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Junikäfer bis Junĭus, Briefe des (Bd. 6, Sp. 376 bis 377)
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Artikelverweis Junikäfer, s. Meyers Maikäfer.
 
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Junimisten, von dem literarischen Verein Junimea herrührender Name der Partei der Jungkonservativen in Rumänien, die sich von der altkonservativen Bojarenpartei trennten und 188889 das Ministerium innehatten. Sie waren gemäßigt liberal und Freunde der westlichen Kultur; Führer waren Th. Rossetti und Carp. Anfang der 1890er Jahre verschmolzen die J. mit den Konservativen.
 
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Junín (spr. chu-), Departement von Peru, zwischen 9°30' und 12°30' südl. Br., 60,484 qkm mit (1896, berechnet) 394,393 Einw., umschließt die rauhesten Teile der Kordilleren Perus, in der Sierra zwischen beiden Ketten des Gebirges aber auch überaus schöne Täler. Der Huallaga entspringt im Departement, und in dessen Mitte liegt der fischreiche See von Chinchaycocha (800 qkm, 4063 m ü. M.), aus dem der Jauja abfließt. Die Einwohner betreiben Landbau und Viehzucht (Rinder und Schafe), zu nicht geringem Teil auch Bergbau auf Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Kohle, Steinsalz etc., namentlich in dem reichen Bergbaudistrikt der Hauptstadt Cerro de Meyers Pasco (s. d.). Benannt ist das Departement nach dem Ort J. (früher Los Reyes), in der Nähe des obengenannten Sees, mit nur (1876) 1624 Einw.
 
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Junin (spr. chu-), Distriktshauptort in der argentin. Provinz Buenos Aires, am Salado, an der Bahn Buenos Aires-Villa Mercedes, mit (1890) 3000 Einw., die sich um das Fort Federacion ansiedelten.
 
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Junĭor (lat., abgekürzt: jun. oder jr.), der Jüngere. Zusatz zu dem Namen einer Person, die von einer

[Bd. 6, Sp. 377]


gleichnamigen ältern (senior) unterschieden werden soll. In der klassischen Latinität wird minor statt junior und major statt senior gebraucht.
 
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Juniorāt (lat.), eine bei Familienfideikommissen nach gemeinem Fideikommißrecht und dem österreichischen bürgerlichen Gesetzbuch zu lässige, im Rechtsleben nur in einzelnen kleinen Rechtsgebieten bezüglich des Erbganges in Liegenschaften üblich. Vgl. Soergel, Das bäuerliche Erbrecht in Bayern, S. 25 ff. (Ansbach 1892). Vgl. Jüngstenrecht.
 
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Junior Republic, s. Meyers Kinderrepublik.
 
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Junipĕrus L., s. Meyers Wacholder.
 
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Junĭus, Name zweier römischer Geschlechter, deren älteres ein Patriziergeschlecht war. Ihm gehörte der erste Konsul Roms an, Lucius J. Brutus (s. Meyers Brutus 1), mit dessen Söhnen Titus und Tiberius, die er selbst hinrichten ließ, das Geschlecht ausstarb. Das plebejische Geschlecht tritt zuerst mit Lucius J. Brutus auf, der bei der ersten Sezession der Plebs tätig und 493 v. Chr. Volkstribun war.
 
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Junĭus, Franciscus, holländ. Germanist, geb. 1589 in Heidelberg, gest. 19. Nov. 1677 in Windsor, wurde in Holland von seinem Schwager, dem berühmten Philologen Gerhard Vossius, erzogen, lebte später fast 30 Jahre lang in England als Erzieher englischer Adligen und dann wieder in den Niederlanden in gelehrter Muße. J. besaß eine von seinen Zeitgenossen und noch lange nach ihm nicht erreichte Kenntnis der alten germanischen Literaturen, und die von ihm veröffentlichten Schriften sowie sein höchst umfangreicher, in der Bodleyschen Bibliothek zu Oxford aufbewahrter handschriftlicher Nachlaß, namentlich seine Abschriften althochdeutscher, angelsächsischer und friesischer Sprachquellen, sind für die germanische Altertumsforschung von großer Bedeutung geworden. Er hat 1665 die erste Ausgabe der gotischen Bibelübersetzung des Ulfilas veranstaltet.
 
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Junĭus, Briefe des, eine Reihe von Briefen, die unter dem Pseudonym Junius im »Public Advertiser« in London zuerst 21. Nov. 1768 und in fortlaufender Folge vom 21. Jan. 1769 bis zum 12. Mai 1772 erschienen und König, Minister, Parlament, Gerichtshöfe und Staatsbeamte, die Umtriebe und Kämpfe der Whigs und Tories mit schonungsloser Satire, aber mit Geist, Sachkenntnis und Beredsamkeit geißelten; ihre Hauptangriffe sind gegen den Herzog von Grafton und Lord North gerichtet. Übrigens atmen sie ganz den monarchischen Geist der britischen Verfassung und machen sich nicht selten der Parteilichkeit wie des Mangels an Freisinnigkeit schuldig. Die Schreibart, bei der tiefe, aus getäuschten Hoffnungen entstandene Bitterkeit die Feder geführt zu haben scheint, ist gedrängt, oft epigrammatisch, aber immer klar und präzis im Ausdruck und reiht den Verfasser unter die ersten Prosaisten Englands. Die Briefe wurden bald nach ihrem Abdruck im »Public Advertiser« von dessen Verleger, Woodfall, in Buchform publiziert (Lond. 1772). Ein Prozeß, den die Regierung 1770 der Briefe wegen gegen Woodfall anhängig machte, wurde niedergeschlagen und gab zu der Bestimmung Veranlassung, daß in Kriminalprozessen wegen eines Libells nur ein Geschwornengericht zuständig sei. Die wichtigsten Ausgaben der Briefe sind die Londoner von 1783 und 181214 und die von Wade (Lond. 1849, 2 Bde.; neue Aufl.: Bd. 1, 1873; Bd. 2, 1869). Eine französische Übersetzung erschien in Paris 1791, eine deutsche von Arnold Ruge (3. Aufl., Leipz. 1867). Über den Verfasser erschöpfte man sich bald nach dem Erscheinen der Briefe in Mutmaßungen aller Art; mehr als 30 verschiedene Personen hatte man im Verdacht, darunter den General Lee, Grattan, Burke, den Dichter Richard Glover, den Herzog von Portland, Lord Temple u. a. Auch in neuester Zeit hat der Streit darüber fortgedauert. Coventry (»Critical inquiry into the letters of Junius«, Lond. 1825) und später Jacques (»History of Junius and his works«, das. 1843) suchen ihn in dem aus dem Siebenjährigen Kriege bekannten Lord Sackville. Sir David Brewster glaubte an die Autorschaft eines gewissen Laughlin Maclean, der 1773 Generalkriegskommissar war und 1777 bei der Rückkehr aus Westindien verunglückte, fand aber damit wenig Anklang. W. Cramp (»Junius and his works«, Lond. 1851) erklärte den bekannten Lord Chesterfield, die »Quarterly Review« 1852 den berüchtigten Wüstling Lord Thomas Lyttleton (gest. 1779 durch Selbstmord) für den Verfasser der Juniusbriefe. Weiter sprachen sich J. Britton (»The authorship of the letters of Junius elucidated«, Lond. 1848) für den Obersten Barré und Symons (»William Burke, the author of Junius«, das. 1859) für den Bruder des bekannten Edmund Burke aus. Am meisten Wahrscheinlichkeit hatte von vornherein die 1816 von Taylor (»Junius identified«, Lond. 1816) aufgestellte Ansicht, daß Sir Philip Meyers Francis (s. d.) Junius sei; ihr schlossen sich 1841 Macaulay, 1850 Sir F. Dwaris an. Sie wurde durch die von dem Schreibverständigen Chabot vorgenommene Untersuchung der hinterlassenen Briefe von Francis sowie der Korrespondenz zwischen Junius und Woodfall und der im Britischen Museum erhaltenen Korrekturbogen der Juniusbriefe in dem Prachtwerk »The handwriting of Junius professionally investigated« (Lond. 1873, mit einem Vorwort von Edw. Twisleton) überzeugend begründet. Vgl. auch F. Brockhaus, Die Briefe des J. (Leipz. 1875); G. H. R. Francis, Junius revealed by his surviving grandson (Lond. 1894).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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