Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kämpfer, Engelbert bis Kampferwein (Bd. 6, Sp. 524)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kämpfer, Engelbert, Reisender, geb. 16. Sept. 1651 in Lemgo als Sohn eines Geistlichen, gest. daselbst 2. Nov. 1716, studierte in Königsberg Medizin, ging 1680 nach Upsala, 1683 als Arzt mit einer schwedischen Gesandtschaft nach Rußland und Persien, begab sich von hier 1685 mit einem holländischen Schiff nach Ostindien und kam 1689 nach Batavia, von wo er 1690 eine Gesandtschaft der Holländer nach Siam und Japan begleitete. In Japan, um dessen Erforschung er sich die größten Verdienste erwarb, verweilte er zwei Jahre, kehrte 1692 nach Batavia und 1694 in seine Heimat zurück, wo er Leibarzt des Grafen zur Lippe wurde. K. war einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit, doch wurden seine Schriften nur zum Teil und erst spät veröffentlicht. Das einzige von ihm selbst herausgegebene Werk sind die »Amoenitates exoticae« (Lemgo 1712). Aus seinem handschriftlichen Nachlaß, den das Britische Museum erwarb und der auch die Beschreibung seiner Reisen enthält, erschienen, in englischer Bearbeitung von Scheuchzer, die wichtige »History of Japan and Siam« (Lond. 1727, 2 Bde.), die von Dohm nach einer in Lemgo zurückgebliebenen Originalhandschrift auch deutsch u. d. T. »Geschichte und Beschreibung von Japan« (Lemgo 1777, 3 Bde.) herausgegeben wurde, und die durch Banks herausgegebenen »Icones selectae plantarum, quas in Japonia collegit« (Lond. 1791). Einen Auszug aus seinem »Diarium itineris ad aulam moscoviticam« ließ Adelung drucken. Seine Vaterstadt Lemgo hat ihm ein Denkmal gesetzt.
 
Artikelverweis 
Kampferbaum, s. Camphora; ostindischer K. (Kampferölbaum), s. Dryobalanops.
 
Artikelverweis 
Kampfereis, eine Pomade zur Geschmeidigerhaltung der Haut, eine schaumige Mischung aus fettem Mandelöl, Wachs, Walrat und Kampfer, die mit Rosenwasser und etwas Rosmarinwasser zusammengerieben wird.
 
Artikelverweis 
Kampfergeist (Kampferspiritus), s. Meyers Kampfer.
 
Artikelverweis 
Kampferliniment, s. Liniment.
 
Artikelverweis 
Kampferlorbeer, soviel- wie Kampferbaum.
 
Artikelverweis 
Kampferöl, ätherisches Öl, das bei Gewinnung des Kampfers aus dem Holz des Kampferbaumes (Camphora officinalis) in Japan als Nebenprodukt gewonnen wird. Es findet sich am reichlichsten in den unterirdischen Wurzelstämmen, minder reichlich im Stamm und enthält je nach dem Alter der Bäume, der Jahreszeit und der Temperatur mehr oder weniger Kampfer gelöst. Man erhält bei der Destillation des zerkleinerten Holzes mit Wasserdampf Kampfer und ein breiiges Gemisch von Kampfer mit K., aus dem durch starkes Abkühlen, Filtrieren und Pressen ein fast kampferfreies K. gewonnen wird. Man unterscheidet weißes K. vom spez. Gew. bis 0,89, das aus den niedrigst siedenden Bestandteilen: Terpenen und etwas Cineol besteht, und schwarzes K. vom spez. Gew. 0,90 bis über 1,0, aus Safrol, Eugenol und Sesquiterpen bestehend. Beide Öle sind rechtsdrehend und riechen nach Kampfer, doch tritt dieser Geruch bei dem schwarzen Öl stark hinter den des Safrols zurück. Außer den genannten Körpern kommen im K. noch vor: Acetaldehyd, Terpineol, Pinen, Phellandren, Dipenten, Cadinen. K. dient in Japan als Brennöl, zur Herstellung von Lacken und Ruß, in Europa wird es auf Safrol verarbeitet, und dabei entfallen als Nebenprodukte leichtes und schweres K. Ersteres vom spez. Gew. 0,890,92 verdeckt sehr gut den penetranten Geruch ordinärer Fett- und Talgsorten und dient deshalb zum Parfümieren gewöhnlicher Hausseifen, ferner benutzt man es statt des Terpentinöls, z. B. in der Buchdruckerei zum Abwaschen von Druckerschwärze, auch in der Lack- und Firnisfabrikation. Das schwere K. vom spez. Gew. 0,960,97 wird ebenfalls billigen Seifen oder Schmiermitteln zugesetzt.
 
Artikelverweis 
Kampferölbaum, s. Diyobalanops.
 
Artikelverweis 
Kampfersäure s. Meyers Kampfer.
 
Artikelverweis 
Kampferspiritus s. Meyers Kampfer.
 
Artikelverweis 
Kampferwein s. Meyers Kampfer.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer