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Kamimura bis Kamitz (Bd. 6, Sp. 513 bis 514)
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Artikelverweis Kamimura, Hikonojo, japan. Admiral, geb. 1850 in der Provinz Satsuma, kämpfte als Infanterieleutnant 1868 gegen die Anhänger des Schôgunats und wurde bei Schirakawa schwer verwundet. Nach zweijährigem Studium an der Universität Tokio trat er 1872 zur Marine über und nahm 1874 an den japanischen Expeditionen gegen die wilden Stämme Formosas teil. 1894 kämpfte er in der Seeschlacht am Jalufluß mit und leitete einen Teil der Landungen in der Talienbucht. Nachdem er das Linienschiff Asahi Kan aus England geholt hatte, wurde er 1901 Chef der Kriegsabteilung im Generalstab der Marine. Als Befehlshaber des zweiten japanischen Geschwaders nahm er mit Togo an dem Angriff auf die russische Flotte in Port Arthur 8. Febr. 1904 teil, hatte aber in seinen ganz selbständigen Unternehmungen wenig Glück. Am 6. März tat er durch ein Bombardement Wladiwostok wenig Schaden. Auch mißlangen verschiedene Versuche, die im Japanischen Meere kapernden russischen Kreuzer abzufangen; endlich 14. Aug. konnte er sie 40 Meilen nordöstlich von Tsushima stellen, den Rurik zum Sinken bringen und zwei andre schwer beschädigen. Ihm fiel auch die Abordnung der Kreuzer Chitose und Tsushima zu, die am 20. Aug. den kecken russischen Kreuzer Novik bei Korsakowsk auf Sachalin zum Stranden brachten und zerstörten.
 
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Kamīn (v. lat. camĭnus, »Ofen«), Vorrichtung zur Zimmerheizung, besteht aus einer von Mauerwerk oder Eisenplatten umschlossenen, vollständig in der Wand liegenden oder teilweise aus ihr hervorspringenden Nische, in der man das Brennmaterial auf einem Rost oder Bock verbrennt, während die Verbrennungsgase direkt in den Schornstein entweichen.

[Bd. 6, Sp. 514]


In dem K. wirkt das Feuer nur durch Ausstrahlung, die Kaminheizung ist daher sehr unökonomisch. Sie ist aber in milden Klimaten sehr beliebt, weil der Anblick des Feuers das Gefühl der Behaglichkeit gibt, auch weil der K. gut lüftet und einen trefflichen Zimmerschmuck bildet. Der Kaminsims dient überdies zur Ausstellung von Uhren, Spiegeln, Bronzen etc. Man unterscheidet Kamine, die nur eine mehr oder weniger reiche Einfassung ihrer Öffnung, meist von Marmor, aufweisen von sogen. Mantelkaminen, d. h. solchen, bei denen ein Teil des Rauchschlotes als pyramidenförmiger Mantel in das Zimmer gezogen ist. Der Feuerplatz wird seitlich gern mit farbigen Fliesen und auf der Rückseite mit einer Eisenplatte oder mit feuerfesten Steinen ausgesetzt. Zum Auflegen der Scheite dienen eiserne oder bronzene Kaminbänke oder Kaminböcke, während ebenfalls aus Metall gebildete Kaminvorsätze etwa herausfallende Kohle oder Asche aufnehmen. Kaminschirme dienen zum Schutz vor allzu starker strahlender Wärme. Näheres über die technische Seite der Kaminheizung sowie über den sogen. Kaminofen s. Meyers Heizung, S. 123 s. Mit K. bezeichnet man auch in manchen Gegenden den Schornstein (das Rauchrohr) ebenso das Meyers Vorgelege (s. d.). Der K. findet sich in Deutschland bereits in den ältesten Burgen und Bauernhäusern und wurde in der Folge vielfach als wesentliches Schmuckstück der Wohnung künstlerisch gestaltet. Die neuere Form gaben die Franzosen dem K. im 18. Jahrh., und seitdem hat er sich in England und Frankreich seine Bedeutung gewahrt, während er in Deutschland durch die sparsamern Öfen verdrängt wurde und erst in den letzten Jahrzehnten wieder eine größere Rolle spielt.
 
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Kamin, alpinistischer Ausdruck, soviel wie schlotartiger Riß in Felsen etc.
 
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Kamin (Kammin), Stadt im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Flatow, an der Kamionka, am Mochelsee und an der Staatsbahnlinie Gnesen-Konitz, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, ein ehemaliges Domstift, eine Niederlassung von Elisabethinerinnen (Krankenpflegerinnen), Mädchenrettungshaus und (1900) 1519 Einw. K. erhielt 1360 deutsches Stadtrecht.
 
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Kaminständer (Kaminbock), s. Meyers Feuerbock.
 
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Kamionka Strumilowa, Stadt in Galizien, am Bug, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit einer Fachschule für Wagenbau, Dampfmühle und Brettsäge, Bierbrauerei, Töpferei, Viehhandel und (1900) 7310 überwiegend poln. Einwohnern (3300 Juden).
 
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Kamiros (Camirus), Stadt, s. Meyers Kameiros.
 
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Kamisade (franz.), nächtlicher Überfall in Überhemden, um unerkannt zu bleiben (vgl. Kamisarden).
 
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Kamisarden (franz. Camisards), Name der Hugenotten in den Cevennen; der Name Camisards bedeutet eigentlich Blusenmänner, von camise, soviel wie chemise, Hemd, Bluse. Infolge der unmenschlichen Bedrückungen, die sie als Protestanten zu erdulden hatten, erhoben sich die K. 1689 in den Cevennen und dem Vivarais zur Verteidigung ihres Glaubens. Nach Stillung der ersten Empörung entstand ein neuer allgemeiner Aufstand durch die Grausamkeit des Abbé du Chaila, der die Zufluchtsörter der K. ausspürte, sie daselbst beim Gottesdienst überfallen und z. T. hängen, z. T. einkerkern ließ. Wegen dieser Gewalttaten wurde 1702 der Abbé mit den Seinigen erschlagen. Bald schwoll die begeisterte Schar der Aufständischen zu Tausenden an, und die gebirgige Beschaffenheit des Landes mit seinen Höhen und Schlupfwinkeln erleichterte ihnen den Kampf. Bereits hatten die K. mehrere königliche Heere geschlagen und z. T. vernichtet, als der König endlich 1703 den Marschall Montrevel mit 60,000 Mann gegen sie sandte. Dieser, ein ehemaliger Hugenotte, verfuhr auf das empörendste gegen seine frühern Glaubensgenossen. Massenweise wurden sie niedergemetzelt oder hin gerichtet und das Land in eine Wüste verwandelt; 466 Dörfer waren zerstört worden. Die K. vergalten Gleiches mit Gleichem: in der Diözese Nîmes allein erwürgten sie 84 Priester und brannten gegen 200 Kirchen nieder. An ihrer Spitze stand ein 20jähriger Bäckerbursche aus Ribaute bei Anduze, Jean Cavalier. Die Kühnheit und Geistesgegenwart dieses Führers, die Schwierigkeit des Kampfes, die immer weitere Verbreitung des Aufstandes und Cavaliers Plan, sich im Dauphiné mit dem Herzog von Savoyen zu vereinigen, drohten die höchste Gefahr. Da ersetzte Ludwig XIV. im April 1704 den unfähigen Montrevel durch den Marschall Villars. Dieser verkündigte für alle, welche die Waffen niederlegen würden, Amnestie; dagegen ließ er jeden, der mit den Waffen in der Hand gefangen ward, sofort töten und organisierte bewegliche Kolonnen, die nach allen Seiten hin operierten. Infolge davon ging eine Gemeinde nach der andern auf seine Anträge ein, und Cavalier selbst schloß endlich 10. Mai 1704 zu Nîmes einen Vergleich mit Villars; er trat als Oberst in die Dienste des Königs. Die Fanatischen unter den K. setzten den Kampf allerdings fort, wurden aber wiederholt besiegt und bis Ende 1704 unterworfen. Die Gewalttaten Berwicks, der 1705 als Nachfolger Villars' den Oberbefehl erhielt, riefen einen neuen Aufstand hervor, zumal die K. von den Engländern und Holländern mit Geld und Waffen unterstützt wurden. Aber im April 1705 war auch dieser bewältigt, und die letzten Aufständischen endeten zu Nimes auf dem Scheiterhaufen. Das ganze Gebiet der Cevennen war jedoch entvölkert und verödet. Ein Teil der K. trat unter Cavalier, der Reue über seinen Abfall fühlte und den Dienst Ludwigs XIV. wieder verließ, in englische Dienste und focht auf seiten der Verbündeten in Katalonien, wo die meisten in der Schlacht bei Almansa 25. April 1707 den Untergang fanden. Cavalier ging nach England und starb als Gouverneur von Jersey 1740. Vgl. Court de Gébelins, Histoire des troubles des Cévennes ou de la guerre des Camisards (Villefr. 1760, 3 Bde.); Hofmann, Geschichte des Aufstandes in den Cevennen (Nördl. 1831); Bonnemère, Histoire des Camisards (Par. 1869); Mrs. Bray, Revolt of the Protestants of Cevennes (Lond. 1870), Issarte, Des causes de la révolte des Camisards (Montbéliard 1901). Novellistisch behandelten den Stoff L. Tieck in seinem »Aufruhr in den Cevennen« und E. Sue in dem Roman »Jean Cavalier, ou les fanatiques des Cévennes«.
 
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Kamisōl (v. lat. camisia, »Hemd«), kurzes, jackenartiges Kleid, das über dem Hemd getragen wurde; jetzt soviel wie Unterwams, Jacke, auch Zwangsjacke.
 
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Kamitz, Fabrikdorf, s. Meyers Bielitz.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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