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Kalan bis Kalăthos (Bd. 6, Sp. 448 bis 449)
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Artikelverweis Kalan, s. Meyers Seeotter.
 
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Kalan (Kis-K., spr. kisch-kálān, »Klein-K.«), Dorf und Badeort im ungar. Komitat Hunyad, am Strell und an der Bahnlinie Piski-Petrozseny, mit Eisenwerken, einer alkalisch-erdigen Therme von 30°, die bei gichtischen Leiden benutzt wird, und (1901) 188 rumän. (griech.-oriental.) Einwohnern. Das Bad K. war schon den Römern unter dem Namen »Ad Aquas«, »Aquae« bekannt.
 
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Kalander (Glander, Glättmaschine, Zylindermaschine; hierzu die Tafel Meyers »Kalander«), eine der wichtigsten Appreturmaschinen für Gewebe und Papier, besteht im wesentlichen aus mehreren Walzen, die, in einem Gestell übereinander gelagert, unter drehender Bewegung und hohem Druck zur Wirkung gelangen und den durch den K. gehenden Gegenständen (Papier, Geweben) Glätte und Glanz erteilen, d. h. sie satinieren. Außerdem dient der K. in der Zurichtung der Baumwollzeuge zum Trocknen mittels Auspressen (Naßkalander, Wasserkalander) sowie mit entsprechend gravierten Walzen zur Hervorbringung des Meyers Moiré (s. d.) und zum Meyers Gaufrieren (s. d.).
   Der einfachste K. ist die in den Haushaltungen gebräuchliche Mange oder Rolle mit Holzwalzen, zwischen denen das Weißzeug nach dem Waschen Glätte und Glanz erhält. Der in der Industrie benutzte K. erhält für manche Spezialzwecke ausschließlich sehr sein polierte Walzen aus Hartguß, meist aber abwechselnd Hartgußwalzen und elastische Papier-, Baumwollen- oder andre Faserwalzen, um dem Zerdrücken oder sonstiger Beschädigung des zu satinierenden Gegenstandes vorzubeugen. Zur Herstellung dieser elastischen Walzen verwendet man zahlreiche einzelne Bogen Papier oder auch Lagen gepreßter Baumwolle od. dgl., die in der Mitte kreisrund gelocht, auf eine starke Stahlachse geschoben und dann ohne Anwendung eines Bindemittels, lediglich durch starken Druck (auf hydraulischen Pressen mit bis 60,000 Ztr. Druckkraft), zusammengepreßt werden; durch Aufbringen von Schlußscheiben und sonstigen Verschlußteilen wird der Druck in dem Walzenkörper festgehalten. Letzterer wird noch mittels Stahl und Diamant abgedreht und erhält dadurch eine sehr gleichmäßige, schön glatte und elastische Oberfläche, die immer wieder abgedreht werden kann, sobald sie nach längerm Gebrauch Eindrücke angenommen hat. Der Durchmesser der Papierwalzen beträgt gewöhnlich 3040 cm, derjenige der Hartwalzen 1650 cm; die Größe hängt namentlich von der Zahl und der Arbeitsbreite (Glättlänge) der Walzen ab, letztere beträgt gewöhnlich 35240 cm und mehr. Die Walzenzahl eines Kalanders variiert zwischen 2 und 12 (wonach man die K. in 2-, 3-, 4- etc. walzige einteilt), je nach den Ansprüchen, die man an Glätte und Glanz stellt. Außer Walzenzahl und Güte des Walzenmaterials übt auch die Belastung einen großen Einfluß auf die Satinage aus, weshalb der Druck auf 100,000 kg gesteigert wird. Zur Hervorbringung des Druckes dienen Schrauben, Hebel mit Gewichten oder hydraulische Pressen (s. Tafel Meyers »Appreturmaschinen«, Fig. 10). Für manche Zwecke, namentlich in der Textilindustrie, werden die Hartwalzen hohl gegossen und durch Dampf oder Gasluftgemische, ausnahmsweise durch glühende Bolzen (Glührollen) erhitzt. Die Hartwalzen geben hauptsächlich Glätte und Glanz, so daß also die Seite des Arbeitsstücks in erster Linie satiniert wird, die mit den Hartwalzen in Berührung kommt; wechseln Hart- und Papierwalzen regelmäßig ab, so wird die Satinage einseitig (Buntpapiere, Tapeten etc.), für zweiseitige Satinage (Schreib- und Druckpapiere) müssen einmal 2 Hart- oder 2 Papierwalzen übereinander liegen; erstere dürfen aber nicht auf der ganzen Länge, sondern nur auf erhöhten Laufrändern auseinander laufen. Angetrieben werden die K. durch ein Vorgelege oder durch einen mit der Maschine

[Bd. 6, Sp. 449]


verbundenen Elektromotor, stets aber in der Weise, daß sich die Geschwindigkeiten ändern lassen. Gewöhnlich wird die unterste Walze angetrieben, die darüber liegenden Walzen werden durch Reibung mitgenommen. Die zu satinierenden Gegenstände werden in kleinen Stücken (Bogen) oder in Rollen in den K. geführt, im erstern Falle sind Einlege- und Abnehmetische erforderlich, im letztern Fall Ab- und Aufrollvorrichtung mit den erforderlichen Spannrollen oder Spannstäben, in der Gewebeappretur auch noch sogen. Fachapparate.
   Die beiden Abbildungen der Tafel (Fig. 1: Durchschnitt, Fig. 2: Vorderansicht) stellen einen sechswalzigen K. dar, wie er namentlich zum Satinieren gefeuchteter Papiere in Bogen Verwendung findet; er besteht aus zwei übereinander angeordneten Systemen von je drei Walzen, so daß bei einmaligem Durchgang jede Seite zweimal mit Hartwalzen in Berührung kommt, also auf beiden Seiten eine gleichmäßige Satinage erhält. H1, H2, H3 und H4 sind Hartgußwalzen, H2 und H3 laufen nur auf erhöhten Laufrändern aufeinander, P1 und P2 sind Papierwalzen, G die Seitenständer, in denen die Walzen gelagert sind. Die Belastungsgewichte g werden durch das Hebelwerk h1, h2 und h3 kräftig übersetzt und bringen den Druck zwischen den Walzen hervor. Der Antrieb erfolgt durch die Riemenscheiben r mittels Zahnradübersetzung z. Die Papierbogen werden von der auf dem Einlegetritt e stehenden Einlegerin vom Tische t1 abgenommen und über die oberste Hartwalze H1 eingelegt; die Bandführung b und die Führungsbogen f führen das Papier selbsttätig um und zwischen die Walzen, die Abstreicher a verhüten, daß die Papierbogen sich um eine Walze vollständig aufwickeln, indem sie das Papier von der betreffenden Walze abstreichen, sobald es auf die nächste Walze übergehen soll. Zwischen den beiden untersten Walzen P2 und H4 tritt das Papier aus dem K. und wird auf dem Ablegetisch t2 von einem zweiten Mädchen wieder gesammelt. Schaber s und Putzleisten p nehmen den an den Hartwalzen H1 und H4 sich sammelnden Schmutz weg.
   Mit punktierten Linien ist eine Ab- und Aufrollvorrichtung angedeutet, für den Fall endloses Papier satiniert werden soll. A, ist die Abrollvorrichtung, auf welche die zu satinierende Rolle aufgesteckt wird; über die Spannwelle w geleitet, wird das Papier an der obersten Walze eingeführt, geht dann selbsttätig durch den K. und wird auf der Aufrollvorrichtung A2 selbsttätig aufgewickelt. Ab- und Aufrollvorrichtung sind mit guten Bremsen versehen, um faltenloses Satinieren und gleichmäßige Rollen zu erhalten. Die Riemenscheiben R in Verbindung mit den Kuppelhälften k und k, geben eine zweite Geschwindigkeit, die beim Satinieren von Rollen sehr erwünscht ist.
   Für manche Stoffe und hochglänzende Papiere erhalten die Hartwalzen eine größere Peripheriegeschwindigkeit als die elastischen Papier- oder Stoffwalzen, wodurch außer der Druckwirkung des Kalanders noch eine bügelnde, plättende Wirkung erzielt wird (Gleit-, Differential-, Friktions-, Reibungs-, Glanzkalander).
   Um beim Kalandern von Geweben den Druck auf das Gewebe längere Zeit und somit wirksamer zur Geltung zu bringen, benutzt man die Muldenkalander (s. Tafel Meyers »Appreturmaschinen«, Fig. 11). Zur Erzeugung einer schönen, leinwandartigen Appretur auf Baumwollen- und Leinenstoffen dient der Stampfkalander, bei dem das Gewebe fest um eine hölzerne, 50 cm dicke Walze gewickelt und während deren langsamer Drehung der Einwirkung hölzerner Stampfen ausgesetzt wird.
 
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Kalanderlerche, s. Meyers Lerche.
 
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Kalandsbrüder (Fratres calendarii, Kalande, auch Brüder von der Gesellschaft des Heiligen Geistes), eine der sogen. religiösen Bruderschaften (s. d.). Sie kamen am ersten Tag jedes Monats (Calendae, daher ihr Name), später selten zusammen, um ihre Vereinszwecke, die in gegenseitiger Unterstützung bestanden, zu besprechen und ein Mahl zu halten. Sie verbreiteten sich seit dem 13. Jahrh. über ganz Niederdeutschland, die Niederlande und Frankreich, wurden von Päpsten und Kaisern begünstigt und gelangten zu großen Reichtümern. Aber infolgedessen arteten die Schmausereien so aus, daß man die K. Festbrüder nannte und für Schmausen »Kaländern« gebräuchlich wurde; ihre Vereine wurden daher aufgelöst, zuerst in den protestantischen, später auch in den katholischen Ländern, und ihre Besitzungen konfisziert. Vgl. Wilda, Das Gildenwesen im Mittelalter (Berl. 1831); Uhlhorn, Die christliche Liebestätigkeit im Mittelalter (Stuttg. 1884); Rautenstrauch, Die Kalandbrüderschaften, das kulturelle Vorbild der sächsischen Kantoreien (Dresd. 1903).
 
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Kalang, ein nach A. B. Meyer wahrscheinlich zu den Negrito gehöriger, nach andern aber von den Javanen nicht unterschiedener Volksstamm in Java, der gegenüber den malaiischen Javanen eine Art Pariastellung einnimmt.
 
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Kalānos, ind. Gymnosophist, begleitete, 83 Jahre alt, Alexander d. Gr. von Taxila am Indus aus nach Susa zurück und verbrannte sich dort, die Lasten des Alters fürchtend, angesichts des ganzen mazedonischen Heeres. Den drei Monate nachher erfolgenden Tod Alexanders soll er vorausgesagt haben.
 
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Kalantan, malaiischer Staat, s. Meyers Kelantan.
 
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Kalarasch (rumän. Calaraşĭ; auch Stirbey), Hauptstadt des Kreises Jalomitza in der Walachei, an dem Donauarm Bortscha, nahe dem großen See von Kalarasch, Silistria gegenüber, an der Staatsbahnlinie Ciulnitza-K., Sitz des Präfekten und eines Tribunals, mit 3 Kirchen, einem Gymnasium und (1899) 11,024 Einw. Hier hatten sich 1854 die Russen verschanzt und schlugen 4. März d. J. die Türken zurück.
 
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Kalaraschi (Kalarasi), die Kavallerieregimenter der Territorialarmee Rumäniens (s. d.).
 
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Kalăthos (griech.), der Arbeitskorb der griechischen Frauen (vgl. Abbildung) zur Aufbewahrung der Wolle, auch ein ähnlich gestaltetes Tongefäß zur Weinkühlung.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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