfgrind, schwere Fälle von Kopfrose, Blattern, langdauernde Ausschläge der Kopfhaut (Glatzflechte, Herpes tonsurans), Flechtengrind, überreichliche Talgbildung. Bei der Alopecia syphilitica, die nur die sekundäre Form der Syphilis begleitet, ist der Haarausfall über den ganzen Kopf verbreitet. Zuweilen entstehen aber auch auf der Kopfhaut syphilitische Ausschläge, und dann ist der Haarausfall nur

[Bd. 6, Sp. 429]


auf die erkrankte Stelle beschränkt. Bei der Alopecia areata (herdförmige K.) tritt der Haarausfall nur an scharf umschriebenen, kreisförmigen, sich vergrößernden Stellen auf, die mit benachbarten Stellen sich zu größern haarlosen Flächen vereinigen können. Diese Form beruht wahrscheinlich auf nervös bedingten Ernährungsstörungen der Haarwurzeln. Unter Kopfgrind versteht man den Flechtengrind oder die Hautflechte (s. Ekzem), den Favus (Wabenkopfgrind), auch die Meyers Kleienflechte (s. d.). Die K. ist heil bar, wenn sie auf zeitweisem Haarausfall beruht, wie bei Typhuskranken und Wöchnerinnen, nach Kopfrose, bei leichtern Formen der Flechtenkrankheit (Herpes tonsurans) und des Kopfgrindes, kurz, sofern die Haarwurzel selbst noch erhalten ist; sobald diese zerstört oder abgestorben ist, wie im höhern Alter, so ist keins der vielen Reklamemittel imstande, einen einzigen Sproß hervorzubringen. Sorgfältige Pflege des Haares und der Haut beugen den örtlichen Ursachen in meist völlig ausreichender Art vor; eine kräftige allgemeine Ernährung nach schweren Krankheiten stellt auch ohne besondere Mittel den Haarwuchs langsam wieder her. Abseifen des Kopfes mehrmals in der Woche, des Abends vor dem Schlafengehen mit sorgfältigem Abtrocknen hinterher, ist sehr zu empfehlen. Die Krankheiten des Haarwuchses muß ein Arzt behandeln. Bei der Alopecia areata hat man gute Heilerfolge erzielt durch Bestrahlung mit starkem elektrischen Bogenlicht, das zwischen Eisenelektroden erzeugt wird und arm an Wärmestrahlen, reich an chemisch wirksamen blauen Strahlen ist. Vgl. Haarkrankheiten.
 
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Kahlschlag (Kahlschlagbetrieb), forstlicher Verjüngungsbetrieb, bei dem die Begründung eines jungen Holzbestandes nach vorherigem kahlen Abtrieb des Vorbestandes durch Saat oder Pflanzung erfolgt. Der K. ist bei Kiefern- und Fichtenhochwaldungen die herrschende Verjüngungsart. Vgl. Forstwirtschaft.
 
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Kahlwild, das weibliche Elch-, Rot- und Damwild und Kälber, weil sie kein Geweih tragen (vgl. Geweiht).
 
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Kahm, auf Essiggut, Wein, Bier, Pflanzensäften sich bildende dünne Haut, besteht aus Pilzen, welche die Oxydation des Alkohols veranlassen. Näheres in den Artikeln »Essig« und »Wein«.
 
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Kahmpilz, s. Mycoderma.
 
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Kahn, kleines, niedriges Binnenfahrzeug mit flachem Boden, wird meist mit Rudern, seltener durch Segel fortbewegt. Größere Kähne dienen auf Strömen zum Warentransport, haben 12 Masten mit Rah-, Spriet- und Gaffelsegeln, ein Verdeck und werden bei gutem Winde durch Segel, sonst mit Stangen, die man in den Grund stößt, fortbewegt. Schleppkähne auf den Strömen sind bis 100 m lang und 10 m breit, fassen bis 800 Ton. und dienen zu 4 und 5 im Tau eines Dampfers dem Warenverkehr. Es gibt neuerdings auch gut gedeckte Schleppkähne, die größere Seereisen, z. B. von Bremen bis Stockholm, i in Tau machen.
 
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Kahn, Gustave, franz. Dichter und Romanschriftsteller, geb. 1859 in Paris, besuchte daselbst das Lyzeum, gelangte aber, da ihn nur seine dichterischen Versuche beschäftigten, nicht zum Bakkalaureat und mußte daher von 188085 in Tunis Militärdienst tun. Nach Paris zurückgekehrt, setzte er im Bunde mit P. Adam, J. Laforgue und Moréas der Schule der Décadents die der Symbolistes entgegen, indem er den wegen seiner Unverständlichkeit mißachteten Parnassier Mallarmé als Muster auf den Schild hob. Der von ihm gegründete »Symboliste« brachte es zwar 1885 nur auf vier Nummern, aber »La Vogue« hielt sich bis 1889. Sein Symbolismus war vor allem eine Opposition gegen den damals herrschenden Naturalismus. Zugleich war K. aber auch der erste Dichter, der den reimlosen oder bloß assonierenden freien Vers konsequent anwandte. In den Gedichten »Les palais nomades« (1887) ahmte er noch zu absichtlich die Unklarheit Mallarmés nach, aber »Chansons d'amant« (1891) und »Domaine de fée« (1895) zeigten natürliches Gefühl in zartestem Ausdruck. Die drei Werke erschienen 1898 vereinigt als »Premiers poèmes« mit einer Vorrede über den vers libre. Kahns erstes Prosawerk: »Le roi fou« (1896), war eine wenig glückliche Phantasie über die Geschichte Ludwigs II. von Bayern. Voll romantischer Poesie war dagegen der böhmische Seiltänzerroman »Le cirque solaire« (1899). Vornehmlich ironisch gehalten war »L'adultère sentimental« (1902), ein Sittenroman aus der Beamtenwelt. Als Theoretiker und Kritiker lieferte K. in dem gehaltreichen Buche »Symbolistes et décadents« (1902) einen der wichtigsten Bausteine zur Geschichte der neuern französischen Dichtkunst.
 
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Kahnbein, s. Meyers Fuß, S. 227.
 
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Kahnfibeln, s. Meyers Fibel.

 

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82) Johannisfest
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