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Karbunkel bis Karchesĭon (Bd. 6, Sp. 619 bis 620)
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Artikelverweis Karbunkel (Karfunkel, Brandschwär, Carbunculus), eine höchst intensive umschriebene Entzündung der äußern Haut, die bei zwei voneinander zu scheidenden Krankheitszuständen vorkommt. Der verhältnismäßig gutartige K. ist eine Entzündung mehrerer in die Lederhaut hineinragender Bindegewebskegel, also eine ausgedehntere furunkulöse Entzündung, während der andre ein Erzeugnis des Milzbrandgifts ist (Milzbrandkarbunkel, carbunculus malignus, anthrax). Der gutartige K. tritt in der Regel vereinzelt auf und kommt selten bei Kindern, mehr bei Erwachsenen, namentlich bei durch Alter und andre schwächende Zustände Erschöpften, zumal bei Zuckerharnruhr, vor. Sein häufigster Sitz ist zwischen den Schulterblättern, im Nacken und auf dem Rücken. Der Ausdehnung und Intensität der Hautentzündung entspricht die oft recht erhebliche Störung des Allgemeinbefindens. Es besteht Fieber, die kranke Hautstelle ist dunkel gerötet, knotig verdickt, sehr schmerzhaft, fühlt sich brennend heiß an. Die Geschwulst breitet sich mehr oder weniger rasch aus, oft bis zur Größe eines Handtellers, erstreckt sich in die Tiefe und hat längere Zeit beträchtliche Härte, die erst in Erweichung übergeht, wenn in der Tiefe das brandige Absterben des Gewebes beginnt. Der Schmerz ist groß, dauert lange und läßt erst nach, wenn die erweichte Stelle ausbricht, was in der Regel an mehreren Stellen geschieht, so daß die Haut siebartig durchlöchert erscheint. Aus den entstandenen Löchern sickert eine blutig-wässerige, oft übelriechende Flüssigkeit aus, begleitet von Fetzen abgestorbenen Zellgewebes. Die erkrankte Hautstelle kann aber auch in ihrem ganzen Umfang brandig werden und absterben. Erst nachdem alles Abgestorbene abgestoßen ist, bedeckt sich diese Hautstelle mit gesunden Fleischwärzchen (Granulationsgewebe), die Eiter absondern und die durch den Hautbrand entstandene Lücke allmählich ausfüllen. Nicht selten entzünden sich auch die unter der kranken Stelle gelegenen Organe (Bauchfell, Kehlkopf, Rippenfell etc.). Große K. können namentlich bei ältern Leuten zum Tode führen durch Erschöpfung, auch durch Aufnahme der Jauche ins Blut, also durch Septichämie. Man vermeide das Eiterausdrücken aus dem K., weil man dabei die Granulationen zerdrückt und hierdurch die Aufnahme fauliger Stoffe in das Blut ermöglicht. Zur Behandlung der K. ist im Anfang, vor der Vereiterung, die Anwendung dauernder Umschläge mit reinem Weingeist sehr geeignet. Ist deren Wirkung nicht genügend, oder ist bereits Vereiterung eingetreten, so muß der K. kreuzweise und tief gespalten werden, um die Spannung der Haut zu beseitigen und dem Eiter Abfluß zu verschaffen. Außerdem wendet man warme Umschläge an bei kräftiger Diät. Über

[Bd. 6, Sp. 620]


den bösartigen oder Milzbrandkarbunkel (wegen der kohlschwarzen Verfärbung der kranken Hautstelle Anthrax genannt) s. Meyers Milzbrand.
 
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Karbunkel, Edelstein, soviel wie Karfunkel.
 
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Karbunkelkrankheit, soviel wie Milzbrand.
 
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Karbüre, Karburēte, s. Karbide.
 
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Karburieren (v. lat. carbo, »Kohle«), Luft, Wasserstoff oder mit wenig leuchtender Flamme brennendes Leuchtgas mit den Dämpfen von Benzol, Petroleumäther etc. sättigen, um ein mit hell leuchtender Flamme brennendes Gas zu erhalten. Näheres s. Meyers Leuchtgas.
 
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Karbylamīne (Formonitrile, Isocyanide, Isonitrile), Verbindungen, die den Cyaniden der Alkoholradikale, also den Nitrilen isomer sind, sich von diesen aber dadurch unterscheiden, daß bei ihnen fünfwertiger Stickstoff mit vier Affinitäten an Kohlenstoff gebunden ist (Methylkarbylamin CH3. N = C), während bei den Nitrilen der Stickstoff durch drei Affinitäten gebunden ist (Methylcyanid CH3. N = C). K. entstehen aus den Aminbasen bei Einwirkung von Chloroform und Alkali: Äthylamin gibt Äthylkarbylamin: C2H5. NH2+CHCl3 = 3HCl+C2H5NC. Die K. sind farblose Flüssigkeiten, riechen höchst widerlich und durchdringend, lösen sich in Alkohol und Äther, schwer in Wasser, und sind sehr giftig. Sie gehen mit Chlorwasserstoff Verbindungen ein, die durch Wasser in Ameisensäure und Aminbasen zerlegt werden. Durch wässerige Alkalien werden sie nicht angegriffen.
 
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Karbyloxīm, s. Meyers Knallsäure.
 
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Karchēdon (griech.), soviel wie Karthago.
 
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Karchemisch (Karkemisch, ägypt. Qarqamesch, assyr. Gargamisch), sehr alte hettitische Königsstadt am Euphrat, gemäß den Keilinschriften am rechten Euphratufer nordwärts vom Flusse Sadschur, dort, wo jetzt die Ruinen von Dscherābis (Europos) liegen. Die Stadt wird schon zu Salmanassars I. und Tiglathpilesers I. Zeit (um 1320, bez. 1110 v. Chr.) erwähnt, Sargon fügte sie 717 zum assyrischen Reich. 605 v. Chr. schlug bei K. das babylonische Heer unter Meyers Nebukadnezar (s. d.) den ägyptischen König Necho II. aufs Haupt. Über die Ruinen von K. vgl. Delitzsch, Wo lag das Paradies? (Leipz. 1881); Sachau, Reise in Syrien und Mesopotamien (das. 1883).
 
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Karcher, Guido, deutscher Admiral, geb. 8. Juli 1844 in Saarbrücken, trat 1859 in die Marine ein, unternahm auf der Korvette Gazelle seine erste überseeische Reise nach Ostasien und, 1865 Unterleutnant, 1867 Leutnant zur See geworden, 186669 auf dem Kadettenschulschiff Niobe drei Übungsreisen nach Westindien, dann als erster Offizier weitere Übungsreisen an Bord des Rover und der Arcona, ward 1871 Kapitänleutnant, 1876 Korvettenkapitän, befehligte 188183 die Korvette Carola in Australien und, 1883 zum Kapitän zur See befördert, 1884 die Fregatte Bismarck in dem zur Dämpfung der Unruhen in Kamerun und Ostafrika ausgesandten Geschwader unter Admiral Knorr. 188588 Oberwerstdirektor in Wilhelmshaven, dann Chef des Stabes der Admiralität, ward er 1889 Konteradmiral und Chef des Stabes beim Oberkommando der Marine, trat 1893 in das Reichsmarineamt als Departementsdirektor und übernahm, seit 1895 Vizeadmiral, das Kommando der Marinestation der Nordsee. 1899 zum Admiral befördert, wurde er im September d. J. zur Disposition gestellt und lebt seitdem in Wiesbaden.
 
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Karchesĭon, griech. Trinkgeschirr, mehr weit als tief, mit niedrigem Fuß und hoch über den Rand ragenden Henkeln (s. nebenstehende Abbildung).

 

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