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Kalé bis Kaléma (Bd. 6, Sp. 453 bis 454)
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Artikelverweis Kalé (Kaleh, türk.), Burg, Schloß, kommt in zusammengesetzten Ortsnamen oft vor (vgl. Kalaa).
 
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Kalebasse (Kalabasse), s. Meyers Crescentia; auch der Flaschenkürbis (s. Meyers Kürbis) oder ein aus diesem verfertigtes Gefäß.
 
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Kaledjik, Hauptort eines 140 Dörfer umfassenden Kaza im Sandschak Angora des asiatisch-türkischen Wilajets Angora, an einem kleinen, linken Zuflusse des Kisil Irmak (Halys), 52 km ostnordöstlich von Angora, am Nordfuß eines Trachytkegels gelegen, der die Reste einer antiken Burg trägt; hat 6800 meist türkische Einwohner, 8 Moscheen, eine armenische Kirche, eine armenische u. 2 türkische Schulen. Chaussee nach Angora. Auf dem Gipfel des 12 km westlich von K. gelegenen Kyrkkyz Dagh bringen die Umwohner in trocknen Zeiten Opfer dar, um Regen zu erbitten.
 
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Kaledonĭen (Caledonia, kelt., »Walddickicht«), der nördlich vom Clota (Clyde) und Boderia (Firth of Forth) gelegene Teil Schottlands, der nie von den Römern unterworfen wurde, wenn sie auch unter Agricola siegreich in ihn eindrangen. Die Bewohner (Kaledonier), kühne Jäger, Schwimmer, Kletterer, gehörten zum keltischen Stamm; es bestand bei ihnen Weibergemeinschaft und die Sitte des Tätowierens. Die ihnen vorgeworfene Menschenfresserei ist Erfindung. Seit dem 4. Jahrh. erscheinen sie unter dem Namen Pikten. Häufig, aber unrichtig, wird mit dem Namen K. auch ganz Schottland bezeichnet.
 
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Kaledonischer Kanal, großer Kanal in Schottland, der Inverneß am Loch Beauly mit Fort William am Loch Eil und somit die Nordsee mit dem Atlantischen Ozean verbindet. Er wurde 180547 nach dem Plan Telfords auf Staatskosten gebaut (Kosten 1,311,270 Pfd. Sterl.) und ist mit Einschluß der von ihm durchschnittenen Seen 97 km lang (ohne diese nur 37). Er hat 5,2 m Tiefe und 28 Schleusen. Sein höchster Punkt liegt 28,6 m ü. M. Früher von Bedeutung, wird er jetzt nur wenig von Schiffen benutzt. S. Karte »Schottland«.
 
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Kaledonisches Meer, nicht mehr übliche Bezeichnung für einen Teil des Atlantischen Ozeans, zwischen Schottland und den Hebriden.
 
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Kaleidophōn (grch., »Schönklangbild«, phonisches Kaleidoskop), von Wheatstone angegebener Apparat, besteht aus einer Holzplatte, auf der runde, eckige, gerade oder gebogene Stäbe befestigt sind, die an ihrem freien Ende kleine spiegelnde Glaskugeln oder eine verstellbare Platte mit verschiedenfarbigen, symmetrisch geordneten Knöpfen tragen. Wird einer der Stäbe durch einen Hammer oder einen Violinbogen in Schwingungen versetzt, und trifft ein Sonnenstrahl den Knopf, so sieht man die Bahn, die das Ende des Stabes beschreibt, als eine in sich zurückkehrende und sich beständig ändernde Lichtlinie. Ein Stäbchen von rechteckigem Querschnitt beispielsweise, das am einen Ende A befestigt ist (Fig. 1), kann nämlich sowohl in der Richtung ab als in der dazu senkrechten Richtung c d in Schwingungen versetzt werden, deren Schwingungszahlen sich verhalten wie die Dimensionen des Querschnitts in den betreffenden Richtungen. Durch einen schiefen Stoß werden beide Schwingungsarten gleichzeitig wachgerufen, und das freie Stabende beschreibt eine krumme Linie (Lissajous'Schwingungsfiguren, Fig. 2), deren Gestalt von dem Verhältnis der Schwingungszahlen abhängig ist.
 
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Kaleidopolaroskop, ein von Petrina angegebenes Kaleidoskop, bei dem die farbigen Glasstückchen durch doppeltbrechende Kristalle ersetzt sind, die zwischen gekreuzten Nikols betrachtet werden.
 
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Kaleidoskōp (griech., »Schönbildseher«), ein von Brewster 1817 angegebenes Instrument, besteht aus zwei ebenen rechteckigen Spiegeln, die unter einem beliebigen Winkel, gewöhnlich einem solchen von 30 oder 60°, und mit einander zugewendeten Spiegelflächen aneinander stoßen und in dieser Lage in einer innen geschwärzten Röhre befestigt sind. Man benutzt in der Regel 1216 cm lange Spiegel. Die Röhre ist an dem einen Ende mit einer Scheibe, in der sich ein kleines Loch zum Durchsehen befindet, und an dem andern mit zwei Glasscheiben verschlossen, die etwa 2 mm voneinander abstehen und eine Kapsel bilden, in die man kleine Splitter gefärbten Glases, kleine Federspitzchen, Samenkörnchen u. dgl. bringt; die äußere Glasscheibe ist matt geschliffen. Sieht man nun durch das kleine Loch, indem man das andre Ende des Kaleidoskops gegen das Tageslicht kehrt, so erblickt man bei jeder Lage die Körperchen zu regelmäßigen Sternen geordnet. Beim Drehen des Instruments verändert sich sogleich die Lage der Objekte, und man erhält ein durchaus verschiedenes Bild. Der Reichtum der Gestalten, die auf diese Weise erzeugt werden können, ist unerschöpflich (daher auch Myriomorphoskop) und das K. deshalb ein sehr beliebtes Spielwerk. Die Entstehung der Bilder gründet sich darauf, daß zwischen zwei geneigten Spiegeln ein Körper in jedem ein Bild gibt, das hinter dem einen Spiegel und vor dem andern liegt und folglich auf letztern wie ein wahrer Gegenstand einwirkt. Daraus folgt in diesem Spiegel ein zweites Bild, das in dem ersten ein drittes Bild geben kann, u. s. s. Fügt man drei Spiegel so aneinander, daß ein hohles Prisma mit spiegelnden Innenflächen entsteht, und bildet daraus ein K., so erhält man statt des kreisförmigen Gesichtsfeldes eine ausgedehnte Ebene, und diese ist nur durch die Schwächung der äußern Bilder begrenzt, die diese vermöge des Lichtverlustes erleiden, den die wiederholte Spiegelung verursacht. Bildet der Querschnitt

[Bd. 6, Sp. 454]


des Prismas in diesem Triangularkaleidoskop ein gleichseitiges Dreieck, so sieht man das Gesichtsfeld in lauter gleichseitige Dreiecke geteilt; bildet der Querschnitt dagegen ein gleichschenkelig-rechtwinkliges Dreieck, so erblickt man auf dem Gesichtsfeld lauter Quadrate etc. Das K. war für technische Zwecke, besonders zum Entwerfen von Mustern, bestimmt; die ewige Wiederholung von Sternen ermüdet indessen, und man benutzt daher besser Emsmanns Typoskop. Dies besteht aus einem gewöhnlichen K. von etwa 13 cm Länge und 3,25 cm Durchmesser, das an seinem Okularende offen bleibt und noch ein das Rohr umfassendes und an demselben verschiebbares und drehbares Auszugsrohr von 1520 cm Länge erhält. Letzteres schließt an die Kaleidoskopröhre an, erweitert sich nach dem Okularende und nimmt dort ein polyedrisches Glas (weiß, blau oder gelb) in einer etwa 5 cm betragenden Entfernung von der dem Auge zugewendeten Öffnung auf. Dieses Instrument bietet eine überraschende Mannigfaltigkeit von den einfachsten bis zu den zusammengesetztesten Mustern, und es läßt sich dabei sofort übersehen, welchen Eindruck das Muster in der Zusammenstellung machen wird. Durch Drehung des Kaleidoskops oder des polyedrischen Glases sowie durch Verschiebung der zweiten Röhre kann man die Zusammenstellung der einzelnen Bilder einigermaßen abändern, ohne die Bilder selbst zu stören, so daß man über deren vorteilhafteste Anwendung sofort ein Urteil gewinnt. Für den praktischen Gebrauch empfehlen sich zu demselben polyedrischen Glas Kaleidoskope von 60, 45 und 36°; auch wechselt man vorteilhaft das polyedrische Glas und richtet die Kapsel so ein, daß man die Objekte beliebig ändern kann. Ganz ähnliche Bilder wie mit dem beschriebenen K. erhält man auch durch zwei Spiegel, die an einer Seite zusammenstoßen und auf eine ebene Fläche gestellt werden. Legt man zwischen beide irgend einen Gegenstand, z. B. einen irgendwie verschlungenen Seidenfaden oder ein Blatt Papier mit einer darauf gezeichneten verschnörkelten Linie, so erblickt man ein vollkommen regelmäßiges Bild nach den eben angegebenen Gesetzen, indem sich die Linie oder der Gegenstand zwischen den Spiegeln so oft aneinander reiht, als der Winkel, den die Spiegel miteinander bilden, in 360 enthalten ist. Dieser, von Debus 1860 angegebene Apparat, Debuskop (Karloskop, Episkop), gestattet, den Spiegeln jede beliebige Stellung zu geben und die Bilder fortwährend willkürlich zu verändern, aber auch beliebig festzuhalten. Man findet ihn in Tapisseriegeschäften, die mit demselben zeigen, welchen Eindruck »angefangene« Stickereien nach der Vollendung machen werden. Rupprecht in Nürnberg hat ein zum Nachzeichnen der Figuren geeignetes K. (Ideador) angegeben. Über das Chromatoskop s. d. Als Vorläufer des Kaleidoskops lassen sich die Winkelspiegel Portas um 1560 und die alten Spiegelbücher ansehen. Vgl. Brewster, Treatise on the Kaleidoscope (2. Aufl., Lond. 1858).
 
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Kalem (arab., »Rohr, Feder«, v. griech. kálamos), die Rohrfeder der Orientalen (s. Meyers Schreibkunst); in der Türkei auch Bezeichnung der Schreibstube oder Kanzlei, z. B. Dîwân kalemi, die Kanzlei des Diwans, die oberste Reichskanzlei.
 
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Kaléma, eine schwere Meeresbrandung an der Küste Südwestafrikas; vgl. Brandung und Meer (Meereswellen).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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