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Kanonissen bis Kansas (Bd. 6, Sp. 567 bis 568)
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Artikelverweis Kanonissen (Canonicae, Chorfrauen, franz. Chanoinesses), Frauen und Mädchen (Canonicae virgines), die bei einem Stift eine Pfründe genossen

[Bd. 6, Sp. 568]


und gemeinschaftliche Wohnung und Klausur hatten. Sie folgten in allem den Chorherren und ordneten sich den verschiedenen Kongregationen unter oder bildeten selbständige Vereine unter den Ordinarien, gehörten beinahe ganz dem Adel an, überboten die Domherren an Freiheit des Lebenswandels und machten ihre Anstalten beinahe durchgängig zu weltlichen Stiftern, so daß selbst nach dem Übertritt zum Protestantismus mehrere solcher Stifter, z. B. die von Gandersheim, Herford, Quedlinburg, Gernrode etc., als Pfründenanstalten für adlige Fräulein bestehen blieben. Auch die Teilhaberinnen an den in neuerer Zeit für diesen Zweck gestifteten Anstalten heißen K.
 
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Kanonist, ein Kenner oder Lehrer des Kanonischen Meyers Rechts (s. d.).
 
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Kanonizität (neulat.), zusammenfassender Name für den Komplex der Eigenschaften, vermöge deren ein Buch zu den Kanonischen Meyers Büchern (s. d.) gehört.
 
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Kanōpen, meist steinerne, mit Deckeln, die einen Kopf darstellten, versehene Gefäße, die im alten Ägypten die Eingeweide der einbalsamierten Leichen aufnahmen. Der Kopf trägt häufig menschliche Züge, aber auch die Gestalt von Säugetieren, Vögeln etc. Gefäße ähnlicher Gestalt, aber zur Aufnahme der Asche des verbrannten Leichnams dienend, sind in Etrurien, am Mittel- und Unterrhein und in verschiedenen Teilen Westpreußens gefunden worden (Gesichtsurnen; s. Meyers Gefäße, vorgeschichtliche).
 
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Kanōpos, Stadt, s. Kanobos.
 
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Kanōpos (Kanobos), im griechischen Mythus Steuermann des Menelaos, starb auf der Heimreise von Troja durch Schlangenbiß auf der wie die Stadt angeblich nach ihm benannten Insel an der kanopischen Nilmündung und wurde unter die Sterne versetzt (s. Canopus).
 
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Kanōpus (Kanobus), Stern, s. Canopus.
 
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Kanori, Volksstamm, s. Meyers Kanuri.
 
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Känozōische Formationsgruppe, geologischer Schichtenkomplex, umfaßt Tertiärformation, Diluvium und Alluvium (s. d. und »Geologische Formation«, S. I der Textbeilage).
 
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Kanpur, Stadt in Britisch-Indien, s. Meyers Khanpur.
 
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Kansas (abgekürzt Kau. oder Kans.), einer der Präriestaaten der nordamerikan. Union (s. Karte »Vereinigte Staaten«, westlicher Teil), zwischen 37 bis 40° nördl. Br. und 94°38'102° westl. L., grenzt östlich an Missouri, südlich an Oklahoma und das Indianerterritorium, westlich an Colorado und nördlich an Nebraska, ist bei annähernder Rechteckgestalt von O. nach W. 640 km lang, von N. nach S. 244 km breit und 212,580 qkm groß. Die größere Westhälfte des Gebietes ist 500 bis nahezu 1200 m ü. M. erhobene Hochprärie (»Plains« oder »Great Plains«), die aus cretazeischen oder tertiären, im S. auch aus triassischen Schichten gebildet ist und in der entlang den im Sommer und Herbst wasserlosen Strömen Flugsandstrecken weite Räume einnehmen, während sonst an der Oberfläche trockner Mergel-, Lehm- und Kiesboden miteinander wechseln, hier und da durchsetzt von niedrigen Kalk- und Sandsteinrücken, von schwach eingegrabenen Flußtälern und von größern und kleinern Kesseltälern, die zeitweise oder dauernd mit Wasser gefüllt sind. Das Klima ist hier sehr trocken wegen der vorherrschend starken Luftbewegung und hohen Sommerhitze. So hat Dodge, am Arkansas, zwar noch 518 mm Jahresniederschläge, aber nur 70 jährliche Regentage bei 25,4° mittlerer Juliwärme und bei öfters auftretenden Glutwinden, die neben einer Geschwindigkeit von 5060 km in der Stunde 3840 oder sogar 45° Hitze bringen. Selbst die größern Ströme, wie der Arkansas, führen daher im Sommer an vielen Orten kein Wasser, die Gegend trägt nur Steppenkräuter und Steppengräser, und der Erfolg der künstlichen Berieselung zu Landwirtschaftszwecken wird auch dort, wo durch Windmühlen eine genügende Menge Wasser aus der Tiefe emporgehoben werden kann, schwer beeinträchtigt oder hinfällig. Die wichtigsten Bodenschätze des Westens bestehen in großen triassischen Steinsalzlagern und Salzquellen (bei Hutchinson, Lyons) sowie in Gips und Bausteinen. Die kleinere Osthälfte (nicht viel über 40 Proz. von der Gesamtfläche) ist flaches Gras- und Buschprärieland, das bei Topeka nur 266 m und bei Kansas City nur 230 m ü. M. liegt. Hier bilden die Schichten der Steinkohlenformation die Grundlage des Bodens auf einer Fläche von 44,000 qkm mit abbauwürdigen Kohlenflözen, während an der Oberfläche Löß- u. humusreiche Schwarzerde vorherrschen. Die äußerste Südostecke wird vom Westfuße des Ozarkgebirges eingenommen und enthält wichtige Zinkerzlagerstätten. Das Klima von Ostkansas ist verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft in hohem Grade günstig. Topeka hat 823 mm Jahresniederschläge bei 12° Durchschnittswärme im Jahre, 25,2° im Juli und -2,9° im Januar. Die Vegetation versengende Glutwinde fehlen allerdings auch hier nicht, ebensowenig anhaltende Dürrezeiten, in den meisten Jahren bewährt sich aber die Triebkraft des Sommerklimas auf dem an Pflanzennährstoff reichen Boden hinsichtlich der Getreidegräser glänzend. Die Hügelrücken und Flußufer bekleidete von jeher etwas Baum- und Buschwuchs, der unter der Pflege des Menschen stellenweise vermehrt worden ist. Insbesondere aber tragen die angepflanzten Obst- und Schattenbäume bei den Ortschaften und Farmgehöften dazu bei, der Gegend ein freundliches, parkartiges Aussehen zu geben. Eine schlimme Landplage bilden die als Tornados bekannten furchtbaren Wirbelstürme, die in K. häufiger auftreten als in einem andern Staate der Union, und gegenüber denen nur unterirdische Kellergewölbe sichere Zuflucht gewähren. Der meiste Regen fällt zugunsten des Wachstums der Getreidegräser im Frühsommer, während Spätsommer und Herbst sehr trocken sind. Der Winter ist meist sehr schneearm, doch fehlt es nicht an furchtbaren Schneestürmen (»Blizzards«). Von den Strömen ist auch der Meyers Missouri (s. d.), der die Nordostgrenze bildet, nur sehr schlecht schiffbar, während der Meyers Kansas River (s. d.), der die nördliche Landeshälfte entwässert, und der Meyers Arkansas (s. d.) im Süden des Gebietes zwar im Frühjahr ungeheure Wassermassen führen und dabei ihre Ufergegend öfters schrecklich verheeren (bei Topeka und Kansas City 1903 mit 25 Mill. Doll. Schaden), später aber selbst für die kleinsten Boote kein genügendes Fahrwasser bieten.
   Die weiße Besiedelung von K. begann erst um die Mitte des 19. Jahrh., als die kalifornischen Goldfelder entdeckt worden waren, und erst 1854 erhielt das Land, das bis dahin einen Teil des Indianerterritoriums (s. d.) gebildet hatte, eine besondere Territorialverfassung. Bereits 1861 wurde es aber zum Unionsstaat erhoben. Die Einwohnerzahl betrug 1860: 107,206,1880: 996,096,1890: 1,427,096 und 1900: 1,470,495, die Zunahme war also anfangs sehr stark, wurde aber neuerdings auffällig gering. Männliche Personen gab es 1900: 768,716, weibliche 701,779, Weiße 1,416,319, Neger und Mulatten 52,003, Indianer (Pottawatomies, Kickapoos u. a.)

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2130; nur 126,685 waren im Auslande, darunter 39,509 in Deutschland, geboren. Fast alle Religionsbekenntnisse sind vertreten, die Katholiken haben Bischöfe in Concordia, Leavenworth und Wichita, die Episkopalen in Topeka und Salina. Die öffentlichen Schulen mit (1902) 11,709 Lehrern wurden von 389,272 (im Tagesdurchschnitt nur von 273,197) Kindern besucht, die 20 höhern Lehranstalten mit 492 Lehrkräften von 2690 männlichen und 1511 weiblichen Studierenden. Obenan steht die Kansas-Universität zu Lawrence mit 105 Dozenten, 1300 Studierenden und einer Bibliothek von 42,000 Bänden. Es erscheinen 693 Zeitungen. Haupterwerbszweige sind Ackerbau und Viehzucht, und ersterer steht besonders im Osten hoch im Schwange. Man zählte 1899: 173,098 Farmen mit 16,7 Mill. Hektar, wovon 10 Mill. kultiviert (improved) und 7,4 Mill. angebaut waren, 5,8 Mill. Hektar Getreide (298,546,254 Bushels) trugen. Die Maisernte ergab auf 3,3 Mill. Hektar 229,937,430 Bushels, d. h. 8,6 Proz. von der vereinsstaatlichen Gesamternte, die Weizenernte auf 1,5 Mill. Hektar 38,778,450 Bushels, die Haferernte auf 360,000 Hektar 24,469,980 Bushels. 1902 betrug die Weizenernte sogar 45,827,495 Bushels. Sonst ist namentlich noch der Sorghumbau zur Melassebereitung und Besenfabrikation namhaft sowie die Kultur von Äpfeln (1900: 11,8 Mill. tragende Bäume und 3,2 Mill. Bushels) und Wein (5,8 Mill. Stöcke und 15,8 Mill. Pfd. Trauben). Mit Wald sind nur 5 Proz. der Oberfläche bedeckt. Für Viehzucht ist der Staat ganz besonders geeignet; 1900 zählte man 1,072,651 Pferde, 122,729 Maulesel, 4400 Esel, 4,552,642 Rinder (worunter 714,196 Milchkühe), 3,668,989 Schweine und 264,045 Schafe. 1899 wurden an Wolle 1,6 Mill., an Butter 41,6 Mill. und an Honig 1,2 Mill. Pfd., an Eiern 73,2 Mill. Dutzend produziert. Die Industrie ist weniger bedeutend, in den östlichen Städten aber im Aufschwung begriffen; 1900 wurden in 7830 Betrieben durch 35,193 Arbeiter Waren im Werte von 172,129,398 Doll. hergestellt. Am wichtigsten sind Schlächterei (11 Betriebe, besonders in Kansas City, mit 8068 Arbeitern und für 76,829,139 Doll. Erzeugnisse), Müllerei (533 Betriebe, 1451 Arbeiter, 21,926,768 Doll.), Zinkverhüttung (11 Betriebe, 1487 Arbeiter, 5,790,144 Doll.), demnächst Wagenfabrikation, Maschinenbau und Gießerei, Sattlerei. Die Kohlenförderung war 1902 auf 5,2 Mill. Ton. gestiegen. Die Eisenbahnen hatten 1902: 14,860 km Länge; die Kansas Pacific- und die Atchison Topeka- und Santa Fé-Bahn durchschneiden den Staat von O. nach W. Die gesetzgebende Gewalt ruht in den Händen eines Senats von 40 Mitgliedern, die auf vier Jahre, und eines Abgeordnetenhauses von 125 Mitgliedern, die auf zwei Jahre gewählt werden. Die Sitzungen finden alle zwei Jahre statt. Auch der Gouverneur und die andern Beamten werden auf zwei Jahre vom gesamten Volk gewählt, mit Ausnahme der Oberrichter, die auf sechs Jahre, und der Kreisrichter, die auf vier Jahre gewählt werden. In den Senat der Union entsendet K. zwei, in das Repräsentantenhaus acht Mitglieder; bei der Präsidentenwahl hat es zehn Stimmen. Das gesamte Real- und Personaleigentum des Staates wurde 1902 auf 363,156,045 Doll. geschätzt, die öffentliche Schuld auf 582,000 Doll. Eingeteilt wird der Staat in 106 Grafschaften; Hauptstadt ist Topeka, bedeutender ist indes Kansas City, dann Wichita, Leavenworth und Atchison. K. kam als Teil des französischen Louisiana an die Vereinigten Staaten; 1854 wurde es als Territorium organisiert und bereits 1855 von Missouri aus von Freunden der Sklaverei besetzt, die eine Gesetzgebende Versammlung einsetzten und durch sie die Verfassung Missouris annehmen ließen, obwohl die Einführung der Sklaverei gegen das sogen. Missourikompromiß verstieß, durch das alles Land im N. von 36°30' für frei erklärt wurde. Die Gegner der Sklaverei traten indes bereits im September 1855 zusammen und erklärten die angenommene Verfassung für ungültig. Es kam zu blutigen Kämpfen, an denen sich Freischärler von S. und N. beteiligten, und die schließlich zugunsten der Abolitionisten ausfielen, so daß eine 1859 in Wyandotte angenommene Verfassung nicht nur vom Volke, sondern auch vom Kongreß (1860) bestätigt wurde. Während der Sezessionsbewegung nahm K. entschieden Partei für die Union; indessen gehörte es 1871 zu den Staaten, die es durch Volksabstimmung ablehnten, den Negern das Stimmrecht zu verleihen. Vgl. Thayer, History of the K. crusade (New York 1889); Robinson, The K. conflict (das. 1892); Ewing, The struggle for freedom in K. (1894); Wooster, The geological story of K. (Topeka 1900).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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