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Justitĭum bis Justizrat (Bd. 6, Sp. 397 bis 398)
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Artikelverweis Justitĭum (lat.), der gänzliche Stillstand der Rechtspflege. Bei den Römern konnte ein J. in Zeiten der Not und infolge von Todesfällen in der kaiserlichen Familie vorübergehend angeordnet werden. Heutzutage kann es noch infolge eines Krieges oder eines außerordentlichen Naturereignisses. z. B. einer Überschwemmung, eines Erdbebens, eintreten. Nach der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 245) tritt dann für die Dauer dieses Zustandes eine »Unterbrechung des Verfahrens« (s. d.) ein. Vgl. auch Deutsche Strafprozeßordnung, § 15.
 
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Justīz (lat. Justitia), s. Meyers Rechtspflege.
 
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Justizgebäude, soviel wie Meyers Gerichtsgebäude (s. d.).
 
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Justizgesetze, die auf die Rechtspflege bezüglichen Gesetze; vielfach schlechthin zur Bezeichnung der J. des Deutschen Reiches gebraucht (s. Meyers Reichsjustizgesetze).
 
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Justizhoheit, die Staatsgewalt, insofern sich dieselbe auf die Rechtspflege, die bürgerliche (Ziviljustizhoheit) wie die strafende (Kriminaljustizhoheit) bezieht. Der moderne Staat erkennt die Unabhängigkeit der Gerichte in ihrer Rechtsprechung von dem Einfluß der Staatsgewalt an. Dies schließt jedoch nicht aus, daß die Staatsregierung bei der dienstlichen Beaufsichtigung des Gerichtspersonals, bei Ausübung der Disziplinargewalt, Organisation der Gerichts- und sonstigen Justizbehörden, insbes. der Staatsanwaltschaft, bei der Anstellung der Beamten sowie bei dem Vollzug der gerichtlichen Urteile in Tätigkeit tritt (s. Meyers Justizverwaltung). Die Rechtsprechung selbst ist ebenfalls ein Ausfluß der Staatsgewalt, und ebendarum ergehen die gerichtlichen Urteile im Namen des Staatsoberhauptes, diejenigen des deutschen Reichsgerichts im Namen des Deutschen Reiches.
 
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Justizĭar, s. Justitiarius.
 
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Justizministerium, die oberste Justizverwaltungsbehörde des Staates, an deren Spitze der Justizminister steht. In kleinern Staaten nimmt eine Abteilung oder ein Departement des Staatsministeriums die Meyers Justizverwaltung (s. d.) wahr. Ein Einfluß auf die Rechtsprechung steht dem J. nicht zu, abgesehen von seiner Befugnis zur Entscheidung von Beschwerden über Disziplin, Geschäftsgang und Justizverweigerung oder -Verzögerung. In den meisten Staaten enthält ein besonderes Justizministerialblatt die amtlichen Bekanntmachungen auf dem Gebiete der Justizverwaltung, so in Preußen, in Bayern, Württemberg, Sachsen etc.
 
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Justizmord, die an einem Unschuldigen vollzogene Todesstrafe, im weitern Sinne jetzt überhaupt für jede an einem Unschuldigen vollzogene schwere Freiheitsstrafe gebraucht; des Ausdrucks bediente sich zuerst Schlözer 1782, obwohl derselbe eigentlich nur dann am Platze wäre, wenn vorsätzlich und wissentlich ein Unschuldiger hingerichtet würde. Die Möglichkeit der irrtümlichen Verurteilung eines Unschuldigen zum Tod ist ein Haupteinwand gegen die Zulässigkeit der Todesstrafe.
 
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Justizorganisation (Gerichtsorganisation), s. Meyers Gerichtsordnung, Meyers Gerichtsverfassung.
 
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Justizpaläste, s. Meyers Gerichtsgebäude.

[Bd. 6, Sp. 398]



 
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Justizrat, Titel, der in den verschiedenen deutschen Ländern verschiedene Bedeutung hat, namentlich Ehrentitel für Rechtsanwalte. Eine höhere Auszeichnung bedeutet der Titel »Geheimer J.« (s. d.). In frühern Zeiten war J. der Titel eines Rates bei den obern Justizbehörden und bei den Obergerichten. Die vortragenden Räte des preußischen Justizministeriums führen noch jetzt den Titel »Geheimer Oberjustizrat«, die Direktoren den Titel »Wirklicher Geheimer Oberjustizrat«.

 

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82) Johannisfest
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83) Jūlfest
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