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Jus postliminĭi bis Jus quaesītum (acquisītum) (Bd. 6, Sp. 393 bis 394)
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Artikelverweis Jus postliminĭi, s. Postliminium.
 
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Jus praesentandi oder praesentationis (lat.), Vorschlagsrecht bei Besetzung von Ämtern, s. Meyers Patronatsrecht.
 
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Jus praetorĭum (lat.), das durch die Prätoren in Rom geschaffene Recht (s. Meyers Edikt).
 
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Jus primae noctis (lat., »Recht der ersten Nacht«, Herrenrecht, Droit de seigneur, Droit de culage, Droit de prélibation), das Recht des Gutsherrn, bei der Verheiratung seiner weiblichen Hörigen ihnen zuerst in der Brautnacht beizuwohnen. Obwohl viel bestritten von der Wissenschaft (vgl. besonders K. Schmidt, Das Jus primae noctis, Freiburg 1881), läßt sich das J. ooch nachweisen. Es wird uns bezeugt aus alter Zeit von den Adyrmachiden, den Kephalenen, später von den Germanen, Schotten, Iren und Basken, aus neuester Zeit von südamerikanischen Stämmen und von den Völkern des Morgenlandes, von Eskimos, dem australischen Stamme der Wa Teita und von den Australnegern, also aus allen Zeiten und allen Ländern. Das für unser heutiges Empfinden Gemeine uno Unbegreifliche des J. wird uns sofort klar und begreiflich, wenn wir uns daran erinnern, daß unsrer Einzelehe die Gesamtehe vorausgegangen ist, daß die Frau bei der Gesamtehe dem gesamten Stamme gehörte, daß auch nach dem vollständigen Siege der Einzelehe doch noch jahrhundertelang das Mädchen zuerst allen Stammesgenossen gehören mußte und dann erst ein Stammesgenosse dieses Mädchen als Frau und damit erst als unbestrittenes und unantastbares Eigentum erwerben konnte. Berücksichtigt man dann den auch auf andern Gebieten zu beobachtenden Gang der Entwickelung, daß die Stammesgenossen bei Erstarken der Aristokratie und des Königtums durch die Vornehmsten und Mächtigsten des Landes abgelöst wurden, so wird uns das J., wenn auch nicht sympathisch, so doch begreiflich erscheinen. Wie die Stammesgenossen, so haben später die Häupter des Stammes unbefangen den Töchtern ihres Stammes beigewohnt, und erst das Christentum hat allmählich mit dieser völlig begreiflichen Gewohnheit nach und nach aufzuräumen vermocht. Als Überbleibsel hiervon ragte dann noch lange in die Zeit höherer oder sagen wir offen mit einem gewissen Beigeschmack »verfeinerter« sittlicher Auffassung der Geschlechtsgemeinschaft der sogen. Jungfernzins herein, d. h. eine Abgabe, die der Ehemann dem Grundherrn dafür geben mußte, daß dieser einstmals das Recht hatte, die Blüte seiner weiblichen Hörigen, falls ihm beliebte, zu pflücken. Vgl. Wilutzky, Vorgeschichte des Rechts (Bresl. 190203, 3 Tle.).
 
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Jus primārum (primariarum) precum (lat.), das Recht der ersten Bitte, wonach der deutsche Kaiser ehedem in jedem Stift einmal eine Pfründe vergeben konnte; jetzt das Recht des Papstes, aber auch mancher weltlicher Fürsten zur ausnahmsweisen Besetzung gewisser Stellen in Stiftern und Domkapiteln.
 
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Jus primi licĭti (lat.), Recht des Erstgebots bei Versteigerungen.
 
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Jus privātum (lat.), Privatrecht.
 
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Jus protimisĕos (J. protimeseos, lat.-griech.), Meyers Vorkaufsrecht (s. d.).
 
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Jus publĭcum (lat.), öffentliches Recht, Staatsrecht.

[Bd. 6, Sp. 394]



 
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Jus quarterĭorum (lat., Quartierfreiheit, Franchise des quartiers), die frühere mißbräuchliche Ausdehnung der Unverletzlichkeit des Hotels, bez. der Wohnung eines Meyers Gesandten (s. d.) auf das ganze Stadtviertel (quartier), innerhalb dessen jenes gelegen war.
 
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Jus quaesītum (acquisītum) (lat.), wohlerworbenes Recht, die vermöge eines Rechtstitels erworbene Befugnis jemandes. Eine solche kann durch neue Gesetze in der Regel nicht alteriert werden; indessen kann der Staat unter Umständen, insonderheit im Interesse der Allgemeinheit, im Wege der Gesetzgebung auch wohlerworbene Rechte aufheben, soll dann aber in der Regel Schadloshaltung gewähren. So sind z. B. durch die Aufhebung der Leibeigenschaft, der feudalen Rechte der Fronen, der Patrimonialgerichtsbarkeit, der gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, der Zwangs- und Bannrechte u. dgl. nicht wenige wohlerworbene Rechte teils mit, teils ohne Entschädigung aufgehoben worden. Vgl. Lassalle, Das System der erworbenen Rechte (2. Aufl., Leipz. 1880).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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