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Kamee bis Kamēle (Bd. 6, Sp. 504 bis 507)
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Artikelverweis Kamee (v. mittellat. camaeus oder camayx, »Sardonyx«; ital. cammeo, franz. camée) bedeutet, ursprünglich mit der Beschränkung auf Mehrfarbigkeit des Materials (vgl. Camaïen), jetzt jeden erhaben geschnittenen Stein oder eine in gleicher Weise behandelte Muschel. Diese Art der Glyptik, den Grund des Bildes zu vertiefen, damit letzteres als Relief stehen bleibt, scheint später aufgekommen zu sein als das Intaglio, das Eingraben des Bildes; denn dieses Verfahren lag einer primitiven Kunststufe näher, und

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auch die in ältester Zeit fast ausschließlich gebräuchliche Verwendung der Gemmen als Siegelsteine spricht hierfür. Zur Herstellung der Intaglios und Kameen (s. Abbildung) dient die Technik des Gravierens mit dem Rädchen. Das Rädchen (Stahlstifte von verschiedener Größe und Art der Zuspitzung) wird mit Schleifpulver (Diamantstaub mit Öl) bestrichen und durch ein Schwungrad in rascheste Bewegung gesetzt, der Stein aber derart dagegengehalten, daß die gewünschten Vertiefungen sich allmählich einschleifen. Dem Arbeiter liegt dabei ein Modell vor. Vgl. Gemmen (nebst Tafel) und die dort angeführte Literatur.
 
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Kameenstein, soviel wie Meyers Onyx (s. d.).
 
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Kamehamēha, Könige von Meyers Hawaï (s. d., S. 13).
 
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Kamehameha-Orden, hawaïscher Orden, gestiftet vom König Kamehameha V. am 11. April 1865 zu Ehren des Ersten dieses Namens in drei Klassen: Großkreuzen, Kommandeuren und Rittern. Die Dekoration ist ein weiß emailliertes Goldkreuz mit goldenen Strahlen zwischen den Armen und einer Goldkrone darüber. Die goldene Namenschiffre K in weißem Mittelschild ist von einem blauen Ringe umgeben, auf dem die Inschrift »Kamehameha I.« steht, während auf dem Revers sich die Ordensdevise »E Hookanaka« (»Sei ein Mann«) befindet. Die Großkreuze tragen dazu einen achtstrahligen brillantierten Stern mit dem Ordenszeichen auf der linken Brust. Das Kreuz der Ritter ist in Silber. Das Band des Ordens ist für die Großkreuze rot und weiß gerändert, für Kommandeure und Ritter viermal rot und dreimal weiß gestreift.
 
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Kameiros, im Altertum Stadt auf der Nordwestküste von Rhodos, von Sidoniern gegründet, später von Doriern besetzt, vor Gründung der Stadt Rhodos (480 v. Chr.) Hauptort der Insel; Geburtsort des Dichters Peisandros. Ruinen bei Kalavárda.
 
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Kameke, 1) Georg Arnold Karl von, preuß. Kriegsminister, geb. 14. Juni 1817 in Pasewalk, gest. 12. Okt. 1893 in Berlin, trat 1834 bei der 2. Pionierabteilung in Dienst, kam 1850 als Hauptmann in den Großen Generalstab und war 185658 Militärattaché bei der preußischen Gesandtschaft in Wien. 1858 als Oberstleutnant Chef der Abteilung für das Ingenieurwesen im Kriegsministerium geworden, ward er 1861 Regimentskommandeur, 1863 Chef des Generalstabs des 8. Armeekorps, 1865 Generalmajor und Generalstabschef des 2. Armeekorps und erwarb sich 1866 den Orden pour le mérite. Seit 1867 interimistischer Chef des Ingenieurkorps, 1868 Generalleutnant geworden, kommandierte K. 1870 die 14. Infanteriedivision, begann an deren Spitze das blutige Treffen von Spichern 6. Aug. und kämpfte in den Schlachten von Colombey-Nouilly und Gravelotte. Nach dem Fall von Metz zwang er Diedenhofen zur Kapitulation und setzte den Angriff auf Montmédy und Mézières ins Werk. Seit Dezember 1870 mit der Leitung der Belagerungsarbeiten von Paris betraut, war er während der deutschen Okkupation von Paris Kommandant des besetzten Teiles. Im Februar 1871 ward er wirklicher Chef des Ingenieurkorps und Generalinspekteur der Festungen, nach Organisation des Deutschen Reiches Mitglied des Ausschusses für das Landheer und die Festungen im Bundesrat und war 1873 bis 3. März 1883 als Nachfolger Roons Kriegsminister, seit 1875 auch General der Infanterie. Nach der Entlassung lebte K. auf seinem Gute Hohenfelde bei Kolberg.
   2) Otto von, Maler, geb. 2. Febr. 1826 zu Stolp k a Pommern, gest. 8. Juni 1899 in Berlin, widmete sich anfangs dem Militärstand und war schon Hauptmann, als er 1860 zur Kunst überging, sich nach Rom begab und dort zwei Jahre dem Studium der Natur oblag. Dann trat er in die Kunstschule zu Weimar, war eine Zeitlang Schüler von Böcklin und Michaelis und später des Grafen Kalckreuth, nach dessen Landschaften er sich am meisten bildete. Er malte vorzugsweise Gegenden aus dem Hochgebirge von Oberbayern, der Schweiz und Tirol, aber auch aus dem norddeutschen Flachland. Seine Auffassung hat den Charakter des Großartigen, Erhabenen; seine Pinselführung ist kräftig und breit. Zu den bedeutendern seiner Landschaften gehören: am Obersee bei Berchtesgaden, St. Bartholomäi am Königssee, das Wetterhorn, Wengern-Scheideck, der Hintersee mit Alpenglühen, der Urirothstock, Eisenhammer bei Kufstein, Große Scheideck, die Engsteler Alp, St. Gotthardstraße (1879, Berliner Nationalgalerie), Trafoi und das Stilfser Joch, die drei Zinken im Ampezzotal, Schloß Runkelstein, Blick ins Chamonixtal, Via mala und Bernina. K., der in Berlin lebte, wurde 1886 Mitglied der Akademie und 1889 Professor.
 
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Kamēl (v. semit. gamal; Camelus L., hierzu Tafel Meyers »Kamele I und II«), Säugetiergattung aus der Ordnung der Huftiere und der Familie der Kamele oder Schwielensohler (Tylopoda, s. Meyers Huftiere, S. 605), mit zwei Arten: K. oder Trampeltier und Dromedar. Das Dromedar (C. dromedarius Erxl., Tafel I, Fig. 1) ist mit dem Schwanz 33,3 m lang und 22,3 m hoch, mit ziemlich kurzem Kopf, gestreckter, aufgetriebener Schnauze, großen, blöden Augen, kleinen Ohren, hängenden Lippen, eine (besonders in der Brunstzeit) stinkende Flüssigkeit absondernden Drüsen am Hinterkopf, langem, in der Mitte stärkerm, seitlich zusammengedrücktem Hals, bauchigem, nach allen Seiten gerundetem Körper, einem aufrechten, je nach dem Reichtum der Nahrung in der Größe sehr stark schwankenden Höcker auf dem Rücken, schlecht gestellten Beinen, zwei ziemlich langen, breiten Zehen mit kleinen Hufen und schwieliger Sohle, bis zum Fersengelenk reichendem, dünnem, bequastetem Schwanz, weichem, wolligem, auf dem Scheitel, im Nacken, unter der Kehle, an den Schultern und auf dem Höcker auffallend verlängertem Haar, starken Schwielen auf der Brust, dem Ellbogen, Handgelenk, am Knie und Fersengelenk. Die Farbe wechselt von hell sandgelb bis schwarz. Die Stimme ist ein häßliches Brüllen; von den Sinnen ist das Gehör wohl am besten ausgebildet, viel weniger das Gesicht und am mindesten der Geruch. Das Dromedar findet sich nirgends wild oder verwildert, als Haustier in Afrika, vom Mittelländischen Meer bis zum 12.° nördl. Br. und im Somalland bis zum 5.°, ferner im südwestlichen Asien. Von Bochara und Turkmenien, wo das zweihöckerige K. aufzutreten beginnt, ist das Dromedar durch Persien, Kleinasien, Syrien, Arabien und Nordafrika bis zum Atlantischen Ozean verbreitet. Es findet sich auch auf den Kanaren und ist nach Australien, Nordamerika, Italien und Südspanien eingeführt worden. Das K. scheint aus Arabien zu stammen, auf den altägyptischen Denkmälern ist es nirgends abgebildet. mindestens aber zur Zeit des neuen Reiches, vom 14. Jahrh. an, war es in Ägypten bekannt und wurde als Lasttier benutzt, auch zum Tanzen abgerichtet In der Bibel wird es unter dem Namen Gamal oft erwähnt, Hiob hatte deren 6000, auch die Midianiter und Amalekiter waren reich an Kamelen. In Nordafrika aber erscheint es erst im 3. oder 4. Jahrh. unserer Zeitrechnung. Es ist unstreitig das nützlichste

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Haustier in Afrika und wird in vielen Rassen gezüchtet; das K. der Wüste und Steppe, das Reittier, ist schlank, hochgewachsen, langbeinig, das Lastkamel der fruchtbaren Ebene plump und schwer. Zwischen beiden zeigt sich ein Unterschied wie zwischen dem edlen Pferd und dem Karrengaul. Stets aber verdankt das K. seine Brauchbarkeit der leiblichen, sehr viel weniger der geistigen Befähigung. In der Wüste erlangt es seine höchste Entwickelung, jenseit des 12. Grades geht es schnell zugrunde; es entartet im feuchten Lande. In Europa besteht nur in Toskana eine Zucht seit 1622, und auch im Gebiete von San Rossore bei Pisa und in Spanien gedeiht es vortrefflich. In Nordamerika, im Minendistrikt von Arizona, hat man die Verwendung des Kamels wieder aufgegeben und die Tiere in Freiheit gesetzt; sie sind verwildert und haben sich sehr stark vermehrt. Ende des 19. Jahrh. wurden Kamele versuchsweise nach Deutsch-Südwestafrika gebracht. Im N. und O. Afrikas wird das K. in ungeheurer Anzahl gezüchtet; man findet Herden von mehr als 1000 Stück, die Berbern haben sicherlich mehr als eine Million. Auch im Glücklichen und Steinigen Arabien werden viele Kamele gezogen. Die Araber machen auch Wallachen, um das Tier besser in der Brunstzeit benutzen zu können. Es vermittelt in erster Linie den Verkehr durch die Wüste. Zwischen Kairo und Suez waren vor dem Bau der Eisenbahn täglich 600 Kamele auf dem Marsch. Aber es gehen auch so viele Tiere unterwegs zugrunde, daß auf der Wüstenstraße meilenweit die Gerippe nebeneinander liegen. Das K. ist ungemein genügsam und nimmt mit den dürrsten, schlechtesten Pflanzenstoffen vorlieb; es bevorzugt Baumlaub, frißt ohne Schaden die dornenreichsten Mimosen und wird auch mit Bohnen, Erbsen, Durra, Gerste etc. gefüttert; bei saftiger Pflanzennahrung kann es wochenlang das Wasser entbehren, zur Zeit der Dürre aber muß es fleißig getränkt werden und mindestens alle vier Tage 3040 Stunden ruhen. Früher deutete man die großen zellenartigen Räume am Pansen irrtümlich als Wasserzellen und benutzte sie zur Erklärung des (ungeheuer übertriebenen) Vermögens der Kamele, längere Zeit zu durften. Daß man Kamele in der Not bisweilen schlachtet, um das in jenen Zellen befindliche Wasser zu trinken, ist eine Fabel. Die Kamele haben einen scheinbar sehr schwerfälligen Gang; aber Reitkamele laufen, wenn man sie in der Mittagszeit ruhen läßt, am Tage 16 Stunden und legen dabei eine Entfernung von 140 km zurück. Eine solche Anstrengung erträgt das Tier 34 Tage ohne Rasttag, und der Reiter ermüdet dabei viel weniger als auf irgend einem andern Reittier. Ein Lastkamel durchmißt mit einer Last von 150 kg durchschnittlich 4 km in 1 Stunde, kann aber 12 Stunden und auch noch länger marschieren. Karawanen durchmessen auf kürzern Reisen und guten Wegen 40, auf längern Reisen 2530 km am Tage. Bei Wüstenreisen wird ein K. mit höchstens 150 kg beladen; in Ägypten muß es viel mehr tragen, doch verbot die Regierung eine stärkere Belastung als mit 250 kg. Der Trab, den das Tier vortrefflich verträgt, ist die beste Gangart für den Reiter, der bei der Paßbewegung unbarmherzig hin und her geschleudert und beim Galopp, wenn er nicht sehr sattelfest ist, sofort abgeworfen wird. Gefährlich durch Beißen und Schlagen wird das männliche K. in der Brunstzeit. Sein Gebaren ist dann höchst abschreckend, indem es die widerwärtigsten Töne ausstößt und beim Anblick eines andern Kamels, besonders eines weiblichen, eine große, ekelhaft aussehende Hautblase, den sogen. Brüllsack, aus dem Halse heraustreibt. Dieser Brüllsack ist ein nur dem erwachsenen K. eigentümliches Organ und wird als ein zweites vorderes Gaumensegel angesehen. Die erwähnten Drüsen am Hinterkopf verbreiten dabei einen sehr übeln Geruch. Ein Hengst genügt für 68 Stuten. Nach 1113 Monaten wirft die Stute ein Junges, das mit ziemlich langem und dichtem, weichem, wolligem Haar bedeckt und etwa 80 cm, nach Verlauf einer Woche aber schon ca. 1 m hoch ist. Es wird vom dritten Jahr an zum Reiten und zum Lasttragen abgerichtet und mit dem Ende des vierten Jahres zu größern Reisen benutzt. Der Reitsattel ruht auf einem festen Gestell und besteht aus einem muldenförmigen Sitz, der auf den Höcker gesetzt wird und sich etwa 30 cm über ihn erhebt. Das Untergestell ist mit vier Kissenpolstern belegt, die zu beiden Seiten des Höckers aufliegen, um letztern möglichst wenig zu drücken. Der Sattel wird mittels drei starker Gurte, von denen zwei um den Bauch und ein dritter um den Vorderhals gehen, festgeschnallt. Der Zaum besteht aus einem geflochtenen Lederstrick, der halfterartig um Kopf und Schnauze des Tieres geschlungen wird und beim Anziehen das Maul zusammenschnürt; die Reitkamele führen noch einen Beizügel, d. h. eine dünne Lederschnur, die in dem einen durchbohrten Nasenflügel befestigt wird. Zum Beladen dient ein einfaches Holzgestell, auf dem die Laststücke im Gleichgewicht hängen. Das Fleisch des Kamels ist hart und zäh und wenig geschätzt, das Fell liefert ein nicht sehr haltbares Leder. Die Milch findet wenig Verwendung, da sie zu dick und fettig ist. Dagegen wird der Mist als Brennstoff gebraucht und zu diesem Behuf aufgespeichert. Über das Kamelhaar s. d.
   Das zweihöckerige K. oder Trampeltier (baktrisches K., C. bactrianus Erxl., Tafel I, Fig. 2) ist noch häßlicher als das Dromedar. Die Behaarung ist weit reichlicher als bei jenem, die Färbung dunkler, gewöhnlich tiefbraun, im Sommer rötlich. Die Körpermasse ist größer als die des Dromedars, die Beine aber sind weit niedriger. Die Höhe des Tieres beträgt 2 m und darüber. Der eine Höcker erhebt sich über dem Widerrist, der andre vor der Kreuzgegend. Wilde Trampeltiere leben in Mittelasien von der südlichen Dsungarei durch Ostturkistan und Tibet. Das Trampeltier wird su allen Steppenländern Mittelasiens gezüchtet und dient besonders zur Vermittelung des Warenhandels zwischen China, Südsibirien und Turkistan. Wo die Steppe Wüstengepräge annimmt, wird es durch das Dromedar ersetzt. Was letzteres den Arabern, ist das Trampeltier den Mongolen. Man züchtet es in mehreren Rassen, doch hat es stets so schwerfälligen Gang, daß schnelleres Reisen unmöglich ist. Dabei ist es aber gutartiger als das Dromedar, dem es in seinen übrigen Eigenschaften durchaus gleicht. Es gedeiht am besten bei dürrem, salzreichem Futter und geht auf üppiger Weide ein. Es vermag im Sommer drei, im Winter acht Tage zu durften und halb solange zu hungern. Nach 13monatiger Tragzeit wirft das Weibchen ein Junges, das wie das des Dromedars sich entwickelt. Das Trampeltier paart sich auch mit dem Dromedar, und die bald ein-, bald zweihöckerigen Jungen sind unter sich und mit ihren Erzeugern fruchtbar. Derartige Blendlinge züchtet man in Transkaspien und schätzt sie wegen ihrer Leistungsfähigkeit. Ein kräftiges Trampeltier legt mit 220270 kg belastet täglich 3040 km, weniger stark belastet die doppelte Strecke zurück. Man benutzt es aber meist nur im Winter

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und läßt ihm im Sommer mehr oder weniger Freiheit in der Steppe, wo nur die Stuten täglich fünfmal zusammengetrieben und gemolken werden. Außer der Milch benutzt man auch das Fleisch, die Wolle und das Fell, aus dem die Türken Chagrin bereiten. Das Trampeltier mögen die Israeliten gekannt haben, jedenfalls die Assyrer, bei denen es, wie der Obelisk von Nimrud durch Bild und Inschrift lehrt, Salmanassar II. als Tribut erhalten hatte. Vielfach wurden beide Arten auch im Kriege benutzt, bei den Arabern waren die Kamele meist mit zwei Bogenschützen bemannt, im persischen Heer spielte die Kamelreiterei eine bedeutende Rolle, sie entschied die Schlacht vor Sardes, und auch im Heere des Antiochos gab es zahlreiche arabische Kamelreiterei. Die Perser legen ihm einen schweren Sattel auf, der als Laffete für leichtes Geschütz dient. Napoleon I. errichtete in Ägypten ein Regiment Kamelreiter, und in der Folge haben die Franzosen in Algerien wiederholt das K. benutzt (vgl. Carbuccia, Du dromadaire comme bête de somme et comme animal de guerre, Par. 1853). Auch die Engländer haben bei der Sudanexpedition 1885 eine Kamelreiterei organisiert. Die Völker des Sudân, die Tuareg und Tibbu in der Sahara und manche Nomadenstämme Arabiens bedienen sich der Kamele als Reittiere. Vgl. Vallon, Mémoire sur l'histoire naturelle du dromadaire (das. 1857); Hartmann, Studien zur Geschichte der Haustiere (»Zeitschrift für Ethnologie«, 1860 u. 1870); Lehmann, Das K., seine geographische Verbreitung etc. (Weim. 1891); Leonard, The camel, its uses and management (Lond. 1894) und die Verbreitungskarte beim Artikel »Haustiere«. Der Bibel spruch, nach dem ein K. eher durch ein »Nadelohr« geht, als daß ein Reicher in den Himmel kommt, erklärt sich in der Weise, daß in der von Christus gesprochenen jüdisch-aramäischen Sprache das Wort, welches das Nadelöhr bezeichnet, die allgemeine Bedeutung Loch, Höhlung hat und somit von Eingängen gebraucht werden konnte, durch die das K. in der Tat nur mit großer Not hindurch kommt.
 
Artikelverweis 
Kamēl, ein Schwimmkasten zum Heben von Schiffen, erfunden von dem russischen Ingenieurgeneral de Witte. Die Kamele entsprechen in der Bauart und Verwendung einem Schwimmdock (s. Meyers Dock). Um ein Schiff über eine flache Stelle zu bringen, werden die Kamele mit Hilfe von Schleusen zunächst gesenkt. Hierauf wird das Schiff über den Kamelen befestigt und durch die Dampfpumpe das Wasser wieder aus den Kamelen herausgepumpt. Die Kamele steigen dann und heben infolge ihres Auftriebs das Schiff. Bei großen Schiffen werden vier Kamele angewendet. Hat das Schiff die flache Stelle passiert, so werden die Kamele wieder gefüllt und das Schiff aus den Kamelen herausgebracht. Die von W. Bauer zum Heben versunkener Schiffe benutzten Kamele waren Ballons, die von Tauchern am Schiffe befestigt und mit Hilfe einer Luftpumpe und eines Schlauches mit Luft gefüllt wurden. Vgl. Schiffshebung.
 
Artikelverweis 
Kamel, ägypt. Sultan, s. Meyers Kamil.
 
Artikelverweis 
Kameldorn, s. Acacia.
 
Artikelverweis 
Kamēle (Camelidae), eine Familie der Huftiere.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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