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Karboxylchlorīd bis Karchemisch (Bd. 6, Sp. 619 bis 620)
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Artikelverweis Karboxylchlorīd, s. Karbonylchlorid.
 
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Karbozyklische Verbindungen, organische chemische Verbindungen mit geschlossenen Kohlenstoffketten oder Kohlenstoffringen, die man auch isozyklische Verbindungen nennt, wenn die Kohlenstoffringe nur aus Kohlenstoffatomen bestehen, im Gegensatz zu den heterozyklischen Meyers Verbindungen (s. d.), deren Ringe auch Sauerstoff-, Schwefel- und Stickstoffatome enthalten. Die karbozyklischen Grundkohlenwasserstoffe sind die mit den Olefinen von gleicher Kohlenstoffatomzahl isomeren ringförmigen Kohlenwasserstoffe, die aus 38 Methylengruppen (Polymethylene) bestehen (Tri-, Tetra-, Pentamethylen etc.), die auch Ringolefine oder Zykloparaffine (Zyklopropan, Zyklobutan, Zyklohexan [Hexamethylen, Hexahydrobenzol]) genannt werden. An die Zykloparaffine schließen sich an die Zykloolefine, Zyklodiolesine und Zyklotriolesine. Der wichtigste Kohlenwasserstoff der Gruppe ist das Benzol, ein Zyklotriolefin, das durch Addition von Wasserstoff in Hexahydrobenzol, Hexamethylen oder Zykloheran verwandelt werden kann. Das Benzol bildet den Grundkohlenwasserstoff der aromatischen Substanzen, vom Di- und Tetrahydrobenzol sowie von Hexahydrobenzol leiten sich die hydroaromatischen Verbindungen ab. Die aromatischen Substanzen weichen in ihrem Verhalten von den aliphatischen erheblich ab, während sich die hydroaromatischen Verbindungen wie auch die tri-, tetra-, penta- und hexakarbozyklischen Verbindungen den aliphatischen Substanzen nähern. Man unterscheidet sie deshalb auch als aliphatisch-zyklische oder alizyklische Verbindungen von den aromatischen. Der Trimethylenring spaltet sich leichter auf als der Penta- und Hexamethylenring, während Hexa- und Oktomethylenringe sich schwieriger bilden und meist leicht Ringe mit geringerer Kohlenstoffzahl liefern.
 
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Karbunkel (Karfunkel, Brandschwär, Carbunculus), eine höchst intensive umschriebene Entzündung der äußern Haut, die bei zwei voneinander zu scheidenden Krankheitszuständen vorkommt. Der verhältnismäßig gutartige K. ist eine Entzündung mehrerer in die Lederhaut hineinragender Bindegewebskegel, also eine ausgedehntere furunkulöse Entzündung, während der andre ein Erzeugnis des Milzbrandgifts ist (Milzbrandkarbunkel, carbunculus malignus, anthrax). Der gutartige K. tritt in der Regel vereinzelt auf und kommt selten bei Kindern, mehr bei Erwachsenen, namentlich bei durch Alter und andre schwächende Zustände Erschöpften, zumal bei Zuckerharnruhr, vor. Sein häufigster Sitz ist zwischen den Schulterblättern, im Nacken und auf dem Rücken. Der Ausdehnung und Intensität der Hautentzündung entspricht die oft recht erhebliche Störung des Allgemeinbefindens. Es besteht Fieber, die kranke Hautstelle ist dunkel gerötet, knotig verdickt, sehr schmerzhaft, fühlt sich brennend heiß an. Die Geschwulst breitet sich mehr oder weniger rasch aus, oft bis zur Größe eines Handtellers, erstreckt sich in die Tiefe und hat längere Zeit beträchtliche Härte, die erst in Erweichung übergeht, wenn in der Tiefe das brandige Absterben des Gewebes beginnt. Der Schmerz ist groß, dauert lange und läßt erst nach, wenn die erweichte Stelle ausbricht, was in der Regel an mehreren Stellen geschieht, so daß die Haut siebartig durchlöchert erscheint. Aus den entstandenen Löchern sickert eine blutig-wässerige, oft übelriechende Flüssigkeit aus, begleitet von Fetzen abgestorbenen Zellgewebes. Die erkrankte Hautstelle kann aber auch in ihrem ganzen Umfang brandig werden und absterben. Erst nachdem alles Abgestorbene abgestoßen ist, bedeckt sich diese Hautstelle mit gesunden Fleischwärzchen (Granulationsgewebe), die Eiter absondern und die durch den Hautbrand entstandene Lücke allmählich ausfüllen. Nicht selten entzünden sich auch die unter der kranken Stelle gelegenen Organe (Bauchfell, Kehlkopf, Rippenfell etc.). Große K. können namentlich bei ältern Leuten zum Tode führen durch Erschöpfung, auch durch Aufnahme der Jauche ins Blut, also durch Septichämie. Man vermeide das Eiterausdrücken aus dem K., weil man dabei die Granulationen zerdrückt und hierdurch die Aufnahme fauliger Stoffe in das Blut ermöglicht. Zur Behandlung der K. ist im Anfang, vor der Vereiterung, die Anwendung dauernder Umschläge mit reinem Weingeist sehr geeignet. Ist deren Wirkung nicht genügend, oder ist bereits Vereiterung eingetreten, so muß der K. kreuzweise und tief gespalten werden, um die Spannung der Haut zu beseitigen und dem Eiter Abfluß zu verschaffen. Außerdem wendet man warme Umschläge an bei kräftiger Diät. Über

[Bd. 6, Sp. 620]


den bösartigen oder Milzbrandkarbunkel (wegen der kohlschwarzen Verfärbung der kranken Hautstelle Anthrax genannt) s. Meyers Milzbrand.
 
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Karbunkel, Edelstein, soviel wie Karfunkel.
 
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Karbunkelkrankheit, soviel wie Milzbrand.
 
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Karbüre, Karburēte, s. Karbide.
 
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Karburieren (v. lat. carbo, »Kohle«), Luft, Wasserstoff oder mit wenig leuchtender Flamme brennendes Leuchtgas mit den Dämpfen von Benzol, Petroleumäther etc. sättigen, um ein mit hell leuchtender Flamme brennendes Gas zu erhalten. Näheres s. Meyers Leuchtgas.
 
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Karbylamīne (Formonitrile, Isocyanide, Isonitrile), Verbindungen, die den Cyaniden der Alkoholradikale, also den Nitrilen isomer sind, sich von diesen aber dadurch unterscheiden, daß bei ihnen fünfwertiger Stickstoff mit vier Affinitäten an Kohlenstoff gebunden ist (Methylkarbylamin CH3. N = C), während bei den Nitrilen der Stickstoff durch drei Affinitäten gebunden ist (Methylcyanid CH3. N = C). K. entstehen aus den Aminbasen bei Einwirkung von Chloroform und Alkali: Äthylamin gibt Äthylkarbylamin: C2H5. NH2+CHCl3 = 3HCl+C2H5NC. Die K. sind farblose Flüssigkeiten, riechen höchst widerlich und durchdringend, lösen sich in Alkohol und Äther, schwer in Wasser, und sind sehr giftig. Sie gehen mit Chlorwasserstoff Verbindungen ein, die durch Wasser in Ameisensäure und Aminbasen zerlegt werden. Durch wässerige Alkalien werden sie nicht angegriffen.
 
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Karbyloxīm, s. Meyers Knallsäure.
 
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Karchēdon (griech.), soviel wie Karthago.
 
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Karchemisch (Karkemisch, ägypt. Qarqamesch, assyr. Gargamisch), sehr alte hettitische Königsstadt am Euphrat, gemäß den Keilinschriften am rechten Euphratufer nordwärts vom Flusse Sadschur, dort, wo jetzt die Ruinen von Dscherābis (Europos) liegen. Die Stadt wird schon zu Salmanassars I. und Tiglathpilesers I. Zeit (um 1320, bez. 1110 v. Chr.) erwähnt, Sargon fügte sie 717 zum assyrischen Reich. 605 v. Chr. schlug bei K. das babylonische Heer unter Meyers Nebukadnezar (s. d.) den ägyptischen König Necho II. aufs Haupt. Über die Ruinen von K. vgl. Delitzsch, Wo lag das Paradies? (Leipz. 1881); Sachau, Reise in Syrien und Mesopotamien (das. 1883).

 

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102) Lyra
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