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Kädmon bis Kadu (Bd. 6, Sp. 415 bis 416)
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Artikelverweis Kädmon (Caedmon), ältester mit Namen bekannter engl. Dichter, lebte um 660680 im Kloster der Äbtissin Hilda zu Streaneshalh (heute Whitby). Beim Mahle, wenn die Harfe umging, entschlug er sich des weltlichen Sanges; dann aber, während er nachts sein Vieh hütete, sang er das Lob Gottes und der Schöpfung in einer Vision; nach dem Erwachen habe er dies alles im Gedächtnis behalten und Schreibkundigen diktiert: so berichtet Beda um 731 in der »Kirchengeschichte Altenglands«. Darauf sei er von Hilda regelrecht ins Kloster aufgenommen worden und habe viele biblische Gegenstände in Versen behandelt. Sicher haben wir von ihm seinen ersten, kurzen Hymnus auf Gott Vater, den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde. Zugeschrieben hat man ihm außerdem mehrere der altenglischen Bibelepen, namentlich die ältere »Genesis« (die jüngere Genesis ist 1875 durch Sievers als eine bloße Übertragung aus dem Altsächsischen erwiesen worden, was die »Bruchstücke der altsächsischen Bibeldichtung aus der Bibliotheca palatina«, hrsg. von Zangemeister u. Braune, Heidelb. 1894, bestätigt haben). Der erwähnte Hymnus, sowie jene Bibelepen sind abgedruckt in Grein-Wülkers »Bibliothek der angelsächsischen Poesie«, Bd. 2 und 3 (Leipz. 1894).
 
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Kadmos, im griech. Mythus Sohn des phönikischen Königs Agenor und der Telephassa, Bruder der von Zeus entführten Europa. Ausgesandt, um diese zu suchen, erhielt er vom Orakel in Delphi den Befehl, nicht weiter zu suchen, sondern einer Kuh, die ihm begegnen werde, zu folgen und, wo sie sich niederlege, eine Stadt zu bauen. In Phokis findet er die Kuh,

[Bd. 6, Sp. 416]


die ihn nach Böotien (»Land der Kuh« gedeutet) führt. Als er sie hier opfern will und seine Genossen nach Wasser schickt, werden sie von einem die Quelle bewachenden Drachen, einem Sohne des Ares, getötet. K. erschlug den Drachen und säte auf Athenes Rat dessen Zähne; alsbald erwuchsen daraus geharnischte Männer (Sparten), die sich gegenseitig bis auf fünf töteten. Sie halfen dem K. bei der Gründung der Kadmeia, der Burg von Theben, und wurden die Ahnherren des thebanischen Adels. Nachdem K. zur Sühne für den Drachenmord dem Ares acht Jahre gedient, erhielt er die Meyers Harmonia (s. d.) zur Gattin, die ihm die Semele, Ino, Autonoe und Agaue und den Polydoros gebar. Er selbst soll später, von dem Leid seines Hauses gebeugt, mit Harmonia Theben verlassen haben und Herrscher in Illyrien geworden sein. Zuletzt wurden beide von Zeus in Schlangen verwandelt und in das Elysium entrückt. Man schrieb ihm die Einführung des Ackerbaues, der Bearbeitung der Erze und die Buchstabenschrift zu. Von seiner Einwanderung ist der ältesten Sage nichts bekannt; er scheint ein alter Heros von Theben gewesen zu sein. Vgl. O. Gruppe, De Cadmi fabula (Berl. 1891).
 
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Kadnikow, Kreisstadt im russ. Gouv. Wologda, an der Sodischa, mit (1897) 2356 Einw.
 
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Kadolzburg, Flecken im bayr. Regbez. Mittelfranken, Bezirksamt Fürth, am Farrnbach und der Eisenbahn Fürth-K., hat eine evang. Kirche, ein altes Hohenzollernschloß, Amtsgericht, Forstamt, bedeutende Obstbaumzucht, Sandsteinbrüche und (1900) 1494 Einw. Das Schloß K., meist in spätgotischem und Renaissancestil, war seit 1260 Residenz der Burggrafen von Nürnberg, von 1398 bis zum Ausgang des Mittelalters Sitz der Ansbacher Linie. Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg baute es völlig um, sein Sohn Johann der Alchimist richtete sich im Torturm ein Laboratorium ein. Später war das Schloß Sitz eines markgräflichen Oberamts.
 
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Kadom, Stadt im russ. Gouv. Tambow, Kreis Temnikow, an der Mokscha, mit 4 Kirchen und (1897) 6361 Einw. In der Nähe das Sarowsche Kloster auf einem höhlenreichen Berg, mit der Klause und dem wundertätigen Brunnen des 1903 heilig gesprochenen Wundertäters Seraphim.
 
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Kadouf, s. Meyers Schwingbaum.
 
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Kadre, s. Meyers Cadre.
 
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Kadrieren (franz., bisweilen auch quadrieren), übereinstimmen mit etwas, auf oder zu etwas passen.
 
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Kadschaga (Galam), frühere Bezeichnung der seit 1858 französischen Landschaft um Bakel, am linken Senegalufer, zerfiel in das westlichere Guoy und das östlichere Kaméra, wird von Soninke bewohnt.
 
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Kadschar, Name der jetzt regierenden Dynastie in Persien, nach einem turko-tatarischen Stamm genannt, der während des Einfalls der Mongolen in Iran, den Fahnen Dschengis-Chans folgend, aus dem nordöstlichen Zentralasien auszog und in dem an den Nordrand Irans grenzenden Steppenland sich eine neue Heimat gründete. Nach dem Untergang der Sefewiden und Afscharen traten die Kadscharen als Thronprätendenten auf, aber erst dem grausamen und kühnen Aga Mehemmed, der 1786 in Teheran offiziell den Schahtitel angenommen hatte, gelang es durch Überwindung des letzten Zend, des heldenhaften und ritterlichen Lutf Ali Chan, 1794 die Herrschaft Persiens dauernd zu erringen (Weiteres s. Persien).
 
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Kadu, niederländ. Residentschaft auf Java, s. Meyers Kedu.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
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87) Karl
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 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
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89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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