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Justizorganisation bis Jus tollendi (Bd. 6, Sp. 397 bis 398)
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Artikelverweis Justizorganisation (Gerichtsorganisation), s. Meyers Gerichtsordnung, Meyers Gerichtsverfassung.
 
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Justizpaläste, s. Meyers Gerichtsgebäude.

[Bd. 6, Sp. 398]



 
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Justizrat, Titel, der in den verschiedenen deutschen Ländern verschiedene Bedeutung hat, namentlich Ehrentitel für Rechtsanwalte. Eine höhere Auszeichnung bedeutet der Titel »Geheimer J.« (s. d.). In frühern Zeiten war J. der Titel eines Rates bei den obern Justizbehörden und bei den Obergerichten. Die vortragenden Räte des preußischen Justizministeriums führen noch jetzt den Titel »Geheimer Oberjustizrat«, die Direktoren den Titel »Wirklicher Geheimer Oberjustizrat«.
 
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Justizritter (Chevalier de justice), ein Grad des (österreichischen) Meyers Johanniterordens (s. d., S. 289).
 
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Justizsache, soviel wie Rechtssache (s. d.).
 
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Justizstatistik. Die J. als Massenbeobachtung auf dem Gesamtgebiete der Rechtspflege ist ein wichtiger und umfangreicher Teil der Verwaltungs- und Administrationsstatistik und zerfällt in zwei Gebiete: in die Statistik der Zivilrechtspflege und jene der Strafrechtspflege, einschließlich des Gefängniswesens. Im weitern Sinne versteht man darunter die gesamte Statistik der Rechtspflege. Wie andre Zweige der Verwaltung, so kann auch die Justiz eines zahlenmäßigen Überblicks über ihre Tätigkeit nicht entbehren. Den Ausgangspunkt der J. als eines Teils der Verwaltungsstatistik bilden deshalb die unmittelbaren Bedürfnisse der Justizverwaltung, für deren Geschäftsführung sie die wichtigsten Tatsachen ihres Bereichs zahlenmäßig zusammenstellt. Sie zählt also beispielsweise die Gerichte, die Richter und die Prozesse sowie andre Rechtssachen, mit denen sie sich zu beschäftigen haben. Die J. ist demnach ursprünglich eine reine Geschäftsstatistik, d. h. es liegt außerhalb ihrer Absicht, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse, die sich in der Rechtsprechung spiegeln, zur Erscheinung zu bringen. Sie interessiert grundsätzlich nur der formale, gerichtliche Vorgang ohne Rücksicht auf seine Ursache und seine Wirkung. Alle größern Länder veröffentlichen Justizstatistiken. Die deutsche J. wird, soweit die Ordnung der Rechtspflege eine einheitliche für das Reich ist, im wesentlichen im Reichsjustizamt bearbeitet. Indes hat die Einheitlichkeit der Statistik nicht Schritt gehalten mit der Vereinheitlichung des Rechts und der Rechtseinrichtungen, indem das Bearbeitungsgebiet des Reichsjustizamtes sich nicht in gleicher Weise ausgedehnt hat. Die deutsche J. des Reichsjustizamtes wird in Jahresbänden veröffentlicht. Sie enthält 1) die Statistik der Gerichtsverfassung und Rechtsanwaltschaft mit einem Anhang über die Konsulargerichtsbezirke; 2) die Prozeßstatistik und zwar die der bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und der Strafsachen und 3) die Statistik der Geschäftsbelastung der Gerichte durch die streitige Gerichtsbarkeit. Die Statistik des Reichsjustizamtes wird ergänzt durch besondere Justizstatistiken der meisten Einzelstaaten, und zwar geben größere Einzelstaaten gleichfalls selbständige Jahresbände heraus. Die preußische J. erscheint im »Justizministerialblatt«, Bayern gibt alljährlich seine eingehend bearbeiteten und umfangreichen Ergebnisse der Zivil- und Strafrechtspflege und Bevölkerungsstand der Gefängnisse und Strafanstalten heraus. Neben den Statistiken der ordentlichen Gerichte wird neuerdings eine Statistik der Tätigkeit der Gewerbegerichte jährlich im »Reichsarbeitsblatt«veröffentlicht, wo die Tätigkeit dieser Gerichte auch sonst näher verfolgt wird. Ein wichtiger Teil der J. ist die Gefängnisstatistik. Ihr wird mit Recht meist eine besondere Sorgfalt gewidmet. Da in Deutschland das Gefängniswesen Sache der Einzelstaaten ist, wird von diesen auch die Gefängnisstatistik bearbeitet. In Preußen ist die Verwaltung der Gefängnisse zwischen dem Ministerium des Innern und der Justiz geteilt. Bisher hatte nur das Ministerium des Innern eine Statistik hierüber ausgemacht, ihm ist neuerdings das Justizministerium gefolgt. In den übrigen Ländern (vgl. z. B. über Bayern oben) wird die Gefängnisstatistik meist mit den übrigen Justizstatistiken zusammen veröffentlicht; soz. B. auch in Österreich, England, Frankreich. Italien, Rußland. Mancherlei statistisches Material namentlich über die Tätigkeit der Polizei auf dem Gebiete der Rechtspflege findet man in landes- und städtestatistischen Veröffentlichungen wie in Städte- und Polizeiverwaltungsberichten der Großstädte. Aus der J. herausgewachsen ist die Kriminalstatistik und die Konkursstatistik. Diese Statistiken rechnet man nicht mehr zu der J. im engern Sinne, worunter man lediglich die bisher dargestellte Justizgeschäftsstatistik versteht. Die Kriminal- und Konkursstatistik haben in den meisten Ländern dadurch eine besondere Stellung erlangt, daß sie die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung einerseits der Verbrechen und Vergehen, anderseits des Konkurses zu erfassen suchen. Demnach ist auch ihre Methode eine durchaus andre als die der Justizgeschäftsstatistik (vgl. Kriminalstatistik). Es ist wohl möglich und mit Rücksicht auf das allgemeine wissenschaftliche Interesse höchst wünschenswert, wenn auch sehr schwer durchführbar, daß auch die andern Teile der J. diesen Entwickelungsgang nehmen. Von Anfang an in diesem Sinne begründet ist die neue preußische Statistik über die Fürsorgeerziehung Minderjähriger und über die Zwangserziehung Jugendlicher.
 
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Justizverfassung, die äußere Einrichtung der Rechtspflege und ihrer Organe, für das Deutsche Reich durch das Gerichtsverfassungsgesetz vom 27. Jan. 1877 in einheitlicher Weise geregelt (s. Meyers Gerichtsverfassung).
 
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Justizverwaltung, die Tätigkeit der Staatsverwaltung in Ansehung der äußern Einrichtung und Handhabung der Rechtspflege. Dazu gehört die Sorge für das Vorhandensein der erforderlichen Meyers Gerichtspersonen (s. d.), die Herstellung, Einrichtung und Instandhaltung der für die Rechtspflege nötigen Anstalten, Räumlichkeiten, Gefängnisse u. dgl., die Regelung des Geschäftsbetriebs; die Oberaufsicht über den Gang der Rechtspflege sowie die Bestreitung ihrer Kosten und die Rechnungslegung. Die J. wird teils durch das Reich, teils durch die einzelnen Bundesstaaten (die Landesjustizverwaltung) ausgeübt. Die Organe der J. des Reiches sind der Bundesrat, der Reichskanzler (das Reichsjustizamt), die Organe der Landesjustizverwaltung, die Justizministerien. Ein Teil der J. ist durch das deutsche Gerichtsverfassungsgesetz (§ 61 ff., 121,133) den Gerichten übertragen worden. Vgl. § 4 des Einführungsgesetzes hierzu.
 
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Justizverweigerung, s. Meyers Rechtsverweigerung und Meyers Bundesrat (S. 602).
 
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Justizverzögerung, s. Meyers Rechtsverweigerung.
 
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Jus tollendi (lat.), »Recht der Wegnahme«, die Befugnis des Entleihers, Mieters, Nießbrauchers, Pächters, Pfandgläubigers, Vorerben, Wiederverkäufers und Wohnungsberechtigten, bei Sachen, die sie an einen andern herauszugeben haben, alle von ihnen gemachten Einrichtungen wegzunehmen. Im Fall der Wegnahme muß der Wegnehmende die Sache auf keine Kosten in den vorigen Stand versetzen; ist dies unmöglich, so ist die Wegnahme ausgeschlossen (Bürgerliches Gesetzbuch, § 258).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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