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Kardināl bis Kardĭograph (Bd. 6, Sp. 621 bis 622)
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Artikelverweis Kardināl, Getränk, s. Meyers Bischof.
 
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Kardināl (Cardinalis By., Coocoborus L.). Gattung der Sperlingsvögel aus der Familie der Finken (Fringillidae) und der Unterfamilie der Papageifinken (Pitylinae), etwas gestreckt gebaute Tiere mit kräftigem, kurzem, spitzem, am Grunde sehr breitem, auf der Firste gekrümmtem Schnabel, kurzen Flügeln, langem, ausgeschweiftem Schwanz und aufrichtbarem Schopf. Der K. (virginische Nachtigall, Cardinalis virginianus Bp., Coccoborus virginianus L. s. Tafel Meyers »Stubenvögel II«, Fig. 13) ist 22 cm lang, 30 cm breit, ziemlich einfarbig, dunkelrot, an Zügel, Kinn und Oberkehle schwarz, der Schnabel ist korallenrot. Das Weibchen ist weniger schön, und seine Haube ist kürzer. Der K. bewohnt das südliche und mittlere Nordamerika, besonders die Küstenländer und geht im Winter bei starker Kälte südlich. Er lebt in Wäldern und Gärten, im Sommer paarweise, im Herbst und Winter in kleinen Gesellschaften, fliegt schnell und geräuschvoll, nistet im Busch oder auf einem Baum (im Süden oft dreimal im Jahr) und legt 46 schmutzigweiße, braun gefleckte Eier. Er nährt sich von Sämereien, besonders gern von Getreide, Mais, auch von Obst, Beeren, Kerbtieren und stellt auch den Bienen nach. Man schätzt ihn wegen seines Gesanges, den er sehr fleißig ertönen läßt, und den die Amerikaner begeistert preisen. Er wird auch in großer Zahl nach Europa gebracht und pflanzt sich im Käfig leicht fort. Nahe verwandt ist der kleinere Dominikanerfink (Paroaria dominicana Bp., s. Tafel Meyers »Stubenvögel II«, Fig. 12), mit schiefergrauem Rücken, Flügeln und Schwanz, weißer Unterseite und blutrotem Kopf und Vorderhals. Er findet sich in Nordbrasilien, lebt im Gebüsch, ist still und einfältig, hat einen kurzen, zwitschernden Gesang und hält sich im Käfig sehr gut. Außerdem kommen auch ein grauer (Paroaria cucullata Müll.) und ein grüner K. (Gubernatrix cristatella Vieill.) aus Südamerika, der aber zu den Ammern gehört, auf den Markt.
 
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Kardinälchen, s. Meyers Grasmücke.
 
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Kardinaldekān, s. Kardinal.
 
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Kardinal-Infant, Beiname des span. Prinzen Ferdinand (s. Meyers Ferdinand 34).
 
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Kardinalpunkte, die Hauptgegenden des Horizonts oder die vier Punkte, in denen der Horizont vom Meridian und vom Äquator durchschnitten wird, der Süd- und Nord-, Ost- und Westpunkt; dann soviel wie Hauptpunkte, um die sich alles dreht. K. eines optischen Systems heißen drei Punktpaare, die Knotenpunkte, Hauptpunkte und (Haupt-) Brennpunkte, durch die das optische System derart bestimmt ist, daß es sich hinsichtlich der Wirkung durch ein beliebiges andres mit denselben Kardinalpunkten ersetzen läßt. Die Knotenpunkte sind nach Listing dadurch charakterisiert, daß die Verbindungslinien des ersten mit dem leuchtenden Punkt und des zweiten mit dem Bildpunkt einander parallel sind. Bei einer einfachen symmetrischen Linse fallen sie mit deren Mittelpunkt zusammen. Gleiches gilt für die Hauptpunkte, unter denen man nach Gauß zwei konjugierte Punkte auf der Achse versteht, in denen Objekt und Bild gleich groß und gleich gerichtet sind. Vgl. Linse (Optik).
 
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Kardinalshut, ein rotseidener Hut mit breiter Krempe, der rechts und links mit je 15 seidenen, ineinander geflochtenen Quasten (geordnet 1. 2. 3. 4. 5) behängt ist und von Innozenz IV. 1245 den Kardinälen verliehen wurde (s. Kardinal). Der Kardinalerzbischof (Fig. 1, S. 622) und der Kardinalbischof (Fig. 2) unterscheiden sich durch ihre Vortragkreuze. Die Patriarchen führen dieselbe Anzahl von Quasten, den Hut aber grün, die Quasten grün mit Gold durchwirkt.
 
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Kardinalteller (ital. piatto cardinalizio) nennt man das Einkommen der in Rom ihren Wohnsitz habenden Kardinäle der Kurie. S. Kardinal.
 
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Kardinaltugenden (lat.), soviel wie Haupttugenden, deren von Sokrates, Platon und den Stoikern vier aufgezählt wurden, nämlich von dem ersten Gottesfurcht,

[Bd. 6, Sp. 622]


Enthaltsamkeit, Tapferkeit und Gerechtigkeit; von dem zweiten Weisheit, Mäßigung, Tapferkeit und Gerechtigkeit; von den letztern Geschicklichkeit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Bescheidenheit. Die christliche Ethik fügte zu diesen »natürlichen« K. noch Glaube, Liebe, Hoffnung als »übernatürliche« hinzu.
 
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Kardinalzahlen, Haupt- u. Grundzahlen, die angeben, wie viele Dinge irgend einer Art vorhanden sind, z. B. fünf Tage, im Gegensatz zu den Ordinalzahlen, die angeben, das wievielte Ding einer Reihe von Dingen man vor sich hat, z. B. der fünfte Tag einer Woche.
 
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Kardĭograph (griech., »Herzschreiber«), s. Tafel Meyers »Blut und Blutbewegung II«, S. II.

 

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