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Kaftan bis Kagoschima (Bd. 6, Sp. 426 bis 427)
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Artikelverweis Kaftan (türk., »Oberrock«), ehedem ein vom Sultan als Auszeichnung verliehenes Staatskleid, ähnlich dem von den Herrschern in Persien und Mittelasien noch heute vergebenen Meyers Chal'at (s. d.). Nur bei den untern und mittlern Volksklassen der Türkei ist der K. als Oberkleid noch im Gebrauch; in den weiter östlich gelegenen, islamischen Ländern hat das Kleidungsstück andre Namen (Tschapan, Chal'at, Dschubbe). Von Persien und Mittelasien ist der K. im 13. Jahrh. durch das untere Wolgagebiet nach Rußland, Polen und Ungarn gedrungen; in den zwei erstgenannten Ländern gehörte er lange zur Nationaltracht und wird dort noch heute von den orthodoxen Juden getragen.
 
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Kaftan, Julius, prot. Theolog, geb. 30. Sept. 1848 in Leif bei Apenrade (Schleswig-Holstein), studierte in Erlangen, Berlin und Kiel, habilitierte sich 1873 in der theologischen Fakultät zu Leipzig und wurde im Herbste d. J. außerordentlicher, 1881 ordentlicher Professor in Basel, von wo er 1883 an die Berliner Universität berufen wurde. K. ist ein der Ritschlschen Richtung angehöriger Theolog, der bei stärkerer Betonung der mystischen Elemente in der christlichen Frömmigkeit, in Anlehnung an die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen des Meyers Positivismus (s. d. und Comte 1), unter Verwerfung aller Spekulation und mit Bevorzugung einer eigentümlichen Geschichtsphilosophie, das Christentum als die Offenbarungsreligion würdigt, in der alles, was in sonstiger Religion nur als Trieb und Bedürfnis vorliegt, Befriedigung und innere Rechtfertigung erfährt. Er veröffentlichte: »Grundtvig, der Prophet des Nordens« (Basel 1876), »Das Evangelium des Apostels Paulus in Predigten« (das. 1879), »Die Predigt des Evangeliums im modernen Geistesleben« (das. 1879), »Das Wesen der christlichen Religion« (das. 1881, 2. Aufl. 1888), »Die Wahrheit der christlichen Religion« (das. 1888), »Glaube und Dogma« (Bielef. 1889) mit der Fortsetzung: »Brauchen wir ein neues Dogma?« (das. 1890, 3. Aufl. 1893), »Dogmatik« (Freiburg u. Leipz. 1897, 4. Aufl. 1901) sowie eine Reihe von Vorträgen (»Das Christentum und die Philosophie«, 3. Aufl., Berl. 1896; »Das Christentum und Nietzsches Herrenmoral«, 3. Aufl., das. 1902, u. a.).
 
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Kaftanhonig, auf Cypern aus Johannisbrot (s. Ceratonia) bereiteter Sirup, in dem man andre Früchte einmacht.
 
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Kafuro, Handelsplatz in Äquatorialafrika, s. Meyers Karagwé.
 
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Kaga (Echizen), glattes japanisches Seidengewebe (Habutae, Ponge), nach den Provinzen Kaga und Echizen benannt.
 
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Kagal (v. hebr. Kahal, »Versammlung, Gemeinde«), eine von der russischen Regierung sanktionierte jüdische Gemeindebehörde mit dem Rechte der Selbstverwaltung, die bezweckte, Staats- und Gemeindesteuern, Beiträge zu wohltätigen Institutionen, u. dgl. für ihre Mitglieder festzusetzen. Die ihm untergeschobenen national-religiösen Tendenzen beruhen auf Mangel an genauer Kenntnis der den Juden der slawischen Länder noch anhaftenden Eigentümlichkeiten. Vgl. Schwabacher, Drei Gespenster (Stuttgart 1883).
 
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Kagalnik, 1) Kosaken-Staniza im Donischen Gebiet (Rußland), an einer Bucht des Asowschen Meeres, mit Getreidehandel und Fischfang und ca. 5000 Einw. 2) Fluß, s. Meyers Kogilnik.
 
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Kaga-Porzellan, modernes japanisches, in der Provinz Kaga verfertigtes, meist mit Not und Gold dekoriertes Porzellan.
 
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Kagera, Fluß im nordwestlichen Deutsch-Ostafrika. der als Rukarara und Mhogo am Nordabhang der 1970 m hohen Missosi ya Mwesi, etwa unter 2°45' südl. Br., entspringt; er durchfließt als Nyawarongo in einem weit nach N. ausholenden Bogen Ruanda, wendet sich dann nach SO. und in Bugusi nach O. und nimmt auf dieser Strecke von rechts den Meyers Akanjaru (s. d.) und Ruvuvu, die beide etwas südlich von ihm entspringen, auf. Unter 30°40' östl. L. schlägt er eine nördliche Richtung ein, die er bis nahe an die Nordgrenze Deutsch-Ostafrikas beibehält. Er bildet auf dieser Strecke die Grenze zwischen Ruanda und Karagwe und durchzieht dann ein breites, sumpfiges Tal, wobei ihm die Abflüsse mehrerer Seen und Sümpfe (Ihemasee, Sangwesumpf, Ruanyanasee) zugehen, bildet an der deutschen Grenze einen großen, nach S. gerichteten Bogen und ergießt sich nach vielen Windungen auf britischem Gebiet unter 0°55' südl. Br. in breiter Mündung zwischen mehreren Inseln in den Victoria Niansa. Der K. wurde 1862 von Speke entdeckt, 1876 von Stanley weiter erforscht und Alexandra-Nil genannt; 1893 gelangte Baumann, später Ramsay und 1898 Kandt zu seinen Quellen. Seine dem See zugeführte Wassermasse (er ist an der Mündung 100 m breit, 25 m tief und hat ein Volumen

[Bd. 6, Sp. 427]


von 7650 cbm in der Sekunde) berechtigen dazu, den K. als den Quellfluß des Nils anzusehen. Vgl. Fitzner, Der Kagera-Nil (Berl. 1899).
 
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Kago (spr. kango), japan. Sänfte zum Befördern von Personen, wird von zwei Männern getragen.
 
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Kagoschima, Hauptort eines Ken der japan. Provinz Satsuma auf der Insel Kiusiu, an der Nordwestküste der schönen, tief eindringenden Bai von K., Sitz eines Gerichtshofs, mit Fabriken für weltberühmte Fayence und Waffen, Baumwollspinnerei und (1898) 53,481 Einw. K. war früher Residenz des mächtigen Daimyo von Satsuma und wurde 1864 durch Beschießung seitens der englischen Flotte fast ganz zerstört.

 

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82) Johannisfest
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83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
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85) Kalender
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87) Karl
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