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Justement bis Justifikation (Bd. 6, Sp. 395 bis 396)
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Artikelverweis Justement (franz., spr. schüst'māng, meist in deutscher Aussprache: justemént, justamént, auch bloß: just), eben (jetzt), ebenso, genau, gerade.
 
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Juste-milieu (franz., spr. schüst'-miljö, »richtige Mitte, Mittelstraße«), ein schon von Voltaire in einem Brief an den Grafen d'Argental vom 28. Nov. 1765 gebrauchter Ausdruck, besonders seit der Julirevolution 1830 ein politisches Schlagwort, indem die Minister und die Presse des Königs Ludwig Philipp wiederholt erklärten, das Staatswohl Frankreichs könne nur gewahrt werden, wenn die Regierung dem Parteitreiben gegenüber »le juste milieu« einhalte. So ward das Wort bald im freundlichen, bald im feindlichen Sinn als das politische Prinzip der Juliregierung gebraucht.
 
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Justh, Julius von, ungar. Politiker, geb. 13. Jan. 1850 in Necpál (Thuróczer Komitat), bereiste Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien und beteiligte sich früh am politischen Leben. Im Parlament gehört er zu den hervorragendern Mitgliedern der Unabhängigkeits- und 48er Partei. 1893 wurde er an Stelle Karl Eötvös' zum Präsidenten dieser Partei erwählt, verzichtete aber im Dezember 1895 zugunsten Franz Kossúths. In der großen kirchenpolitischen Bewegung stand er ganz auf seiten der liberalen Partei. Im Februar 1905 erwählte ihn das Abgeordnetenhaus zum Präsidenten.
 
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Justi, 1) Johann Heinrich Gottlob von, Kameralist, geb. gegen 1702 zu Brücken in Preußen, gest. 20. Juli 1771 auf der Festung Küstrin, studierte in Wittenberg und Jena Jura und Cameralia, trat später in preußische Kriegsdienste und geriet in österreichische Gefangenschaft, der er sich durch Flucht entzog. Nachdem er in Leipzig Metallurgie studiert und 1747 einen Preis für sein Werk über die Monaden von der preußischen Akademie der Wissenschaften erhalten hatte, folgte er 1750 einem Ruf als Professor der Kameralistik und deutschen Beredsamkeit an das Theresianum in Wien, ging 1755 als »Polizeikommissar« und Dozent für Staatsökonomie und Naturwissenschaft nach Göttingen, 1757 als Kolonialinspektor nach Kopenhagen; 1762 wurde er, obwohl kurze Zeit vorher wegen eines Angriffs auf die minderwertigen preußischen Goldmünzen von Friedrich II. eingesperrt, von diesem als Berghauptmann und Oberaufseher der fiskalischen Bergwerke Preußens nach Berlin berufen. Unter der nicht erwiesenen Anschuldigung, staatliche Gelder unterschlagen zu haben, wurde er 1768 ins Gefängnis nach Küstrin gebracht, wo er starb. J., neben Sonnenfels der bedeutendste unter den deutschen Kameralisten, steht zwar in der Hauptsache auf dem Boden des Meyers Merkantilismus (s. d.), zeigt aber doch in vielem den Einfluß der französischen Enzyklopädie und Physiokratie; er ist der erste Systematiker der Kameralistik. Unter seinen außerordentlich zahlreichen Schriften verdienen Hervorhebung: »Staatswirtschaft, oder systematische Abhandlung aller ökonomischen und Kameralwissenschaften etc.« (Wien 1755); »Grundsätze der Polizeiwissenschaft« (das. 1756); »Vollständige Abhandlung von den Manufakturen und Fabriken« (Kopenh. 175861); »Abhandlung von den Steuern und Abgaben« (Königsb. 1762); »System des Finanzwesens« (Halle 1766).
   2) Karl Wilhelm, prot. Theolog, geb. 14. Jan. 1767 in Marburg. gest. daselbst 7. Aug. 1846, wurde 1790 Prediger in Marburg, 1801 Superintendent und Konsistorialrat und 1822 Professor der Theologie. Er veröffentlichte: »Nationalgesänge der Hebräer« (Leipz. 180318, 3 Bde.); »Das Buch Hiob« (Kassel 1840); einige Monographien über die Geschichte Hessens, z. B. »Elisabeth die Heilige« (2. Aufl., Marb. 1835); auch setzte er (für 180630) Strieders »Hessische Gelehrten- und Schriftstellergeschichte« (das. 1831) fort.
   3) Karl, Kunstgelehrter, geb. 2. Aug. 1832 in Marburg, Enkel des vorigen, studierte in seiner Vaterstadt und in Berlin Theologie und Philosophie, habilitierte sich 1860 daselbst mit der Schrift »Die ästhetischen Elemente in der Platonischen Philosophie« (Marb. 1860), wurde 1867 Professor in Marburg und nach längerm Aufenthalt in Italien 1871 Professor der Philosophie in Kiel. Seit 1873 Professor der neuern Kunstgeschichte in Bonn, trat er 1901 in den Ruhestand. Seine Hauptwerke sind: »Winckelmann. Sein Leben, seine Werke und Zeitgenossen« (Leipz. 186672, 2 Bde. in 3 Tln.; 2. Aufl. 1898, 3 Bde.), die einzig vollständige, die ganze Zeit umfassende Lebensbeschreibung des großen Altertumsforschers, und »Diego Velazquez und sein Jahrhundert« (Bonn 1888, 2 Bde.; 2. Aufl. 1902), die Frucht mehrjähriger Forschungen in Spanien. Außerdem veröffentlichte er: »Dante und die Göttliche Komödie« (Stuttg.

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1862); »Die Verklärung Christi, Gemälde Raffaels« (Leipz. 1870); »Murillo« (das. 1892, 2. Aufl. 1905), »Michelangelo, Beiträge zur Erklärung der Werke und des Menschen« (das. 1900) und eine Anzahl kunstwissenschaftlicher Aufsätze in Zeitschriften, die vornehmlich der spanischen, italienischen und niederländischen Kunst gewidmet sind.
   4) Ferdinand, Orientalist und Sprachforscher, geb. 2. Juni 1837 in Marburg, Bruder des vorigen, studierte in seiner Vaterstadt und in Göttingen und habilitierte sich 1861 in Marburg, wo er 1865 zum außerordentlichen, 1869 zum ordentlichen Professor für vergleichende Grammatik ernannt wurde. Auf seine Schrift »Über die Zusammensetzung der Nomina in den indogermanischen Sprachen« (Götting. 1861) folgten sein »Handbuch der Zendsprache« (Leipz. 1864) und andre auf die iranische Literatur und Geschichte bezügliche Arbeiten, so namentlich seine kritische Ausgabe des »Bundehesch«, mit Glossar (Lond. 1868), »Kurdische Grammatik« (Petersb. 1880), »Geschichte der orientalischen Völker im Altertum« (in Grotes »Allgemeiner Weltgeschichte«, das. 1884), »Geschichte des alten Persiens« (in Onckens »Allgemeiner Geschichte«, Berl. 1879), »Iranisches Namenbuch« (Marburg 1895). In den »Veröffentlichungen der historischen Kommission für Hessen und Waldeck« gab er heraus »Hessisches Trachtenbuch« (Marb. 190004).
 
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Justice of the peace (engl., spr. dschöstīs ŏw dhĕ pīß), Friedensrichter, s. Meyers Friedensgerichte.
 
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Justicĭa (span.), ehedem der höchste Richter der Könige von Aragonien, vor welchem diese selbst den Schwur auf die Reichsgesetze zu leisten hatten. Derselbe konnte selbst den König zur Verantwortung ziehen, wenn er die Reichsgesetze verletzte.
 
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Justieren (mittellat.), im allgemeinen die Richtigstellung der mathematischen Instrumente, speziell die Kontrolle und Korrektur der Wasserwagen, Libellen, Meyers Niveaus (s. d.). Im Münzwesen bedeutet J.: den zu prägenden Platten das richtige Gewicht geben; in der Schriftgießerei: den Lettern mit den Probelettern gleiche Höhe geben (das dazu dienende Hilfsinstrument heißt Justorium) etc.; das Zurechtmachen der Matrizen für den Guß der Typen; in der Buchdruckerei: die Ausgleichung der Satzkolumnen (Seiten), so daß die zusammengehörenden genau von gleicher Länge sind.
 
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Justierwage s. Meyers Münzwesen.
 
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Justierwalzwerk s. Meyers Münzwesen.
 
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Justierzeiger, s. Meyers Grabstichel.
 
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Justifikation (lat.), Rechtfertigung. Bei Rechnungen die Genehmigung derselben nach vorgängiger Revision und Feststellung. Diese erfolgt namentlich bei Staats-, Gemeinde-, Korporationsrechnungen u. dgl. durch einen förmlichen Beschluß (Justifikationsdekret, Justifikatorium, Justifikatur).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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