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Junke bis Junodscher Schröpfstiefel (Bd. 6, Sp. 378)
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Artikelverweis Junke (Dschunke), s. Meyers Dschonke.
 
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Junker (vom mittelhochd. junc-hêrre, »junger Herr«), ehedem Name der jüngern Prinzen regierender Herren; in der Verkehrssprache junge Edelleute, namentlich Landedelleute, ohne sonstigen Titel. J. (Fahnenjunker) ist die Bezeichnung für Offiziersaspiranten und Vorstufe für die Dienststellung des Fähnrichs. In Rußland werden die J. in besondern Junkerschulen (s. Meyers Kadettenhäuser) ausgebildet. Junkerpartei, Junkertum war in Preußen in den 1850er Jahren die halb verspottende Bezeichnung der reaktionären Adelspartei.
 
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Junker, Wilhelm, Forschungsreisender, geb. 6. April 1840 in Moskau, gest. 13. Febr. 1892 in Petersburg, lebte als Knabe in Göttingen, besuchte in Petersburg das deutsche Gymnasium, studierte Medizin in Göttingen, Berlin und Prag und bereiste 1869 Island. Nach kürzern Ausflügen nach Tunesien 1874 und Unterägypten 1875 ging er von Suakin 1876 durch das Chor Baraka nach Kassala und Chartum, befuhr den Blauen Nil und den untern Sobat und machte ausgedehnte Reisen in den Gebieten des Bahr el Gazal und des obern Uëlle. 1878 nach Europa zurückgekehrt, unternahm er schon 1879 eine neue Forschungsreise in das Gebiet der Niam-Niam und Monbuttu zur Erforschung des Uëlle und des Nepoko, welch letztern er als den Oberlauf des Aruwimi erkannte. Im Begriff, Ende 1883 nach Europa zurückzukehren, wurde er durch den Aufstand des Mahdi gezwungen, bei Emin Pascha in Lado eine Zuflucht zu suchen. Die von seinem Bruder 1885 zu seiner Befreiung gesandten Expeditionen unter G. A. Meyers Fischer (s. d. 15) und unter Oskar Meyers Lenz (s. d.) vermochten ihn nicht zu erreichen, doch glückte es J., mit Umgehung von Uganda durch Karagwe Ende 1886 nach Sansibar zu gelangen, von wo er über Kairo nach Europa zurückkehrte. Hier veröffentlichte er die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Reisen in den Ergänzungsheften zu »Petermanns Mitteilungen« (Gotha 1888 und 1889) und »Reisen in Afrika 18751886« (Wien 188991, 3 Bde.). Vgl. Hevesi, Wilhelm J., Lebensbild eines Afrikaforschers (Berl. 1896).
 
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Junkerhof, s. Meyers Artushof.
 
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Junkermann, August, Schauspieler und Vorleser, geb. 15. Dez. 1832 in Bielefeld, trat bei der Artillerie ein, um Offizier zu werden, ging aber 1853 zur Bühne über und begann seine theatralische Laufbahn in Trier. Nach mehreren Engagements in Berlin, Bremen, Wien, Weimar u. a. O. wurde er 1871 Mitglied des Hoftheaters in Stuttgart, dem er bis 1884 angehörte. Seitdem hat er allein und mit von ihm zusammengestellten Gesellschaften Gastspielreisen in Deutschland und Nordamerika gemacht. Er spielt komische Rollen mit großem Erfolg; sein Hauptverdienst aber liegt in der Darstellung der Gestalten Fritz Reuters, dessen Werke fast sämtlich teils von ihm selbst, teils von andern für ihn dramatisiert worden sind. Auch als Vorleser der Werke Reuters, dem er besonders in Süddeutschland und Wien neue Verehrer gewann, hat er sich einen Namen gemacht. Er veröffentlichte: »Memoiren eines Hofschauspielers« (Stuttg. 1889) und »Humoristikum, eine Sammlung heiterer Vortragsstücke« (5. Aufl., das. 1899; neue Folge, 2. Aufl. 1900).
 
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Junkerschulen, s. Meyers Junker und Meyers Kadettenhäuser.
 
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Junktūr (lat.), Verbindung, Fuge, Gelenk; auch soviel wie Konjunktur.
 
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Jünkwei, s. Meyers Yünkwei.
 
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Jünnan, chines. Provinz und Stadt, s. Meyers Yünnan.
 
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Juno (aus Jovino, der weiblichen Form zu dem in Jupiter liegenden Jovis), bei den italischen Völkern die weibliche Himmelsgöttin und Genossin Jupiters, nach ihrer Gleichsetzung mit der griechischen Meyers Hera (s. d.) als dessen Gemahlin und Schwester und als Tochter des Kronos-Saturnus und der Rhea-Ops betrachtet, galt als höchste Frau so sehr als Vertreterin der gesamten Weiblichkeit, daß, wie der Mann seinen Genius, so die Frau ihre J. hatte, der sie opferte und bei der sie schwur. Ihr ältester, am meisten verbreiteter Kult war der als J. Lucīna (»Lichtbringerin«), der alle Neumondstage, die Monatsersten (Kalenden) heilig waren. Zugleich wurde sie unter diesem Namen als Geburtsgöttin verehrt, in deren Kasse im Tempel auf dem Esquilin in Rom bei jeder Geburt ein Stück Geld gezahlt wurde. Hier verehrten sie an ihrem Hauptfest, den am Anfang des altrömischen Jahres (1. März) begangenen Matronalien, die Matronen und Mädchen. Als Ehestifterin hieß sie iuga (auch pronuba), und bei Hochzeiten rief man sie an als Domiduca oder Iterduca, die die Braut in ihr neues Heim geleitet, Unxia, die beim Einzug in dieses die Pfosten zum guten Zeichen salbt, Cinxia, die den Brautgürtel schürzt und löst. Als höchste Himmelsgöttin und Gattin des Jupiter Rex ward sie mit diesem oder auch allein als J. Regina auf den Burgen der Städte verehrt, so in Rom in dem linken Seitenschiff des Jupitertempels auf dem Kapitol. Noch hatte sie auf dem Kapitol einen Tempel als J. Moneta (»Mahnerin«), deren Bedeutung strittig ist, wie auch die der J. Caprotina (»Ziegenjuno«), der am 7. Juli, dem sogen. Nonae Caprotinae, von den Frauen ein Fest gefeiert wurde (vgl. Caprotina). Ein altertümlicher, hochangesehener Kult war der der J. Sospita oder Seispes (»Erretterin«), Mater Regina zu Lanuvium, der nach Einverleibung der Stadt in den römischen Staatsverband römischer Staatskult wurde; ihr Priesterkollegium bestand aus römischen Rittern, und die römischen Konsuln brachten ihr jährlich ein Opfer dar. Das Bild der Göttin trug über der Matronenkleidung ein als Helm und Panzer dienendes Ziegenfell, Schnabelschuhe, Schild und geschwungenen Speer, wie sie eine Kolossalstatue des vatikanischen Museums und Münzen dargestellt. Eine kriegerische Göttin ist auch die besonders von den Sabinern verehrte J. Curitis oder Quiritis (»die mit der Lanze Bewehrte«). Aus Karthago war im dritten Punischen Kriege nach Rom übertragen die J. Caelestis (»himmlische J.«), die alte Burggöttin von Karthago, eigentlich die Astarte der Phöniker; ihr Kult kam in der Kaiserzeit mit dem Aufblühen von Karthago aufs neue zu Ehren. Heilig waren der J. die Gans, der Pfau und die Krähe; wie Jupiter weiße Stiere, so wurden ihr weiße Kühe geopfert. Vgl. Roscher im »Lexikon der Mythologie«, Bd. 2, Sp. 574 ff.
 
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Junodscher Schröpfstiefel, s. Hyperämie und Meyers Schröpfen.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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