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Jus quaesītum (acquisītum) bis Jussieu (Bd. 6, Sp. 394)
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Artikelverweis Jus quaesītum (acquisītum) (lat.), wohlerworbenes Recht, die vermöge eines Rechtstitels erworbene Befugnis jemandes. Eine solche kann durch neue Gesetze in der Regel nicht alteriert werden; indessen kann der Staat unter Umständen, insonderheit im Interesse der Allgemeinheit, im Wege der Gesetzgebung auch wohlerworbene Rechte aufheben, soll dann aber in der Regel Schadloshaltung gewähren. So sind z. B. durch die Aufhebung der Leibeigenschaft, der feudalen Rechte der Fronen, der Patrimonialgerichtsbarkeit, der gutsherrlichen Gerichtsbarkeit, der Zwangs- und Bannrechte u. dgl. nicht wenige wohlerworbene Rechte teils mit, teils ohne Entschädigung aufgehoben worden. Vgl. Lassalle, Das System der erworbenen Rechte (2. Aufl., Leipz. 1880).
 
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Jus Quiritĭum (lat.), Recht der Quiriten, d. h. der römischen Vollbürger.
 
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Jus recadentĭae oder revolutiōnis (lat.), s. Meyers Fallrecht.
 
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Jus reformandi (lat.), Reformationsrecht, das durch den Westfälischen Frieden dem Landesherrn eingeräumte Recht, in seinem Territorium eine der beiden Konfessionen (katholische oder evangelische) als die ausschließlich zu duldende anzuordnen (cuius regio eius religio, wem das Land gehört, dessen Konfession ist die maßgebende). Aus diesem Recht entwickelte sich später die Befugnis des Landesherrn über die Zulassung neuer Religionsgesellschaften das entscheidende Wort zu sprechen.
 
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Jus repraesentatiōnis omnimŏdae (lat.), das Recht des Staatsoberhauptes, den Staat in allen Beziehungen nach außen zu vertreten, Verträge abzuschließen, Gesandte zu schicken und zu empfangen, Krieg zu erklären, Frieden zu schließen u. dgl.
 
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Jus respondendi (lat.), das von den römischen Kaisern einzelnen hervorragenden Juristen verliehene Recht, Gutachten in Prozessen mit der Wirkung abzugeben, daß der Richter an die darin ausgesprochene Rechtsauffassung wie an ein Gesetz gebunden war.
 
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Jus retorsiōnis (lat.), Vergeltungsrecht (s. Meyers Retorsion).
 
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Jus romānum (lat.), römisches Recht.
 
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Juss., bei Pflanzennamen Abkürzung für Antoine de Meyers Jussieu (s. d.).
 
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Jus scriptum (lat.), geschriebenes Recht, Gesetzesrecht.
 
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Jussieu (spr. schüsjö), 1) Antoine de, Botaniker, geb. 6. Juli 1686 in Lyon, gest. 22. April 1758 in Paris, machte botanische Reisen in Spanien und Portugal bis 1716 und wurde dann als Schüler Tourneforts dessen Nachfolger am botanischen Garten in Paris. J. schrieb: »Discours sur les progrès de la botanique« (Par. 1718) und »Traité des vertus des plantes« (Nancy 1771, Par. 1772, nach seinem Tod erschienen) u. a. Auch gab er eine neue Auflage von Tourneforts »Institutiones botanicae« (Par. 1719) heraus.
   2) Bernard de, ebenfalls Botaniker, Bruder des vorigen, geb. 17. Aug. 1699 in Lyon, gest. 6. Nov. 1776, studierte in Lyon und Paris, begleitete seinen Bruder nach Spanien, studierte nach seiner Rückkehr noch Medizin, wurde 1758 Aufseher des Gartens von Trianon, den er nach einem neuen, von ihm begründeten natürlichen Pflanzensystem einrichtete (System von Trianon). Er lieferte auch die zweite, sehr bereicherte Ausgabe von Tourneforts »Histoire des plantes qui naissent dans les environs de Paris« (Par. 1725, 2 Bde.).
   3) Joseph de, Botaniker, Bruder der vorigen, geb. 3. Sept. 1704 in Lyon, gest. 11. April 1779 in Paris, studierte Medizin, Mathematik und Botanik, begleitete Maurepas 1735 nach Quito, blieb dort allein zurück, bereiste die Kordilleren bis Potosi und wurde von den Spaniern zu Ingenieurdiensten gezwungen. Er verfiel in Geisteskrankheit und kehrte 1771 nach Frankreich zurück.
   4) Antoine Laurent de, Botaniker, Neffe der vorigen, geb. 12. April 1748 in Lyon, gest. 17. Sept. 1836 in Paris, studierte Medizin, war 177085 Professor der Botanik am Pflanzengarten in Paris, wurde 1777 Direktor des Gartens, Titularrat an der kaiserlichen Universität und nach der Restauration Professor der Arzneimittellehre an der medizinischen Fakultät und der Botanik am Museum der Naturgeschichte. J. arbeitete das von seinem Oheim Bernard aufgestellte System weiter aus und verschaffte demselben allgemeinere Anerkennung durch seine Werke: »Genera plantarum secundum ordines naturales disposita« (Par. 1789), »Principes de la méthode naturelle des végétaux« (das. 1824). Außerdem schrieb er Abhandlungen über zahlreiche einzelne Pflanzenfamilien.
   5) Adrien Laurent de, Sohn des vorigen, geb. 23. Dez. 1797 in Paris, gest. daselbst 29. Juni 1853, ward 1826 Professor der Botanik am Pflanzengarten, Direktor des naturhistorischen Museums, lieferte Monographien über die Euphorbiazeen (1824), die Rutazeen (1825), die Meliazeen (1830), die Malpighiazeen (1843) u. a. und schrieb: »Botanique« oder »Cours élémentaire de la botanique« (Par. 1842, 12. Aufl. 1884; deutsch von Schmidt-Göbel und Pfund, Prag 1844; von Kißling, Stuttg. 1845; neue Ausg. 1858)
   6) Laurent Pierre de, bekannt durch Einführung des wechselseitigen Unterrichts und der Gaultierschen Unterrichtsspiele in Frankreich, geb. 7. Febr. 1792 in Villeurbanne bei Lyon, gest. 23. Febr. 1866 in Passy, Neffe von J. 3), französischer Staatsbeamter, zuletzt (bis 1848) maître des requêtes beim Staatsrat. Seine zahlreichen Schriften verfolgen alle eine stark betonte moralische Tendenz und sind zum Teil von der Akademie gekrönt worden. Verbreitet ist namentlich das in viele Sprachen übersetzte Volksbuch »Simon de Nantua, ou le marchaud forain« (1818 u. öfter; deutsch, Ulm 1849).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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