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Julĭa bis Julĭas (Bd. 6, Sp. 360 bis 362)
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Artikelverweis Julĭa, 1) einzige Tochter des Kaisers Augustus von seiner zweiten Gemahlin, Scribonia, geb. 39 v. Chr., ausgezeichnet durch Schönheit, Geist und Bildung, aber wegen ihrer Sittenlosigkeit berüchtigt, ward 25 mit des Augustus Schwestersohn M. Claudius Marcellus, nach dessen Tod 21 mit M. Vipsanius Agrippa, dem sie drei Söhne und zwei Töchter gebar, und nach Agrippas Tod auf Anstiften ihrer Stiefmutter Livia 11 mit ihrem Sohn Tiberius vermählt, um diesem die Nachfolge in der Herrschaft zu sichern. 2 v. Chr. wurde sie wegen ihrer Ausschweifungen nach der Insel Pandataria bei Neapel verbannt, später nach Rhegium, wo sie 14 n. Chr. auf Befehl des Tiberius durch Hunger getötet wurde. Von ihren sie überlebenden Töchtern mußte die ältere, Julia, Gemahlin des L. Ämilius Paullus, ebenfalls ihr ausschweifendes Leben durch Verbannung büßen; sie starb nach 20jähriger Einsamkeit im J. 28 auf der Insel Trimerus an der apulischen Küste.
   2) Domna, zweite Gemahlin des Kaisers Septimius Severus, Mutter des Caracalla und Geta, eine energische und feingebildete Frau, die es liebte, mit Gelehrten zu verkehren und z. B. Philostratos zu der Lebensbeschreibung des Apollonios von Tyana veranlaßt hat. Nach dem Tode des Caracalla nahm sie sich selbst das Leben (217 n. Chr.).
 
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Julĭacum, s. Meyers Jülich.
 
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Julĭanehaab, dän. Kolonie im Inspektorat Südgrönland, ist die bevölkertste aller grönländischen Kolonien, mit gegen 2500 Einw. Der Ort J., unter 60°45' nördl. Br., zählte 1901: 333 Einw. Der Distrikt J., die alte Estribygd, nimmt die Südspitze Grönlands ein und enthält zahlreiche Reste von Normannensiedelungen.
 
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Juliane Marie, Königin von Dänemark und Norwegen, geb. 4. Sept. 1729, gest. 10. Okt. 1796 auf Fredensborg, Tochter des Herzogs Ferdinand 11. Albrecht von Braunschweig-Wolfenbüttel, seit 1752 zweite Gemahlin des Dänenkönigs Friedrich V., geriet bald nach der Thronbesteigung ihres geistesschwachen Stiefsohnes Christian VII. zu diesem, seiner Gemahlin Karoline Mathilde sowie deren Liebhaber Struensee in einen scharfen Gegensatz. Anfang 1772 Mittelpunkt der Verschwörung gegen Struensee,

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leitete sie nach dessen Sturz im Verein mit ihrem Günstling Meyers Guldberg (s. d.), dem frühern Erzieher ihres eignen Sohnes Friedrich, die innere und auswärtige Politik des Landes in nationaldänischem Sinne, bis die Palastrevolution ihres Stiefenkels Friedrich VI. ihrem Einfluß auf die Regierungsgeschäfte ein Ende machte. Mit ihrem Schwager Friedrich d. Gr., der sie sehr schätzte, unterhielt sie einen regen politischen Briefwechsel, den Edv. Holm 1895 und 1899 auszüglich veröffentlichte.
 
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Julianische Periode, ein von Scaliger eingeführter Zeitraum von 7980 Jahren, nach dessen Ablauf im julianischen Kalender Sonntagsbuchstabe, Epakte und Römerzinszahl in der frühern Ordnung wiederkehren; als erstes Jahr setzte Scaliger das Jahr 4713 v. Chr. fest; vgl. Ära, S. 651.
 
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Julianischer Kalender, s. Meyers Kalender.
 
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Julianisches Jahr, das von Julius Cäsar 46 v. Chr. eingeführte bürgerliche Jahr von durchschnittlich 3651/4 Tagen (vgl. Kalender).
 
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Julianisten, s. Meyers Monophysiten.
 
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Juliānus, 1) Flavius Claudius, mit dem Beinamen Apostata (»der Abtrünnige«, wegen seines Abfalles vom Christentum), römischer Kaiser 361363, geb. 331 n. Chr., Sohn des Julius Constantius, Bruders Konstantins d. Gr. Nachdem er und sein älterer Bruder, Gallus, allein von den Verwandten des kaiserlichen Hauses der Grausamkeit der Söhne Konstantins d. Gr. entgangen waren (337), wurde er von dem Eunuchen Mardonios in die klassischen Studien eingeführt und hat die Begeisterung für sie in allen Wechselfällen seines Lebens festgehalten, auch als er nach der Ermordung seines Bruders (354) den gefährlichsten Verfolgungen ausgesetzt war. Seine Feldherrntüchtigkeit bewährte er am Rhein, wohin ihn Constantius, durch die dortigen Unruhen und die Fürsprache seiner Gemahlin Eusebia bestimmt, als Cäsar und als Oberbefehlshaber der dortigen Legionen schickte (Ende 355). Durch die große Einfachheit seines Lebens, durch Teilnahme an allen Strapazen sowie durch liebevolle Fürsorge für das Wohl der Soldaten und durch Milde in kurzem bei dem Heer und bei den Landesbewohnern ebenso beliebt, wie durch seinen sittlichen Ernst, seine Gerechtigkeit und strenge Disziplin geachtet und bei den Feinden durch Mut und Feldherrngeschicklichkeit gefürchtet, schlug er die Alemannen in der berühmten Schlacht bei Straßburg (357) und drang dreimal über den Rhein in ihr Gebiet vor. Die Forderung des Kaisers (im Winter 36 0/361), ihm zu einem Krieg mit den Persern einen Teil seiner Truppen abzutreten, und die Weigerung seiner Soldaten, dem Befehl Folge zu leisten, führte den Bruch mit Constantius herbei; doch kam es nicht zu einer Entscheidung mit den Waffen; denn Constantius starb auf dem Marsche gegen ihn in Kilikien, und nun wurde der schon vorher von seinem Heer zur Annahme des Augustustitels gezwungene J. allgemein als Kaiser anerkannt. Mit dem von dem Jubel der Bevölkerung begrüßten Einzug in Konstantinopel 11. Dez. 361 beginnt seine kurze, aber in mehrfacher Beziehung merkwürdige Regierung. Die von den christlichen Kaisern verübten Verbrechen, die Streitigkeiten innerhalb der christlichen Kirche und das eigne eifrige Studium der griechischen Philosophie, insbes. der neuplatonischen, hatten zusammengewirkt, um ihn gegen das Christentum feindselig zu stimmen. Sein Hauptbestreben war daher während seiner ganzen Regierung darauf gerichtet, das Heidentum wiederherzustellen; er meinte, daß damit auch die Größe und der Ruhm des römischen Reiches zurückkehren würden. Er enthielt sich zwar aller blutigen Verfolgungen, aber er entzog den Christen, die sich dafür nachträglich durch eine sehr ungünstige Beurteilung seiner Regierung gerächt haben, die ihnen von den frühern Kaisern gewährten Vorzüge und Vorteile, förderte den Bau heidnischer Tempel und die Ausübung des heidnischen Kultus, verbot das Lesen der Klassiker in den Schulen der Christen und traf auch sonst zahlreiche Anstalten, um das Christentum in der öffentlichen Meinung herabzusetzen, ein völlig fruchtloses Beginnen, da es nicht möglich war, das abgestorbene Heidentum wieder ins Leben zu rufen; auch konnte es dabei, bei aller sonstigen Gerechtigkeit und wohlwollenden Tätigkeit, nicht an Härten und Grausamkeiten fehlen. Auch nach außen suchte er mit einem vielleicht zu weit gehenden Ehrgeiz seine Regierung zu einer ruhmreichen und glänzenden zu machen. Er unternahm daher, nachdem er den Winter 36 2/363 in Antiochia zugebracht, im Frühjahr 363 einen Feldzug gegen den Perserkönig Sapor, den damals gefährlichsten Feind der Römer, gegen den Constantius lange Zeit mit zweifelhaftem Glücke gekämpft hatte. Er lieferte demselben mehrere siegreiche Schlachten, drang bis über den Tigris vor, ließ sich aber dann durch sein Ungestüm verleiten, den Feind in das Innere des Landes zu verfolgen, wurde durch Mangel an Lebensmitteln zur Umkehr genötigt und starb 26. Juni d. J. an einer im Gefecht empfangenen Wunde, der christlichen Legende nach mit den Worten: »Du hast gesiegt, Galiläer!« Sein Privatleben war einfach und durchaus vorwurfsfrei. Die Zeit, die ihm von seinen Regierungsgeschäften übrigblieb, verwandte er, als echter Hellene ebenso stolz auf seine rhetorische und philosophische Bildung wie auf seine hohe staatliche Stellung, auf das Studium und auf Schriftstellerei. Wir besitzen von ihm noch 8 (epideiktische) Reden, 2 satirische Schriften, nämlich eine witzige Schilderung der römischen Kaiser (Caesares) und eine Verteidigung gegen die Spötteleien der Antiochener über seinen Philosophenbart (»Misopogon«), ferner außer drei umfangreichern Sendschreiben 79 Briefe und 5 Epigramme, alles in griechischer Sprache. Eine von ihm verfaßte Schrift gegen die Christen ist verloren gegangen und nur noch in einzelnen Stellen erhalten, die Cyrillus, Bischof von Jerusalem, in einer Gegenschrift mitteilt. Verwertet ist J. dramatisch schon Ende des 15. Jahrh. in dem italienischen Märtyrerstück »San Giovanni e Paolo«, dann namentlich von Ibsen (»Kaiser und Galiläer«, 1873), in einem Roman (»I. Apostata«) des Russen D. J. Mereschkowski (deutsch, Leipz. 1902). Die erhaltenen Werke J.' sind zuerst in der nicht vollständigen Pariser Ausgabe von 1583 gedruckt, dann herausgegeben mit Text, Kommentar und lateinischer Übersetzung von Spanhemius (Leipz. 1696), am vollständigsten von Hertlein (das. 187576, 2 Bde.); dazu »Juliani imperatoris librorum contra Christianos quae supersunt« (hrsg. von Neumann, das. 1880, zugleich deutsch). Vgl. Neander, Über den Kaiser J. und sein Zeitalter (Hamb. 1812; 2. Aufl., Gotha 1867); D. F. Strauß, Der Romantiker auf dem Throne der Cäsaren, oder J. der Abtrünnige (3. Aufl., Bonn 1896); Semisch, Julian der Abtrünnige (Bresl. 1862); Mücke, Flavius Claudius J. (Gotha 186769, 2 Tle.); Sievers, Studien zur Geschichte der römischen Kaiser (Berl. 1870); Rendall, The emperor Julian (Lond. 1879); W. Koch, Julian der Abtrünnige (Leipz. 1892); E.

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Müller, Kaiser Flavius Claudius J. (Hannov. 1901, mit Auswahl seiner Schriften); G. Negri, L'imperatore Giuliano l'Apostata (2. Aufl., Mail. 1902); Allard, Julien l'Apostat (Par. 190003, 3 Bde.).
   2) Marcus Didius Salvius, röm. Kaiser, s. Didius.
   3) Salvius, einer der bedeutendsten röm. Juristen, Schüler des Iavolenus, Vorsteher der Schule der Sabinianer, lebte unter Hadrian. Dieser ließ durch ihn das sogen. Edictum perpetuum abfassen, d. h. die ursprünglich nur für die Amtsdauer erlassenen, dann aber traditionell gewordenen Satzungen (edicta) der einzelnen rechtsprechenden Magistrate revidieren, redigieren und zu einem systematischen Ganzen zusammenstellen, das nun durch Senatsbeschluß unabänderliche Geltung erhielt. Unter J.' Privatarbeiten nehmen die in Justinians Pandekten stark exzerpierten »Digesta« die wichtigste Stelle ein, zu denen Marcellus, Scävola und Paulus Noten schrieben. Vgl. Buhl, Salvius J. (1. Teil, Heidelb. 1886).
 
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Juliapāu (spr. chu-), Departement im mittelamerikan. Staat Guatemala, an der Grenze von Salvador, mit (1835) 42,811 Einw. Die gleichnamige Hauptstadt hat 1287 Einw.
 
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Julĭas, Stadt, s. Meyers Bethsaida.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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