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Justierzeiger bis Justitĭa (Bd. 6, Sp. 396 bis 397)
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Artikelverweis Justierzeiger, s. Meyers Grabstichel.
 
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Justifikation (lat.), Rechtfertigung. Bei Rechnungen die Genehmigung derselben nach vorgängiger Revision und Feststellung. Diese erfolgt namentlich bei Staats-, Gemeinde-, Korporationsrechnungen u. dgl. durch einen förmlichen Beschluß (Justifikationsdekret, Justifikatorium, Justifikatur).
 
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Justifizieren (lat.), berichtigen, rechtfertigen, früher auch soviel wie hinrichten.
 
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Justīn, s. Iustinus.
 
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Justiniāna Prima, Stadt, s. Meyers Skoplje.
 
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Justinianische Novellen, s. Meyers Corpus juris.
 
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Justiniānus, Name zweier oströmischer Kaiser: 1) J. I., geb. um 483 zu Tauresium in Illyrien, gest. 14. Nov. 565. Er wurde unter der Regierung des Kaisers Anastasius von seinem Oheim, dem nachmaligen Kaiser Justinus I., nach Konstantinopel gerufen, erhielt daselbst eine höhere Bildung, gelangte zu immer angesehenern Ehrenstellen, erhielt 521 das Konsulat, während dessen er glänzende Spiele veranstaltete, wurde schließlich von seinem Oheim adoptiert und zum Mitkaiser angenommen und nach dessen Tode (527) sein Nachfolger. Neben ihm spielte eine bedeutende Rolle seine Gemahlin Theodora, ehemals eine wegen ihrer Sittenlosigkeit berüchtigte Schauspielerin, die durch ihre Gewandtheit und Energie einen großen Einfluß auf ihn ausübte (sie starb 548). Seine Regierung ist besonders bedeutend durch die Bauten, die er ausführte, durch einige glänzende Kriegserfolge und die von ihm veranstaltete Gesetzsammlung. Er baute, von zahlreichen Gebäuden an andern Orten abgesehen, allein in Konstantinopel 25 Kirchen, darunter die Sophienkirche (die heutige Hauptmoschee), eines der großartigsten und prächtigsten Bauwerke der Welt. Seine Kriegserfolge bestanden darin, daß durch Belisar und Meyers Narses (s. d.) das Wandalen- und das Ostgotenreich gestürzt und so Nordafrika und Italien dem Kaiserreich wieder einverleibt, auch eine Anzahl von Küstenstädten im südöstlichen Spanien erobert wurden. Er selbst beteiligte sich an diesen Kriegen nicht, sondern suchte durch schlaue Diplomatie und durch »Geschenke«, die er den benachbarten Barbaren zahlte, das Reich zu sichern. Der gefährlichste Feind desselben war der Perserkönig Chosroes Nuschirwan, der 528532 und dann 540545 gegen ihn Krieg führte, 540 sogar Antiochia eroberte und zerstörte, und von dem er endlich 562 durch einen jährlichen Tribut den Frieden erkaufte. Die von Norden her das Reich bedrohenden Barbaren, die Bulgaren, Slawen und Avaren, suchte er durch großartige Festungsbauten, die er namentlich längs der Donau ausführte, abzuhalten. Über das Corpus juris s. d Die Bauten, die Kriege und die Kontributionen, dazu der glänzende Hofhalt und die Spiele erforderten große Geldmittel, die er und sein Finanzminister Johann der Kappadokier durch alle möglichen Arten der Erpressung aufbrachten. 532 kam es infolge der Unzufriedenheit des Volkes über diese Erpressungen zu dem sogen. Meyers Nikaaufstand (s. d.) in Konstantinopel, der erst nach einem großen Blutbad, wobei ein großer Teil der Stadt in Flammen ausging, unterdrückt wurde In bezug auf die Kirche nahm J. eine unumschränkte Herrschaft in Anspruch; er hielt mehrere Synoden, um die Rechtgläubigkeit festzustellen, begünstigte aber in den letzten Jahren seiner Regierung die Sekte der Aphthartodoketen, eines Zweiges der Monophysiten. Er hob 529 die Philosophenschule in Athen auf, vernichtete auch sonst die Reste des Heidentums in Griechenland und schaffte 541 das Konsulat ab. Vgl. Ludewig, Vita Justiniani atque Theodorae nec non Triboniani (Halle 1731); Isambert, Histoire de Justinien (Par. 1856, 2 Bde.); Bury, History of the later Roman empire, Bd. 1 (Lond. 1889); Dieht, Justinien et la civilisation byzantine (Par. 190 t).
   2) J. II., folgte 685 seinem Vater Konstantin IV. Pogonatos auf dem Thron, führte ein grausames und verschwenderisches Regiment, wurde 695 durch den Feldherrn Leontios gestürzt und von diesem, der sich zum Kaiser aufschwang, verstümmelt (daher sein Beiname Rhinotmetos) und nach Cherson verbannt. Nach dem Sturze des Leontios 698 entfloh er zuerst zu den Chasaren, dann zu den Bulgaren und gewann mit deren Hilfe 705 den Thron wieder, nahm mit wilder Grausamkeit an seinen Feinden Rache, wurde aber schon 711 bei einem neuen Aufstand getötet. Mit ihm erlosch das Geschlecht des Heraklios.
 
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Justinopŏlis, s. Capodistria und Meyers Edessa 1).
 
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Justīnus, Name zweier oströmischer Kaiser: 1) J. I., geb. zu Tauresium in Illyrien als der Sohn eines Bauern, wanderte als Jüngling nach Konstantinopel,

[Bd. 6, Sp. 397]


wurde dort in die Leibwache aufgenommen, stieg in derselben rasch bis zum Oberbefehlshaber empor und wurde nach Anastasius' Tode (518) von den Soldaten zum Kaiser ausgerufen. Er überließ die innere Verwaltung seinem Quästor Proclus und seinem Schwestersohn Iustinianus, den er adoptierte und endlich zum Mitregenten annahm, und beendigte die monophysitischen Streitigkeiten, indem er sich für die orthodoxe römische Lehre entschied. Er starb 1. August 527.
   2) J. II., Sohn der Schwester Justinians, Vigilantia, und Gemahl der Sophia, einer Schwestertochter der Theodora, wurde 565 seines Oheims Nachfolger. Er führte ein sparsameres Regiment und stellte den durch seines Oheims Aphthartodoketismus gestörten kirchlichen Frieden wieder her, indem er sich zum orthodoxen Dogma bekannte. Seine körperlichen und geistigen Kräfte wurden aber bald durch Siechtum geschwächt, seine Regierung war daher im Innern wie nach außen ruhmlos und unglücklich. Die Perser drangen wieder erobernd in die östlichen Provinzen ein; der größte Teil von Italien ging an die Langobarden verloren, und die Avaren und Slawen verwüsteten Griechenland. J. setzte sich 574 im Gefühl seiner Schwäche den Tiberius als Mitkaiser zur Seite, dem er im September 578 die Regierung überließ, und starb in Zurückgezogenheit 5. Okt. 578. Vgl. Groh, Geschichte des oströmischen Kaisers Iustin II. (Leipz 1889).
 
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Justīnus, 1) Marcus Junianus J., röm. Geschichtschreiber, verfaßte im 2. Jahrh. n. Chr. einen im Mittelalter viel benutzten Auszug aus Trogus Pompejus (s. d.). Ausgaben von Frotscher (Leipz. 182730, 3 Bde., mit den Anmerkungen der ältern Erklärer), Jeep (das. 1859), Rühl (das. 1886); Übersetzung von Forbiger (Stuttg. 1867). Vgl. Rühl, Die Verbreitung des J. im Mittelalter (Leipz. 1871).
   2) J. der Märtyrer (Justinus martyr), Kirchenlehrer und Apologet des Christentums, geb. um 100 in Flavia Neapolis, dem alten Sichem in Palästina, wendete sich erst der Philosophie, namentlich der Platonischen, dann, ohne seine philosophischen Neigungen aufzugeben, dem Christentum zu. Er war ein besonnener Ausgleicher der christlichen Parteien, zäher Bestreiter der Gnosis, energischer Verteidiger der Logos lehre. In jeder Beziehung steht er an der Spitze der kirchlichen Entwickelung des Dogmas. Nach Rom gekommen, schrieb er zwischen 150 und 155 die an Kaiser und Senat gerichtete Apologie mit einem Nachtrag, der sogen. zweiten Apologie (hrsg. von Krüger; 3. Aufl., Tüb. 1904; deutsch mit Erläuterungen von Veil, Straßb. 1894), später das Gespräch mit dem Juden Trypho. Zwischen 163 und 167 endigte er als Märtyrer. Sein Tag ist der 13. April. Seine Werke, darunter viele unechte, wurden zuletzt herausgegeben von Otto (3. Aufl., Jena 187681, 5 Bde.). Vgl. Semisch, J. der Märtyrer (Bresl. 184042, 2 Bde.); Aubé, Saint-Justin, philosophe et martyr (2. Aufl., Par. 1874); Freppel, Saint-Justin (3. Aufl., das. 1886); Wehofer, Die Apologie Justins des Philosophen und Märtyrers in literarhistorischer Beziehung untersucht (Rom 1897, Supplement zur »Römischen Quartalschrift«).
 
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Justitĭa, bei den Römern der Asträa und Meyers Dike (s. d.) nachgebildete Personifikation der Gerechtigkeit, auf Münzen mit Füllhorn und Wage, später mit Stirnbinde oder Diadem, mit Schwert und Wage oder mit einer Schale in der einen Hand und einem Zepter in der andern dargestellt.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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