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Justīnus bis Justizĭar (Bd. 6, Sp. 396 bis 397)
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Artikelverweis Justīnus, Name zweier oströmischer Kaiser: 1) J. I., geb. zu Tauresium in Illyrien als der Sohn eines Bauern, wanderte als Jüngling nach Konstantinopel,

[Bd. 6, Sp. 397]


wurde dort in die Leibwache aufgenommen, stieg in derselben rasch bis zum Oberbefehlshaber empor und wurde nach Anastasius' Tode (518) von den Soldaten zum Kaiser ausgerufen. Er überließ die innere Verwaltung seinem Quästor Proclus und seinem Schwestersohn Iustinianus, den er adoptierte und endlich zum Mitregenten annahm, und beendigte die monophysitischen Streitigkeiten, indem er sich für die orthodoxe römische Lehre entschied. Er starb 1. August 527.
   2) J. II., Sohn der Schwester Justinians, Vigilantia, und Gemahl der Sophia, einer Schwestertochter der Theodora, wurde 565 seines Oheims Nachfolger. Er führte ein sparsameres Regiment und stellte den durch seines Oheims Aphthartodoketismus gestörten kirchlichen Frieden wieder her, indem er sich zum orthodoxen Dogma bekannte. Seine körperlichen und geistigen Kräfte wurden aber bald durch Siechtum geschwächt, seine Regierung war daher im Innern wie nach außen ruhmlos und unglücklich. Die Perser drangen wieder erobernd in die östlichen Provinzen ein; der größte Teil von Italien ging an die Langobarden verloren, und die Avaren und Slawen verwüsteten Griechenland. J. setzte sich 574 im Gefühl seiner Schwäche den Tiberius als Mitkaiser zur Seite, dem er im September 578 die Regierung überließ, und starb in Zurückgezogenheit 5. Okt. 578. Vgl. Groh, Geschichte des oströmischen Kaisers Iustin II. (Leipz 1889).
 
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Justīnus, 1) Marcus Junianus J., röm. Geschichtschreiber, verfaßte im 2. Jahrh. n. Chr. einen im Mittelalter viel benutzten Auszug aus Trogus Pompejus (s. d.). Ausgaben von Frotscher (Leipz. 182730, 3 Bde., mit den Anmerkungen der ältern Erklärer), Jeep (das. 1859), Rühl (das. 1886); Übersetzung von Forbiger (Stuttg. 1867). Vgl. Rühl, Die Verbreitung des J. im Mittelalter (Leipz. 1871).
   2) J. der Märtyrer (Justinus martyr), Kirchenlehrer und Apologet des Christentums, geb. um 100 in Flavia Neapolis, dem alten Sichem in Palästina, wendete sich erst der Philosophie, namentlich der Platonischen, dann, ohne seine philosophischen Neigungen aufzugeben, dem Christentum zu. Er war ein besonnener Ausgleicher der christlichen Parteien, zäher Bestreiter der Gnosis, energischer Verteidiger der Logos lehre. In jeder Beziehung steht er an der Spitze der kirchlichen Entwickelung des Dogmas. Nach Rom gekommen, schrieb er zwischen 150 und 155 die an Kaiser und Senat gerichtete Apologie mit einem Nachtrag, der sogen. zweiten Apologie (hrsg. von Krüger; 3. Aufl., Tüb. 1904; deutsch mit Erläuterungen von Veil, Straßb. 1894), später das Gespräch mit dem Juden Trypho. Zwischen 163 und 167 endigte er als Märtyrer. Sein Tag ist der 13. April. Seine Werke, darunter viele unechte, wurden zuletzt herausgegeben von Otto (3. Aufl., Jena 187681, 5 Bde.). Vgl. Semisch, J. der Märtyrer (Bresl. 184042, 2 Bde.); Aubé, Saint-Justin, philosophe et martyr (2. Aufl., Par. 1874); Freppel, Saint-Justin (3. Aufl., das. 1886); Wehofer, Die Apologie Justins des Philosophen und Märtyrers in literarhistorischer Beziehung untersucht (Rom 1897, Supplement zur »Römischen Quartalschrift«).
 
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Justitĭa, bei den Römern der Asträa und Meyers Dike (s. d.) nachgebildete Personifikation der Gerechtigkeit, auf Münzen mit Füllhorn und Wage, später mit Stirnbinde oder Diadem, mit Schwert und Wage oder mit einer Schale in der einen Hand und einem Zepter in der andern dargestellt.
 
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Justitĭa regnōrum fundamentum (lat., »Gerechtigkeit ist die Grundlage der Reiche«), Wahlspruch des Kaisers Franz I. von Österreich.
 
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Justitiarĭus (lat., Justiziar), bei den frühern Patrimonialgerichten Bezeichnung für die Gerichtshalter, Gerichtsverwalter; heute insonderheit für das rechtskundige Mitglied einer Verwaltungsbehörde, den Rechtsbeistand einer kaufmännischen Korporation, einer Handelsgesellschaft, einer Bank etc. gebräuchlich.
 
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Justitĭum (lat.), der gänzliche Stillstand der Rechtspflege. Bei den Römern konnte ein J. in Zeiten der Not und infolge von Todesfällen in der kaiserlichen Familie vorübergehend angeordnet werden. Heutzutage kann es noch infolge eines Krieges oder eines außerordentlichen Naturereignisses. z. B. einer Überschwemmung, eines Erdbebens, eintreten. Nach der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 245) tritt dann für die Dauer dieses Zustandes eine »Unterbrechung des Verfahrens« (s. d.) ein. Vgl. auch Deutsche Strafprozeßordnung, § 15.
 
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Justīz (lat. Justitia), s. Meyers Rechtspflege.
 
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Justizgebäude, soviel wie Meyers Gerichtsgebäude (s. d.).
 
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Justizgesetze, die auf die Rechtspflege bezüglichen Gesetze; vielfach schlechthin zur Bezeichnung der J. des Deutschen Reiches gebraucht (s. Meyers Reichsjustizgesetze).
 
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Justizhoheit, die Staatsgewalt, insofern sich dieselbe auf die Rechtspflege, die bürgerliche (Ziviljustizhoheit) wie die strafende (Kriminaljustizhoheit) bezieht. Der moderne Staat erkennt die Unabhängigkeit der Gerichte in ihrer Rechtsprechung von dem Einfluß der Staatsgewalt an. Dies schließt jedoch nicht aus, daß die Staatsregierung bei der dienstlichen Beaufsichtigung des Gerichtspersonals, bei Ausübung der Disziplinargewalt, Organisation der Gerichts- und sonstigen Justizbehörden, insbes. der Staatsanwaltschaft, bei der Anstellung der Beamten sowie bei dem Vollzug der gerichtlichen Urteile in Tätigkeit tritt (s. Meyers Justizverwaltung). Die Rechtsprechung selbst ist ebenfalls ein Ausfluß der Staatsgewalt, und ebendarum ergehen die gerichtlichen Urteile im Namen des Staatsoberhauptes, diejenigen des deutschen Reichsgerichts im Namen des Deutschen Reiches.
 
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Justizĭar, s. Justitiarius.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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