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Juris utrĭusque doctor bis Jury (Bd. 6, Sp. 391)
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Artikelverweis Juris utrĭusque doctor (lat.), »Doktor beider Rechte«, d. h. des Kaiser- wie des Papstrechts, des römischen und des kanonischen Rechts (vgl. Doktor, S. 85). An den protestantischen Universitäten ist diese Bezeichnung beibehalten, indem man als zweites Recht neben dem bürgerlichen, staatlichen, das Kirchenrecht auffaßte. Auch heute noch ist sie im feierlichen akademischen Stil üblich, obwohl sie der modernen Auffassung widerspricht, nach der das Recht innerhalb des Staatsgebietes grundsätzlich nur eins sein kann.
 
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Jurjew, Stadt, s. Meyers Dorpat.
 
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Jurjewez-Powolskij, Kreisstadt im russ. Gouv. Kostroma, an der Wolga, mit 14 Kirchen, einer Bank, Sägemühle, Flachsspinnerei und (1897) 4778 Einw. Im Kreis J. besteht eine ansehnliche Fabrik- und Hausindustrie.
 
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Jurjew-Polskij, Kreisstadt im russ. Gouv. Wladimir, an der Kolotscha und einem Zweig der Eisen bahn Moskau-Jaroslaw-Archangel, hat 7 Kirchen, 2 Klöster, mehrere Baumwollwebereien und (1897) 7271 Einw., ist Mittelpunkt des Kornhandels im Gouvernement. Im Kreis J. wird Leinwandfabrikation betrieben.
 
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Jurjewskaja, Katharina Michailowna, Fürstin, geborne Prinzessin Dolgorukowa, geb. 1846, war die Geliebte des russischen Kaisers Alexander II. (s. d., S. 299), der sich nach dem Tode seiner ersten Gemahlin, Marie, 31. Juli 1880 mit ihr vermählte. Sie gebar dem Zaren einen Sohn, Prinzen Georg Jurjewski (geb. 1873), der in der russischen Marine dient, und zwei Töchter. Seit 1881 lebte sie im Ausland und veröffentlichte unter dem Pseudonym Victor Laferté: »Alexandre II. Détails inédits sur sa vie intime et sa mort« (Genf 1882).
 
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Juror (engl., spr. dschū-), Mitglied einer Meyers Jury (s. d.).
 
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Jurte (russ.), zeltartige, gewöhnlich mit Filz bekleidete und gedeckte Behausung der nomadischen Völker in Sibirien und China. Es ist eine für den Winter aus schräg stehenden Balken ausgeführte, von außen mit Lehm und Rasen belegte größere Hütte mit ebenem Dach, in der unaufhörlich Feuer unterhalten wird, während an den Seiten ringsherum Sitze laufen, die auch als Schlafstellen dienen. Die Sommerjurten sind nur aus Pfählen errichtet, kegelförmig, an der Spitze mit einer Öffnung zum Abzug des Rauches.
 
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Jurten, Berg, s. Meyers Jorat.
 
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Juruá, Fluß in Brasilien, entsteht an der Ostgrenze Perus, unter 8°30' südl. Br. in den Anden Conomamas, nimmt rechts den Tarahuaca auf und mündet nach 1500 km langem, ungemein gewundenem Lauf durch unendliche Urwälder unter 2°30' südl. Br. rechts in den Amazonenstrom.
 
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Jürük (»Wanderer«), Nomadenvolk in Kleinasien, das in Zelten aus dunkler Ziegenwolle lebt. Seine Hauptbeschäftigung ist Viehzucht (Dromedare, Schafe, Ziegen) und Anfertigung von Teppichen, Matten und Flechtwerk, seine Hauptnahrung besteht in Milch und Käse. Ackerbau wird wenig getrieben, dagegen eifrig gejagt. Die Tracht besteht in kurzer, brauner Filzjacke, breitem Ledergürtel, in dem Waffen stecken, dunkeln kurzen Filzhosen und im Winter Wollstrümpfen. Sie sind Mohammedaner, haben Koran, Beschneidung, Imams, Hadschis etc., feiern aber weder Ramasan noch Bairam, und ihre sittsamen, fleißigen Frauen gehen unverschleiert. Den Militärdienst scheuen sie; von den Türken werden sie mißachtet, und Heiraten zwischen beiden Völkern finden nicht statt. Sie haben sich auch eine alte Sprache bewahrt, die geheim gehalten wird. Von Gestalt mittelgroß, lang- und hochköpfig und entschieden brünett, sind sie durchaus verschieden von den turkmenischen Nomaden des östlichen Kleinasien, die von den Türken gleichfalls als J. bezeichnet werden. Nach F. v. Luschan stammen sie aus Indien oder einem seiner nordwestlichen Nachbarländer und sind nahe Verwandte der Zigeuner. Bemerkenswert ist der Brauch, die Schädel durch Binden künstlich umzugestalten.
 
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Jury (engl., spr. dschūrĭ; franz., spr. schüri), die Gesamtheit der Geschwornen, Meyers Schwurgericht (s. d.); dann auch die Ausschüsse von Sachverständigen als Preisrichter, z. B. bei Industrieausstellungen. J. de medietate linguae, die in England bei Beteiligung eines Ausländers bis 1870 vorgeschriebene Zusammensetzung der Geschwornenbank je zur Hälfte aus Angehörigen seiner Nation und aus Engländern.

[Bd. 6, Sp. 392]


 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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