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Kahlenberg, Hans von bis Kahlschlag (Bd. 6, Sp. 428 bis 429)
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Artikelverweis Kahlenberg, Hans von, Pseudonym, s. Meyers Monbart.
 
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Kahlenberg, Pfaffe vom, die Schwankdichtung eines sonst unbekannten Verfassers, namens Philipp Frankfurter, der gegen Ende des 14. Jahrh. in Wien lebte, benannt nach dem Pfarrer zu Kahlenbergerdorf (vgl. den folgenden Artikel, am Schluß). Sie ist uns in mehreren alten Drucken des 15. und 16. Jahrh. überliefert; neuere Ausgaben haben v. d. Hagen (in »Narrenbuch«, Halle 1811) und Bobertag (»Narrenbuch«, Bd. 11 von Kürschners »Nationalliteratur«) veranstaltet. Das gleichnamige Gedicht von Anastasius Grün lehnt sich an die Volkssage an.
 
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Kahlengebirge, der nordöstliche, bis an die Donau reichende Ausläufer der Ostalpen in Niedeeösterreich, ein Teil des Wiener Waldes, durch herrliche Waldszenerien und Aussichten berühmt. Die höchste Erhebung bildet der Hermannskogel, 542 m, mit Aussichtsturm (Habsburgwarte). Weiter östlich er hebt sich der Kahlenberg (483 m, s. Karte »Umgebung von Wien«) mit dem Örtchen Josephsdorf, einer Kirche, großem Hotel, Villen und Aussichtsturm (Stephaniewarte); endlich als äußerster Grenzpfeiler, zwischen Wien und Klosterneuburg an die Donau tretend, der Leopoldsberg (423 m), der auf dem Grundgemäuer einer alten Burg eine Kirche trägt, worin die Führer des verbündeten Heeres vor der Türkenschlacht 3. Sept. 1683 den Sieg erflehten. Von Nußdorf führt eine Zahnradbahn auf die Höhe des Kahlenberges, dessen südliche Abhänge von Weingärten bedeckt sind. Am Fuß desselben liegt an der Staatsbahnlinie Wien-Gmünd Kahlenbergerdorf, mit Josephsdorf Teil des 19. Wiener Bezirks (Döbling), Dampferstation, mit Kinderasyl, wo um 1340 der durch seine lustigen Späße bekannte Pfarrer Wiegand von Theben, der sogen. Pfaffe vom Kahlenberg, Günstling Herzog Ottos des Fröhlichen, gelebt haben soll (vgl. den vorhergehenden Artikel).
 
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Kähler, 1) Johannes, Militärschriftsteller, geb 16. Juni 1830 in Neuhausen bei Königsberg i. Pr., gest. 3. Nov. 1885 in Konstantinopel, wurde 1852 Leutnant im 1. Dragonerregiment, bei dem er auch als Rittmeister 1866 den Krieg mitmachte, wurde 1870 Major und als Generalstabsoffizier der 2. Kavalleriedivision zugeteilt. Nach dem Kriege dem Großen Generalstab überwiesen, 187276 Lehrer an der Kriegsakademie, wirkte er für die Verbreitung seiner Lehren, die dahin strebten, die Instruktionen Friedrichs d. Gr. unter Berücksichtigung der taktischen Veränderungen wieder zur Grundlage für die Verwen dung der Reiterei zu machen. Außer den hierauf bezüglichen Schriften lieferte er zahlreiche Beiträge aus der Geschichte der letzten Kriege und setzte diese Tätigkeit auch als Kommandeur des 6. Husarenregiments (1876) fort. 1882 zu Organisationszwecken nach der Türkei beurlaubt, als Generalmajor zur Disposition gestellt, wurde K. kaiserlich ottomanischer Generalleutnant und Generaladjutant. Er schrieb: »Einhundertundfünfzig Jahre des königlich preußischen Litauischen Dragonerregiments Nr. 1 (Prinz Albrecht von Preußen«) (Berl. 1867, Nachtrag 1869); »Die Reiterei in der Schlacht bei Vionville und Mars la Tour« (3. Aufl., das. 1874); »Der Große Kurfürst« (das. 1875); »Die preußische Reiterei von 18061876 in ihrer innern Entwickelung« (das. 1879). Auch übersetzte er des ehemaligen Stabschefs des südstaatlichen Reiterführers Stuart, Heros v. Borcke, Erinnerungen: »Zwei Jahre im Sattel und am Feinde« (Berl. 1877, 2 Bde.).
   2) Martin, prot. Theolog, Bruder des vorigen, geb. 6. Jan. 1835 in Neuhausen, habilitierte sich 1860 in der theologischen Fakultät zu Halle, wurde 1864 außerordentlicher Professor der Theologie in Bonn, 1867 in Halle und daselbst 1879 ordentlicher Professor. K. ist ein der Gemeinschaftsbewegung (s. d.) nahestehender Vermittelungstheolog, der das Christentum unter steter Berücksichtigung der Kirchenlehre vom Mittelpunkt des apostolischen Zeugnisses von der Rechtfertigung des Sünders im Glauben aus als das übergeschichtliche Erlebnis einer unmittelbaren Einwirkung des erhöhten Christus im Gegensatz zum geschichtlichen Jesus versteht. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: »Das Gewissen. Ethische Untersuchung« (Halle 1878, Bd. 1); »Die Wissenschaft der christlichen Lehre« (Erlang. 188387, 2. Aufl. 1893); »Neutestamentliche Schriften in genauer Wiedergabe ihres Gedankenganges dargestellt« (Halle 188491,3 Hefte); »Der sogenannte historische Jesus und der geschichtliche biblische Christus« (Leipz. 1891. 2. Aufl. 1896); »Die Universitäten und das öffentliche Leben« (das. 1891); »Jesus und das Alte Testament« (das. 1895); »Unser Streit um die Bibel« (das. 1896); »Der lebendige Gott« (2. Aufl., das. 1897); »Dogmatische Zeitfragen« (das. 1898,2 Hefte); »Die Bedeutung der Mission für Leben und Lehre der Kirche« (Stuttg. 1899); »Gehört Jesus in das Evangelium?« (2. Aufl., Leipz. 1901); »Wiedergeboren durch die Auferstehung Jesu Christi« (das. 1901); »Die Sakramente als Gnadenmittel« (das. 1903).
 
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Kahler Astenberg, der höchste Gipfel der Provinz Westfalen, am Nordostende des Rothaargebirges, zwischen Lenne- und Ruhrquelle, ist 827 m hoch und gewährt herrliche Aussicht.
 
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Kahler Wasen oder Kleiner Belchen, s. Meyers Belchen 2).
 
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Kahlfraß, vollständige Entblätterung der Waldbäume, besonders der Nadelhölzer, durch Insekten.
 
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Kahlgrind, bei Tieren soviel wie Herpes tonsurans, s. Meyers Flechten, S. 669.
 
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Kahlhechte, s. Meyers Amien.
 
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Kahlköpfigkeit (Calvities, lat.; griech.: Alopecia, wörtlich: Krankheit, bei der das Haar ausgeht wie beim Fuchs, oder Atrichia, wörtlich: Haarlosigkeit). Als Oligotrichia bezeichnet man einen verminderten Haarwuchs. Ganz selten ist Alopecia und Oligotrichia angeboren und dann mit Fehlen der Zähne verbunden. Die erworbene K., Alopecia acquisita, ist am häufigsten eine Alterserscheinung und beginnt als solche meist vom Scheitel, seltener von der vordern Haargrenze aus (Alopecia senilis). Bei dieser Form der K. spielt erbliche Anlage eine gewisse Rolle. Eine K., unabhängig vom Alter (Alopecia praematura), beruht entweder auf allgemeinen Ernährungsstörungen infolge schwerer Krankheiten, oder auf örtlichen Erkrankungen der behaarten Kopfhaut. Unter den Krankheiten sind besonders Typhus, Syphilis (A. syphilitica), Wochenbettfieber, Scharlach, Lungenentzündung hervorzuheben. Als örtliche Ursachen sind zu nennen Kopfgrind, schwere Fälle von Kopfrose, Blattern, langdauernde Ausschläge der Kopfhaut (Glatzflechte, Herpes tonsurans), Flechtengrind, überreichliche Talgbildung. Bei der Alopecia syphilitica, die nur die sekundäre Form der Syphilis begleitet, ist der Haarausfall über den ganzen Kopf verbreitet. Zuweilen entstehen aber auch auf der Kopfhaut syphilitische Ausschläge, und dann ist der Haarausfall nur

[Bd. 6, Sp. 429]


auf die erkrankte Stelle beschränkt. Bei der Alopecia areata (herdförmige K.) tritt der Haarausfall nur an scharf umschriebenen, kreisförmigen, sich vergrößernden Stellen auf, die mit benachbarten Stellen sich zu größern haarlosen Flächen vereinigen können. Diese Form beruht wahrscheinlich auf nervös bedingten Ernährungsstörungen der Haarwurzeln. Unter Kopfgrind versteht man den Flechtengrind oder die Hautflechte (s. Ekzem), den Favus (Wabenkopfgrind), auch die Meyers Kleienflechte (s. d.). Die K. ist heil bar, wenn sie auf zeitweisem Haarausfall beruht, wie bei Typhuskranken und Wöchnerinnen, nach Kopfrose, bei leichtern Formen der Flechtenkrankheit (Herpes tonsurans) und des Kopfgrindes, kurz, sofern die Haarwurzel selbst noch erhalten ist; sobald diese zerstört oder abgestorben ist, wie im höhern Alter, so ist keins der vielen Reklamemittel imstande, einen einzigen Sproß hervorzubringen. Sorgfältige Pflege des Haares und der Haut beugen den örtlichen Ursachen in meist völlig ausreichender Art vor; eine kräftige allgemeine Ernährung nach schweren Krankheiten stellt auch ohne besondere Mittel den Haarwuchs langsam wieder her. Abseifen des Kopfes mehrmals in der Woche, des Abends vor dem Schlafengehen mit sorgfältigem Abtrocknen hinterher, ist sehr zu empfehlen. Die Krankheiten des Haarwuchses muß ein Arzt behandeln. Bei der Alopecia areata hat man gute Heilerfolge erzielt durch Bestrahlung mit starkem elektrischen Bogenlicht, das zwischen Eisenelektroden erzeugt wird und arm an Wärmestrahlen, reich an chemisch wirksamen blauen Strahlen ist. Vgl. Haarkrankheiten.
 
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Kahlschlag (Kahlschlagbetrieb), forstlicher Verjüngungsbetrieb, bei dem die Begründung eines jungen Holzbestandes nach vorherigem kahlen Abtrieb des Vorbestandes durch Saat oder Pflanzung erfolgt. Der K. ist bei Kiefern- und Fichtenhochwaldungen die herrschende Verjüngungsart. Vgl. Forstwirtschaft.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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