Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Julische Alpen bis Julius Valerĭus (Bd. 6, Sp. 363 bis 365)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Julische Alpen, südöstlicher Teil der Ostalpen, westlich von der Fella, nördlich vom Kanaltal und östlich von der Save begrenzt, bilden den Übergang von den südlichen Kalkalpen zum Karst und bestehen größtenteils aus Dachsteinkalk und Dolomit. Die Bergformen sind außerordentlich schroff und wild. Zum letztenmal zeigt sich hier dem Karst gegenüber der Alpencharakter, zum letztenmal treten hier die

[Bd. 6, Sp. 364]


romantischen Täler mit Wasserfällen und Seen (Veldeser, Wocheiner, Raibler See), die über den Wäldern sich erhebenden pflanzenreichen Alpenweiden, die schneegekrönten Berghäupter auf. Die höchste Erhebung bildet der Triglav (2864 m), der wichtigste Paß ist der Predil (1162 m). S. Meyers Alpen (S. 366) mit Karte.
 
Artikelverweis 
Julĭus, röm. Geschlechtsname. Die Gens Julia war ein römisches Geschlecht, das aus Albalonga stammte und seinen Ursprung von Julus, einem angeblichen Sohn oder Enkel des Äneas, herleitete. Während der ganzen Dauer der Republik finden wir die Julierin den höchsten Staatsämtern, vornehmlich in den ersten und in den letzten Jahrhunderten. Merkwürdige Mitglieder dieses Geschlechts und Männer mit diesem Geschlechtsnamen s. unter den betreffenden Familien- und Zunamen.
 
Artikelverweis 
Julius, Name von drei Päpsten: 1) J. I., Papst von 337352, bekämpfte die Arianer und ward auf der Synode zu Sardica 343 als Schiedsrichter appellierender Bischöfe anerkannt.
   2) J. II., vorher Giuliano della Rovere, geb. 5. Dez. 1443 in Albissola, gest. 20. Febr. 1513, Neffe des Papstes Sixtus IV., wurde von diesem 1471 zum Kardinal erhoben und mit zahlreichen Bistümern begabt und nach dem Tode Pius' III. 30. Okt. 1503 zum Papst gewählt; er war ein großer Krieger und Politiker, dabei ein Freund der Künste und Wissenschaften. Die Herstellung des Kirchenstaates war sein Werk. Er vertrieb Cesare Borgia, eroberte Bologna, Perugia und andre Städte. Sein weiteres Ziel war die Befreiung Italiens von der Fremdherrschaft; im Wechsel der Parteistellung versuchte er es zu erreichen. Er schloß gegen Venedig mit dem Kaiser Maximilian I., Ferdinand von Aragonien und Ludwig XII. von Frankreich 10. Dez. 1508 die Liga von Cambrai. Als aber Venedig ihn durch Abtretung der Städte in der Romagna, Steuerfreiheit des Klerus u. a. zufriedengestellt hatte, vereinigte er sich mit dieser Republik gegen Frankreich zu der sogen. heiligen Liga (im Oktober 1511) und befehligte deren Truppen in eigner Person. Dem von Ludwig XII. und dem Kaiser Maximilian I. behufs einer Reform des Papsttums 1511 nach Pisa berufenen Konzil stellte er 1512 eine Kirchenversammlung im Lateran entgegen, starb aber mitten unter großen Entwürfen das Jahr darauf Vgl. Brosch, Papst J. II. und die Gründung des Kirchenstaats (Gotha 1878); Grassi, Le due spedizioni militari di Giulio II. (hrsg. von L. Frau, Bologna 1886); Pastor, Geschichte der Päpste, Bd. 3 (4. Aufl., Freiburg 1899); Klaczko, Rome et la Renaissance: Jules II (2. Aufl., Par. 1902).
   3) J. III., geb. 1487 in Rom, gest. 23. März 1555, vorher Gianmaria del Monte, wurde 1536 zum Kardinal erhoben, 1545 als oberster Legat zum Konzil nach Trient gesendet, wo er mit Eifer das päpstliche Interesse vertrat, und 7. Febr 1550 zum Papst gewählt. Ein zur Vertreibung des Ottavio Farnese aus Parma mit dem Kaiser Karl V. abgeschlossenes Bündnis gegen Frankreich gab er bald wieder auf. Er berief das ins Stocken geratene Konzil 1551 nach Trient zurück, aber ohne großen Erfolg.
 
Artikelverweis 
Julius, Herzog von Braunschweig, geb. 29. Juni 1528, gest. 13. Mai 1589 in Wolfenbüttel, vierter Sohn Herzog Heinrichs des jüngern, schon als Kind Domherr von Köln, erhielt 1553 das Bistum Minden, worauf er 1554 verzichtete, und folgte 1568 seinem Vater, der ihn ursprünglich zugunsten seines unehelichen Sohnes Eitelheinrich von der Sukzession ausschließen wollte. Der Reformation, die sein Vater bekämpfte, war er zugetan und sicherte sofort ihren Bestand. Er war seit 1560 vermählt mit Hedwig, der Tochter des Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg, stiftete die Universität Helmstedt und erbte 1582 einen Teil der Besitzungen des Grafen von Hoya sowie 1584 das Fürstentum Kalenberg.
 
Artikelverweis 
Julius, Nikolaus Heinrich, ein um das Gefängniswesen verdienter Arzt, geb. 3. Okt. 1783 in Altona, gest. 20. Aug. 1862 in Hamburg, Sohn jüdischer Eltern, studierte in Heidelberg und Würzburg, ließ sich 1809 nach seinem Übertritt zum Katholizismus als praktischer Arzt in Hamburg nieder, machte in der hanseatischen Legion die Feldzüge von 1813 bis 1815 mit und unternahm 1825 eine Studienreise durch die drei britischen Reiche, auf der er seine Aufmerksamkeit vorzugsweise den Gefängnissen zuwendete. Seitdem machte er die Reform derselben im Sinne der amerikanischen Einzelhaft und der sogen. Rettungshäuser zu seiner Lebensaufgabe. Durch seine in Berlin gehaltenen Vorlesungen (»Vorlesungen über die Gefängniskunde«, Berl. 1828) begründete er die Gefängniskunde, für die er auch mit Unterstützung der Regierung ein eignes Organ in den »Jahrbüchern der Straf- u. Besserungsanstalten etc.« (das. 182933, 10 Bde.) schuf, denen die »Jahrbücher der Gefängniskunde und Besserungsanstalten« (Frankf. a, M. 184247, 11 Bde.) folgten. Die Resultate seiner spätern Reisen legte erz. T. in den Werken: »Nordamerikas sittliche Zustände« (Leipz. 1839, 2 Bde.) und »Beiträge zur britischen Irrenheilkunde« (Berl. 1844) nieder. Die deutsche Übersetzung der Schrift des damaligen Kronprinzen Oskar von Schweden: »Über Strafe und Strafanstalten« (Leipz. 1841), hat er mit einer Einleitung und Anmerkungen versehen. 1849 zog er sich nach Hamburg zurück und veröffentlichte dann noch die Übersetzung von Ticknors »Geschichte der schönen Literatur in Spanien« (a. d. Engl., Leipz. 1852, 2 Bde.).
 
Artikelverweis 
Julius Africānus, s. Meyers Africanus.
 
Artikelverweis 
Julius Cäsar, s. Meyers Cäsar.
 
Artikelverweis 
Julius Classĭcus, ein Häuptling der Trevirer, der anfangs im römischen Heer gegen die unter Civilis (s. d.) aufgestandenen Bataver diente, dann aber zu diesen übertrat. Er kämpfte längere Zeit gemeinschaftlich mit Civilis, wurde jedoch nach der Unterwerfung des letztern zur Rückkehr nach Gallien gezwungen.
 
Artikelverweis 
Julius Echter von Mespelbronn, Fürstbischof von Würzburg, geb. 18. März 1545 auf Schloß Mespelbronn im Spessart, gest. 13. Sept. 1619 in Würzburg, erwarb sich, schon früh für den geistlichen Stand bestimmt, auf deutschen und auswärtigen Universitäten eine gediegene wissenschaftliche Bildung, ward 1567 Domkapitular in Würzburg und 1573 auf Betreiben des Papstes und der Jesuiten Fürstbischof. Er ordnete die Verwaltung, gründete 1579 das berühmte Juliushospital in Würzburg und eröffnete 1582 die dortige Universität, an die er die Jesuiten berief. Nach dem Sieg der Gegenreformation im Erzstift Köln rottete J. den Protestantismus auch in seinem Land aus und reformierte, von den Jesuiten unterstützt, seine Kirche im Sinne des Trienter Konzils mit Konsequenz und Tatkraft in drei Jahren. Auch in weltlicher Beziehung unterdrückte er die Selbständigkeit der Stände, nahm an den Reichsangelegenheiten im Sinne der Gegenreformation hervorragenden Anteil und war eins der eifrigsten Mitglieder der Liga von 1609. Vgl. seine Lebensbeschreibung von Buchinger (Würzb. 1843).

[Bd. 6, Sp. 365]



 
Artikelverweis 
Julius Obsequens, s. Obsequens.
 
Artikelverweis 
Julius Valerĭus, Alexander Polemus, verfaßte um 300 n. Chr. eine lateinische Bearbeitung des griechischen Alexanderromans des Pseudo-Kallisthenes (s. Kallisthenes) in 3 Büchern (neueste Ausg. von Kübler, Leipz. 1888).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer