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Kalb bis Kälberlähme (Bd. 6, Sp. 450 bis 451)
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Artikelverweis Kalb, das Junge mehrerer großer Säugetiere, wie des Rotwildes (Cervus), besonders aber des Rindes (Bos), bis zum Alter von einem Jahr, und zwar bei letzterm je nach dem Geschlecht Kuhkalb oder Stierkalb und während des Saugens Saugkalb genannt.
 
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Kalb, goldenes, s. Meyers Goldenes Kalb.
 
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Kalb, 1) Johann, Baron von, nordamerikan. General, geb. 29. Juli 1721 in Hüttendorf bei Erlangen, gest. 19. Aug. 1780 bei Camden (Südcarolina), Sohn eines Bauern, trat als Jean de K. in das in französischem Dienst stehende deutsche Regiment Löwendal, machte den Österreichischen Erbfolgekrieg und den Siebenjährigen Krieg mit, erhielt 1763 als Oberstleutnant seinen Abschied und zog sich, nachdem er sich mit einer reichen Französin verheiratet, aufs Land zurück. 1767 sandte ihn der Minister Choiseul nach Amerika, um den militärischen und politischen Zustand der dortigen englischen Besitzungen zu erkunden. 1777 ging er mit Lafayette abermals nach Amerika, trat im September als Generalmajor in die Armee der aufständischen Kolonien und kämpfte tapfer in den Feldzügen der Jahre 177880. Als K. 1780 unter Gates in Südcarolina einfiel, wurde er 16. Aug. in der gegen seinen Willen begonnenen Schlacht bei Camden elfmal verwundet und starb nach drei Tagen. Am 16. Aug. 1886 wurde ihm in Annapolis ein Denkmal (von E. Keyser in Rom) errichtet. Vgl. Kapp, Leben des amerikanischen Generals Johann K. (Stuttg. 1862; engl., New York 1870).
   2) Charlotte von, geborne Marschalk von Ostheim, geb. 25. Juli 1761 zu Waltershausen im Grabfeld, gest. 12. Mai 1843 in Berlin, besonders durch ihr Verhältnis zu Schiller bekannt, verbrachte ihre Jugend teils in Meiningen, teils in ländlicher Einsamkeit, schon damals verschlossen und äußerlich kalt, im Innern bis zum äußersten leidenschaftlich. Seit 1783 mit Heinrich v. K., der als Offizier in französischen Diensten stand, gegen ihre Neigung vermählt, folgte sie diesem im Mai 1784 in die Garnisonstadt Landau. Auf der Durchreise lernte sie in Mannheim Schiller kennen und begann bald darauf, nachdem sie selbst nach Mannheim übergesiedelt war, in leidenschaftlicher Schwärmerei für den jungen Dichter zu erglühen. Von Schillers eignen damaligen Gefühlen legen die Gedichte: »Freigeisterei der Leidenschaft« und »Resignation« Zeugnis ab. 1787 begab sich Schiller von Dresden nach Weimar, wo er mit Charlotte aufs neue zusammentraf, und eine eheliche Verbindung schien besonders ihr erwünscht und ausführbar. Schillers spätere Verheiratung entfremdete ihn der Freundin für mehrere Jahre, doch stellten sich später wieder leidliche Beziehungen zwischen beiden her. Von Schiller empfohlen, lebte Hölderlin 179394 als Erzieher ihres Sohnes in Charlottens Hause und genoß ihr mehr als mütterliches Wohlwollen. Nach Hölderlins Weggang war Jean Paul das Ideal, dem sie ihre Verehrung widmete; sie wurde das Vorbild zur Linda in Jean Pauls »Titan«. Nach langjährigem Prozeß verlor sie 1804 ihr ganzes Vermögen, 1806 erschoß sich ihr Gatte, später ebenfalls ihr ältester Sohn; sie überlebte auch den jüngsten, und nur eine Tochter erheiterte ihren Lebensabend. Sie wohnte, seit langer Zeit dem Erblinden nahe, abwechselnd in Berlin, Frankfurt, Würzburg, dann wieder in Berlin, wo sie 1820, des Augenlichtes ganz beraubt, durch die Prinzessin Marianne von Preußen gegen den empfindlichsten Mangel geschützt und mit einer Wohnung im königlichen Schloß bedacht wurde, die sie im Leben nicht mehr verließ. Als Schriftstellerin ist die geistvolle und vielseitig gebildete Frau nicht aufgetreten. In Berlin diktierte sie Erinnerungen aus ihrem Leben (nach ihrem Tode u. d. T. »Charlotte« als Handschrift gedruckt; neu hrsg. von Palleske, Stuttg. 1879), einzelne Gedanken und auch größere Dichtungen, von denen ihre Tochter Edda (geb. 1790, Hofdame der Prinzessin Marianne von Preußen, gest. 23. Jan. 1874) den an persönlichen Zügen reichen Roman »Cornelia« (1851) veröffentlichte. Ihre »Briefe an Jean Paul und seine Gattin« gab Nerrlich (Berl. 1882) heraus. Vgl. E. Köpke, Charlotte v. K. und ihre Beziehungen zu Schiller und Goethe (Berl. 1852); Saupe im »Weimarischen Jahrbuch«, Bd. 1 (Hannov. 1854); Klarmann, Geschichte der Familie von K., mit besonderer Rücksicht auf Charlotte von K. (Erlang. 1902).
 
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Kalbe (Färse), einjähriges Kalb, s. Meyers Rind.
 
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Kalbe (Calbe), 1) K. an der Saale, Kreisstadt im preuß. Regbez. Magdeburg, an der Saale, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Berlin-Blankenheim, K.-Grizehne und Könnern-K., 54 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Schloß, Rettungshaus, Amtsgericht, Wollspinnerei, Tuch-, Wollwaren-, Papier-, Ofen-, Malz-, Brikett- und Zuckerfabrikation, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei, Bergbau auf Braunkohlen, Gurken- und Zwiebelbau und (1900) 12,281 meist evang. Einwohner. 2) K. an der Milde, Stadt daselbst, Kreis Salzwedel, an der Milde, Knotenpunkt der Kleinbahnlinien Bismark-Beetzendorf und Gardelegen-K. a. d. M., hat eine evang. Kirche, Amtsgericht, Zementsteinfabriken, Molkereien, Hopfen- und Tabakbau, Bierbrauerei, eine Dampfsäge- und eine Dampfmühle und (1900) 1856 Einw.
 
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Kalbeck, Max, Dichter und Schriftsteller, geb. 4. Jan. 1850 in Breslau, studierte daselbst Kunst- und Literaturgeschichte, ging 1872 nach München, war seit 1874 in Breslau als Musik- und Kunstreferent, einige Zeit auch als Archivar am schlesischen Provinzialmuseum tätig und siedelte 1879 als Musikkritiker nach Wien über. K. veröffentlichte mehrere Sammlungen formgewandter lyrischer Dichtungen, die freundliche Aufnahme fanden: »Aus Natur und Leben« (Bresl.

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1870, 2. Aufl. 1872); »Neue Dichtungen« (das. 1872); »Wintergrün, eine Blumensprache in Versen« (das. 1872); »Nächte« (Hirschb. 1878; 2. Aufl., Berl. 1880); »Zur Dämmerzeit« (Leipz. 1881); »Gereimtes und Ungereimtes« (Berl. 1885); »Aus alter und neuer Zeit« (das. 1890). Außerdem schrieb er: »Neue Beiträge zur Biographie des Dichters Joh. Christ. Günther« (Leipz. 1879); »Das Bühnenfestspiel zu Bayreuth« (Bresl. 1877; 3. Aufl. als »R. Wagners Nibelungen«, 1882); »Richard Wagners Parsifal« (das. 1883), »Wiener Opernabende« (Wien 1885); »Humoresken und Phantasien« (das. 1896) und »Opernabende. Beitrag zur Geschichte und Kritik der Oper« (Berl. 1898, 2 Bde.); auch verfaßte er die Biographie »Johannes Brahms« (Bd. 1, Wien 1904). Einen geachteten Namen erwarb er sich als Opernlibrettist. Außer seiner neuen Verdeutschung des Textes von Mozarts »Don Juan« lieferte er Übersetzungen verschiedener Opern von Verdi, Smareglia, Mascagni, Smetana u. a. sowie eine Anzahl selbständiger Libretti, soz. B. zu Mozarts »Bastien und Bastienne«, Glucks »Maienkönigin« etc. Endlich gab K. noch »Ein deutsches Dichterbuch« aus Originalbeiträgen (Stuttg. 1873) und Daniel Spitzers »Letzte Wiener Spaziergänge« (Wien 1894, mit Charakteristik) heraus.
 
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Kalbefieber (Gebär-, Milchfieber), dem Kindbettfieber entsprechende Krankheit der Kühe, entsteht meist am dritten Tage nach der Geburt infolge der Aufnahme von Infektionsstoffen in den Geburtswegen und führt unter hohem Fieber meistens in wenigen Tagen zum Tode. Ganz davon verschieden ist die früher ebenso genannte Gebärparese (s. d.).
 
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Kalben der Gletscher, das Abbrechen der Stirnen bei den in das Meer mündenden Gletschern Grönlands; s. Meyers Gletscher, S. 30, und Eis, S. 474.
 
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Kälberfang, der Stich, der von vorn in die Vertiefung der Brust angebracht wird, um ein angeschossenes Stück Hochwild zu töten (abzufangen).
 
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Kälberkropf, Pflanze, s. Meyers Chaerophyllum und Meyers Anthriscus.
 
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Kälberlähme, s. Meyers Lähme.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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