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Jungbreslau bis Junges Belgien (Bd. 6, Sp. 367 bis 368)
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Artikelverweis Jungbreslau, Stadt, soviel wie Inowrazlaw.
 
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Jungbrunnen, nach deutscher Volkssage ein Brunnen mit der Kraft, die darin Badenden zu verjüngen, z. B. der J. im »Wolfdietrich« (s. d.), dessen Bad die »rauhe Else« in die schöne Siegminne verwandelt. Die oft gemalte Sage (z. B. im Cranachschen Bild in Berlin) entstammt wahrscheinlich dem verbreiteten Mythus von der Sonne, die sich allnächtlich durch ein Bad verjüngt, als Greis zur Ruhe geht und als schwaches Kind aufsteht.
 
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Jungbunzlau, Stadt, s. Meyers Bunzlau 2).
 
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Junge, Friedrich, Pädagog und Historiker, geb. 30. März 1847 in Torgau, gest. 21. April 1899 in Berlin, studierte 186569 Geschichte, war 187076 Gymnasiallehrer in Berlin, darauf in Altenburg, wurde 1881 Gymnasialdirektor in Greiz, 1888 Direktor des Realgymnasiums in Magdeburg und 1897 Direktor des Friedrich-Werderschen Gymnasiums in Berlin. Seit der 8. Auflage (1880) besorgte er die neuen Auflagen und die Fortsetzung von David Müllers »Geschichte des deutschen Volkes« (16. Aufl., Berl. 1897), des »Leitfadens zur Geschichte des deutschen Volkes« (11. Aufl., das. 1899), »Abriß der allgemeinen Weltgeschichte« (6. Aufl., das. 1896) und der »Alten Geschichte« (14. Aufl., das. 1897). Er schrieb außerdem: »Martin Luther. Sein Leben, dem deutschen Volk erzählt« (4. Aufl., Berl. 1898); »Geschichtsrepetitionen« (4. Aufl., das. 1904) und zwei Schriften über den Geschichtsunterricht (das. 1886 u. 1892).
 
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Jung-England, eine aristokratische Fraktion im britischen Parlament, deren Führer Benjamin Disraeli (s. Meyers Beaconsfield) und Lord George Meyers Bentinck (s. d. 3) waren; sie spielte 184146 eine bedeutende Rolle. Charakterisiert ist die neue Form des Torytums in Disraelis Roman »Coningsby«.
 
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Junge Pfalz (Pfalz-Neuburg), s. Meyers Neuburg.
 
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Jünger, s. Meyers Meister.
 
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Jünger, Johann Friedrich, Lustspieldichter, geb. 15. Febr. 1756 in Leipzig, gest. 25. Febr. 1797 in Wien, widmete sich kurze Zeit dem Kaufmannsstand, sodann dem Studium der Rechte und der schönen Literatur. Er lebte in engem Verkehr mit dem Buchhändler Göschen, durch den er 1785 auch Schiller kennen lernte, noch einige Jahre in Leipzig, privatisierte sodann in Weimar und ging 1787 nach Wien, wo er 1789 zum Hoftheaterdichter ernannt, aber 1794 bei der Umgestaltung des Wiener Theaters entlassen wurde. Obschon J. keine große Erfindungsgabe besaß und namentlich Destouches, Molière und Marivaux in seinen Lustspielen nachahmte, so muß doch die Gewandtheit der Darstellung und die Natürlichkeit seines Dialogs anerkannt werden. Seine Lustspiele erschienen in drei Sammlungen: »Lustspiele« (Leipz. 178590, 5 Bde.), »Komisches Theater« (das. 1792 bis 1794, 3 Bde.) und »Theatralischer Nachlaß« (Regensb. 180304, 2 Bde.). Von geringerm Wert sind seine Romane und die »Gedichte« (Leipz. 1821).
 
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Jungermannĭa L., Lebermoosgattung aus der Ordnung der akrogynen Jungermanniinen (s. Meyers Moose), meist kleine, auf der Erde oder an Baumstämmen wachsende Moose mit kriechendem Stämmchen, das zwei Reihen ungeteilter oder gelappter Oberblätter und bisweilen auch eine Reihe kleinerer, anders gestalteter Unterblätter (Amphigastrien) trägt. Die Antheridien stehen in den Achseln von Hüllblättern (Perichätien), die häufig von den Stengelblättern nicht verschieden sind, während die Hüllblätter der Archegonien abweichend gestaltet sind. Die Archegonien werden von einer röhren-, ei- oder birnförmigen Hülle,

[Bd. 6, Sp. 368]


dem Perianthium, umgeben, das an der Mündung gezahnt ist und später in 36 Lappen zerreißt. Aus der befruchteten Eizelle entwickelt sich ein Sporogonium, dessen mit vier Klappen aufspringende Sporenkapsel außer den Sporen Zellen mit schraubiger Wandverdickung (Elateren) enthält. Der Gattungsname J. wurde früher für mehrere hundert verschiedenartiger, über die ganze Erde verbreiteter Arten angewendet. Neuere Systematiker haben von der alten Gattung zahlreiche Arten abgetrennt, so daß J. als Gattungsname nur für ca. 50 bekannte Arten bestehen bleibt.
 
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Jungermannĭinen (Jungermannialen), Abteilung der Lebermoose (s. Meyers Moose).
 
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Junges Belgien, Name einer literarischen Schule. die in einer 1881 von Studenten in Löwen und Brüssel begründeten Zeitschrift: »La jeune Belgique«, ihre theoretisch-praktische Vertretung fand. An der Spitze ihres Programms stand der Satz, daß die Poesie, unbekümmert um die Interessen des Tages, nur um ihrer selbst willen da sei, und daß sie, ohne Rücksicht auf das Schöne, die Leidenschaft darstellen solle. Hauptvertreter der »Jeune Belgique« waren A. Bauwens, F. Mahutte, M. Waller, H. Maubel, V. Gille, J. Gilkin, G. Eekhoud, A. Giraud, F. Nautet. Vgl. Nautet, Histoire des lettres belges d'expression française, Bd. 1, S. 7077 (Brüss. 1892). Von 1895 an trennte sich ein Teil der jüngern Schriftsteller von der »Jeune Belgique«, weil sie zu streng an den Grundsätzen der französischen Parnassiens festhielt, und vertrat in »L'Art Moderne« eine freiere Richtung, die dem Symbolismus der Franzosen entspricht.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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