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Karbīde bis Karbolismus (Bd. 6, Sp. 617 bis 618)
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Artikelverweis Karbīde (Karbüre, Karburete), Verbindungen von Metallen mit Kohlenstoff, entstehen beim Erhitzen von Metalloxyden mit Kohle auf sehr hohe Temperatur, besonders im elektrischen Ofen. Sie sind sehr hart und schwer schmelzbar; manche K. werden durch Wasser oder Säuren zersetzt und entwickeln dabei Kohlenwasserstoffe, wodurch die chemische Bindung des Kohlenstoffs im Karbid erwiesen ist. Einige K. finden technische Verwendung, wie das Calciumkarbid (s. d.) zur Darstellung von Acetylen und Cyanverbindungen, die bei Einwirkung von Stickstoff oder von Ammoniak auf das Karbid entstehen (s. Meyers Kalkstickstoff). Andre K. sind für die Metallurgie von großer Bedeutung, da ihre Beimischung die Eigenschaften des betreffenden Metalls in oft sehr hohem Grade beeinflußt, im allgemeinen wächst mit dem Gehalt an gebundenem Kohlenstoff die Härte, in der Regel auch die Schwerschmelzbarkeit des Metalls. In dieser Hinsicht sind am wichtigsten die Meyers Eisenkarbide (s. d.). Baryumkarbid BaC2 entsteht beim Erhitzen von Baryumkarbonat mit Magnesium und Kohle und kann durch Einwirkung des elektrischen Lichtbogens auf ein Gemisch von Baryt oder Baryumkarbonat und Kohle dargestellt werden. Es bildet eine dunkelfarbige kristallinische Masse, die mit Wasser in Baryumhydroxyd und Acetylen zersetzt wird (BaC2+2H2O = C2H2+Ba(OH)2). Ähnlich ist das Strontiumkarbid. Aluminiumkarbid Al4C3 wird aus Kaolin oder Aluminium und Kohle erhalten, bildet durchsichtige

[Bd. 6, Sp. 618]


gelbe Kristalle vom spez. Gew. 2,66 und gibt mit Wasser Aluminiumhydroxyd u. Methan (Al4C3+12H2O = 2Al2(OH)6+3CH4). Andre K. werden durch Säuren nicht zersetzt, wie das Siliciumkarbid (s. Kieselkarbid und Meyers Karborundum). Bor-, Chrom- und Molybdänkarbid s. d. Vgl. Ahrens, Die Metallkarbïde und ihre Verwendung (Stuttg. 1896).
 
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Karbimīd, s. Meyers Cyansäure.
 
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Karbinōl, soviel wie Methylalkohol CH3. OH. Nach derselben Nomenklatur ist Äthylalkohol Methylkarbinol CH2. CH3. OH und Isopropylalkohol Dimethylkarbinol CH. CH3. CH3. OH.
 
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Karbitz, Stadt in Böhmen, Bezirksh. Aussig, am Fuß des Erzgebirges und an der Aussig-Teplitzer Bahn, hat ein Bezirksgericht, bedeutenden Braunkohlenbergbau, Fabriken für Ultramarin, Knöpfe und Metallwaren, Gerberei, Dampfmühle, Elektrizitätswerk und (1900) 5473 deutsche Einwohner.
 
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Karbodynamīt, ein Dynamit aus 10 Teilen Korkkohle und 90 Teilen Nitroglyzerin, soll letzteres selbst nach langem Liegen in Wasser nicht verlieren. Das Wasser, das durch die Kohle aufgenommen und festgehalten wird, soll den Dynamit minder kräftig machen und Schutz gegen die Zündung vor Schlagwetter gewähren, auch soll der K. fast gar keine schädlichen Gase hinterlassen.
 
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Karboformālglühblock, s. Meyers Desinfektion, S. 669.
 
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Karboïd, von Hedges angegebene Mischung aus Graphit und Speckstein, die unter hydraulischem Druck gepreßt und scharf gebrannt zu Lagerschalen für Wellen bestimmt ist und keine Schmierung erfordert.
 
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Karbōlgaze, s. Meyers Verbandstoffe.
 
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Karbōlharn, s. Phenol.
 
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Karbolinĕum, aus Steinkohlenteeröl (Anthracenöl) dargestelltes antiseptisches Mittel, das zur Konservierung von Holz (Baumpfähle, in Stallungen), gegen Hausschwamm und Blutlaus benutzt wird.
 
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Karbolismus, s. Phenol.

 

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