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Kabinett bis Kabis (Bd. 6, Sp. 408 bis 409)
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Artikelverweis Kabinett (franz. Cabinet), eigentlich Nebenzimmer, kleines Gemach; in fürstlichen Palästen das Wohnzimmer sowie auch das Zimmer, in dem der Fürst seine besondern Angelegenheiten zu besorgen pflegt, daher soviel wie Geschäftsexpedition des Staatsoberhauptes; auch Bezeichnung für Beamte, denen diejenigen Geschäfte überwiesen sind, und die diejenigen Sachen (Kabinettssachen) vorzutragen haben, die vom Fürsten unmittelbar erledigt werden; daher die Titel Kabinettsrat, Kabinettsminister, Kabinettssekretär. Kabinettsfrage heißt eine Frage, von deren Entscheidung es abhängt, ob Minister im Amt bleiben oder nicht, Kabinettsorder (Kabinettsbefehl) ein unmittelbarer Befehl des Fürsten. Das Kabinettsschreiben hat einen weniger förmlichen Charakter als das »Kanzleischreiben«. K. heißt auch die Staatsregierung in ihren Beziehungen zu auswärtigen Verhältnissen; in diesem Sinne spricht und sprach man von dem K. in St. James, dem K. der Tuilerien, dem K. von Petersburg, dem Berliner K. Ein vom Staatsoberhaupt ohne Rücksicht auf den Willen des Volkes, namentlich aus dynastischen Gründen begonnener Krieg wird Kabinettskrieg genannt. Geheimes K. heißt in manchen Staaten das höchste Landeskollegium oder das Kollegium der Geheimen Räte. K. nennt man ferner ein Zimmer oder eine Abteilung für besonders wertvolle Gegenstände der Künste oder Wissenschaften, die, als Kabinettstücke,

[Bd. 6, Sp. 409]


nicht allgemeinen Sammlungen einverleibt werden, also im Gegensatz zu Galerien, Sälen (Gemäldegalerie, Bibliotheksaal etc.); hieraus erklären sich Ausdrücke wie Kabinettwein, Kabinettauslese etc. Namentlich heißt K. ein Zimmer, in dem eine Münzsammlung aufbewahrt wird (Münzkabinett); dann ein Buch, in dem eine Münzsammlung verzeichnet und beschrieben ist. Schwarzes K., s. Meyers Cabinet noir.
 
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Kabinettformat, Format für Photographien, etwas großer als das »Visitenkartenformat«, etwa 16 cm hoch und 11 cm breit.
 
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Kabinettkäfer, s. Meyers Speckkäfer.
 
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Kabinettmalerei, ein Zweig der Glasmalerei für profane Zwecke, der sich im 16. Jahrh. ausbildete; s. Meyers Glasmalerei, S. 6.
 
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Kabinettsjustiz, die unmittelbare Einmischung des Regenten in einen bei den Gerichten anhängigen Rechtsstreit. In Deutschland ist eine solche seit längerer Zeit ausgeschlossen; insbes. ist sie mit dem Gerichtsverfassungsgesetz (§ 1 und 16) unverträglich. Die Deutsche Reichsverfassung gibt in Art. 77 für den Fall der K. das Recht der Beschwerde an den Meyers Bundesrat (s. d., S. 602, und Rechtsverweigerung). In Österreich ist die Unabhängigkeit der Richter durch das Staatsgrundgesetz vom 21. Dez. 1867 gewährleistet.
 
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Kabinettsminister, s. Meyers Kabinett.
 
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Kabinettspostamt, s. Meyers Briefpostamt.
 
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Kabinettstück, s. Meyers Kabinett.
 
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Kabīra, Ort im alten Pontos, unweit des Lykos. Mithradates d. Gr., der auf der nahen Burg Känon seine Schätze verwahrte, verschönerte ihn; Pompejus erhob ihn zur Stadt, die er Diopolis nannte; in der Kaiserzeit hieß sie Neocäsarea, woraus der heutige Name Niksar entstand. Konzil daselbst 314.
 
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Kabiren, Götter eines samt dem Worte (»die Großen, Mächtigen«) von den Phönikern entlehnten Geheimkultes der Griechen, ursprünglich als hilfreiche Seegötter auf den Inseln Lemnos, Imbros und besonders Samothrake, dann auch in der Troas, in Thessalien uno Böotien verehrt, ursprünglich wohl in der Zweiheit: ein älterer, nachmals mit Meyers Hephästos (s. d.) oder (in Böotien) mit Dionysos (s. d.) identifiziert, und ein jüngerer, Kadmilos oder Kasmilos genannt und vielfach mit Meyers Hermes (s. d.) oder dem thebanischen Meyers Kadmos (s. d.) oder dem troischen Dardanos (s. d.) identifiziert. Als ihre Verehrung mit dem Kulte der Demeter und Kora oder der Rhea in enge Verbindung getreten war, erscheint auch eine weibliche Kabirin (Kabiro) und als Namen der drei K. Axieros, Axiokersa und Axiokersos. Später wurden sie auch den Dioskuren (s. d.), von römischen Theologen der Trias der kapitolinischen Gottheiten oder den Penaten (s. d.) gleichgesetzt. Tempel der K. sind in Samothrake und in Theben in neuester Zeit ausgegraben worden. Vgl. Preller-Robert, Griechische Mythologie, Bd. 1, S. 847 ff. (Berl. 1894); Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie, Bd. 2, S. 2522 ff. (Leipz. 1897).
 
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Kabis (Kabbes), Weißkraut, s. Meyers Kohl.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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