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Kadaverīn bis Kadeöl (Bd. 6, Sp. 411 bis 413)
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Artikelverweis Kadaverīn, s. Pentamethylendiamin.
 
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Kadaverös, leichenhaft.
 
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Kaddig, s. Meyers Wacholder.
 
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Kaddigöl (Kadeöl, Kranewettöl, Cadieöl, Oleum juniperi empyreumaticum), aus Wacholderzweigen und -holz, besonders von Juniperus oxycedrus in Südfrankreich, durch einen Schweiprozeß gewonnener Teer, ist dunkelbraun, etwas dickflüssig, riecht mild teerartig, nicht unangenehm, schmeckt aromatisch brennend, bitter, ist leichter als Wasser, in Alkohol unvollständig, in Äther leicht und vollständig löslich und enthält reichlich das Sesquiterpen Kadinen. Man benutzt K. gegen Hautkrankheiten, Gicht, Rheuma und als Wurmmittel auch in der Veterinärpraxis. Hebrasflüssige Teerseife besteht aus 25 Proz. K. u. 25 Proz. schwarzer Seife, gelöst in 50 Proz. Alkohol.
 
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Kaddisch (chald., »heilig«), ein schon im Talmud erwähnter, in der damals allgemein verständlichen chaldäischen Sprache abgefaßter Lobhymnus der südischen Liturgie, der erstens als Halb- (chazi K.) und

[Bd. 6, Sp. 412]


Ganzkaddisch (K. schalem) am Ende der verschiedenen Teile des Gottesdienstes, zweitens als K. der Gelehrten (Rabbonimkaddisch), eine Bitte für das Wohlergehen Israels und seiner Gelehrten enthaltend, am Schluß eines Lehrvertrags oder des Thorastudiums, drittens als Waisenkaddisch (K. jatôm) von den männlichen Waisen während der ersten elf Monate des Trauerjahres und an der Meyers Jahrzeit (s. d.), endlich viertens als K. der Verjüngung (K. d'itchadata) bei Begräbnissen gesprochen wird.
 
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Kade, Otto, Musikhistoriker, geb. 6. Mai 1819 in Dresden, gest. 19. Juli 1900 in Doberan, war Schüler von Jul. Otto in Dresden und Johann Schneider in Dessau, lebte zuerst seit 1848 als Dirigent des von ihm begründeten Cäcilienvereins sowie später als Musikdirektor der Neustädter Kirche in Dresden, bis er 1860 als großherzoglicher Musikdirektor und Dirigent des Schloßchors nach Schwerin berufen wurde. 1884 verlieh ihm die Universität Leipzig den Doktortitel. K. gehört zu den tüchtigsten Arbeitern auf dem Gebiete der ältern Kirchenmusik. Er verfaßte Monographien über Matthäus Le Maistre (Mainz 1862), Heinrich Isaak, den »Lutherkodex vom J. 1530« (Dresd. 1873) u. a., redigierte den 5. Band von Ambros' Musikgeschichte (»Notenbeilagen«, Leipz. 1881; 2. Aufl. 1891), gab unter anderm eine Sammlung älterer Passionsmusiken (Gütersl. 189193,4 Hefte) heraus und steuerte viele Beiträge zu den »Monatsheften für Musikgeschichte« bei. Als Komponist trat er nur mit liturgischen Werken hervor (Kantionale für den evangelischen Gottesdienst nach altgregorianischen Weisen; vierstimmiges Choralbuch für das Mecklenburgische Kirchengesangbuch u. a.).
 
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Kadelburg, Gustav, Schauspieler und Lustspieldichter, geb. 26. Juli 1851 in Budapest, begann seine künstlerische Laufbahn in Leipzig und Halle und kam 1871 an das Wallnertheater in Berlin, wo er etwa zehn Jahre lang im Fache der Naturburschen und der Bonvivants wirkte. Nachdem er dann eine Zeitlang in Wien, Hamburg und Nordamerika tätig gewesen war, ging er an das Deutsche Theater in Berlin, dem er bis 1894 als Bonvivant und Charakterkomiker angehörte. Seitdem gastiert er. Er verfaßte die Lustspiele und Schwänke: »In Zivil« (Berl. 1893), »Der Hungerturm«, »Mauerblümchen«, »Zwei Wappen«, »Zum wohltätigen Zweck«, »Hans Huckebein«; ferner mit H. Wilken den Einakter »Migräne« (Mühlh. 1901), mit O. Blumenthal: »Großstadtluft«, »Orientreise«, »Das Theaterdorf«, das viel gespielte Stück »Im weißen Rössl« (Berl. 1898), dessen schwächere Fortsetzung »Als ich wiederkam« (das. 1902) und das witzig-drastische Stück »Der blinde Passagier«; mit F. v. Schönthan die gleichfalls mit Beifall aufgeführten Lustspiele: »Goldfische«, »Die berühmte Frau«, »Der Herr Senator« und »Zwei glückliche Tage« (zusammen erschienen als »Dramatische Werke«, Bd. 1 bis 4. Berl. 1899); endlich unter Mitwirkung von F. v. Zobeltitz: »Ein Familientag« (1904).
 
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Kaden, Woldemar, Schriftsteller, geb. 9. Febr. 1838 in Dresden, widmete sich dem Lehrfach und wirkte nach einem einjährigen Aufenthalt in Paris 186773 als Direktor der deutschen Schule zu Neapel, wo er dann 187682 die Professur der deutschen Sprache und Literatur am philologischen Gymnasium bekleidete und noch gegenwärtig lebt. Seine Schriften schildern in munterer und ansprechender Weise Land und Leute Italiens. Es erschienen von ihm: »Wandertage in Italien« (Stuttg. 1874); »Durstige Tage« (das. 1874); »Italiens Wunderhorn« (Volkslieder, das. 1878); »Sommerfahrt. Eine Reise durch die südlichsten Landschaften Italiens« (Berl. 1880); »Unter den Olivenbäumen«, süditalienische Volksmärchen (Leipz. 1880); »Italienische Gipsfiguren« (Oldenb. 1881. 3. Aufl. 1890); »Italien. Eine Sommerfahrt« (Glogau 1881); »Skizzen und Kulturbilder aus Italien« (Jena 1882, 2. Aufl. 1889); »Pompejanische Novellen« (Stuttg. 1882); »Nach dem Süden. Wanderungen durch die Schweiz und die Riviera« (mit F. Wernick, Leipz. 1882); »Die Insel Ischia« (Luzern 1883); »Die Riviera« (mit H. Nestel, illustriert, Stuttg. 1884 bis 1885); »Neue Welschlandbilder und Historien« (Leipz. 1885); »Sonnenbrut. Kopien realistischer Bilder aus der neuesten italienischen Novellistik« (2. Aufl., Dresd. 1889); »Volkstümliches aus Süditalien« (Leipz. 1896); »Rotes Blut und andre Geschichten aus Süditalien« (Stuttg. 1898) u. a.; ferner: »Durchs Schweizerland« (Gera 1895). Außerdem schrieb er den Text zu dem Prachtwerk »Schweizerland« (Stuttg. 1877) und mehrere Reiseführer (Italien, Gotthardbahn, Riviera u. a.). Auch übersetzte er »Die Verlobten« von Manzoni (Stuttg. 1883) und Misasis »Kalabrische Novellen« (das. 1884) und gab Sagen der Quichua- und der Guarani-Indianer (1895) heraus.
 
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Kadénz (ital. Cadenza), soviel wie Schlußfall (clausula), d. h. eine harmonische Wendung, die einen Ruhepunkt oder Abschluß bildet. Man unterscheidet die sogen. vollkommene K. (Ganzschluß), die Folge:

Dominante-Tonika (a), von der unvollkommenen K. oder dem Halbschluß (b); doch wird auch die Plagalkadenz, d. h. die Folge: Subdominante-Tonika (c), unvollkommene K. und die große K., die Folge: Subdominante-Dominante-Tonika (d), auch vollkommene genannt. Trugkadenz (Trugschluß) heißt die Wendung der Dominante nach einem andern Akkord als dem der Tonika (e). Aufgehaltene K. (Fermate) endlich ist in Konzerten mit Orchester, Sonaten etc. ein Halt inmitten der K., meist auf dem Quartsextakkord der Tonika (k), dem ein mehr oder minder ausgesponnenes brillantes Passagenwerk folgt, in dem der Virtuos meist noch die größten Schwierigkeiten zu überwinden hat. In früherer Zeit schoben die Künstler in die »aufgehaltene K.« freie Improvisationen über Themen des gespielten Werkes ein Beethoven zog es vor, dem Virtuosen auch vorzuschreiben, was er an dieser Stelle spielen solle, schrieb

[Bd. 6, Sp. 413]


zu seinen frühern Konzerten gesonderte »Kadenzen« (so nannte man nun auch diese Einschiebsel selbst) und fügte seinem Es dur-Konzert dieselben gleich von vornherein als organische Teile ein. In allen neuern Konzerten (schon bei Mendelssohn und Schumann) ist die K. integrierender Teil des Ganzen. Moscheles, Reinecke u. a. haben Kadenzen zu Beethovenschen und andern Konzerten herausgegeben. K. (franz. cadence) heißt auch das Geschwindigkeitsmaß einer Marschbewegung im Gleichtritt, nach der Schrittzahl in der Minute. Vgl. Tempo.
 
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Kadenzieren, in der Musik soviel wie eine Kadenz (s. d.) machen.
 
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Kadeöl, s. Meyers Kaddigöl.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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