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Kaduk bis Käfernburg (Bd. 6, Sp. 416 bis 417)
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Artikelverweis Kaduk (kadück, franz. caduc, lat. cadūcus), hinfällig, gebrechlich, altersschwach.
 
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Kadúrker (Cadurci), gallisches Volk in Aquitanien, im jetzigen Quercy, mit den Städten Divona (Cadurcum, Cahors), Varadetum (Varaire) etc., berühmt durch Leinwand, gewirkte Arbeiten, Polster etc. Nach der Einnahme der Festung Uxellodunum und Besiegung ihres Anführers Lucterius 53 v. Chr. unterwarfen sich die K. Cäsar.
 
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Kaduzieren (neulat.), etwas für hinfällig (lat. cadūcus, franz. caduc), ungültig erklären. Als kaduzierte Güter (Kaduzitäten, Bona caduca) bezeichnete man im Mittelalter Grundstücke, die wegen Erblosigkeit oder Felonie an den Herrn zurückfielen. Heute gebraucht man obigen, von der Rechtssprache übrigens nicht adoptierten Ausdruck, wenn auf Aktien ausgeschriebene Einzahlungen nicht geleistet und infolgedessen die Aktien für ungültig erklärt werden. »Kaduzitäten« nennt man auch verloren gegangene oder zu gebende ausgeliehene Kapitalien oder Ausstände. Sonst ist Kaduzierung auch soviel wie Niederschlagung von uneinbringlichen Außenständen, Steuern, Sporteln etc.
 
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Kaduzität, Hinfälligkeit, Baufälligkeit; dann etwas Verfallenes, ein wüst liegendes Grundstück, von dem die darauf haftenden Steuern nicht entrichtet werden (s. Meyers Kaduzieren).
 
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Kadyn (türk.), Gemahlin des Sultans, s. Meyers Harem.
 
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Kaeyenberg, Albert, s. Meyers Giraud 3).
 
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Kâf (arab.), nach der islamischen Legende das von Dämonen und Geistern bewohnte Gebirge, von dem die Welt umgeben ist, und jenseits dessen das unendliche Nichts liegt. Der Name wird auch mit dem Namen des Kaukasus, Kafkas, in Verbindung gebracht.
 
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Kafal Galgalaam, s. Meyers Boswellia.
 
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Kafé, Stadt, s. Meyers Feodosia.
 
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Käfer (Deckflügler, Koleopteren, Scheidenflügler, Coleoptera, Eleutherata, hierzu Tafel Meyers »Käfer I und II« mit Erklärungsblatt), Ordnung der Insekten, umfaßt Kerbtiere mit beißenden Mundwerkzeugen, frei beweglichem, stark entwickeltem Prothorax, hornigen Vorderflügeln (Flügeldecken, elytra) und vollkommener Metamorphose. Die Körperform ist sehr verschieden. Der Kopf ist meist in den Prothorax ein gesenkt und trägt die gewöhnlich elfgliederigen Fühler, die bei den Männchen oft sehr groß werden. Der oben meist dünnhäutige Hinterleib sitzt der Brust mit breiter Basis an; seine kleinern Endsegmente liegen meist eingezogen in den vordern Segmenten verborgen. Die vordern Flügeldecken bedecken in der Ruhe die häutigen, der Quere und Länge nach zusammengelegten Hinterflügel, liegen dem Hinterleib horizontal auf und verbergen diesen vollständig oder doch größtenteils. Zum Fliegen dienen die Hinterflügel, die entfaltet sehr umfangreich sind; nur selten fehlen die Flügel. Die Beine haben meist fünf- oder viergliederige, selten drei- bis eingliederige, oder auch die beiden vordern Paare fünfgliederige, das hintere Paar viergliederige Tarsen, wonach die freilich nicht natürliche Einteilung der K. in Pentamere, Heteromere, Tetra- (Kryptopentamere) und Trimere (Kryptotetramere) vorgenommen wurde, die jetzt einer mehr natürlichen weichen muß. Die zusammengesetzten (facettierten) Augen fehlen nur bei einigen blinden Höhlenbewohnern, Nebenaugen sind äußerst selten. Der Bauchstrang des Nervensystems ist bei den meisten Käfern langgestreckt, bei einigen jedoch zu einer großen Nervenmasse in der Brust zusammengezogen. Der Darmkanal ist in der Regel lang und gewunden. Die Zahl der Nierenschläuche (Malpighischen Gefäße) beträgt vier oder sechs. Die Männchen haben ein sehr großes,

[Bd. 6, Sp. 417]


horniges Begattungsorgan, das in der Ruhe in den Hinterleib zurückgezogen ist. Die Begattung dauert oft tagelang. Die Larven sind entweder fußlos oder haben außer den drei Fußpaaren noch Stummel an den letzten Hinterleibsringen; sie leben meist sehr verborgen, vom Licht abgeschlossen und nähren sich von lebenden oder toten Stoffen aus dem Tier- und Pflanzenreich, von Exkrementen etc. Häufig nimmt der K. dieselbe Nahrung zu sich wie seine Larve; bisweilen aber lebt er von Blütenteilen, während die Larve karnivor ist. Einige K. und Larven leben in Ameisennestern und Bienenwohnungen symbiotisch oder von Eiern und Honig. An den Puppen stehen die Gliedmaßen frei hervor. Die Zahl der benannten Arten beläuft sich wohl auf 80,000. Die K. sind auf der ganzen Erde verbreitet bis an die äußersten Grenzen der Vegetation in horizontaler und vertikaler Richtung; manche sind für den Menschen recht schädlich (vgl. Forstinsekten, Gartenschädlinge und Landwirtschaftliche Schädlinge). Fossile K. finden sich schon in der Trias, sind aber besonders zahlreich im Tertiär.
   Die Hauptfamilien der K. sind: 1) Marienkäfer (Coccinellidae, Tafel I, Fig. 4951; Tarsen kryptotetramer, d. h. aus drei großen und einem unscheinbaren Glied zusammengesetzt). 2) Samenkäfer (Bruchidae, mit Erbsen-, Bohnen-, Samenkäfer), Rüsselkäfer (Curculionidae, Tafel I, Fig. 4042; II, Fig. 1821, mit Apfelblütenstecher), Borkenkäfer (Bostrichidae, mit Kiefernmarkkäfer), Bockkäfer (Longicornia oder Cerambycidae, Tafel I, Fig. 30-u 6, 43, 44, 54; II, Fig. 2226, mit Pappelbockkäfer), Blattkäfer (Chrysomelidae, Phytophaga, Tafel I, Fig. 48, 52; 11, 2893, mit Coloradokäfer, Erlenblattkäfer, Rapserdfloh), alle diese kryptopentamer, d. h. mit vier deutlichen und einem undeutlichen Tarsenglied. 3) Tenebrionen (Melasomata oder Tenebrionidae, Tafel I, mit Totenkäfer), Pyrochroiden (Pyrochroidae), Tafel I, Fig. 46, 47, Mordelliden (Mordellidae), Tafel I, Fig. 53, Blasenkäfer (Vesicantia oder Meloidae, Tafel I, Fig. 45, mit Kantharide und Maiwurm), diese und andre mit fünf und vier Tarsengliedern. 4) Laufkäfer (Carabidae, Tafel I, Fig. 14; II, 13, mit Gartenlaufkäfer, Feldsandkäfer, Getreidelaufkäfer), Wasserkäfer (Dyticidae, Tafel I, Fig. 58, mit Dyticus etc.), Kurzflügler (Staphylinidae, Tafel I, Fig. 15, 16, mit Staphylinus), Aaskäfer (Silphidae, Tafel I, Fig. 914; II, Fig. 4, mit Totengräber), Glanzkäfer (Nitidulidae), Speckkäfer (Dermestidae), Blatthornkäfer (Lamellicornia, Tafel I, Fig. 17 bis 29; II, 513, eine sehr umfangreiche Gruppe, mit Maikäfer, Nashornkäfer, Pillenkäfer, Getreidelaubkäfer, Gold- oder Rosenkäfer), Prachtkäfer (Buprestidae, Tafel I, Fig. 39; II, Fig. 1517, mit Prachtkäfer), Schnellkäfer (Elateridae, Tafel I, Fig. 37,38; 11, Fig. 14, mit Saatschnellkäfer, Feuerfliege oder Cucujo), Weichkäfer (Malacodermata. mit Johanniswürmchen), Holzbohrer, Klopfkäfer (Xylophaga, Tafel II, Fig. 27, mit dem bunten Klopfkäfer), alle diese vorwiegend mit fünf Tarsengliedern.
   Vgl. Fabricius, Systema Eleutheratorum (Kiel 1801, 2 Bde.); Herbst, Die K. (in Jablonskys »Natursystem aller bekannten Insekten«, Berl. 17891806, 10 Bde.); Erichson, Naturgeschichte der Insekten Deutschlands, 1. Abt.: Käfer (das. 184599, 6 Bde.); Lacordaire, Genera des Coléoptères (Par. 185459, 5 Bde.); Redtenbacher, Fauna austriaca; Die K. (2. Aufl., Wien 1858); Gemminger und Harold, Catalogus Coleopterorum hucusque descriptorum (Münch. 186876, 12 Bde.); Sturm, Deutschlands K. (Nürnb. 18051857, 23 Bde., mit 424 farbigen Tafeln); Reitter, Catalogus Coleopterorum Europae (Berl. 1891); Sturm, Icones Coleopterorum Germaniae, 121 Tafeln mit Register (das. 1878); Calwer, Käferbuch (5. Aufl., Stuttg. 1894); Schenkling, Die deutsche Käferwelt (Leipz. 1886), Nomenclator coleopterologicus (Frankf. 1894) und Taschenbuch für Käfersammler (5. Aufl., Leipz. 1903); Schilsky, Systematisches Verzeichnis der K. Deutschlands (Berl. 1888); Ganglbauer, Die K. von Mitteleuropa (Wien 1892 ff., bisher 4 Bde.); Heyne, Die exotischen K. in Wort und Bild (Leipz. 1893 ff., fortgeführt von O. Taschenberg); Fleischer, Der Käferfreund. Praktische Anleitung zum Sammeln und Bestimmen der K. (Stuttg. 1896); Roger, Das Flügelgeäder der K. (Erlang. 1875).
 
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Käfernburg, im Mittelalter eine thüringische Grafschaft, gegenwärtig einen Teil des schwarzburgsondershausenschen Amtes Arnstadt bildend, genannt nach dem Schloß K. bei Arnstadt, von dem jetzt nur noch Mauerreste vorhanden sind. Die Grafen von K., eine Seitenlinie der Grafen von Meyers Schwarzburg (s. d.), stammten von Günter III. ab, der 1169 die Grafschaft K. erhielt. Während sein ältester Sohn, Heinrich IV., in Schwarzburg folgte, setzte der jüngere, Günter IV., das Geschlecht in K. fort. Albrecht von K. war 120532 Erzbischof von Magdeburg, wo er 1211 den Grund zum neuen Dom legte. Das Geschlecht erlosch 1385 mit Günter XV., der auf einer Palästinareise starb. Das Besitztum kam zunächst an die Landgrafen von Thüringen, 1446 an Schwarzburg. Vgl. Apfelstedt, Das Haus Kevernburg-Schwarzburg von seinem Ursprunge bis auf unsere Zeit (Sondersh. 1890).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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