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Kanalgase bis Kanalwasser (Bd. 6, Sp. 544 bis 550)
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Artikelverweis Kanalgase, s. Meyers Kanalisation, S. 547.
 
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Kanalheizung, s. Meyers Heizung, S. 124.
 
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Kanalinseln (Normännische Inseln), Inselgruppe in der sogen. Normannischen Bai des Kanals, der einzige Rest der Normandie, der sich noch heute im Besitz Englands befindet. Die Gruppe besteht aus den Inseln Jersey, Guernsey, Alderney und mehreren kleinern Inseln, hat ein Areal von 196 qkm (3,5 QM.) mit (1901) 95,618 Einw. und zerfällt in zwei Verwaltungsbezirke (Bailiwicks): Jersey und Meyers Guernsey (s. d.). Die anglikanische Kirche ist Staatsreligion; außer einem normannischen Dialekt (vgl. Métivier, Dictionnaire franco-normand de Guernsey, Lond. 1870; J. L. Pitts, Patois poems of the Channel Islands, Guernsey 1883; E. S. Lewis, Guernsey, its people and dialect, Baltimore 1896) wird Französisch und Englisch gesprochen, aber das Französische ist die offizielle Sprache. Von der Oberfläche sind (1902) 50,7 Proz. Ackerland, 13,8 Proz. Weide; an Vieh zählte man 3592 Pferde, 18,518 Rinder (berühmte Milchwirtschaft), 463 Schafe und 9677 Schweine. Die Inseln besitzen (1903) 124 Seeschiffe von 9280 Ton. Gehalt und 342 Fischerboote. Ausfuhr nach den britischen Inseln (1903) 1,055,256 Pfd. Sterl., Einfuhr 1,093,268 Pfd. Sterl. Spuren römischer Besiedelung haben sich auf den K. nur wenige erhalten. Im 6. Jahrh. fand das Christentum auf ihnen Eingang; im 10. Jahrh. gehörten sie zum Herzogtum der Normandie, und Wilhelm, der siebente Herzog der Normandie, vereinigte sie mit England, das sie auch nach dem Verlust des normannischen Festlandes (1204) behauptete. Die Reformation fand durch vertriebene Hugenotten Eingang. Die Inselbewohner erfreuen sich ihrer alten Rechte; sie haben stets treulich zu England gehalten und die Angriffe der Franzosen erfolgreich zurückgewiesen. Näheres s. die einzelnen Inseln. Vgl. Ansted, The Channel Islands (3. Aufl., Lond. 1893); Tupper, History of Guernsey, etc. (2. Aufl., das. 1877); Pégot-Ogier, Histoire des îles de la Manche (Par. 1881); Boland, Les îles de la Manche (das. 1904); Robin, The Channel Islands (Führer, Lond. 1902). S. Karte »Frankreich«.
 
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Kanalisation, die Gesamtheit unterirdischer, röhrenförmiger Leitungen (Abzugskanäle, Kloaken, Siele) zur Entwässerung der menschlichen Wohnstätten. Das Kanalnetz soll die häuslichen und gewerblichen Abwässer, die von Dächern, Straßen, Plätzen, Höfen etc. abfließenden Niederschlagwässer, oft auch die menschlichen Entleerungen (Exkremente) aufnehmen und abführen. Werden die Kanäle so angelegt, daß, vermöge ihrer Form, ihres Gefälles und reichlicher Wasserzufuhr, ihr Inhalt fortgeschwemmt werden kann, so spricht man von Schwemmkanalisation. Das Beispiel der Kulturvölker des Altertums (s. unten: Geschichtliches), die für die Reinhaltung ihrer Städte und deren Versorgung mit gesundem Trinkwasser großartige Anlagen schufen, hat nicht nachgewirkt. Mittelalterliche Zustände haben sich stellenweise bis in die Gegenwart erhalten. In Lindau z. B. bestanden bis vor wenigen Jahren noch die sogen. Ehegräben. Die Abtritte mündeten einfach in den schmalen Raum zwischen den Rückseiten benachbarter Häuserreihen, und der Regen schwemmte von da, wohl oder übel, den Unrat in den Bodensee. In den meisten Städten suchte man, wie es auf dem Lande noch geschieht, das Niederschlagwasser in offenen Gräben fortzuleiten, die Schmutzwässer und Entleerungen in durchlässigen Gruben zu sammeln (Senkgruben, Versitzgruben), aus denen die Flüssigkeit tunlichst in den Boden versickern soll, während der Schlamm zeitweise ausgeschöpft und weggefahren wird. Die hierdurch hervorgerufene Verseuchung des Untergrundes hatte in Städten die gesundheitschädlichsten Folgen. Ein wesentlicher Fortschritt waren unterirdische Abzugkanäle für die Niederschlag- und wohl auch Hauswässer, neben

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wasserdichten Abtrittgruben, deren Inhalt man nach Bedarf in fahrbare Behälter pumpte und wegfuhr. Wo in der Folge die Abtritte, nach englischem Vorbilde, mit Wasserspülung eingerichtet wurden, konnte man auf die getrennte Behandlung von Abwässern und Entleerungen verzichten und fortan auch die Abtrittstoffe unmittelbar in die Kanäle schwemmen, während Straßenkehricht, Abfälle von Haus und Küche, von Schlachthäusern, verschiedenen Gewerben u. dgl. nach wie vor in Behältern gesammelt und aus dem Bereiche der Stadt abgeführt werden müssen, da sie in den Kanälen sich nicht fortspülen lassen, sondern anhäufen würden. K. und Unratabfuhr müssen daher immer nebeneinander fortbestehen. Heute trachtet man die Verseuchung des Untergrundes in Städten tunlichst hintanzuhalten und stellt nicht nur die Bedeckung der Straßen, sondern auch das Kanalnetz so undurchlässig wie möglich her. Verfeuchter Untergrund liefert schließlich höchst ungesundes, ekelhaftes Brunnen wasser. Dies führte in vielen Städten dazu, reines Trink- und Nutzwasser mittels z. T. großartiger Anlagen aus weiter Ferne herbeizuleiten. K. und Wasserversorgung sollen daher Hand in Hand gehen. Sie haben, wie die Sterblichkeitsziffern schlagend dartun, die Gesundheitsverhältnisse alter Städte, wie München, oft schon nach wenigen Jahren gewaltig verbessert. Gleichzeitig ist der Wasserverbrauch, der einen gewissen Maßstab für die Kulturstufe und die Annehmlichkeiten einer Stadt darstellt, beträchtlich gewachsen, und die Abwässer haben sich vermehrt. Die Abflußmenge, mit der man bei Anlage einer K. zu rechnen hat, ist die der natürlichen Abzugwässer des Niederschlaggebietes, das die Stadt einnimmt, vermehrt um die Wassermenge mit der die Stadt künstlich versorgt wird. Das Regenwasser findet in Städten nahezu sofort seinen Weg in die Abzugkanäle, weshalb deren Abmessungen und Gefälle den stärksten zu gewärtigenden Regenfällen von kurzer Dauer entsprechen sollten. Um an Kosten zu sparen, macht man häufig die Sammelkanäle nicht so geräumig, daß sie auch bei Wolkenbrüchen ausreichen, sondern man entlastet sie durch sogen. Regen- oder Notauslässe, die das überschüssige Wasser auf dem kürzesten Wege dem nächstgelegenen Aufnehmer (Fluß, See) zuführen (Fig. 1). Die kunstgerechte Anlage des Kanalnetzes für eine größere Stadt ist eine schwierige Aufgabe, die große Sorgfalt und Umsicht erfordert, weil auch darauf Rücksicht zu nehmen ist, daß mit der fortschreitenden Erweiterung der Stadt das Kanalnetz ohne Störung sich weiter ausbilden und verzweigen lasse. Die Abzugkanäle (Siele) werden in der Regel unter den städtischen Straßen angelegt (Fig. 2), womöglich so tief, daß auch die Kellersohlen sich trocken legen und erhalten lassen. In die Straßenkanäle münden seitlich die Hauskanäle ein (Fig. 2 u. 3), die auf jedem einzelnen Anwesen mittels besonderer Abzweigungen die Niederschlag-, Brauch- und Schmutzwässer sammeln. Alle in die Straßenkanäle mündenden Hausanschlüsse sollten Wasserverschlüsse haben, damit die übelriechende Kanalluft nicht in die Häuser entweichen kann. Neben den Abzugkanälen zieht das Grundwasser ab, ihrem Gefälle folgend, und so bewirken sie eine wohltätige Entwässerung des Untergrundes, sie senken den Grundwasserspiegel und mäßigen seine gesundheitschädlichen Schwankungen. In undurchlässigem Boden kann man, an den Kanälen entlang, mit Schotter gefüllte Sickerdöhlen herstellen oder besser Sickerröhren legen (Fig. 4 u. 3). Auch hohle Sohlenstücke (Fig. 3 u. 5 [S. 546]) können diesem Zweck dienen. Die Querschnittform der Kanäle ist verschieden (Fig. 6, 7 u. 4). Ganz enge, von 50 cm und darunter, bestehen aus zylindrischen verglasten Steingutröhren (Figur 8), die mittels Muffen aneinander gefügt und mit Ton gedichtet werden. Straßenkanäle sollten begehbar oder doch schliefbar sein und erhalten am besten eiförmigen Querschnitt von mindestens 60 cm lichter Breite. Den großen Sammelkanälen gibt man kreisrunden oder auch maulförmigen Querschnitt (Fig. 6 u. 4). Sie werden aus Klinkern, aus Stampfmörtel oder aus beiderlei Stoffen erbaut. In den geräumigen, ältern Pariser Kanälen sind auch die Rohrleitungen untergebracht, was aber im allgemeinen nicht zu empfehlen ist (Fig. 7). In Straßen von mehr als 30 m Breite ist es meist zweckmäßig, für jede Häuserreihe einen besondern Sielstrang anzulegen, wodurch die Länge der Hausleitungen vermindert und ihr Gefälle vermehrt werden kann. Wo Kanalstrecken so geringes Gefälle erhalten müssen, daß die Sinkstoffe durch die ständige Strömung nicht fortgeschwemmt würden, oder wo die Wassermenge hierzu nicht ausreicht, wendet man Spülvorrichtungen an, mittels deren das Wasser zurückgehalten und plötzlich losgelassen

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werden kann, worauf der Wasserschwall die Ablagerungen fortschleppt. An den obern, sogen. toten Enden der Kanäle ist für besonderes Spülwasser, sei es aus der Wasserleitung oder aus einem Wasserlaufe, zu sorgen. Wasserläufe lassen sich mit Vorteil zur Hergabe von Spülwasser benutzen (Fig. 9), wie z. B. die Isar in München, wo sinnreiche Vorkehrungen getroffen sind, um das ganze Kanalnetz mit reinem Isarwasser durchzuspülen. Die nicht begehbaren Röhren sollten geradlinig und an den Bruchpunkten mit Einsteigeschächten oder Nachsehbrunnen versehen sein (Fig. 10). Ein Brunnen kann zugleich zum Spülen dienen, wenn man die Mündung des untern Rohres mit einer Klappe versieht. Von den Straßen gelangt das Regenwasser in tiefe topfartige Rinnenabzüge (Fig. 11), die unter den Straßenrändern liegen. Am Boden dieser Töpfe sammeln sich die schweren Sinkstoffe und können ausgeschöpft werden. Die Flüssigkeit gelangt durch ein Rohr mit Wasserverschluß in das Siel. Damit aber der Wasserverschluß wirksam bleibt und nicht die Kanalgase sich durch das Wasser den Weg bahnen, müssen die Gase anderweit aus dem Siel entweichen können. Auch muß das Wasser häufig erneuert werden, was im Sommer am einfachsten durch ausgiebiges Begießen der Straßen geschieht. Die Lüftung des Kanalnetzes (Fig. 2) kann erfolgen mittels der Regenrohre b, oder indem man Abtrittrohre a bis über das Dach emporführt, die Kanäle mit bestehenden Kaminen verbindet oder, bei den Straßenkanälen am einfachsten, indem man, wie in München, in regelmäßigen, nicht zu großen Abständen Dunströhren c vom Scheitel der Siele bis in die Straßenebene emporführt und dort ausmünden läßt. Man nimmt an, daß die frische Luft bei c einströme und die Kanalgase bei b und a entweichen. Bei Regen werden aber die Rohre b unwirksam, und auch sonst sind Störungen in dieser wünschenswerten Luftbewegung nicht selten u. alsdann Ausströmungen bei c sehr bemerkbar, um so mehr, da das Regenwasser im Rohr b frische Luft mitreißt und in den Kanal drückt. Hierdurch wird allerdings der Kanal kräftig gelüftet, aber der üble Geruch verbreitet sich dann gleichmäßig in der Stadt, und die Bevölkerung muß sich eben daran gewöhnen. Gesundheitschädliche Folgen scheinen noch nicht festgestellt zu sein. Bei steigendem Barometer wird die äußere Luft auch in die Kanäle gedrückt. Anderseits muß die gespannte Luft aus den Kanälen um so heftiger wieder ausströmen, je rascher der äußere Luftdruck sinkt. Deshalb ist dei sinkendem Barometer auch der Kanalgeruch am lästigsten und die alte Regel entstanden: wenn die Kanäle stinken, ändert sich das Wetter.
   Mit der Anlage des Kanalnetzes, das die Abwässer des Stadtgebietes zu sammeln hat, ist aber erst ein Teil der Aufgabe gelöst. Der zweite, oft sehr schwierige Teil besteht darin, die gesammelten Abwässer aus dem Bereiche der Stadt fortzuschaffen. Je nach der Örtlichkeit gibt es verschiedene Wege. In Städten an bedeutendern Gewässern (Flüssen, Seen, Meeren) hat man die Abwässer aus einzelnen Gebieten in größere Siele gesammelt und auf dem kürzesten Weg in die Gewässer geleitet (Perpendikularsystem, Fig. 12), soz. B. in London, Wien, Budapest, Chicago, Boston. Allein es zeigten sich mit der Zeit schwere Übelstände. Bei Hochwasser machte der Rückstau das Kanalnetz unwirksam. Im Wiener Donaukanal, wo die Wassermenge nicht sehr groß ist, wurde die Verunreinigung immer unerträglicher.

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Die Verunreinigung des Michigansees, in den überdies der Unratstrom des kleinen Chicagoflusses sich ergoß, war um so bedenklicher, als der See für die Millionenstadt auch das Trink- und Nutzwasser hergeben mußte, obschon es mehrere Kilometer weit vom Ufer gefaßt wurde. Der Meerbusen, an dem das schöne Boston liegt, war zuletzt gänzlich verpestet. Man hat daher die Siele mit großen Hauptkanälen abgefangen (Abfangsystem, Fig. 13) und die Kanaljauche weit aus dem Bereiche der Städte fortgeleitet. In Pest endet der Hauptsammler unterhalb der Stadt in Klärbecken a, wo der Schlamm sich absetzt und als Dünger verkauft wird, während die Flüssigkeit durch Rohre bis in die Mitte der Donau geleitet und dort ausgelassen wird. In Wien entleeren sich die Sammler unterhalb der Donaukanalmündung in den Hauptstrom. In Chicago ist 1893 ein großartiger offener Kanal (Drainagekanal) gegraben worden, der schiffbar ist, aus dem Michigansee gespeist wird und seine Wässer dem Mississippi zuführt. In Boston endet der Sammler zunächst bei einem Pumpwerke. Dort wird, um Gefälle zu gewinnen, die Jauche in ein erhöhtes Becken gehoben, und von da fließt sie durch einen unterseeischen Stollen bis auf eine am offenen Meere gelegene Insel, wo sie wieder in Becken aufgespeichert wird, die über dem höchsten Meeresstande liegen, um bei Beginn der Ebbe in die See abgelassen zu werden. Vorher hatte man durch sorgfältige Beobachtung der Meeresströmung festgestellt, daß eine Rückkehr der Jauche in die Bucht nicht zu befürchten ist. Ähnliche Anlagen wurden in Königsberg, Neapel, Marseille ausgeführt. Pumpwerke sind überall anzuwenden, wo es an natürlichem Gefälle, Vorflut, fehlt, wie z. B. auch in Paris und Berlin. Durch die Einleitung der Kanaljauche in natürliche Wasserläufe wird aber, auch wenn Klärung vorangeht, das Gewässer für die Anwohner der untern Strecken bedenklich verunreinigt. Dazu kommt, daß die Mischung von Flüssigkeiten in einem Flusse nicht so glatt vor sich geht wie im Laboratorium. Der Schmutzstrom setzt noch lange seinen Weg im Flusse selbständig fort. Erst Stromschnellen oder scharfe Krümmungen bringen eine Vermengung zustande. Dies tritt z. B. in Ludwigshafen am Rhein und besonders bei Passau in der allerdeutlichsten Weise vor Augen, wo die drei verschiedenfarbigen Flüsse (Ilz, Donau, Inn) sich vereinigen. An die Selbstreinigung der Isar, deren Schmutzablagerungsstätten, in den einstigen verwilderten Strecken, durch die Regelung des Flußlaufes verloren gegangen sind, können heute auch ihre eifrigsten Verfechter nicht mehr glauben, wenn sie den frühern Zustand des Wassers noch im Gedächtnisse haben und den heutigen betrachten. Da überdies durch das einfache Wegschwemmen der Kanaljauche eine Menge wertvoller Dungstoffe für die Landwirtschaft verloren geht, so hat man längst, wo es die Örtlichkeit gestattete, die geklärte Kanaljauche zur Berieselung von Grundstücken (Rieselfelder, s. d.) verwendet und dadurch, wie namentlich in Paris und Berlin, vortreffliche Erträgnisse erzielt. Wenn auch der Verkauf der Feld- und Gartenfrüchte von den Rieselfeldern sowie des Düngers aus den Klärbecken nicht immer den Aufwand deckt, namentlich wo die kostspieligen Pumpwerke nötig werden, so trägt er doch zur Verringerung der Anlage- und Betriebskosten bei. Mit Anstalten, die das öffentliche Wohl erfordert, ist nicht immer ein Geschäft zu machen, aber ihr Nutzen ist nicht bloß in barem Geldgewinne zu suchen. Wo Sammelkanäle sich mit Flüssen kreuzen, wendet man Dücker oder Heberkanäle an, die an einem Ufer bis unter die Flußsohle hinabführen und jenseits wieder emporsteigen (Fig. 14). Über das Sielwasser s. Meyers Abwässer.
   Hygienisches. Da durch die K. der wesentlichste Teil der Städtereinigung geleistet wird und jede Erhöhung der Reinlichkeit eines Ortes gesundheitsverbessernd wirkt, so ist auch von der K. ein bedeutender hygienischer Effekt zu erwarten. In Hamburg entfielen vor der Besielung auf 1000 Todesfälle 48,5 Typhusfälle, während des Baues 27,1, nach Vollendung des Baues 18,3 Typhusfälle. In München starben, als es sozusagen noch ohne K. war, auf 100,000 Lebende berechnet, im Jahr 500 Personen am Typhus, gegenwärtig (nach größtenteils durchgeführter K.) etwa 10 Personen. Die höchsten Typhuszahlen ergeben Städte ohne K.; an den mittelgroßen Typhuszahlen sind mehr die nicht kanalisierten als die kanalisierten Städte beteiligt, an den niedrigsten Zahlen die meisten kanalisierten Städte. Von 46 kanalisierten Städten weisen 78 Proz., von 37 nicht kanalisierten Städten nur 40 Proz. niedrigste Typhuszahlen auf. Will man vorsichtig jede Überschätzung der K. vermeiden, so ist es doch geboten, vor Unterschätzung sich zu hüten. Man hat der K. Bodenverunreinigung und Verbreitung von Kanalgasen in die Wohnräume vorgeworfen. Erstere würde zur Verunreinigung des Grundwassers und der Bodenluft führen, sie ist aber nur möglich bei Undichtheit der Kanalwandung, welche die Technik zu vermeiden hat. Namentlich dürfen auch keine Einlässe für Grundwasser angebracht werden, wie man sie benutzt hat, um den Boden trocken zu legen, den Grundwasserspiegel zu senken. Gelingt es auch nicht, die Kanalwand vollkommen wasserdicht herzustellen, so besitzen doch die neuern Anlagen eine für die vorliegenden Zwecke vollkommen genügende Undurchlässigkeit, die wesentlich mit erreicht wird durch die in den Kanälen unter Beihilfe von niedern Organismen sich bildende, alle Poren verschließende Sielhaut. Aber selbst wenn geringe Mengen des Kanalinhalts in den Boden gelangen, so reicht die Selbstreinigung des Bodens völlig aus, sie unschädlich zu machen. Die Kanalgase sind ein Gemisch von Sauerstoff, Stickstoff, Kohlensäure, Sumpfgas, Schwefelwasserstoff, Ammoniak etc. Man macht sie besonders in England verantwortlich für Todes- und Krankheitsfälle, die unter den Kanalarbeitern bei Ausübung ihres Berufs vorgekommen sind. Soyka, der diese Verhältnisse eingehend untersucht hat, ist zu durchaus negativen Resultaten gelangt, und Nägeli verwirft überhaupt die Anschauung, daß Gase imstande seien, Epidemien herbeizuführen. Man hat

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angenommen, daß in den Kanalgasen größere Spannungen entstehen können, und daß ihre Bewegung nach den höchsten Punkten, also den obern Enden der Hausleitungen, gerichtet sei. Auf die Bewegung der Kanalgase haben aber sehr viele Umstände Einfluß, und die Erscheinung ist sehr verwickelt.
   Bei dem heutigen Stande der Lehre von den Infektionskrankheiten kommt für diese hauptsächlich die Verbreitung von Bakterien durch die Kanalgase in Betracht, und ein Übergang von Mikroben aus Wasser in Luft ist bei Verdunstung des Wassers unmöglich. Nur bei Zerstäubung der Flüssigkeit durch Verspritzen oder durch Eintrocknen und Zerstäuben des Rückstandes kann solcher Übergang stattfinden, und für beide Verhältnisse bieten die Kanäle wenig Gelegenheit. Immerhin ist zu fordern, daß die Kanalgase nicht in die Häuser eindringen, und dies wird durch zweckmäßige Wasserverschlüsse verhindert.
   Geschichtliches. Zur schnellen Beseitigung von Unrat stossen wurden schon im Altertum in vielen Städten, wie Babylon, Karthago, Jerusalem, namentlich auch in Ägypten, bedeutende Anlagen gemacht. In Jerusalem leitete man die Abwässer in Teiche und verwertete den Bodensatz als Dünger, das Wasser zur Bewässerung von Gärten. Roms Cloaca maxima, von Tarquinius Priscus zur Entwässerung des sumpfigen Bodens erbaut, nahm später alle Abwässer auf und wurde unter Augustus mit einer regelmäßigen Spülung aus den Wasserleitungen versehen. Im Mittelalter geschah sehr wenig für die Städtereinigung, und die primitivsten Verhältnisse haben sich in kleinen Städten bis in die Gegenwart erhalten. Wohl die älteste Anlage der neuern Zeit besitzt Bunzlau, wo man 1559 gemauerte Kanäle zur Ableitung der Abwässer erbaute; Prag erhielt ähnliche Abzugskanäle im 17. Jahrh. Die bedeutendste Entwickelung erfuhr die K. in England. Hier trat das Bedürfnis, die Städte mit Wasserleitung zu versehen, schon früher hervor als bei uns, und eine natürliche Folge davon war die Notwendigkeit, Einrichtungen zur Ableitung des gebrauchten Wassers zu schaffen. Fast jede gut verwaltete Stadt in England ist mit Wasserleitung und K. versehen. London war schon früh mit einem Netz, aber nicht mit einem System von Abzugskanälen versehen, und die Verunreinigung der Themse wurde zuletzt unerträglich. Zur Abhilfe führte man 1859 bis 1875 einen Entwurf von Bazalgette mit einem Aufwand von 4,5 Mill. Pfd. Sterl. aus. Nach diesem Entwurf werden die Abflüsse am untern Ende der Stadt in große, hoch gelegene Behälter gepumpt, aus denen sie bei Hochwasser in die Themse fließen und durch den ausgehenden Ebbestrom in das Meer geführt werden, ohne in den Bereich der Stadt zurückzugelangen. Unter den übrigen Städten, denen die Verunreinigung der Flüsse gesetzlich untersagt wurde, hat zuerst die Villenstadt Croydon bei London nach einem Entwurf von Latham die Berieselung von Feldern in Anwendung gebracht, um die unreinen Abflüsse so weit zu reinigen, daß sie unbedenklich selbst in kleinere Flüsse geleitet werden können. Vorher wußte man nur, daß die Rieselwiesen von Craigentinny, die von einem Teile der Abflüsse Edinburgs bewässert wurden, einen auffallend reichlichen Ertrag lieferten. Später wurden seitens der englischen Regierung über die Reinhaltung der Flüsse ausgedehnte Untersuchungen veranlaßt, deren Resultate in den »Reports of the commissioners to inquire into the best means of preventing the pollution of rivers« mitgeteilt sind. In Deutschland begann Hamburg Mitte der 1850er Jahre die Anlage einer K. Die erste Stadt auf dem europäischen Kontinent, die das System der Wasserleitung, K. und Rieselfelder vollkommen durchführte, war Danzig (1869), und seit 1875 gelangte dasselbe System in Berlin zur Ausführung.
   Vgl. Varrentrapp, Über Entwässerung der Städte, Wert und Unwert der Wasserklosette (Berl. 1868); Wiebe, Die Reinigung und Entwässerung der Stadt Danzig (das. 1865); Virchow, Über die K. von Berlin (Gutachten, das. 1868) und K. oder Abfuhr? (das. 1869); »Reinigung und Entwässerung Berlins. Einleitende Verhandlungen und Berichte« (das. 187079,13 Hefte); Veitmeyer, Vorarbeiten zu einer künftigen Wasserversorgung der Stadt Berlin (das. 187175); Latham, Sanitary engineering (2. Aufl., Lond. 1878); Pettenkofer, Vorträge über K. und Abfuhr (Münch. 1876); Lindley, Das Schwemmsielsystem in Frankfurt a. M. (Frankf. 1878); »Assainissement de la Seine« (hrsg. von der Seinepräfektur, Par. 187677); Hobrecht, Beiträge zur Beurteilung des gegenwärtigen Standes der Kanalisations- und Berieselungsfrage (Berl. 1883) und Die K. von Berlin (das. 1884,2. Ausg. 1887); Adams, Sewers and drains for populous districts (New York 1880); Büsing, Die Städtereinigung (Stuttg. 1897); König, Über die K. kleiner Städte und Reinigung der Abwässer (Halle 1894), Anlage und Ausführung von Städtekanalisationen (Leipz. 1902) und Taschenbuch des Hydrotekten (das. 1904); Dobel, Kanalisation (4. Aufl., Stuttg. 1904); Frühling, Die Entwässerung der Städte, im »Handbuch der Ingenieurwissenschaften«, 3. Teil, Bd. 4 (4. Aufl., Leipz. 1903).
 
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Kanalisierung (Flußkanalisierung), eine Art des Flußbaues, durch die vorzugsweise die Schiffbarkeit der Flüsse ermöglicht oder verbessert werden soll, aber auch die Landeskultur gehoben und die Industrie gefördert werden kann. Wenn ein Fluß zuzeiten so wenig Wasser führt, daß durch bloße Einengung des Niederwasserbettes auf die mit dem Bestande des Flußbettes verträgliche Breite (Normalbreite, s. d.) die Fahrwassertiefe immer noch zu gering bliebe, um die Fortdauer der Schiffahrt zu sichern, dann ist die K. des Flusses zu erwägen. Hierdurch sind z. B. in Frankreich sehr wasserarme Flüsse längst schiffbar gemacht worden. Die K. besteht in der Anwendung beweglicher Meyers Wehre (s. d.), um das Niederwasser aufzustauen, und in der Anlage von Kammerschleusen (s. Meyers Schleuse), um den Höhenunterschied zu überwinden zwischen den durch streckenweisen Aufstau gebildeten Haltungen oder, was dasselbe ist, zwischen Ober- und Unterwasser des betreffenden Wehres. Der Aufstau ist so zu bemessen, daß unterhalb jedes Wehres die geringste für die Schiffahrt festgesetzte Fahrwassertiefe auf die ganze Länge der Haltung mindestens erreicht wird. Bei vollschiffigen und höhern Wasserständen, also auch bei Hochwasser, wird die bewegliche Stauwand beseitigt, und das Wasser fließt ungehindert über den festen Unterbau des Wehres hinweg. Die Schiffahrt folgt dem Strom und nimmt ihren Weg durch eine als Schiffdurchlaß mit niedrigerer Schwelle ausgebildete Öffnung, während eine zweite Öffnung mit höherer Schwelle als Überfallwehr dient. Von niedrigen bis zu annähernd vollschiffigen Wasserständen nimmt die Schiffahrt ihren Weg durch die neben dem Wehr im Flußbett oder in einem Seitenkanal angebrachte Kammerschleuse. Am Ende der Schifffahrtzeit, also zu Beginn des Winters, muß das Wehr niedergelegt, d. h. die Stauwand entfernt werden.

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Der Eisgang erfolgt später über das niedergelegte Wehr hinweg. Die Schiffahrt bewegt sich dann im offnen Strom, bis bei fallendem Wasser das Wehr ausgerichtet und die Schiffahrt durch die Kammerschleuse geleitet wird. Es ist von Fall zu Fall festzustellen, ob die Natur des Flusses nicht befürchten läßt, daß die, auf die feste Wehrschwelle niedergelegten, beweglichen Teile durch Grundeis, Eisverstopfungen u. dgl. beschädigt werden. Danach wird die Bauart des Wehres zu wählen sein. Die K. eines Flusses bedingt allzeit kostspielige Bauten. Allein, wenn z. B. ein kanalisierter Fluß dem Schiffer gestattet, unter allen Umständen sein Schiff mit 68000 Ztr. zu beladen, so wird er, trotzdem er Schleusen durchfahren und sich möglicherweise schleppen lassen muß, doch besser daran sein, als wenn im unkanalisierten Flust durch Wochen und Monate ihm nur 23000 Ztr. gestattet sind. Die Frage, wie im kanalisierten Fluß die Flößerei zu behandeln sei, ist von Fall zu Fall eingehend zu erwägen, insbes. ob sie bei niedrigem Wasser, wenn auch in beschränktem Maß, aufrecht erhalten und durch lange Floßrinnen geleitet werden könnte. Die Flößerei wird übrigens durch die Verfrachtung des Holzes in Schiffen vielfach verdrängt, denn durch das Flößen leidet die Güte und sinkt der Verkaufswert des Holzes, so daß die Nachfrage nach ungeflößtem Holz immer vorwiegt. Die Bedenken, die aus dem Grunde gegen die K. geltend gemacht werden, weil sie die freie Schiffahrt durch einen Teil des Jahres verhindert, sind teilweise berechtigt. Ein Entwurf, der den freien Fluß neben einem jederzeit leistungsfähigen Schiffahrtskanal bestehen läßt, verdient unter Umständen große Beachtung. Ein solcher mit Schleusen versehener Seitenkanal läßt sich oft z. T. im Flußbett oder doch im Hochwasserprofil anlegen. Für die Landeskultur wird die Flußkanalisierung wichtig, wenn durch Heben des Wasserspiegels eine Bewässerung der hochgelegenen Uferländereien vorgenommen werden kann, sie wirkt nachteilig, wo das Ufergelände niedrig ist und die Entwässerung erschwert oder der Grundwasserstand zu stark gehoben wird. Flußkanalisierungen erfordern daher in der Regel tief eingeschnittene Flußbetten. Zuweilen läßt sich das gestaute Wasser zum Betrieb von Fabriken mit benutzen. Die bekannteste K., die in den letzten Jahrzehnten in Deutschland ausgeführt wurde, ist die des Mains von Frankfurt bis zum Rhein; durch sie hat sich der Schiffahrtsverkehr auf dem Main in den Jahren 188591 auf das Hundertfache des frühern Verkehrs gehoben. Die Arbeiten hierzu waren im Herbst 1886 beendet; es sind dazu aus öffentlichen Mitteln 5,5 Mill. Mk. aufgewendet worden. Der Tiefgang des Mains ist dadurch von 0,90 auf 2 m gebracht und erlaubt den größten Rheinbooten bis Frankfurt stromauf zu fahren. In Frankfurt enden die Anlagen in einem großen Hafen, der mit dem neuen Zentralbahnhof in Verbindung steht. Außerdem ist zu erwähnen die Saarkanalisierung von Saargemünd bis Luisenthal.
 
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Kanaljauche (Kanalwasser, Stadtlauge), die in den Kanälen der Meyers Kanalisation (s. d.) sich bewegende Flüssigkeit, s. Meyers Abwässer.
 
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Kanalriff (Wallriff), s. Meyers Koralleninseln und Meyers Korallenriffe.
 
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Kanalschiffahrt, s. Meyers Binnenschiffahrt und Meyers Kanäle.
 
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Kanalstrahlen. Teilt man eine Entladungsröhre (s. Meyers Elektrische Entladung, S. 614) durch das die Kathode bildende Metallblech derart in zwei Teile, daß der eine die Anode enthält, während beide Teile nur durch in der Kathode angebrachte Öffnungen miteinander in Verbindung stehen, so tritt auf der Seite der Kathode, die der Anode zugekehrt ist, das blaue Kathodenlicht auf, an der andern Seite hingegen zeigt sich ein rötlichgelbes Licht. Von einer jeden Öffnung der Kathode geht ein schwach divergentes Strahlenbündel aus. Im Gegensatz zu den schwach blauen Kathodenstrahlen, die gegen die Achse der Kathodenplatte divergieren, und zwar in um so stärkerm Maße, je größer der Grad der Luftverdünnung wird, konvergieren die gelben Strahlen gegen die Achse der Platte, und die Konvergenz nimmt zu mit wachsender Gasverdünnung. Die Achse eines jeden gelben Lichtbündels liegt in der Richtung, in der bei undurchbrochener Kathode der blaue Strahl vom Mittelpunkte der entsprechenden Öffnung austreten würde. Diese aus den Durchbohrungskanälen der Kathode hervorquellenden gelben Strahlen nennt Goldstein K. Am reinsten erhält man die K., wenn man als Kathode ein den Querschnitt der Röhre nahezu ausfüllendes Drahtnetz verwendet. Geht der Durchmesser der Kanäle bei bestimmter Plattendicke über ein gewisses Maß hinaus, so mischt sich den K. gewöhnliches Kathodenlicht bei. Je dicker die Kathodenplatte ist, um so größer können auch die Durchmesser der Kanäle, bei denen man noch reine K. erhält, werden. Während Kathodenstrahlen lebhafte Phosphoreszenz der Glaswände hervorrufen, besitzen K. diese Eigenschaft nur in schwachem Maße. Nach Goldstein (1902) ist sogar die gewöhnliche rotgelbe Fluoreszenz des von K. getroffenen Glases tatsächlich keine solche, sondern lediglich das Leuchten von vergastem Natrium. Nach W. Wien (1902) hängt die Fluoreszenzerregung von der Natur des Gases ab, ferner auch von der elektrostatischen und magnetischen Ablenkbarkeit der Strahlen. Aluminiumoxyd fluoresziert braun, grün oder blau, Magnesia rot, Zinkoxyd grün. Die Energie der K. beträgt etwa 1118 Proz. der dem Entladungsrohr zugeführten Energie. Sie werden selbst von starken Magneten nur in geringem Maße beeinflußt. Gegen elektrische Schwingungen üben K. eine starke Schirmwirkung aus, sie absorbieren dieselben in so hohem Maße, daß eine empfindliche Röhre hinter ihnen nicht mehr leuchtet. Endlich rufen sie im Gegensatz zu den Kathodenstrahlen, die reduzierend wirken, eine Oxydation hervor; allerdings wirken sie meist nur zersetzend. Metallniederschläge im Innern der Vakuumröhre werden durch auftreffende K. verflüchtigt. Nach der Ansicht von Goldstein, Wehnelt u. a. sind die K. identisch mit der dicht auf der Kathode haftenden leuchtenden Schicht auf der der Anode zugekehrten Seite; beide bestehen aus den von der Anode zur Kathode wandernden positiven Ionen, die beim Auftreffen auf die Kathode Kathodenstrahlen auslösen oder bei durchbrochener Kathode als K. weiterwandern. Für diese Auffassung spricht der Umstand, daß, wie ein in die Kanalstrahlenbündel gebrachter fester Körper einen Schatten wirft, so auch ein in den dunkeln Kathodenraum eingeführter Körper sich als Schatten auf der Lichthaut der ersten Kathodenschicht abzeichnet. Einen weitern Beweis liefert das Vorhandensein gewisser charakteristischer Eigentümlichkeiten im Spektrum beider, die in dem Spektrum der übrigen Teile des Kathodenlichts fehlen. Wien hat auch die positive Ladung der K. direkt nachgewiesen. Die Geschwindigkeit der K. fand er gleich 3,6×10: cm in 1 Sekunde, das Verhältnis von Masse zur Ladung in CGS-Einheiten 3,2×10-3, die Masse selbst 650 mal so groß wie die eines Wasserstoffatoms, die Ladung gleich der eines

[Bd. 6, Sp. 550]


Wasserstoffions. Man hat die K. auch Anodenstrahlen genannt, sie können indes nach Goldstein und Ewers unmöglich von der Anode ausgehen. Nach Goldstein (1902) treten den K. verwandte Strahlen tangential an einer gewöhnlichen Kathode aus. Die Strahlen der ersten Kathodenschicht sind den K. wohl ähnlich, aber nicht damit identisch.
 
Artikelverweis 
Kanalwage, s. Meyers Nivellieren.
 
Artikelverweis 
Kanalwasser, s. Meyers Kanaljauche.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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