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Kalmĭus bis Kalo (Bd. 6, Sp. 488 bis 489)
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Artikelverweis Kalmĭus (früher Kalka), Fluß im südl. Rußland, entspringt beim Dorf Semljanka, bildet die Grenze zwischen dem Gouv. Jekaterinoslaw und dem Donischen Gebiet und mündet, einen günstigen Hafen bildend, nach einem Laufe von 180 km bei Mariupol ins Asowsche Meer. In der furchtbaren Schlacht an der Kalka besiegte Dschengis Chan 1223 die Polowzen und die Fürsten von Kiew und Tschernigow.
 
Artikelverweis 
Kalmuck, locker gewebtes, aber dicht gewalktes, langhaariges, mit Glanz appretiertes Köpergewebe aus dickem Streichwollgarn, wird verschieden gefärbt und zu Winterkleidern benutzt. Auch ein dicker Baumwollenstoff für Futterzwecke, beidseitig gerauht, weiß, farbig und bedruckt vorkommend, mit 20 Ketten- und 15 Schußfäden und 1 cm Kette Nr. 18 engl. = 30 metrisch, Schuß Nr. 3 engl. = 5 metrisch. Bindung wie in der Abbildung.


 
Artikelverweis Kalmücken (nach eigner Benennung Mongol-Oirat, bei den Ostmongolen Ögeled, bei den Tataren Khalimak, woher das Wort K., auch Ölöten oder Eleuten genannt), ein den westlichen Zweig der Mongolen bildendes Volk, dessen Hauptvertreter heute die Choschoten, Dsungaren, Dorboten (Dörböt) und Torgoten (Törga-Uten) in China und Sibirien sind. Die letztern beiden Stämme zogen, die Torgoten 1636, die Dorboten 1723, aus ihren Stammsitzen in der Dsungarei infolge von Zwistigkeiten, sowie um das Reich Dschengis-Chans wiederherzustellen, Niederlassungen gründend, zuerst zum

[Bd. 6, Sp. 489]


Altai, von da in die Kirgisensteppe, dann zum Quellengebiet des Tobol, endlich an den Muhadscharbergen vorüber zum Uralfluß und zur Wolgamündung. Dort ließen sie sich nieder, leisteten dem Zaren Alexei Michailowitsch den Untertaneneid und halfen unter Peter d. Gr. die Baschkirenaufstände unterdrücken; auch kämpften sie gegen Persien. Als die Chinesen 1759 das Dsungarische Reich zerstörten, flohen 40,000 Choschoten, Dorboten und Dsungaren an die Wolga; doch kehrte 1771 ein großer Teil, unzufrieden mit der russischen Regierung, unter den größten Gefahren und nach unsäglichen Beschwerden, denen von 169,000 nicht weniger als 100,000 erlagen, nach China zurück. Die zurückgebliebenen K. nomadisieren seit Ende des 18. Jahrh. friedlich in der Steppe zwischen Wolga und Ural, um Astrachan und Stawropol bis gegen Saratow. Die K. am Altai heißen auch schwarze oder Bergkalmücken, zum Unterschied von den türkisierten Meyers Telëuten (s. d.) oder weißen K. im Gouv. Tomsk. Die K. wohnen in Europa im Gouv. Astrachan, im Gebiete der Donischen Kosaken und im Gouv. Stawropol, in Sibirien im Gouv. Tomsk, in Zentralasien in Semiretschinsk und Kuldscha (im ganzen russischen Reich etwa 160,000), endlich in China in Kobdo und der Dsungarei (320,000) und in Ostturkistan im Tiënschangebirge (50,000). Ihr Äußeres (s. Tafel Meyers »Asiatische Völker I«, Fig. 10) stimmt ganz mit dem der Meyers Mongolen (s. d.) überein, auch ihre Sitten und Gebräuche sind denen jener nahe verwandt. Als Oberhaupt haben die russischen K. einen von der russischen Regierung eingesetzten Lama, der m Bazar Kalmuk an der Wolga bei Astrachan wohnt. Das Christentum hat hier und da unter ihnen Wurzeln geschlagen, auch bekennt sich ein Teil der K. zur mohammedanischen Religion; die durch einen »Propheten« Airod unter den K. am Altai verursachte Gärung führte 4. Juli 1904 zu einem vom russischen Kreisvorsteher geleiteten Blutbade. Für die Bildung der K. hat die russische Regierung in neuester Zeit viel getan. Die Sprache der K. gehört wie die nahe damit verwandte mongolische zu dem uralaltaischen Sprachstamm; die für diesen Sprachstamm charakteristische Vokalharmonie hat sich hier aber in der Weise entwickelt, daß die Vokale der Endungen auf die Vokale der Wortstämme zurückwirken. Die Schrift ist eine vermehrte und verbesserte Abart der mongolischen. Eine Grammatik und ein Wörterbuch veröffentlichte Zwick (Donauesching. 1852 u. 1853), besser in russ. Sprache Popow (Kasan 1847) und Bobrownikow (das. 1849). Die K. haben geschriebene Gesetze und auch eine Literatur, die meist aus Gedichten und historischen, mit Sagen verwebten Überlieferungen besteht; eine epische Dichtung, die »Dschanggariade« (kalmückisch hrsg. von Golstunskij, Petersb. 1864), wurde von Erdmann ins Deutsche übersetzt (»Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft«, 1857), die Märchensammlung »Siddhi-Kür« von Jülg (mit Übersetzung und Wörterbuch, Leipz. 1866) herausgegeben. Ihr Handel ist Tauschhandel von Vieh gegen Korn, wollene Kleider, Küchengeräte u. dgl. Bei den chinesischen und sibirischen K. liegt die Verwaltung in den Händen ihrer Stammfürsten (Jaisang) und deren Unterbeamten; Chinesen wie Russen wissen aber auf sie durch Ehrenbezeigungen aller Art einzuwirken. Vgl. Bergmann, Nomadische Streifereien unter den K. (Riga 180405, 4 Bde.); Wenjukow, Die russisch-asiatischen Grenzlande (deutsch, Leipz. 1874); Howorth, History of the Mongols, Bd. 1 (Lond. 1876).
 
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Kalmückenachat (Kalmückenopal), soviel wie Kascholong, s. Opal.
 
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Kalmul, s. Meyers Schellfisch.
 
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Kalmus, s. Acorus; falscher K., s. Meyers Iris
 
Artikelverweis Kalmusöl, s. Acorus.
 
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Kalnikgebirge, Bergkette im NW. Kroatien-Slawoniens, die sich, an das Ivančicagebirge anschließend, an der Grenze der Komitate Warasdin und Belovár-Kreutz in östlicher Richtung bis an das Bilogebirge hinzieht und im Kalnik 643 m Höhe erreicht. Am Fuße des Gebirges liegt das Dorf Kalnik mit der Burgruine Veliki-Kalnik.
 
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Kálnoky, Gustav Siegmund, Freiherr von Körös-Patak, Graf, österreich. Staatsmann, geb. 29. Dez. 1832 auf Lettowitz in Mähren, gest. 13. Febr. 1898 auf seiner Herrschaft Prödlitz in Mähren, unvermählt. Er stammte aus einem siebenbürgischen Adelsgeschlecht, das 1697 in den ungarischen Grafenstand erhoben wurde und sich später in eine mährische und eine siebenbürgische Linie teilte. Der erstern, welche die Herrschaft Lettowitz und das Gut Zeltsch besitzt, gehört K. an, der zweite Sohn des Grafen Gustav K. Er trat nach Vollendung seiner Studien in das 2. Husarenregiment, schied aber 1854 als Oberleutnant aus der aktiven Armee und trat in den diplomatischen Dienst über. K. wurde zuerst Attaché bei der österreichischen Gesandtschaft in München, 1857 in Berlin und 1860 als Legationssekretär nach London versetzt. Hier blieb er zehn Jahre, während welcher er in der Armee zum Oberstleutnant, in der diplomatischen Laufbahn zum Botschaftsrat aufrückte. Nachdem er nach seiner Abberufung von London 1870 eine Zeitlang in Rom tätig, dann aber zur Disposition gestellt worden war, wurde er 1874 zum Gesandten in Kopenhagen und 1880 zum Botschafter am russischen Hof ernannt an Stelle des Barons v. Langenau, den er schon seit 1879 in Petersburg vertreten hatte. 1879 erhielt er auch Generalsrang. Nach dem Tod Haymerles ernannte ihn der Kaiser 21. Nov. 1881 zum gemeinsamen Minister der österreichisch-ungarischen Monarchie für die auswärtigen Angelegenheiten. K. wirkte für eine Politik des Zusammengehens Österreich-Ungarns und Deutschlands mit Rußland, die er für die beste Sicherung des europäischen Friedens hielt. Es gelang ihm auch, die guten Beziehungen zwischen den drei Kaiserreichen dauernd aufrecht zu erhalten und in Petersburg den Argwohn zu verscheuchen, als wäre die österreichische Orientpolitik: Erhaltung des vertragsmäßigen status quo auf der Balkanhalbinsel durch den Schutz der Selbständigkeit der Balkanstaaten, nicht frei von eigensüchtigen Hintergedanken. Nicht ohne Befriedigung konnte Graf K. in der Delegationssession 1893 auf dieses günstiger gestaltete Verhältnis zu Rußland hinweisen und auf das dadurch erhöhte Gewicht der Friedenspolitik des Dreibundes, an dessen Ausgestaltung er nicht unwesentlich mitgewirkt hatte. Am 16. Mai 1895 erhielt er wegen eines Streites mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Banffy über Meyers Agliardi (s. d.), dem damaligen päpstlichen Nunzius in Wien, die erbetene Entlassung als gemeinschaftlicher Minister der auswärtigen Angelegenheiten und wurde 24. März 1897 als lebenslängliches Mitglied in das Herrenhaus berufen.
 
Artikelverweis 
Kalo, s. Colocasia.
 
Artikelverweis 
Kalo... (griech.), Schön...; s. die Zusammensetzungen.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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