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Juda Aristobul bis Judaskuß (Bd. 6, Sp. 326 bis 327)
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Artikelverweis Juda Aristobul, s. Aristobulos 1).
 
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Juda (ben Samuel) ha-Levi, mit dem arab. Namen Abu'l Hassan, geb. um 1085 in Kastilien, widmete sich anfänglich dem ärztlichen Beruf, dann aber, nachdem er mit Abraham und Moses ibn Esra, mit Juda und Salomo ibn Giat, mit Salomo Parchon u. a. bekannt geworden, der Dichtkunst und Philosophie. Nach 1140 befriedigte er seine Sehnsucht, nach Palästina zu pilgern, reiste über Ägypten und Arabien nach Damaskus, wie wir aus seinen Gedichten entnehmen. Der Sage nach ward er, sein Zionslied dichtend, vor den Toren Jerusalems von einem Araber getötet. Judas synagogale Dichtungen sind in den Gebetbüchern aller jüdischen Riten, besonders der orientalischen, zu finden. Seine Gedichtsammlung »Diwân« ward von Luzzato (Lyck 1864) und kritisch bearbeitet von Brody (Berl. 1901 ff.), größere Partien in Übersetzung und mit Biographie des Dichters von A. Geiger (Bresl. 1851), eine Auswahl in deutscher Übertragung von A. Geiger, S. Heller u. a. (Berl. 1893) herausgegeben. Sie gehört zu dem Edelsten und Formvollendetsten, was die Muse der spanischen Juden geschaffen. Als Religionsphilosoph zeichnete er sich aus durch den in arabischer Sprache geschriebenen »Al-Chazari« (Text von Hirschfeld, Leipz. 188687, 2 Tle.), ins Hebräische von Juda ibn Tibbon, ins Lateinische von Buxtorf, ins Deutsche übersetzt von D. Cassel (2. Aufl., Leipz. 1869) und Hirschfeld (das. 1885).
 
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Juda Hanassi, s. Meyers Talmud.
 
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Judäismus, soviel wie mosaische Religion, dann die religiöse Denkungsart der spätern Juden nach den Lehren der Rabbiner und des Talmuds (vgl. Judentum). Judaisieren, sich jüdischer Weise, Sitte etc. nähern.
 
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Judas, in der Gaunersprache Bezeichnung für den Helfershelfer des Falschspielers, der dem Opfer in die Karten sieht und durch verabredete Zeichen dem Falschspieler anzeigt, was er spielen soll. Vgl. auch Mangeur und Schlepper.

[Bd. 6, Sp. 327]



 
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Judas, 1) J. der Apostel, erscheint in den Apostelkatalogen des Lukas (Luk. 6,16; Apostelgesch. 1,13; vgl. auch Joh. 14,12) statt des Matth. 10,3, Mark. 3,18 genannten Lebbäus oder Thaddäus, mit dem er daher gewöhnlich kurzweg vereinerleit wird. Seine Lebensgeschichte beruht auf widerspruchsvollen Sagen. Nach der abendländischen Überlieferung soll er mit Simon den Persern das Evangelium verkündigt und dort als Märtyrer geendet haben, wogegen die alte Legende von Edessa den J. mit Meyers Thomas (s. d.) identifiziert, der schon um 200 als Apostel Parthiens galt, den Thaddäus dagegen, auf den das Christentum in Edessa zurückgeführt wird, nur zu einem der 70 Jünger macht. Sein Tag ist in der griechischen Kirche der 16. (22.) Mai, in der katholischen der 28. Oktober. Nach der traditionellen Meinung gilt er als Verfasser des im Neuen Testament befindlichen, dem 2. Jahrh. angehörigen kleinen Briefes des J., der die Verirrungen der antinomistischen Gnosis rügt.
   2) J. Ischariot, Sohn Simons, aus Kariot im Stamm Juda, einer der zwölf Apostel Jesu, der Jesum mit einem Kuß (Judaskuß) für die Summe von 30 Sekel (etwa 60 Mk.) verriet und sich darauf in der Verzweiflung selbst das Leben genommen haben soll, worüber schon im Urchristentum drei verschiedene Berichte umliefen. Über die Motive des Verrats gibt es nur Vermutungen. Die Gestalt des Verräters, dem die Volksphantasie bald auch einen bestimmten Typus lieh, tritt in allen poetischen Erzählungen vom Leben Jesu wie in den biblischen Dramen des 16. Jahrh. in gleich abschreckender Weise auf: überall erscheint er als Repräsentant der niedrigsten Habsucht, teuflischer Bosheit und trauriger geistiger Beschränktheit, zugleich als eine gemeine Alltagsnatur. Auch der Halbroman »J. der Erzschelm« von Abraham a Santa Clara (1689) folgt dieser Auffassung, während neuere Dichtungen, wie die Tragödien: »J. Ischarioth« (1852) von Elisa Schmidi, »Jesus der Christ« (1865) von Dulk und »Maria von Magdala« (1902) von Paul Heyse, den Charakter des Verräters zu heben und psychologisch verständlich zu machen suchen. In der frühchristlichen Kunst findet sich nur auf einigen wenigen Denkmälern der Verrat des J. (Judaskuß) und der Selbstmord des J. (z. B. auf einem Elfenbeinrelief des 6. Jahrh. im Britischen Museum, s. Tafel Meyers »Christliche Altertümer II«, Fig. 15) dargestellt. In der Kunst des Mittelalters und der Renaissance kommen dagegen keine Darstellungen des Selbstmordes vor; J. fehlt dafür in keiner der zyklischen Darstellungen der Passion und in keiner der Darstellungen des Abendmahls. Auf letztern wird er gewöhnlich mit einem Beutel mit dem Lohn seines Verrates dargestellt (bekanntestes Beispiel das Abendmahl Leonardos da Vinci), in der ältern italienischen Kunst von den übrigen Jüngern isoliert an einer Seite des Tisches allein sitzend (Beispiel: Fresko von D. Ghirlandajo in Ognissanti zu Florenz). In neuerer Zeit ist E. v. Gebhardt auf seinem Bilde des Abendmahls in der Berliner Nationalgalerie von der Überlieferung abgewichen, indem er J. dargestellt hat, wie er bei den Worten Christi heimlich hinausschleicht. Vgl. G. Maderspach, J., eine Charakteristik (Dresd. 1904).
 
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Judas der Galiläer, bei Josephus Gaulonaios genannt, aus Gamala am Galiläischen See, wiegelte im Verein mit einem gewissen Zadok das jüdische Volk gegen einen Zensus auf, der 67 n. Chr. durch den römischen Statthalter in Syrien, Sulpicius Quirinus, vorgenommen wurde. Von J. und seinen Anhängern leitete die zur Zeit des jüdischen Kriegs (6770 n. Chr.) gegen die Römer kämpfende Partei der Zeloten (Eiferer) ihren Ursprung ab.
 
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Judas Makkabäus (Makkab, vielleicht »Hammer«), vorzüglichster Held in den Freiheitskämpfen der Juden gegen die Hellenisierungsversuche des Syrerkönigs Antiochus IV., Epiphanes. Nach dem Tode seines Vaters, des Priesters Matthatias aus Modeïn bei Jerusalem, übernahm er 166 v. Chr. den Oberbefehl, focht glücklich gegen mehrere syrische Heere, bemächtigte sich Jerusalems, jedoch ohne die Burg, reinigte den entweihten Tempel und stellte den monotheistischen Kultus wieder her. 165 züchtigte er die Nachbarvölker, vornehmlich die Edomiter und Ammoniter, für ihre den Juden zugefügten Mißhandlungen; 162 vermochte er einem syrischen Heer in offenem Felde nicht zu widerstehen und zog sich deshalb nach Jerusalem zurück, wo er, kurze Zeit belagert, mit dem Feinde Frieden schloß. Dieser war jedoch nur von kurzer Dauer, indem der von den Syrern eingesetzte Hohepriester Alkimos eine feindliche Partei bildete und, von syrischen Truppen unterstützt, J. befehdete. Nachdem letzterer ein anrückendes syrisches Korps unter Nikanor geschlagen, ging er die Römer um ein Bündnis an. Aber ehe noch der Bescheid vom römischen Senat eintraf, rückte abermals ein über 20,000 Mann starkes syrisches Heer unter Bakchides ein (160), dem J. nur wenige hundert Mann entgegenstellen konnte. Dennoch wagte er eine Schlacht, die ihm aber das Leben kostete. Seine Geschichte wird 1. Makkabäer 39,22 und 2. Makkabäer 815 erzählt. Unter den künstlerischen Bearbeitungen des Stoffes ist besonders die von Otto Ludwig (»Die Makkabäer«, 1852) sowie das Oratorium von G. F. Händel »Judas Makkabäus« hervorzuheben. Vgl. Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi (3. u. 4. Aufl., Bd. 1, Leipz. 1901), S. 210 ff.
 
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Judasbaum (Judaslinde), s. Meyers Cercis.
 
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Judasfeuer, an manchen Orten Bezeichnung der Osterfeuer, weil in denselben statt des Winterdämons eine Judas genannte Puppe verbrannt wird.
 
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Judaskuß, s. Meyers Judas 2).

 

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 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
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 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
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