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Jussus bis Justi (Bd. 6, Sp. 394 bis 395)
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Artikelverweis Jussus (lat.), das Geheiß, die Ermächtigung, d. h. eine einseitige Erklärung, wonach ein andrer etwas tun soll oder darf.
 
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Just (v. lat. juste), genau, gerade; auch soviel wie richtig (so, wie es sein soll), geheuer, gehörig.
 
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Justa causa (lat.), s. Meyers Causa.
 
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Jus taliōnis (lat.), Recht der Wiedervergeltung (s. Talion).
 
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Justament, s. Meyers Justement.
 
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Justaucorps (spr. schüstokōr), franz. Bezeichnung für einen eng anliegenden Oberrock der männlichen Tracht, der um 1660 in Frankreich aufkam und bis etwa 1740 in verschiedenen Abwandlungen in Mode blieb (s. Tafel Meyers »Kostüme III«, Fig. 7 u. 10). Zur Beschaffung einer neuen Einnahmequelle schuf Ludwig XIV. 1664 das J. à brevet.

[Bd. 6, Sp. 395]



 
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Juste (spr. schüst'), Théodore, belg. Historiker, geb. 11. Jan. 1818 in Brüssel, gest. daselbst 10. Aug. 1888, Direktor des dortigen Museums für Altertümer und Professor an der Kriegsschule, seit 1856 auch Mitglied der belgischen Akademie, veröffentlichte mehrere populäre Beiträge zur allgemeinen Geschichte sowie zahlreiche historische, bez. biographische Arbeiten zur belgischen Geschichte, die freilich von sehr ungleichem Wert sind. Erwähnt seien: »Histoire de Belgique« (Brüss. 1840; neueste Aufl. 1894, 3 Bde.); »Essai sur l'histoire de l'instruction publique en Belgique« (1844); »Précis de l'histoire moderne« (mit besonderer Berücksichtigung Belgiens, 1845; 3. Aufl. 1869); »Histoire de la révolution belge de 1790« (1846, 3 Bde.; 2. Aufl. mit anderm Titel, 1885, 2 Bde.); »Précis de l'histoire du moyen-âge« (mit besonderer Berücksichtigung Belgiens, 184749, 5 Bde.; 2. verb. Aufl., 1876, 3 Bde.); »Histoire du congrès national de Belgique 18301831« (1850, 2 Bde.; 3. Aufl., mit verändertem Titel, 1885; deutsch: »Geschichte der Gründung der konstitutionellen Monarchie in Belgien«, Brüss. 185051, 2 Bde.; 2. Aufl. mit verändertem Titel, 1854); »Conspiration de la noblesse belge contre l'Espagne en 1632« (1851); »Les Pays-Bas sous Charles V. Vie de Marie de Hongrie« (1855; 2. verm. Aufl. 1861; auch ungarisch); »Histoire de la révolution des Pays-Bas sous Philippe II« (185567, 4 Bde.; 2. Aufl. mit anderm Titel 18841888, 5 Bde.); »Charles V et Marguerite d'Autriche 14771521« (1858); »Vie de Marnix de Sainte-Aldegonde« (1858); »Le comte d'Egmont et le comte de Hornes 15221568« (1862); »Le comte de Mercy-Argenteau« (1863); »Histoire des Etats-Généraux des Pays-Bas 14651790« (1864, 2 Bde.); »Les frontières de la Belgique« (1866); »Le soulèvement de la Hollande en 1813« (1870); »La révolution belge de 1830« (1872, 2 Bde.); »Guillaume le Taciturne« (1873); »Précis de l'histoire contemporaine 18151871« (1875); »La pacification de Gand et le sac d'Anvers 1576« (1876); »17571871. La rivalité de la France et de la Prusse« (1877); »Les Vonckistes« (1878); »Léopold I et Léopold II« (1878, 2. Aufl. 1879); »Panthéon national 18301880« (Mons 1881); »Bruxelles en 1815« (1884) etc. Besonders wichtig ist das biographische Werk »Les fondateurs de la monarchie belge« (186581, 27 Bde.).
 
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Justement (franz., spr. schüst'māng, meist in deutscher Aussprache: justemént, justamént, auch bloß: just), eben (jetzt), ebenso, genau, gerade.
 
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Juste-milieu (franz., spr. schüst'-miljö, »richtige Mitte, Mittelstraße«), ein schon von Voltaire in einem Brief an den Grafen d'Argental vom 28. Nov. 1765 gebrauchter Ausdruck, besonders seit der Julirevolution 1830 ein politisches Schlagwort, indem die Minister und die Presse des Königs Ludwig Philipp wiederholt erklärten, das Staatswohl Frankreichs könne nur gewahrt werden, wenn die Regierung dem Parteitreiben gegenüber »le juste milieu« einhalte. So ward das Wort bald im freundlichen, bald im feindlichen Sinn als das politische Prinzip der Juliregierung gebraucht.
 
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Justh, Julius von, ungar. Politiker, geb. 13. Jan. 1850 in Necpál (Thuróczer Komitat), bereiste Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien und beteiligte sich früh am politischen Leben. Im Parlament gehört er zu den hervorragendern Mitgliedern der Unabhängigkeits- und 48er Partei. 1893 wurde er an Stelle Karl Eötvös' zum Präsidenten dieser Partei erwählt, verzichtete aber im Dezember 1895 zugunsten Franz Kossúths. In der großen kirchenpolitischen Bewegung stand er ganz auf seiten der liberalen Partei. Im Februar 1905 erwählte ihn das Abgeordnetenhaus zum Präsidenten.
 
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Justi, 1) Johann Heinrich Gottlob von, Kameralist, geb. gegen 1702 zu Brücken in Preußen, gest. 20. Juli 1771 auf der Festung Küstrin, studierte in Wittenberg und Jena Jura und Cameralia, trat später in preußische Kriegsdienste und geriet in österreichische Gefangenschaft, der er sich durch Flucht entzog. Nachdem er in Leipzig Metallurgie studiert und 1747 einen Preis für sein Werk über die Monaden von der preußischen Akademie der Wissenschaften erhalten hatte, folgte er 1750 einem Ruf als Professor der Kameralistik und deutschen Beredsamkeit an das Theresianum in Wien, ging 1755 als »Polizeikommissar« und Dozent für Staatsökonomie und Naturwissenschaft nach Göttingen, 1757 als Kolonialinspektor nach Kopenhagen; 1762 wurde er, obwohl kurze Zeit vorher wegen eines Angriffs auf die minderwertigen preußischen Goldmünzen von Friedrich II. eingesperrt, von diesem als Berghauptmann und Oberaufseher der fiskalischen Bergwerke Preußens nach Berlin berufen. Unter der nicht erwiesenen Anschuldigung, staatliche Gelder unterschlagen zu haben, wurde er 1768 ins Gefängnis nach Küstrin gebracht, wo er starb. J., neben Sonnenfels der bedeutendste unter den deutschen Kameralisten, steht zwar in der Hauptsache auf dem Boden des Meyers Merkantilismus (s. d.), zeigt aber doch in vielem den Einfluß der französischen Enzyklopädie und Physiokratie; er ist der erste Systematiker der Kameralistik. Unter seinen außerordentlich zahlreichen Schriften verdienen Hervorhebung: »Staatswirtschaft, oder systematische Abhandlung aller ökonomischen und Kameralwissenschaften etc.« (Wien 1755); »Grundsätze der Polizeiwissenschaft« (das. 1756); »Vollständige Abhandlung von den Manufakturen und Fabriken« (Kopenh. 175861); »Abhandlung von den Steuern und Abgaben« (Königsb. 1762); »System des Finanzwesens« (Halle 1766).
   2) Karl Wilhelm, prot. Theolog, geb. 14. Jan. 1767 in Marburg. gest. daselbst 7. Aug. 1846, wurde 1790 Prediger in Marburg, 1801 Superintendent und Konsistorialrat und 1822 Professor der Theologie. Er veröffentlichte: »Nationalgesänge der Hebräer« (Leipz. 180318, 3 Bde.); »Das Buch Hiob« (Kassel 1840); einige Monographien über die Geschichte Hessens, z. B. »Elisabeth die Heilige« (2. Aufl., Marb. 1835); auch setzte er (für 180630) Strieders »Hessische Gelehrten- und Schriftstellergeschichte« (das. 1831) fort.
   3) Karl, Kunstgelehrter, geb. 2. Aug. 1832 in Marburg, Enkel des vorigen, studierte in seiner Vaterstadt und in Berlin Theologie und Philosophie, habilitierte sich 1860 daselbst mit der Schrift »Die ästhetischen Elemente in der Platonischen Philosophie« (Marb. 1860), wurde 1867 Professor in Marburg und nach längerm Aufenthalt in Italien 1871 Professor der Philosophie in Kiel. Seit 1873 Professor der neuern Kunstgeschichte in Bonn, trat er 1901 in den Ruhestand. Seine Hauptwerke sind: »Winckelmann. Sein Leben, seine Werke und Zeitgenossen« (Leipz. 186672, 2 Bde. in 3 Tln.; 2. Aufl. 1898, 3 Bde.), die einzig vollständige, die ganze Zeit umfassende Lebensbeschreibung des großen Altertumsforschers, und »Diego Velazquez und sein Jahrhundert« (Bonn 1888, 2 Bde.; 2. Aufl. 1902), die Frucht mehrjähriger Forschungen in Spanien. Außerdem veröffentlichte er: »Dante und die Göttliche Komödie« (Stuttg.

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1862); »Die Verklärung Christi, Gemälde Raffaels« (Leipz. 1870); »Murillo« (das. 1892, 2. Aufl. 1905), »Michelangelo, Beiträge zur Erklärung der Werke und des Menschen« (das. 1900) und eine Anzahl kunstwissenschaftlicher Aufsätze in Zeitschriften, die vornehmlich der spanischen, italienischen und niederländischen Kunst gewidmet sind.
   4) Ferdinand, Orientalist und Sprachforscher, geb. 2. Juni 1837 in Marburg, Bruder des vorigen, studierte in seiner Vaterstadt und in Göttingen und habilitierte sich 1861 in Marburg, wo er 1865 zum außerordentlichen, 1869 zum ordentlichen Professor für vergleichende Grammatik ernannt wurde. Auf seine Schrift »Über die Zusammensetzung der Nomina in den indogermanischen Sprachen« (Götting. 1861) folgten sein »Handbuch der Zendsprache« (Leipz. 1864) und andre auf die iranische Literatur und Geschichte bezügliche Arbeiten, so namentlich seine kritische Ausgabe des »Bundehesch«, mit Glossar (Lond. 1868), »Kurdische Grammatik« (Petersb. 1880), »Geschichte der orientalischen Völker im Altertum« (in Grotes »Allgemeiner Weltgeschichte«, das. 1884), »Geschichte des alten Persiens« (in Onckens »Allgemeiner Geschichte«, Berl. 1879), »Iranisches Namenbuch« (Marburg 1895). In den »Veröffentlichungen der historischen Kommission für Hessen und Waldeck« gab er heraus »Hessisches Trachtenbuch« (Marb. 190004).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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