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Kamtschátka bis Kamyschlow (Bd. 6, Sp. 526 bis 527)
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Artikelverweis Kamtschátka, Halbinsel an der nördlichen Ostküste von Asien (s. Karte »Sibirien«), seit 1856 zum russischen Küstengebiet gehörig, zwischen 5062° nördl. Br. und 156162° östl. L., erstreckt sich von NNO. gegen SSW. und läuft in dem Kap Lopatka aus. Sie scheidet das Meer von K. im O. von dem Ochotskischen Meer im W., hängt nur im N. mit dem Festland zusammen und ist 270,483 qkm groß. Die Küste verläuft auf der Westseite sehr einförmig, hat aber auf der Ostseite mehrere beträchtliche Einschnitte (Golf von Awatscha. Kronozkibai). Von den Inseln ist nur die 1582 qkm große, aber unbewohnte Insel Karagin am Eingang der Bai Karaginskaja zu nennen. Hohe bewaldete Gebirge ziehen sich von S. nach N. durch K. Die östliche Kette, in der sich die höchsten Erhebungen finden, enthält viele Vulkane (Sopken); man kennt bis jetzt 40, darunter 14 tätige; doch ist ihre Zahl vielleicht noch größer. Die gewaltigsten unter diesen Feuerbergen sind der Kljutschew (4917 m), der 1729, 1737, 1841, 1853/54 und 1896/97 Ausbrüche hatte, und der Schiweljutsch (2984 m). Die Westküste ist reich. die Ostküste arm an Küstenflüssen. Der größte Flut, der Insel ist der Fluß K., der beim Vorgebirge K mündet. Unter vielen z. T. beträchtlichen Seen ist. der Südspitze nahe, der Kurilische zu bemerken. Auch gibt es kalte und heiße Quellen; Salzquellen fehlen gänzlich. Das Klima Kamtschatkas ist im allgemeinen weit kälter als unter gleicher Breite in Europa. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt an der Südküste+3° und sinkt nach N. hin bis zu etwa -6°. Der landschaftliche Charakter zeigt viele Übereinstimmungen mit der Pflanzenphysiognomie des mittlern und nördlichen Europa. Die Berge sind an ihren Abhängen von herrlichen Wäldern bedeckt, während die niedern Landschaften neben Waldpartien ausgedehnte Grasfluren tragen. Die westlichen Küstengegenden sind meist sumpfig-moorige Flächen. Unter den Waldbäumen ragt hervor die in ihrem Wuchs an unsre Eiche erinnernde kamtschatkische Birke Be-tula Ermanni, von andern Laubhölzern Pappeln Populus suaveolens), Erlen und Weiden sowie die Eberesche Sorbus sambucifolia. Unter den Nadelhölzern sind Lärchen (Larix dahurica) und Picea-Arten zu nennen. Eine nordamerikanische Tsuga tritt z. T. waldbildend auf. Das Unterholz der Wälder zeigt einen großen Reichtum an beerentragenden Gewächsen (Vaccinium, Empetrum). Etwa bis 300 m Meereshöhe tritt eine Krummholzregion auf. Zur arktischen Zirkumpolarregion gehörend, zählt K. zu seiner Fauna außer rein arktischen Tieren auch noch manche paläarktische Formen. Es finden sich Renn-:ier, Wolf, Bär, Zobel, Fuchs, Hermelin, von Vögeln namentlich Wasservögel (Schwäne, Gänse, Enten., Taucher, Möwen), aber auch Schneehühner. Die Flüsse selbst haben keine Fische, sondern diese kommen nur aus dem Meer in großer Menge stromaufwärts. Das einzige Haustier ist der Hund, der zum Schlittenziehen

[Bd. 6, Sp. 527]


und zur Jagd gebraucht wird. Die spärliche Bevölkerung, etwa 7270 Seelen (8325 im Petropawlowskischen Kreise), 0,03 auf 1 qkm, darunter 653 Kosaken, besteht im N. aus Korjaken, im S. aus Kamtschadalen (s. d.), ferner aus Meyers Lamuten (s. d.), aus Tataren, Jakuten und wenigen Russen in Petropawlowsk, Gishiginsk, Tigilsk, Bolscherjezk und Nishnij-Kamtschask, wo überall Kosaken stationiert sind, um den Jassak einzutreiben, und Kaufleute sich niedergelassen haben. Die herrschende Religion ist die griechisch-orthodoxe. Größere Ortschaften gibt es nicht; meist bestehen die Dörfer nur aus wenigen Gehöften, während die größten Orte nur ca. 200 Einw. haben. Die ehemalige Erdjurte ist überall durch das russische Bauernhaus verdrängt worden. Als Beförderungsmittel dienen zu Lande der Zugschlitten mit 1520 Hunden, auf den Flüssen zusammengekoppelte Boote aus ausgehöhlten Baumstämmen. Ackerbau auf Hafer und Gerste ist nur lohnend, wenn im Winter Aschenregen fallen, die den Schnee schneller zum Schmelzen bringen. Ein wichtiges Nahrungsmittel sind die Wurzelknollen der Fritillaria Sarana; aus den Fasern einer Nessel webt man Tücher. Hauptort ist Petropawlowsk (s. d.). Als Entdecker von K. gilt Wolodomir Atlassow, der 1697 bis an den Kamtschatkafluß vordrang und die Stadt Werchne-Kamtschatsk anlegte; 1704 gründete Robelew den Posten Bolscherjezk. Nachdem K. 1803 zu einem besondern Verwaltungsbezirk mit Petropawlowsk als Hauptort erhoben war, wurde es 1812 dem Marineministerium unterstellt, aber 1855 der Küstenprovinz zugeteilt, von der es jedoch Ende Oktober 1903 abgetrennt wurde, um zusammen mit den Kommandeurinseln einen Militärgouverneur in Nikolajewsk zu erhalten. Erforscht wurde das Land vornehmlich von Lesseps 1787, Dobell 1812, Kittlitz 1826, genauer aber von Erman 1829 und von Ditmar 185155. Vgl. Steller, Beschreibung von dem Lande K. (Frankf. 1774); Kotzebue (Chamisso), Entdeckungsreise in die Südsee (Weim. 1821, 3 Bde.); Erman, Reise um die Erde, Bd. 3 (Berl. 1848); Kennan, Zeltleben in Sibirien (deutsch in »Meyers Volksbüchern« u. a.); Guillemard, The cruise of the Marchesa to K. and New Guinea (2. Aufl., Lond. 1889, 2 Bde.); K. v. Ditmar, Reisen und Aufenthalt in K. 18511855 (1. Teil, Petersb. 1890; 2. Teil, 1. Abt. 1900).
 
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Kamtschatkabiber, s. Meyers Otterfelle.
 
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Kamtschatkas (Sibiriennes), Konfektionsstoff, bei dem lange Haare strähnenartig auf dem Grundstoff liegen.
 
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Kamtschatkisches Meer, soviel wie Beringmeer.
 
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Kamtschi, s. Meyers Kantschu.
 
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Kamtschik (Kamčik, bulgar. Kamtschija, im Altertum Panysos), Fluß in Bulgarien, entsteht aus den Balkanflüssen Wilde K. (Luda-Kamtschija) und Zahme K. (oder Titscha) und mündet südlich von Warna ins Schwarze Meer.
 
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Kämtz, Ludwig Friedrich, Physiker und Meteorolog, geb. 11. Jan. 1801 in Treptow an der Rega, gest. 20. Dez. 1867 in Petersburg, studierte seit 1819 in Halle zuerst die Rechte, dann Philologie, Mathematik und Physik, habilitierte sich daselbst als Privatdozent und wurde 1827 außerordentlicher, 1834 ordentlicher Professor. 1841 ging er als Professor der Physik nach Dorpat und 1865 als Direktor des physikalischen Zentralobservatoriums nach Petersburg. Zur Anstellung meteorologischer Beobachtungen machte K. Reisen nach Finnland (1847 u. 1849). nach Norwegen (1849), nach der Insel Osel (1865), nach Livland (1857) und nach der Schweiz (1855). Er schrieb: »Lehrbuch der Meteorologie« (Halle 183136, 3 Tle.), auch gab er das »Repertorium für Meteorologie« heraus (Dorpat 185964, 3 Bde.).
 
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KamuskiSteinchen«), bei den Spreewaldwenden als Glücksbringer betrachtete kleine weiße Kieselsteine, die man im Geldbeutel oder in der Tasche trägt oder zu Hause aufbewahrt. Auch in vorslawischen Urnen sind solche gefunden worden. Vgl. Schulenburg, Die Steine im Volksglauben des Spreewaldes (in der »Zeitschrift für Ethnologie«, 1880).
 
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Kamyschbucht, kleiner Meerbusen an der Südwestspitze der Halbinsel Krim, 3,2 km lang, bei der Einfahrt 850 m breit und bis 21 m tief, diente bei der Belagerung von Sebastapol 1854 und 1855 als Hafenplatz für die französische Flotte.
 
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Kamyschin, Kreisstadt im russ. Gouv. Saratow. an der Mündung der Kamyschenkam die Wolga und an dem Zweig Tambow-K. der Rjasan-Uralskbahn, mit einer Stadtbank, regem Handel, besonders in Salz und Korn, und (1897) 16,834 Einw. Der Kreis ist berühmt durch seinen fruchtbaren Boden und seine wohlschmeckenden Arbusen, die einen nicht unbedeutenden Ausfuhrartikel bilden. Unter den Bewohnern finden sich über 80,000 Deutsche, die, zu Ende des 18. Jahrh. angesiedelt, gegenwärtig 50 Kolonien mit 30 protestantischen und 10 kath. Kirchen bilden.
 
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Kamyschlow, Kreisstadt im russ. Gouv. Perm, bei der Mündung der Kamyschlowka in die Pyschma, einen Nebenfluß der Tura, an der Eisenbahn Jekaterinburg-Tjumen, mit (1897) 8064 Einw. Der Kreis liegt in Asien, d. h. östlich vom Uralgebirge, hat guten Ackerboden und ist reich an Mineralschätzen. Es gibt daher viel Mühlen und Bergwerke. Das bedeutendste Bergwerk ist das Kamenskische mit 2 Steinkohlen- und 5 Eisengruben und einer schon 1703 errichteten Kanonengießerei.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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