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Kalmar bis Kalmückenachat (Bd. 6, Sp. 487 bis 489)
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Artikelverweis Kalmar, Hauptstadt des gleichnamigen schwed. Läns (s. oben), ziemlich regelmäßig gebaut, auf einer durch eine Brücke mit dem festen Lande verbundenen Insel (Quarnholmen), am Kalmarsund, der Insel Öland gegenüber, war als der Schlüssel von Göta-Rike ehemals sehr stark befestigt; jetzt sind die Festungswerke größtenteils geschleift. Die Stadt ist durch Eisenbahnen mit Emmaboda (an der Linie Karlskrona-Wexiö), Berga (an der Linie Oskarshamn-Nässjö) und Torfås verbunden, hat eine schöne Kathedrale (166099 erbaut), ein altes Schloß, ein Gymnasium, einen guten Hafen, Dampfmühle, Schiffswerften, Tabak-, Zichorien- und Zündhölzerfabrikation und (1903) 13,508 Einw., die lebhaften Handel (Einfuhr von Weizen, Roggen, Heringen, künstlichem Dünger, Ausfuhr von Hafer, Holz, Zündhölzern) treiben. 1899 liefen hier 2664 Schiffe von 462,944 Ton. ein. K. ist

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Sitz eines Bischofs und eines deutschen Konsuls. Im Stadtpark steht ein Denkmal zur Erinnerung an die Landung Gustav Wasas an der Landspitze Stensö. Durch einen tiefen Meeresarm von der Stadt getrennt, liegt das jetzt zum Teil restaurierte Schloß K.-K., eine der ältesten schwedischen Städte, im Mittelalter von vielen Deutschen bewohnt und Mitglied der Hansa, vom 13.16. Jahrh. Sitz zahlreicher Herrentage, Reichstage etc., wurde wegen seiner militärischen Bedeutung in den Kriegen zwischen Schweden und Dänemark oft belagert, war 1611 Mittelpunkt des dänisch-schwedischen Kalmarkrieges (161113) und ward 1653 an seine jetzige Stelle verlegt. Die Festungswerke wurden zu Beginn des 19. Jahrh. geschleift. Das sehr alte, neuerdings restaurierte Schloß ist eins der interessantesten Baudenkmäler Schwedens. Kalmarische Union heißt die durch Königin Margarete (s. d.) bewirkte Vereinigung der drei skandinavischen Reiche. Die sogen. Unionsakte vom 20. Juli 1397 hat sich durch die Untersuchungen des schwedischen Forschers O. S. Rydberg (s. d.) als ein nie zu voller Gültigkeit gelangter Präliminarvertrag erwiesen, doch kann die Union von da an gerechnet werden. Mehrmals erneuert, zerfiel sie 1523 endgültig durch die Thronbesteigung Gustav Wasas (s. Meyers Gustav 1). Vgl. Sylvander, K. slotts och stads historia (Kalm. 186474, 9 Bde.); Bährendtz, K. slott. Beskrifning och historia (2. Aufl., das. 1900); A. Larsen, Kalmarkrigen (Kopenh. 1889); Rydberg, Om det från Unionsmötet i Kalmar 1397 bevarade dokumentet (Stockh. 1886) und Ett inlägg i frågan om Unionsdokumentet af 1397 (»Svensk historisk Tidskrift«, 1890). Ihm widerspricht Chr. Erslev, Unionsbrevet fra Kalmarmödet 1397 und Fortsatte Bemärkninger om Unionsbrevet fra Kalmarmödet 1397 (»Aarböger for Nordisk Oldkyndighed og Historie«, 1889 u. 1891).
 
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Kalmäuser (niederdeutsch auch Klamüser), ein seit dem 16. Jahrh. aufgekommenes Wort, wird zuerst von Fischart im Sinne von Schmarotzer angewendet; später nahm es die Bedeutung eines gelehrten Stubenhockers an, dann soviel wie Grillenfänger, Kopfhänger, auch Knauser. Die Herkunft des Wortes ist unsicher; unter anderm hat man es auf Kamaldulenser oder auch auf lat. calamus (Halm, Schreibrohr) zurückführen wollen; andre nehmen Zusammensetzung aus kahl (mittelhochd. kal) und Maus (mittelhochd. mûs) an und vergleichen die Bildung »Duckmäuser«.
 
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Kalmen (franz. Calmes, engl. Doldrums, Gegend der Windstillen), die Zone, welche die Passatwinde (s. d.) der beiden Halbkugeln voneinander trennt. Die Region der K. bildet sich da, wo der Nordostpassat der nördlichen und der Südostpassat der südlichen Halbkugel zusammentreffen, indem sich diese zu einem rein östlichen Wind kombinieren, der aber unmerklich wird, weil er durch den in der heißen Zone entstehenden starken aufsteigenden Luftstrom neutralisiert wird. Die Breite dieses Kalmengürtels beträgt nur wenige Grade, seine mittlere Lage gehört infolge der Konfiguration der Kontinente der nördlichen Halbkugel an; seine nicht scharf ausgesprochenen Grenzen verschieben sich mit den Jahreszeiten. In unsern Sommermonaten wird dieser Gürtel breiter, seine nördliche Grenze entfernt sich von dem Äquator, während sich die südliche nur wenig ändert. In den extremen Monaten hat der Kalmengürtel folgende Lage:

Die volle Entwickelung der K. tritt ebenso wie bei den Passatwinden nur über der ebenen und gleichartigen Meeresfläche auf. In der Nähe und über dem Lande wird sie um so mehr gestört, je steiler sich das Land erhebt, und je größer es ist. Im Stillen und im Atlantischen Ozean regnet es in den K. das ganze Jahr hindurch beinahe täglich, vorzugsweise während der Stunden, in denen der aufsteigende Luftstrom die mit Wasserdampf erfüllte Luft in die Höhe führt, sich dort abkühlt und der Wasserdampf zu Regenwolken kondensiert wird. Wegen dieser starken Wolkenbildung spricht man von dem Wolkenring, der die Erde analog den Streifen des Jupiter umgibt. Gewitter treten fast täglich auf. Auch außerhalb der beiden Passate finden sich Zonen mit ziemlich viel Windstillen, die nach den beiden Wendekreisen der Windstillengürtel des Wendekreises des Krebses und des Steinbocks genannt werden; s. Meyers Roßbreiten.
 
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Kalmengürtel, s. Meyers Kalmen.
 
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Kalmĭa L., Gattung der Erikazeen, kleine, glatte oder rauhbehaarte, niedrige, immergrüne Sträucher mit lanzettförmigen Blättern, napfförmigen, meist roten Blüten, die einzeln oder in traubig-doldenförmigen Blütenständen achselständig oder an der Spitze der Äste erscheinen; die Frucht ist eine fünffächerige, fünfklappige Kapsel. Von den sechs nordamerikanischen Arten werden einige, wie K. angustifolia L., K. latifolia L. und K. glauca Ait., in mehreren Varietäten als Ziersträucher kultiviert, sind aber gegen Kälte empfindlich. Die großen rosaroten, alle nach oben geöffneten Blumenkronen bilden einen gleich mäßigen Schirm über der Pflanze.
 
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Kalmieren (franz. calmer), beruhigen, besänftigen; kalmierende Mittel, soviel wie beruhigende Mittel (im Gegensatz zu den reizenden, stimulierenden); s. Meyers Beruhigende Mittel.
 
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Kalmit, Berg im bayr. Regbez. Pfalz, der höchste Punkt der Meyers Hardt (s. d.), südwestlich von Neustadt gelegen, 683 m hoch, mit einem Aussichtsturm.
 
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Kalmĭus (früher Kalka), Fluß im südl. Rußland, entspringt beim Dorf Semljanka, bildet die Grenze zwischen dem Gouv. Jekaterinoslaw und dem Donischen Gebiet und mündet, einen günstigen Hafen bildend, nach einem Laufe von 180 km bei Mariupol ins Asowsche Meer. In der furchtbaren Schlacht an der Kalka besiegte Dschengis Chan 1223 die Polowzen und die Fürsten von Kiew und Tschernigow.
 
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Kalmuck, locker gewebtes, aber dicht gewalktes, langhaariges, mit Glanz appretiertes Köpergewebe aus dickem Streichwollgarn, wird verschieden gefärbt und zu Winterkleidern benutzt. Auch ein dicker Baumwollenstoff für Futterzwecke, beidseitig gerauht, weiß, farbig und bedruckt vorkommend, mit 20 Ketten- und 15 Schußfäden und 1 cm Kette Nr. 18 engl. = 30 metrisch, Schuß Nr. 3 engl. = 5 metrisch. Bindung wie in der Abbildung.


 
Artikelverweis Kalmücken (nach eigner Benennung Mongol-Oirat, bei den Ostmongolen Ögeled, bei den Tataren Khalimak, woher das Wort K., auch Ölöten oder Eleuten genannt), ein den westlichen Zweig der Mongolen bildendes Volk, dessen Hauptvertreter heute die Choschoten, Dsungaren, Dorboten (Dörböt) und Torgoten (Törga-Uten) in China und Sibirien sind. Die letztern beiden Stämme zogen, die Torgoten 1636, die Dorboten 1723, aus ihren Stammsitzen in der Dsungarei infolge von Zwistigkeiten, sowie um das Reich Dschengis-Chans wiederherzustellen, Niederlassungen gründend, zuerst zum

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Altai, von da in die Kirgisensteppe, dann zum Quellengebiet des Tobol, endlich an den Muhadscharbergen vorüber zum Uralfluß und zur Wolgamündung. Dort ließen sie sich nieder, leisteten dem Zaren Alexei Michailowitsch den Untertaneneid und halfen unter Peter d. Gr. die Baschkirenaufstände unterdrücken; auch kämpften sie gegen Persien. Als die Chinesen 1759 das Dsungarische Reich zerstörten, flohen 40,000 Choschoten, Dorboten und Dsungaren an die Wolga; doch kehrte 1771 ein großer Teil, unzufrieden mit der russischen Regierung, unter den größten Gefahren und nach unsäglichen Beschwerden, denen von 169,000 nicht weniger als 100,000 erlagen, nach China zurück. Die zurückgebliebenen K. nomadisieren seit Ende des 18. Jahrh. friedlich in der Steppe zwischen Wolga und Ural, um Astrachan und Stawropol bis gegen Saratow. Die K. am Altai heißen auch schwarze oder Bergkalmücken, zum Unterschied von den türkisierten Meyers Telëuten (s. d.) oder weißen K. im Gouv. Tomsk. Die K. wohnen in Europa im Gouv. Astrachan, im Gebiete der Donischen Kosaken und im Gouv. Stawropol, in Sibirien im Gouv. Tomsk, in Zentralasien in Semiretschinsk und Kuldscha (im ganzen russischen Reich etwa 160,000), endlich in China in Kobdo und der Dsungarei (320,000) und in Ostturkistan im Tiënschangebirge (50,000). Ihr Äußeres (s. Tafel Meyers »Asiatische Völker I«, Fig. 10) stimmt ganz mit dem der Meyers Mongolen (s. d.) überein, auch ihre Sitten und Gebräuche sind denen jener nahe verwandt. Als Oberhaupt haben die russischen K. einen von der russischen Regierung eingesetzten Lama, der m Bazar Kalmuk an der Wolga bei Astrachan wohnt. Das Christentum hat hier und da unter ihnen Wurzeln geschlagen, auch bekennt sich ein Teil der K. zur mohammedanischen Religion; die durch einen »Propheten« Airod unter den K. am Altai verursachte Gärung führte 4. Juli 1904 zu einem vom russischen Kreisvorsteher geleiteten Blutbade. Für die Bildung der K. hat die russische Regierung in neuester Zeit viel getan. Die Sprache der K. gehört wie die nahe damit verwandte mongolische zu dem uralaltaischen Sprachstamm; die für diesen Sprachstamm charakteristische Vokalharmonie hat sich hier aber in der Weise entwickelt, daß die Vokale der Endungen auf die Vokale der Wortstämme zurückwirken. Die Schrift ist eine vermehrte und verbesserte Abart der mongolischen. Eine Grammatik und ein Wörterbuch veröffentlichte Zwick (Donauesching. 1852 u. 1853), besser in russ. Sprache Popow (Kasan 1847) und Bobrownikow (das. 1849). Die K. haben geschriebene Gesetze und auch eine Literatur, die meist aus Gedichten und historischen, mit Sagen verwebten Überlieferungen besteht; eine epische Dichtung, die »Dschanggariade« (kalmückisch hrsg. von Golstunskij, Petersb. 1864), wurde von Erdmann ins Deutsche übersetzt (»Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft«, 1857), die Märchensammlung »Siddhi-Kür« von Jülg (mit Übersetzung und Wörterbuch, Leipz. 1866) herausgegeben. Ihr Handel ist Tauschhandel von Vieh gegen Korn, wollene Kleider, Küchengeräte u. dgl. Bei den chinesischen und sibirischen K. liegt die Verwaltung in den Händen ihrer Stammfürsten (Jaisang) und deren Unterbeamten; Chinesen wie Russen wissen aber auf sie durch Ehrenbezeigungen aller Art einzuwirken. Vgl. Bergmann, Nomadische Streifereien unter den K. (Riga 180405, 4 Bde.); Wenjukow, Die russisch-asiatischen Grenzlande (deutsch, Leipz. 1874); Howorth, History of the Mongols, Bd. 1 (Lond. 1876).
 
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Kalmückenachat (Kalmückenopal), soviel wie Kascholong, s. Opal.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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