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Junkaginazeen bis Jünnan (Bd. 6, Sp. 377 bis 378)
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Artikelverweis Junkaginazeen (Dreizackpflanzen), monokotyle, sumpfbewohnende, etwa 14 Arten umfassende Familie der warmen und gemäßigten Zone aus der Ordnung der Helobien, mit schmalen, zweizeiligen scheidigen Blättern und drei- bis vierzähligen Blüten, die meist aus zwei kelchartigen Kreisen, zwei Staubblatt- und zwei Fruchtblattkreisen bestehen. Wichtige Gattungen sind Scheuchzeria und Triglochin.
 
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Junkazeen (Simsen, Simsenlilien, Binsengewächse), monokotyle Familie aus der Ordnung der Glumifloren, grasartige Pflanzen mit unscheinbaren, zu Köpfchen oder hochblatttragenden Fächeln oder Sicheln angeordneten, dreizähligen Blüten (s. Abbildung), die sich von denen der Liliazeen hauptsächlich durch das spelzenartige Perigon unterscheiden. Die Familie zerfällt in acht Gattungen, deren wichtigste und artenreichste Luzula und Juncus sind, und enthält etwa 250 Arten, von denen die meisten den gemäßigten und kältern Zonen der nördlichen Halbkugel angehören; einige sind kosmopolitisch. Sie wachsen teils an feuchten und sumpfigen Stellen des Meeresstrandes oder des Binnenlandes, teils auf den Gebirgen. Die J. sind wegen ihrer Härte und Zähigkeit schlechte Futterkräuter, werden aber wegen dieser

[Bd. 6, Sp. 378]


Eigenschaften z. T. zu Flechtwerken verwendet. Fossil sind nur einige Juncus-Arten aus Tertiärschichten bekannt. Vgl. Buchenau, Monographia Juncaecarum in Englers »Jahrbüchern für Systematik« (Bd. 12, 1890).
 
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Junke (Dschunke), s. Meyers Dschonke.
 
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Junker (vom mittelhochd. junc-hêrre, »junger Herr«), ehedem Name der jüngern Prinzen regierender Herren; in der Verkehrssprache junge Edelleute, namentlich Landedelleute, ohne sonstigen Titel. J. (Fahnenjunker) ist die Bezeichnung für Offiziersaspiranten und Vorstufe für die Dienststellung des Fähnrichs. In Rußland werden die J. in besondern Junkerschulen (s. Meyers Kadettenhäuser) ausgebildet. Junkerpartei, Junkertum war in Preußen in den 1850er Jahren die halb verspottende Bezeichnung der reaktionären Adelspartei.
 
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Junker, Wilhelm, Forschungsreisender, geb. 6. April 1840 in Moskau, gest. 13. Febr. 1892 in Petersburg, lebte als Knabe in Göttingen, besuchte in Petersburg das deutsche Gymnasium, studierte Medizin in Göttingen, Berlin und Prag und bereiste 1869 Island. Nach kürzern Ausflügen nach Tunesien 1874 und Unterägypten 1875 ging er von Suakin 1876 durch das Chor Baraka nach Kassala und Chartum, befuhr den Blauen Nil und den untern Sobat und machte ausgedehnte Reisen in den Gebieten des Bahr el Gazal und des obern Uëlle. 1878 nach Europa zurückgekehrt, unternahm er schon 1879 eine neue Forschungsreise in das Gebiet der Niam-Niam und Monbuttu zur Erforschung des Uëlle und des Nepoko, welch letztern er als den Oberlauf des Aruwimi erkannte. Im Begriff, Ende 1883 nach Europa zurückzukehren, wurde er durch den Aufstand des Mahdi gezwungen, bei Emin Pascha in Lado eine Zuflucht zu suchen. Die von seinem Bruder 1885 zu seiner Befreiung gesandten Expeditionen unter G. A. Meyers Fischer (s. d. 15) und unter Oskar Meyers Lenz (s. d.) vermochten ihn nicht zu erreichen, doch glückte es J., mit Umgehung von Uganda durch Karagwe Ende 1886 nach Sansibar zu gelangen, von wo er über Kairo nach Europa zurückkehrte. Hier veröffentlichte er die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Reisen in den Ergänzungsheften zu »Petermanns Mitteilungen« (Gotha 1888 und 1889) und »Reisen in Afrika 18751886« (Wien 188991, 3 Bde.). Vgl. Hevesi, Wilhelm J., Lebensbild eines Afrikaforschers (Berl. 1896).
 
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Junkerhof, s. Meyers Artushof.
 
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Junkermann, August, Schauspieler und Vorleser, geb. 15. Dez. 1832 in Bielefeld, trat bei der Artillerie ein, um Offizier zu werden, ging aber 1853 zur Bühne über und begann seine theatralische Laufbahn in Trier. Nach mehreren Engagements in Berlin, Bremen, Wien, Weimar u. a. O. wurde er 1871 Mitglied des Hoftheaters in Stuttgart, dem er bis 1884 angehörte. Seitdem hat er allein und mit von ihm zusammengestellten Gesellschaften Gastspielreisen in Deutschland und Nordamerika gemacht. Er spielt komische Rollen mit großem Erfolg; sein Hauptverdienst aber liegt in der Darstellung der Gestalten Fritz Reuters, dessen Werke fast sämtlich teils von ihm selbst, teils von andern für ihn dramatisiert worden sind. Auch als Vorleser der Werke Reuters, dem er besonders in Süddeutschland und Wien neue Verehrer gewann, hat er sich einen Namen gemacht. Er veröffentlichte: »Memoiren eines Hofschauspielers« (Stuttg. 1889) und »Humoristikum, eine Sammlung heiterer Vortragsstücke« (5. Aufl., das. 1899; neue Folge, 2. Aufl. 1900).
 
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Junkerschulen, s. Meyers Junker und Meyers Kadettenhäuser.
 
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Junktūr (lat.), Verbindung, Fuge, Gelenk; auch soviel wie Konjunktur.
 
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Jünkwei, s. Meyers Yünkwei.
 
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Jünnan, chines. Provinz und Stadt, s. Meyers Yünnan.

 

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 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
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83) Jūlfest
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90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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