Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Juglandalen bis Juhász (Bd. 6, Sp. 358 bis 359)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Juglandalen (lat.), Gruppenbezeichnung Englers für die zur Ordnung der Amentazeen gehörige Familie der Juglandazeen.
 
Artikelverweis 
Juglandazeen (Walnußbaumgewächse), dikotyle Familie aus der Ordnung der Amentazeen, an Gerbstoff reiche Bäume mit wechselständigen, unpaarig gefiederten, nebenblattlosen Blättern, einhäusigen, kätzchenartigen oder ährigen Blütenständen und unvollständigen, blumenblattlosen Blüten. Die männlichen Blüten stehen hinter spiralig gestellten Deckblättern und bestehen aus vier oder weniger bisweilen ganz unterdrückten Perigonblättern und drei bis vielen Staubblättern; die weiblichen Blüten haben ähnliche Deckschuppen und eine dem Fruchtknoten angewachsene Blütenhülle und besitzen ein aus zwei verwachsenen Fruchtblättern gebildetes Ovarium mit unvollständigen Scheidewänden und einer einzigen, grundständigen Samenanlage. Der Fruchtknoten wird zur Steinfrucht mit rindenartigem Epikarp und hartem Endokarp und enthält bei der Reise einen gefurchten oder gelappten, ölreichen Samen. Die aus etwa 35 Arten bestehende Familie gehört der nördlichen gemäßigten Zone an und ist besonders in Nordamerika durch zahlreiche Arten vertreten. Die Gattungen Junglans (Walnußbaum), Carya (Hickory), Pterocarya und Engelhardtia waren auch in der Tertiärzeit durch mehrere, zum Teil noch gegenwärtig lebende Arten vertreten.
 
Artikelverweis 
Juglans L., s. Meyers Walnußbaum.
 
Artikelverweis 
Juglōn (Oxynaphthochinon) C10H6O3 oder C6H2. O2. C4H3. OH findet sich in grünen Walnußschalen, entsteht bei Oxydation von Dioxynaphthalin mit Chromsäure, bildet gelb- oder braunrote. Prismen, löst sich schwer in kaltem Alkohol und Äther, färbt die Haut gelbbraun, ist flüchtig mit Wasserdämpfen und erregt als Dampf Niesen und Husten. Es sublimiert teilweise unzersetzt, schmilzt bei 150155° und wird durch heißes Wasser zersetzt; die purpurne Lösung in Alkalien bildet an der Luft Dioxynaphthochinon (Oxyjuglon), mit Salpetersäure gibt es Dinitrooxyphthalsäure (Juglonsäure).
 
Artikelverweis 
Jugorski Schar (Jugorsche Straße), Meerenge, die unter 692/3° nördl. Br. und 601/3° östl. L. zwischen dem russischen Festland und der Insel Waigatsch zum Karischen Meyers Meer (s. d.) führt. Sie ist 47 km lang, 316 km breit und 30100 m tief. An ihrem Südufer liegt der Hafen Chabarowa.
 
Artikelverweis 
Jugulār (lat.), die Kehle (jugulum) betreffend; vinae jugulares, die Meyers Drosseladern (s. d.).
 
Artikelverweis 
Jugulāres (Kehlflosser), soviel wie Stachelflosser, s. Meyers Fische, S. 607.
 
Artikelverweis 
Jugulation (lat.), Erdrosselung.
 
Artikelverweis 
Jugum (lat., »Joch«), bei den Römern das an der Wagendeichsel befestigte Querholz, an dem der Nacken der Zugtiere befestigt wurde, dann ein Querbalken überhaupt, z. B. bei der Wage. Als größte Schmach galt es für ein besiegtes Heer, durch ein von zwei senkrechten und einer darüber gelegten Lanze gebildetes J. geschickt zu werden.
 
Artikelverweis 
Jugurtha, König von Numidien, natürlicher Sohn des Mastanabal, eines Sohnes des Königs Masinissa, erhielt durch die Gunst seines Oheims Micipsa dieselbe fürstliche Erziehung wie dessen eigne Kinder und wurde von ihm förmlich adoptiert und zum Miterben des Thrones erklärt. Trotzdem ließ J. nach dessen Tode (118 v. Chr.) seinen jüngern Adoptivbruder, Hiempsal I., aus dem Wege räumen (117), besiegte den ältern, unkriegerischen Adherbal im offenen Kampf und brachte es durch Bestechung dahin, daß zehn römische Gesandte das numidische Reich zwischen ihm und Adherbal auf die Weise teilten, daß er selbst den bessern westlichen, Adherbal dagegen den östlichen Teil des Landes erhielt. Da J. auch dies Reich Adherbal nicht gönnte, begann er einen neuen Krieg; Adherbal wurde bei Cirta geschlagen, sodann in seiner Hauptstadt belagert und bei deren Übergabe mit einem großen Teil der Bevölkerung, darunter vielen römischen Bürgern, umgebracht (112). Endlich wurde in Rom, vornehmlich auf das Betreiben des designierten Volkstribuns Gajus Memmius, der Krieg gegen J. (Jugurthinischer Krieg, 111106) beschlossen. Im ersten Jahr (111) wurde dieser vom Konsul Calpurnius Bestia anfangs nicht ohne Nachdruck geführt, dann aber infolge von Bestechung mit einer Scheinunterwerfung des J. beendet, die ihn im unbeschränkten Besitz des ganzen Reiches ließ. Auf Antrag des Memmius, der jetzt Volkstribun war, wurde J. nunmehr nach Rom berufen, um sich zu verantworten und seine Mitschuldigen zu nennen; hier aber trat er, von bestochenen Gönnern unterstützt, so dreist auf, daß er sogar einen sich dort aufhaltenden Vetter, Massiva, den Sohn Gulussas, ermorden ließ, worauf selbst seine Gönner nicht hindern konnten, daß er aus der Stadt gewiesen und die Erneuerung des Krieges gegen ihn beschlossen wurde. Die Führung übernahm der Konsul des J. 110, Spurius Postumius Albinus, doch war sie erfolglos, da das Heer ganz zuchtlos und verwildert war; sein von J. bestochener Bruder Aulus ließ sich sogar von ihm überfallen und schloß mit ihm einen Vertrag, wonach das römische Heer unter dem Joch hindurchgehen und ganz Numidien räumen mußte. Hiermit aber war das Maß der Schmach für die Senatspartei erfüllt, deren Angehörige bisher den Krieg geleitet hatten; es wurde auf Antrag des Volkstribuns Mamilius (lex Mamilia) eine Untersuchung gegen die Schuldigen eingeleitet, infolge deren mehrere derselben verurteilt wurden, und der Krieg mit Ernst und Energie und daher auch mit Erfolg geführt, zunächst in den Jahren 109 und 108 von dem Konsul Q. Cäcilius Metellus. Unterhandlungen, die J. mit diesem anknüpfte, führten nicht zum Abschluß; nach einer zweiten Niederlage durch Metellus floh er zu seinem Schwiegervater, dem König Bocchus von Mauretanien, und rückte mit diesem 107 gegen Cirta vor, wohin ihm das römische Heer entgegenging. Der Oberbefehl lag jetzt in der Hand seines bisherigen Legaten Gajus Marius, der vom Volk zum Konsul erwählt und zum Oberbefehlshaber in diesem Krieg bestimmt worden war. Er setzte ihn in den Jahren 107 und 106 in derselben Weise und mit demselben Geschick und Glück fort wie sein Vorgänger, indem er das Land durchzog und den

[Bd. 6, Sp. 359]


beiden Königen bei Cirta zwei Schlachten abgewann. Durch diese Mißerfolge entmutigt, setzte sich Bocchus mit den Römern in Verbindung und wurde hauptsächlich durch L. Cornelius Sulla, den Quästor des Marius, bewogen, J. auszuliefern (106). Von Marius gefesselt in seinem Triumph (104) ausgeführt, wurde er im Kerker hingerichtet. Eine meisterhafte Geschichte des Jugurthinischen Krieges, dessen Bedeutung weniger in der Erweiterung der römischen Macht als in dem Siege der Volkspartei über die durch ihre Korruption bloßgestellte Senatspartei liegt, haben wir von Sallustius. Vgl. Meinel, Zur Chronologie des Jugurthinischen Krieges (Augsb. 1883).
 
Artikelverweis 
Juhász (ungar., spr. júhāß), soviel wie Schafhirt.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
Artikel 81 bis 90 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer