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Kannetjes bis Kanōbos (Bd. 6, Sp. 564 bis 565)
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Artikelverweis Kannetjes (»Kännchen«), s. Meyers Jakobäa-Kannetjes.
 
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Kannibālen (v. span. Canibal, für Caribe), ursprünglich die menschenfressenden Bewohner der Karibischen Inseln; später überhaupt für rohe, grausame Menschen und Menschenfresser gebraucht. Daraus entstand kannibalisch und Kannibalismus sowie durch Umstellung Shakespeares Meyers Caliban (s. d.). Über Kannibalismus s. Meyers Anthropophagie.
 
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Kanninefaten (Cannenefates), germ. Volksstamm, westlich von den stammverwandten Batavern (s. d.) auf deren »Insel« (Betuwe) wohnend. 4 n. Chr. von Tiberius bezwungen, nahmen sie Kriegsdienste in den römischen Heeren. Unter C. Caligula empörten sie sich, verbanden sich 69 unter Brinno mit Julius Civilis gegen die Römer, zerstörten 71 die römische Flotte und schlugen die den Römern beistehenden Nervier.
 
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Kannland s. Meyers Kanna.
 
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Kannor s. Meyers Kanna.
 
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Kannstatt (Cannstatt), früher Oberamtsstadt im württemb. Neckarkreis, zu beiden Seiten des Neckar, 4 km von Stuttgart, mit dem es durch eine elektrische Straßenbahn verbunden ist, seit 1904 mit Stuttgart vereinigt, in fruchtbarer, lieblicher Gegend, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bretten-Friedrichshafen u. K.-Nördlingen, 220 m ü. M., hat in den neuern Stadtteilen schöne Straßen, 2 evangelische und eine kath. Kirche, eine Kirche der Methodisten, Synagoge, zwei Brücken über den Neckar, darunter die schöne König Karl-Brücke, schöne Anlagen um den Kursaal mit einem Reiterstandbilde des Königs Wilhelm I. und (1900) 26,497 Einw., davon 3570 Katholiken und 484 Juden. K. besitzt eine große Eisenbahnwagenwerkstätte, eine Motorwagen- und Motorbootfabrik (Daimlerwerke) und eine Bäckereimaschinenfabrik, Eisengießereien, Fabriken für Blechwaren, Bronze und Blattmetall, Feuerwehrrequisiten, elektrotechnische Apparate, mechanische Weberei, Trikotweberei, Wollspinnerei, Band-, Gurk-, Bettfedern-, Tapezierwaren-, Tuch-, Zigarren- und Korsettfabrikation, 2 chemische Fabriken, Bierbrauerei, Ziegeleien und vortrefflichen Obst- und Weinbau. Besondere Bedeutung erhält K. durch seine kochsalzhaltigen Mineralquellen und Heilanstalten. Von den erstern sind die Sulzerainquellen (früher Wilhelmsbrunnen) mit dem von König Wilhelm erbauten, jetzt renovierten Kursaal und Trinkhalle, die Frösnerschen Quellen (Männlein und Weiblein), die Karls- und Wiesenquelle und auf der Neckarinsel die Inselquelle und der Sprudel am wichtigsten. Ihre Temperatur beträgt 17,520,6°. Man benutzt die Quellen zum Trinken und Baden bei Katarrhen der Schleimhäute, Unterleibsleiden aller Art, fehlerhafter Blutmischung und Schwächezuständen des Nervensystems. Daneben werden vielfach Molken, auch Flußbäder im Neckar und im Stadtbad angewendet. Schon die Römer kannten und benutzten die Quellen, wie die Ausgrabung eines römischen Bades und andrer Altertümer in der Nähe von K. bezeugt. Von den Heilanstalten sind die Veielsche Flechtenheilanstalt und eine Wasserheilanstalt. verbunden mit Sanatorium für Nervenkranke, und ein Tierspital bemerkenswert. K. ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Hauptsteueramtes, hat ein Gymnasium, Oberrealschule, 3 Musikschulen und ein Theater. Bei Gelegenheit des auf dem Wasen zwischen Berg und K. alljährlich 28. Sept. gefeierten Volksfestes finden auch Pferderennen statt. Bemerkenswert sind die in dem Kalktuff häufig vorkommenden Höhlen, oft von 10 m Länge, mit fossilen Mammut- und andern Tierknochen. In der Nähe sind besonders erwähnenswert: die königlichen Lustschlösser Rosenstein und Wilhelma, jenes 182430 erbaut, in edlem Stil, mit Bildergalerie und Park, dieses 184251 erbaut, in maurischem Stil, mit prachtvollen Gärten und reichen Gewächshäusern. Östlich von der Stadt liegt der Meyers Rothenberg (s. d.), westlich ein zum obergermanischen Limes gehöriges Römerkastell. K. wird zuerst 708 erwähnt. Kaiser Ludwig der Bayer verlieh ihm 1330 die Rechte der Reichsstadt Eßlingen. Bis zur Mitte des 14. Jahrh. war hier das Landgericht für die Grafschaft Württemberg. Am 21. Juli 1796 siegten hier die Franzosen unter Moreau über die Österreicher unter Erzherzog Karl. Vgl. Veiel, Der Kurort K. und seine Mineralquellen (Kannst. 1875); Ströhmfeld, K. in Wort und Bild (das. 1896); Beck, Kannstatter Chronik über die 2. Hälfte des 19. Jahrh. (das. 1900); »Beschreibung des Oberamts K.« (hrsg. vom königlichen statistischen Landesamt, Stuttg. 1895).
 
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Kannstatter Quellsalz, Badesalz, aus etwa 2 Teilen Glaubersalz und 3 Teilen Bittersalz bestehend.
 
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Kannstattrasse, s. Meyers Menschenrassen.
 
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Kannushi, Name der Schinto-Priester in Japan.
 
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Káno, Provinz des Negerreichs Sokoto in Nordwestafrika, jetzt zur brit. Kolonie Nordnigeria gehörig, einer der fruchtbarsten (»Garten des Sudâns«) und bevölkertsten Teile des ganzen Sudân, 27,530 qkm groß mit 300,000 Einw. (Fulbe, das herrschende Volk, Araber, Bornuaner, Mandinka u. a.), die viel Baumwolle, Getreide, Tabak, Indigo, Butterbäume, Tamarisken und Melonen bauen. Die gleichnamige Hauptstadt, im Treffpunkt der Karawanenstraßen von Tripolis, Marokko und der Sahara, vom Tsadsee, Wadai und Salaga, liegt am Fuß eines 40 m hohen, steilen Felsens, ist mit einer Lehmmauer, durch die 14 Tore führen, umgeben und hat 35,000 Einw., die fast den ganzen Sudân mit blauen Baumwollenstoffen versorgen und Schuhe, Sandalen (s.

[Bd. 6, Sp. 565]


Tafel Meyers »Afrikanische Kultur II«, Fig. 14), gestickte lederne Taschen (Dschebair), Dolche, Waffen etc. anfertigen. Der Markt ist reichlich versehen mit Gurunüssen, Goldstaub, Elfenbein, Salz, Natron, Baumwolle, Lederwaren und Indigo, wie auch europäischen Fabrikaten. Arabische Händler kommen hierher von Tripolis und Ägypten, um Elfenbein und Straußfedern einzuhandeln. Die Hauptquelle des Wohlstandes der Stadt ist aber nicht der Handel, sondern die eigne Textilindustrie. S. Karte bei »Guinea«. Je mehr sich nach der französisch-englischen Aufteilung des Westsudâns (5. Aug. 1890) die tatsächliche Besetzung des England zugesprochenen Gebietes nordwärts bewegte, war ein Zusammenstoß mit dem Fulbesultan von Sokoto und den von diesem locker abhängigen Emiren von Gando, K. und Jola (s. den Art. »Haussaländer«) vorauszusehen. Solange die von der britischen Regierung mit einem Freibrief vom 10. Juli 1886 ausgestattete Royal Niger Company den Handel auf dem Niger monopolisierte, gestaltete sich das Verhältnis der Engländer zu den Fulbefürsten, die sich Jahresgelder zahlen ließen (Sokoto und Gando seit 1885, Jola seit 1893), leidlich. Kritischer wurde jedoch die Lage, als unterm 1. Jan. 1900 die britische Regierung die Ländereien der Royal Niger Company selbst übernahm (Protektorate Süd- und Nordnigeria). Der Oberkommissar von Nordnigeria, General Sir Frederick Lugard, beschloß im Dezember 1902, als der Emir von K. den englischen Residenten in Saria mit Feindseligkeiten bedrohte, eine größere Expedition (600 Mann) unter Oberst Morland gegen K. (und wenn sich dies in der Folge als nötig herausstellen sollte, auch gegen Sokoto) zu senden; am 3. Febr. 1903 fiel die Stadt K., der Hauptplatz des Sklavenhandels, in die Hände der Briten, und der Emir floh nach Sokoto. Vgl. »Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen zu Berlin«, 1903 und 1904.
 
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Kanōbos (Canobus), im Altertum Stadt in Unterägypten, an einer nach ihr benannten Nilmündung, nordöstlich von Alexandria, durch ein Heiligtum des Serapis (mit Orakel) berühmt; die Alexandriner pflegten in K. wüste Orgien zu feiern. Die griechische Sage läßt in K. den Piloten des Menelaos K. begraben sein. Ruinen westlich bei Abukir. Wichtig für die ägyptologische Wissenschaft wurde das sogen. Dekret von K., eine von den 239 v. Chr. in K. versammelten ägyptischen Priestern zu Ehren des Ptolemäos Euergetes verfaßte dreisprachige Inschrift, von der Lepsius ein Exemplar 1866 auf dem Trümmerfeld von Tanis entdeckte (s. Hieroglyphen, S. 315).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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